ADS oder doch nicht?

Hi!

Nur zum besseren Verständnis: war Dein Sohn immer ein
unauffälliges Kind, íst im Kindergarten nie durch impulsive
Aktionen oder Träumerei aufgefallen?

Das trifft ziemlich genau auf ihn zu!

Zweite Frage: wie ist seine Motorik sonst? Insbesondere die
Feinmotorik? Feine Linien (aus)malen, exaktes Schneiden mit
der Schere.

Gerade die Feinmotorik ist hervorragend!
Bei der Grobmotorik würde ich ihn irgendwo im gesunden Mittelmaß einordnen…

Ist beim Augenarzt geprüft worden, ob er möglicherweise einen
Sehfehler hat?

Da sowohl meine Frau als auch ich (in der Regel) Kontaktlinsen tragen, müssen wir unsere Augen auch 2 mal jährlich untersuchen lassen (zumindest sollte man das). Einmal im Jahr nimmt ihn dann jemand mit. Da wir beide kurzsichtig sind, hat sich das so eingespielt als er drei Jahre alt war.

Dem sollte man unbedingt Gewicht beimessen, denn Lehrer
erleben unsere Kinder in einer gänzlich anderen Situation als
wir zuhause.

Tun wir! Wobei seine Lehrerin nicht der Meinung ist, dass er ADS hat sondern nur extrem unruhig ist.

Bitte wundere Dich nicht, wenn Dein Sohn von dieser Idee nur
mäßig begeistert ist. (Meine Erfahrung dahingehend bei unserem
Sohn waren für mich sehr ernüchternd)

Er ist eigentlich ziemlich neugierig drauf…

Dass der Kinderarzt ein offenes Ohr für ADS hat ist gut, aber
ich wehre mich gegen den Begriff „Mode-Diagnose“.

Ich habe das vielleicht etwas überspitzt! Ich kenne es aus dem Kindergarten und auch aus der Schule (sowohl als auch war/bin ich aktiv - wenn auch aus anderen Gründen).
So oft, wie da von ADS und Hochbegabung (ok - letzteres natürlich häufiger) geredet wird, muss das mindestens 35% der Kids betreffen :wink:

Nur weil der Informationsfluss besser geworden ist, mehr
Menschen Kenntnis davon haben und sich damit
auseinandersetzen, darf man m.E. nicht behaupten, dass es eine
Mode sei.

Eben, WEIL der Informationsfluss besser geworden ist, sehe ich da aber auch ein erhöhtes Maß an „Hypochondrie“ :wink:

Zudem gibt es sehr umfangreiche Tests (zugegeben, ein
Ausschluss-Verfahren) die Aufschluss darüber geben, ob ADS in
Frage kommt oder nicht.

Das ist mein Problem! Genau SO lese ich das IMMER!
Es wird getestet, mit dem Ergebnis, dass es sich um ADS handeln KANN!
Ist das denn immer noch nicht einfach feststellbar?!

Aus den vielen leidvollen Erfahrungen betroffener Familien mit
Schulkindern in höheren Klassen möchte ich Euch raten, diesen
Aspekt einfach abklären zu lassen.

Wir warten jetzt erst mal zwei Monate mit autogenem Training ab und werden dann, wenn nötig, weitere Schritte gehen!

Stundenplan farbig markieren.
Jedes Fach bekommt eine andere Farbe. (Deutsch rot, Mathe grün
etc.)

Das ist in der Schule Standard.

Alle Bücher und Hefte eines Faches werden in derselben Farbe
mit Umschlägen versehen.

Das auch.

Den Stundenplan so in die Küche hängen, dass man ihn gut im
Blick hat.

Am Kühlschrank direkt am Eingang. Außerdem noch auf seinem Kleiderschrank.

Bei den Schularbeiten für einen freien Tisch sorgen, auf dem
nur die Arbeitsmaterialien liegen.

OK

Das Kind darf zuvor wählen, womit es anfangen möchte.
Es hat sich bewährt, mit einer leichten Aufgabe zu beginnen,
damit es Erfolgserlebnisse gibt.

Er hat bei den Hausaufgaben keine Probleme! Wir setzen ihm einen zeitlichen Rahmen, wann er anfangen soll, und meistens mitten in diesem Rahmen fängt er an.

Dann kommt ab und zu ein „Hilferuf“, aber er ist meist schnell fertig damit.

Er hat große Probleme, wenn wir ihm sagen: JETZT! (was schon mal vorkommt, wenn wir einen Termin haben)

Alle Hausaufgaben erledigen.
Dann kontrollieren, ggf. verbessern und - wichtig - das Kind
loben, loben, loben.

Machen wir! Kritik gibt es wegen fehlendem Anlass auch eher selten - und dann eigentlich auch nur, weil er schlampig gearbeitet hat…

Mit Blick auf den Stundenplan für den nächsten Tag die
Schultasche packen. („Morgen hast Du was? Aha, rot, blau und
grün, also pack die Sachen zusammen und in den Tornister“)
Federmäppchen mit dem Kind kontrollieren, Stifte anspitzen
etc.

Noch ein sehr positiver Aspekt dieser Schule: Er muss so gut wie keine Bücher einpacken, da diese fast alle in der Schule verbleiben. Und die 5 oder 6 Hefte sind immer komplett drin.

Alles Gute!

Vielen Dank für Deine Anregungen!

P.S. FAQ 1236 gibt viele Infos zu ADS

Ich weiß! Aber die meisten Infos dort hätte ich auch über Google zusammensuchen können!

Konkrete Fragen helfen mir momentan echt mehr

LG
Guido

Hi Christian!

ja, das mag im Augenblick so sein. Spätestens in zwei Jahren
wird er mit dem Übergang in eine andere Schule sowieso 90%
seiner Freunde verlieren, auch wenn sich da am Ende der
Grundschule im Zweifel was anderes geschworen wird.

OK - dann ist er aber auch 2 Jahre älter :wink:

Ernsthaft: Das Thema wurde schon mal angesprochen und diskutiert, wurde dann aber wieder verworfen.

Niemand findet so schnell Anschluß wie ein Kind.

Ist schon klar!

Wenn jedoch das Überspringen die richtige Lösung gewesen wäre,
riskiert man evtl. eine eher schlechte schulische und
oersönliche Entwicklung, was einen Menschen im Gegensatz zu
ein paar verlorenen Freunden lebenslang belasten kann.

Springen lassen war im ersten Schuljahr ein Thema, was sich aber auf Grund fehlender Probleme nicht gestellt hat. Da haben wir wirklich ausschließlich seinem Wunsch entsprochen.

Jetzt würde er sehr viel verpassen, sinnvoller wäre es dann erst im nächsten Jahr, wenn bspw. in Mathe die Grundzüge von Multiplikation und Division sitzen!

Vielleicht erkennst Du, dass wir uns da zusammen mit der Lehrerin nicht wenig Gedanken gemacht haben!

Ich würde an Deiner Stelle alle Varianten prüfen und nichts
von vornherein ausschließen.

Leichtfertig machen wir nichts, was mit unserem Sohn zusammenhängt.

Zum Glück sind die Lehrkräfte in dieser beschulichen kleinen Stadt nicht wirklich stur, was das Thema „Überspringen“ betrifft. Mir fällt ein Kind (früher mal im Kindergarten in der Gruppe meiner Frau) ein, dass mit 5 eingeschult wurde, nach zwei Wochen ins 2. Schuljahr kam, das Dritte übersprang und auch auf dem Gymnasium mitten in der Fünften Klasse gesprungen ist.
Sie ist jetzt 9 Jahre alt und besucht die 7. Klasse - und zwar problemlos.
Aber das hat mit dém Thema eigentlich nix zu tun - verdeutlicht nur die Haltung des Schulamts.

LG
Guido

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Schreibst du…
… über meine Tochter?

Hallo Guido!

Genau das hatten wir auch letztes Jahr (1. Schuljahr). Es gibt Themen
die einfach spannend und interessant sind, da ist dann Ruhe. Und es
gibt Themen die sind entweder blöd oder langweilig. Bei uns war es
Rechnen, das ist alles doof, das kann ich alles schon, etc…
(kann sie wirklich).

Wir haben mit der Lehrerin gesprochen und sie hat (super toll)
mitgemacht und unserer Tochter kommentarlos eine Aufgabe der 2. Klasse
gegeben. Das war dann schon ein kleiner Dämpfer und hat zwei, drei
Monate vorgehalten.

Nu ging es wieder los und die Leistungen ließen wirklich nach,
alles nur Flüchtigkeitsfehler, weil es einfach nicht schwierig
genug war und daher langweilig. Jedes Reden, Erklären half nicht
wirklich. Einen Tag ging es gut und dann war man wieder gelangweilt
und alberte im Unterricht herum und hielt auch noch andere Kinder
vom lernen ab.

Und dann kam das entscheidene Erlebnis:
Mein Zwerg geht seit ca. einem Jahr zweimal die Woche zum Tae Kwon Do,
nach etwa einem halben Jahr war der Ternmin für die erste Prüfung.
Jedes Kind wird dann ca. 4 Wochen vor der Prüfung dem Meister
vorgestellt und muß zeigen, das es in der Lage ist die Prüfung
zu bestehen. Nach dieser Vorstellung war meine Tochter völlig am
Boden zerstört, nach einigen Tagen erzählte sie dann (wir hatten
auch schon vorher den Meister gefragt).
Der Meister hat gesagt:
„Rumhampeln, schlecht zuhören führt nicht dazu zu der Prüfung
zugelassen zu werden, du kannst es in 6 Monaten nochmal versuchen,
wenn du es dann Ernst damit meinst.“

Diese Erlebnis hat meine Tochter hart getroffen aber irgendwie
hat es im Kopf klick gemacht und sie gab sich wirklich Mühe.
Ein für sie fremder Mann hat ihr auf den Kopf zugesagt was
wir ihr immer zu erklären versuchten, ohne Schnörkel oder
irgendwelche Zweifel zu lassen (hart aber herzlich).

Seit dem geht es in der Schule besser und ihre Prüfung hat sie auch
noch machen dürfen (und bestanden).

Das hält nun schon seit einem halben Jahr an und nu fängt es so
langsam wieder an, das gewisse Sachen in der Schule einfach doof
sind. Sie weiß allerdings miitlerweile ganz genau wann es wichtig
ist und wann es nur nett wäre.

Ich konnte (wollte) dir nichts zu ADS ja/nein sagen, sondern lediglich
wie wir unsere Kinder erleben und das nicht alles eine Krankheit ist
sondern wir haben Kinder.

Bin gespannt wenn die Pupertät losgeht, angeblich sollen die
Lieben dann zugänglich wie ein Kaktus sein! :smile:

Gruß
Stefan

Hi Guido,

Da sowohl meine Frau als auch ich (in der Regel) Kontaktlinsen
tragen, müssen wir unsere Augen auch 2 mal jährlich
untersuchen lassen (zumindest sollte man das). Einmal im Jahr
nimmt ihn dann jemand mit. Da wir beide kurzsichtig sind, hat
sich das so eingespielt als er drei Jahre alt war.

Nur ein weiterer Erlebnisbericht. Unser Sohn schielte, als
er klein war. Das wurde behoben. Danach alle 6 Monate Augen-
test. Ganz klein bisschen kurzsichtig. Kein Grund zur
Beunruhigung. Wir klagten immer darüber, dass er mit
der Nase auf den Büchern hängt, vor der Bildscheibe klebt,
wenn er TV guckt, usw. Aber: nein, kein Grund zur Beunruhigung.
Erst hier in Deutschland wurden wir zu einen Optiker
geschickt, der sich mit Winkelfehlsichtigkeit auskennt.
Seit 2 Monaten trägt unser Sohn nun eine Prismenbrille und
die Verbesserungen (z.B. im Schriftbild, aber auch in
der Konzentration) sind merklich.

Mein Rat daher: nicht nur Sehstärke überprüfen lassen.

Grüße
und alle Gute
Elke

Off topic - Optiker, nicht Augenarzt
Hi Elke!

Da wir uns beide beim Augenarzt eigentlich immer nur abgefertigt fühlten, lassen wir unsere Augen seit ewig langer Zeit beim Optiker (Diplomoptometrist ist wohl richtig) checken!

Da dauert die Untersuchung eine Std. statt 5 Minuten, und er darf auch fast alles machen.
Und nach meiner Erfahrung waren bislang alle Optiker „gründlicher“ als die Augenärzte…

LG
Guido

Hallo,

unser Sohne ist gerade 6 geworden und kommt nächstes Jahr in die Schule. Wir haben bei ihm schon mit 3 Jahren sehr auffällige Verhaltensmuster bemerkt, d.h. extreme Träumerei, intensives Interesse an Ursache-Wirkung-Dingen besonders in technischen Fragen wie was treibt das Karusell an, warum funktioniert das etc., super Leistungen in selbst Schlussfolgerungen ziehen und in der richtigen Situation wieder anwenden, aber auf der anderen Seite wieder extremes Zappeln, unkonzentriert scheinen, die alltäglichsten Situationen nicht meistern (z.B. zieh deine Hose an und er greift nach der Jacke), Interesse an völlig unkindlichen Themen und Verständnis dafür und vieles mehr …
Wir haben deshalb eine Psychologin zu Rate gezogen, die sich regelmäßig einen Tag mit ihm im Kindergarten und auch zu Hause hinsetzt und Gutachten zur Förderung etc erstellt. Die Diagnostik läuft auf ADHS, aber er hat ein übersensibles Gehjör und eine übersensible visuelle Wahrnehmung, deshalb steht jetzt die Debatte, das es eine speziellere Form der Wahrnehmungsstörung ist.

Es gibt etliche therapeutische Möglichkeiten da etwas zu machen.
Als letztes bekam er eine „Frostig-Therapie“ als unterstützende Konzentrationsschulung und nun stehen uns einige Dinge wie IQ-Test, Begabungstests etc. ins Haus, weil er eben auf der anderen Seite intelektuell viel weiter ist als normal.

Man sollte es abklären lassen,aber wichtig ist eben sich vorher wirklich hinzusetzen und mal konkret den Verlauf von Auffälligkeiten „nachzuüberlegen“ und mit diesen konkreten Fakten den Arzt in der Diagnostik zu unterstützen.

Tschau
Katja

Also,

nochmal kurz zum Thema.

Meine Erfahrungen bezüglich ärztlicher Unterstützung belaufen sich auf sehr unterschiedlichen Wegen.

Unsere Kinderärztin ist top, die Psychologin haben wir uns selbst gesucht, die ist auch absolut Spitze und auf derlei Dinge spezialisiert

ABER…
da wären noch z.B. die Amtsärzte…*seufz *Hilfe

… mit denen haben ich absolut abschreckende Erfahrungen gemacht,

erstens Terminwartezeiten bis 8 Monate, zweitens bei jedem Termin immer erst ewige Gespräche, ebi denen wir uns anhören mussten, junge Eltern hätten oft Probleme bei der Kindererziehung und es gäbe da Selbsthilfegruppen etc, dann nch langem hin und her, 10 Minuten Untersuchung an einem, für unseren Sohn völlig fremden Ort und am Ende, wenn Sohnemann dann inzwischen völlig durch den Wind war durch das ganze Theater, jedes mal wieder ein erschrockenes „Da gibt es ja tatsächlich entsprechende Probleme“ von der Ärztin…
und alle halbe Jahre wieder Neubeantragungen von Therapien, immer mit der Aussage „Na ist doch sehr clever der Junge“, und meiner Antwort „Eben, deshalb wollen wir ja verhindern, dass er in der Schule wegen ADS oder so untergeht und seine Kopfanlagen nicht tatsächlich nutzen kann“

Wir haben glücklicherweise einen absolut tollen Kindergarten, der uns da voll unterstützt und zu solchen Terminen z.B. immer eine seiner Erzieherinnen mitschickt

nun gut

bis denn, denn

catche

Hallo Katja!

Die von Dir beschriebene extreme Belastung beim Hören ist z.B. EINE von vielen Begleiterscheinungen bei ADS.
Unser Sohn fiel auch dadurch auf, dass er sich bei überdurchschnittlicher Lautstärke (Kindergeburtstag) stets die Ohren zuhielt und es schlichtweg nicht mehr ertragen konnte.

Eine spezielle Untersuchung (Pädaudiologie) ergab, dass er an einer Hyperakusis und zentraler Fehlhörigkeit leidet. Das heißt, er nimmt alle Geräusche um ein Vielfaches verstärkt wahr und kann zudem nicht Differenzieren.
So kam in der Schule alles mit gleicher Priorität an, egal ob der Nachbar am Papier knibbelte oder die Lehrerin etwas sagte.

Das ist bei uns nun 10 Jahre her, und damals bestand - so sagte man uns - keine Möglichkeit daran therapeutisch etwa zu verändern. Wie der STand der Dinge heutzutage ist, kann ich also nicht sagen.

Für unseren Sohn verbesserte sich alles, als er medikamentös unterstütz wurde. Das Ohrenzuhalten kam nur noch selten vor, und das selektive Hören hat er ebenso erlernt.

Angelika

Hallo Guido!

Ohne jetzt nochmal auf alles einzugehen, was Du geschrieben hast.

Ein Satz von Dir hat mich geärgert, es ging um die FAQs:

Ich weiß! Aber die meisten Infos dort hätte ich auch über Google zusammensuchen können!

Diese lange Link-Liste hat eine gute Bekannte (Mutter von mehreren hochbegabten ADS-lern) mit einem enormen Zeitaufwand zusammenstellt und mir das Okay zur weiteren Verbreitung gegeben.
Es ist keineswegs so, dass Du diese geballte Ladung an Infos mal eben bei Google hättest finden können!

Angelika

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Du hast Mail owT
LG
Guido

Hyperfocus?
Hallo Inselchen,

Wenn ein Kind aber „gefesselt“ ist von etwas, was es sehr fasziniert, dann gerät es in den sogenannten Hyperfocus.

Diesen Begriff lese ich heute zum ersten mal. Gibt es da genauere Informationen darüber?

Das Kind sieht und hört dann nichts anderes mehr als das aktuelle Spiel und ist absolut konzentriert.

Das klingt so ähnlich, wie wenn ich ein Buch lese. Mein Vater hat damals, als ich ein Kind war, zu mir gesagt, man könnte neben mir eine Kanone abschießen und ich würde es nicht merken.

Übrigens gibt es auch ADS ohne Hyperaktivität, das sind dann die Träumerchen, die man noch schlechter erkennt, weil sie so brav und unauffällig sind.

Hm, sind das die, die sich zurückziehen und sich mit sich selbst beschäftigen?

Neugierigen Gruß
Monika

Hallo Monika,

Wenn ein Kind aber „gefesselt“ ist von etwas, was es sehr fasziniert, dann gerät es in den sogenannten Hyperfocus.

Diesen Begriff lese ich heute zum ersten mal. Gibt es da
genauere Informationen darüber?

Es bedeutet einfach, dass jemand eine Sache so sehr „in seinem Aufmerksamkeitsfocus“ hat, dass alles andere ausgeblendet wird.

Hier:
http://www.eigen-sinn.homepage.t-online.de/was_ist_a…
wird es auch erwähnt.

Das klingt so ähnlich, wie wenn ich ein Buch lese. Mein Vater
hat damals, als ich ein Kind war, zu mir gesagt, man könnte
neben mir eine Kanone abschießen und ich würde es nicht
merken.

Genau so. Auch Nicht-ADS’ler können in einen Hyperfocus geraten. Aber gerade bei den an sich ja zerstreuten ADS’lern ist ein solches Verhalten auf den ersten Blick nicht zu erwarten.

Übrigens gibt es auch ADS ohne Hyperaktivität, das sind dann die Träumerchen, die man noch schlechter erkennt, weil sie so brav und unauffällig sind.

Hm, sind das die, die sich zurückziehen und sich mit sich
selbst beschäftigen?

Ja, so ungefähr. Schau mal hier:
http://www.elpos.ch/hypoaktives_kind.html

Viele Grüße,
Inselchen

Hi!

Und genau das „Du kannst ja, wenn du willst!“ ist eine der
Sätze, die ein ADSler am häufigsten in seiner Kindheit zu
hören bekommt.

Mensch, wir SAGEN es IHM doch nicht!

Ein ADSler kann eben nicht. Er kann sich
konzentrieren, durchaus, aber nicht unbedingt dann, wenn er es
will.

OK - wenn er Dingen nachgeht, die ihn interessieren, WILL er
das ja. Und dann funktioniert es hervorragend. So ist es
vielleicht verständlicher.

Guido, mit dieser Interpretation ‚belügst Du Dich selber‘, bzw Du
schlussfolgerst falsch:

Das ‚Du kannst ja, wenn Du willst‘, bzw, ‚Du könntest, wenn du nur
wolltest‘ ist tatsächlich DAS ADS-Problem: Weil die Aussenstehenden
sehen, DASS er manches kann, und auch die Intelligenz besitzt, eine
Aufgabe etc korrekt zu lösen, schlussfolgern sie also ‚er kann‘.

Wenn er es dann, trotz bewiesenem Können, nicht schafft, wird
schlussgefolgert ‚er will nur nicht‘.

Ein ADSler WILL, KANN aber nicht!
Es ist nicht die Aufgabe, die Schwierigkeiten bereitet - das, was der
ADSler nicht kann, ist, sich auf die Aufgabe ZU KONZENTRIEREN.

Klar, dass er, ‚wenn er Dingen nachgeht, die ihn interessieren‘, es
schafft. Aber Du interpretierst hier falsch, indem Du sagst, dann
WILL er ja. Ja, er will, aber genauso WILL er die langweiligen
Aufgaben bewältigen, KANN sich aber darauf - weil eben langweilig -
nicht konzentrieren.

DAS ist ADS.
Und das kann ich Dir als ADSlerin definitiv bestätigen.
gruss, isabel

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Hallo Guido

Ja, tönt nach ADS wie bei unserem Grössten damals auch. Verplüffende ähnlichkeit!
ADS ist eine Stoffwcehselstörung. diesen Stoffwechsel kann man grösstenteils wiederun Ordnung bringen. Da aber drin Kind wie mein ältester organisch nicht gleich sein müssen, kann ich Dir so nicht sagen, ob Deinem kind das gleichewie meinem Kind helfen würden.
Hätte einen Fragebogen, aufgrund dessen, ich dir einige Tipps geben kann, oder zu gewissen medizinischen Untersuchungen raten kann.
Möchtest du es versuchen, dann schicke ich inhn Dir zu?

Gruss
beat

Hi!

Hätte einen Fragebogen, aufgrund dessen, ich dir einige Tipps
geben kann, oder zu gewissen medizinischen Untersuchungen
raten kann.
Möchtest du es versuchen, dann schicke ich inhn Dir zu?

Ja klar! Danke! Immer her damit :wink:

Viele Grüße
Guido