ADS oder doch nicht?

Hi!

Bei meinem Zwerg mache ich mir ein paar Sorgen.

Er ist, gerade in letzter Zeit, super unkonzentriert und super zappelig.
In der Schule kippt er schon mal mit dem Stuhl um, er hört oft nicht zu und ist nur dann bei der Sache, wenn es ihn „interesiert“.

Gestern brachte er seine erste „fünf“ (er ist zwar erst in der 2. Klasse, aber Noten werden den Kids schon mal gesagt, damit sie sich daran gewöhnen können) nach Hause, was ihn super genervt hat, da bislang immer nur von „Einsern“ gesprochen wurde.
Beim Durchsehen des Diktats (Lückentest) fiel mir auf, dass eigentlich nur ein Wort „wirklich falsch“ geschrieben war. Der Rest waren „Flüchtigkeitsfehler“ (vergessene Striche beim „ä“ und „ö“, krakelige Schrift, etc.).

Seine Lehrerin sagte uns schon beim Sprechtag, dass seine Leistungen zwar klasse sind, er allerdings völlig unorganisiert ist und oft auch störend zappelig ist.

Gestern haben wir ihn mal gefragt, warum er denn nicht einfach mal still sitzt - Antwort: Ich kann das irgendwie nicht!

Jetzt mache ich mir langsam ernsthafte Sorgen!

Allerdings kann er - wenn er will - völlig konzentriert stundenlang eher ruhig mit seinen Spielsachen spielen (momentan Ritter von Playmobil und Schleich)!
Er verkriecht sich auch nicht selten in seine Kuschelhöhle um dort für eine Std. oder so in einem Buch zu lesen. Auch kann er ewig lange völlig konzentriert seine Hörspiele verfolgen.

Wir dachten jetzt an Autogenes Training für Kinder…
Wenn da jemand am Niederrhein ein gutes Institut kennt - BITTE!

Er war immer ein recht aktives Kind, aber irgendwie fanden wir das völlig normal. Nur halt im letzten halben Jahr wird es „schlimm“…

Wer sinnvolle Hinweise hat: Bitte!

LG
Guido

Hallo,

bei uns an der Schule war kürzlich ein Informationsabend über den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder und wie oft er im täglichen Leben behindert würde.

Kinder sollten sich nicht nur viel bewegen, sondern sie müssen…das heisst sie können eigentlich nichts dagegen tun.

Schulen sollen dahingehend nun auch sensibilisiert werden…so hiess es beim Elternabend :wink:

Stillsitzen kann sogar schlecht für die Entwicklung sein, denn durch Bewegung wird auch die Wirbelsäule besser mit Blut versorgt und es gelangt auch mehr Blut ins Gehirn und damit mehr Sauerstoff.
Bewegung verhindert frühzeitig Haltungsschäden, die später Probleme nach sich ziehen.
Bewegung ist auch förderlich für die Selbsterfahrung und Ichbildung.

Siehe dazu auch:
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag/a…
http://www.kinderaerzteimnetz.de/bvkj/contentkin/sho…

Ist der Unterricht für Dein Kind viellicht nicht „fesselnd“ genug, so dass ihm andere Dinge wichtiger erscheinen, oder es an andere Dinge denkt und deshalb unkonzentriert ist?

Wenn Dein Kind sich auf eine Sache konzentrieren kann, die ihm Spaß macht und auch dabei bleiben kann, klingt das eher nicht nach ADS denn diese Kinder können selbst bei Dingen die sie gerne machen nicht bei der Sache bleiben.

Autogenes Training für Kinder mag da eine Hilfe sein zu lernen, sich auf das zu konzentrieren, was jetzt gerade gefragt ist.

Treibt er denn Sport?? Das wäre ein ganz wichter Aspekt, damit er sich in seiner Freizeit richtig austoben kann um ausgeglichen zu sein, wenn ihm die Bewegung in der Schule fehlt.

Da ich auch so einen Zappler habe, verbringe ich viel Zeit mit ihm im Schwimmbad oder Indoorspielplatz (ist bei uns eine Halle mit diversen (Hüpf-Klettermöglichkeiten). Sportvereine haben wir auch schon versucht, aber da klappt es mit er Regelmäßigkeit und dem Zwang zu bestimmten Terminen zu müssen nicht…das hat er allerdings nicht gestohlen, ich war genauso, aber vielleicht wäre das ja für Euch eine ALternative? Karate oder Aikido wären da ganz gut.

Abends werden bei uns dann die eher ruhigeren Dinge gemacht, wie Basteln, Malen, Lesenüben etc.

Gruß
Maja

Ich sach mal - rein von der Erfahrung von meinem Sohn raus - das das „normal“ ist!

Wenn ihm was interesiert dann alle super - wenn ned wird rumgezappelt!

Gruss Manuel!

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Fehlinformation !!!
Hallo Maja,

Wenn Dein Kind sich auf eine Sache konzentrieren kann, die ihm
Spaß macht und auch dabei bleiben kann, klingt das eher nicht
nach ADS denn diese Kinder können selbst bei Dingen die sie
gerne machen nicht bei der Sache bleiben.

Sorry, aber das ist völliger Quatsch *aufreg* !

Auch ADS-Kinder können sich sehr wohl konzentrieren. Das Grundproblem bei ADS ist das Aufmerksamkeitsdefizit, das bewirkt, dass die Aufmerksamkeit „springt“. Das Kind fängt ein Spiel an, sieht etwas anderes und hüpft sofort weg, weil die Aufmerksamkeit auf etwas neues gelenkt wurde.

In der Schule reicht da leider auch ein Räuspern eines Mitschülers und schwupps, ist die Konzentration weg. Dem Kind fällt es dann sehr schwer, wieder zur eigentlichen Aufgabe zurückzufinden.

Wenn ein Kind aber „gefesselt“ ist von etwas, was es sehr fasziniert, dann gerät es in den sogenannten Hyperfocus. Das Kind sieht und hört dann nichts anderes mehr als das aktuelle Spiel und ist absolut konzentriert.

Übrigens gibt es auch ADS ohne Hyperaktivität, das sind dann die Träumerchen, die man noch schlechter erkennt, weil sie so brav und unauffällig sind.

Gruß,

Inselchen (Mutter von 3 ADS’lern und selbst einer)

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Hallo Guido,

eins vorweg - auch wenn ich hier nicht sooo oft mitschreibe, so lese ich doch öfers mit und „kenne“ Dich ein bißchen. Ich scherze nicht - bei Dir dachte ich auch schon öfters „jetzt ist er im Hyperfocus“…

Was Du von Deinem Sohn schreibst, KÖNNTE auf ADS hindeuten, MUSS aber nicht. Ich finde es gut und wichtig, dass Du es mit bedenkst und rate daher zu einer seriösen Diagnostik.

Hier ist folgendes wichtig: Der Rat des Kinderarztes mag manchmal in die richtige Richtung gehen, aber oft benehmen diese Kinder sich dort so anders als daheim, dass ADS-Eltern jahrelang beschwichtigt werden mit dem üblichen, gut gemeinten „so sind Kinder eben in dem Alter“.

Unsere Kinderärztin sagt klipp und klar, dass ihr bei ADS die Sorgen der Eltern reichen für eine Überweisung, denn nur Eltern erleben das Kind „ganz“. Auch Erzieherinnen und Lehrerinnen können manchmal Hinweise geben, aber sie sind eben keine kinderpsychologischen Fachleute (was Deine Frau ja bestätigen wird).

Suche unbedingt eine(n) Psychologen, der/die sich mit ADS auskennt. Selbsthilfegruppen (z.B. http://www.ads-ev.de) geben Dir gerne Namen. Hilfreich war für uns im Vorfeld, dass wir schon ohne Diagnose, nur aufgrund des Verdachts, zu den Elterngesprächen des Vereins kommen durften und mit anderen Eltern ganz „in echt“ reden konnten.

Eine Diagnostik geht über mehrere Stunden, eine ausführliche Besprechung mit den Eltern gehört ebenso dazu wie diverse Fragebögen. Eine ADS-Diagnose heißt auch nicht zwingend, dass Ihr Medikamente geben müßt, keine Angst !

Aber ein NICHT erkanntes ADS bringt einem Menschen sehr viel Leid (ICH weiß, wovon ich reden *seufz*), so dass der Weg zur Fachkraft nicht übertrieben ist.

Alles Gute und lass mal hören,

Inselchen

Hallo Inselchen,

Wie gesagt ich glaube nicht, dass das Kind um das es geht an ADS leidet…

Du beschreibst im Prinzip nichts anderes, als das was ich geschrieben habe, Du hast es vielleicht nur anders interpretiert…
Mein Bruder hat/te selbst ADS und war hyperaktiv…letzteres ist er nicht mehr, aber den richtigen Focus zu finden gelingt ihm nach wie vor nicht… damals hiessen diese Kinder aber noch anders *g
Er konnte so lange etwas machen, bis er von irgendetwas abgelenkt wurde…Vogel am Himmel, Ameise am Boden, wei ß der Geier…deshalb meinte ich, selbst bei Dingen die sie interressieren lassen sie sich so leicht ablenken, dass etwas anderes ganz plötzlich wichtiger wird.
Einzig bei der Playstation konnte er sich konzentrieren, aber nicht so, dass man ihn nicht hätte ansprechen können…das würde ich nicht unbedingt als hyperfocus bezeichnen. Vielleicht hab ich das nur nicht gesehen? Du darfst Dich aber gerne darüber näher auslassen, denn interressant ist das Thema nach wie vor.

Ehrlich Inselchen, wenn ich mir heute die gängigen Beschreibungen der Symptome von ADS anschaue, dann war ich früher selbst einer, denn auch ich ließ mich nur allzugerne von allem ablenken, was ich gerade tat, besonders dann, wenn es etwas war, was mich nicht sonderlich interressierte…das hab ich schwarz auf weiss, denn es steht in jedem Zeugnis :wink:

Auch meinem Sohn stand im Kiga eine zeitlang der Stempel ADS/hyperaktiv auf der Stirn, und ich bin zu Hinz und Kunz gerannt…weil ich ja meinen Bruder sehe, und bin froh dass er es nicht ist, sondern einfach nur sehr lebhaft.

Gruß
Maja

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Hi!

Danke für Deine Meldung!

Kinder sollten sich nicht nur viel bewegen, sondern sie
müssen…das heisst sie können eigentlich nichts
dagegen tun.

Naja - irgendwo klar! Nur ist das bei meinem Zwerg eher heftig mehr als bei den meisten anderen…

Schulen sollen dahingehend nun auch sensibilisiert werden…so
hiess es beim Elternabend :wink:

An „unserer“ Schule läuft das Projekt „Klasse 2000“ http://www.klasse2000.de/, was sich zwar in erster Linie mit Suchtprävention und Ernährung befasst, aber duch die schulfremden Fachkräfte gibt es da durchaus eine erhöhte Sensibilität, was das Thema Bewegung und Sport betrifft!
Der Unterricht läuft oft auch eher „offen“. Soll heißen: Die Kinder helfen sich gegenseitig und gehen dabei nicht selten durch den Klassenraum.

Ist der Unterricht für Dein Kind viellicht nicht „fesselnd“
genug, so dass ihm andere Dinge wichtiger erscheinen, oder es
an andere Dinge denkt und deshalb unkonzentriert ist?

Definitiv: Ja!
Mathe ist klasse - da ist er einer der „Hilfsschüler“ (wie gesasgt, sie helfen sich gegenseitig)
Sachkunde ist auch kein Thema!
Deutsch macht er zwar, findet es aber nicht selten langweilig.
Kunst findet er ätzend (wenn gebastelt wird). Das hat seine Lehrerin auch schon vermuten lassen, er hätte feinmotorische Probleme - was beim Basteln im Sachunterricht dann aber völlig anders aussieht!
Das Eine findet er doof, das Andere mag er!

Wenn Dein Kind sich auf eine Sache konzentrieren kann, die ihm
Spaß macht und auch dabei bleiben kann, klingt das eher nicht
nach ADS denn diese Kinder können selbst bei Dingen die sie
gerne machen nicht bei der Sache bleiben.

Das ist auch das, was mich „beruhigt“!
Meine Frau ist Erzieherin und sagt auch: Das ist kein ADS - er kann ja, wenn er denn will!
Aber sie ist seine Mutter, und ich wollte neutrale Antworten :wink:

Autogenes Training für Kinder mag da eine Hilfe sein zu
lernen, sich auf das zu konzentrieren, was jetzt gerade
gefragt ist.

Das sagt sein Kinderarzt (auch Kinder- und Jugendpsychologe) auch.

Treibt er denn Sport?? Das wäre ein ganz wichter Aspekt, damit
er sich in seiner Freizeit richtig austoben kann um
ausgeglichen zu sein, wenn ihm die Bewegung in der Schule
fehlt.

Ein mal in der Woche Schwimmen im Verein, zwei Mal in der Woche Judo. Mehr verplanen wollen wir ihn nicht, da er auch noch mit seinen Freunden draußen spielen kann…

Karate oder Aikido wären da ganz gut.

Nachdem ich sehe, wie in seinem Verein Judo geübt wird, denke ich auch, dass ich ihn zu etwas anderem hätte überzeugen sollen! Da steht so unglaublich der Sport im Vordergrund, dass der „meditative“ Teil völlig vergessen wird.
Dass kenne ich aus meinen Karate- und Chuangfa-Zeiten nicht. Auch mein kurzes Aikido-Gastspiel war von ruhigen Medidationsphasen begleitet.
Aber er findet es toll - und er soll (sportlich) nur das machen, was er will!

Abends werden bei uns dann die eher ruhigeren Dinge gemacht,
wie Basteln, Malen, Lesenüben etc.

Ganz ehrlich: Wenn er nach dem Training nach Hause kommt, geht er schon fast ins Bett! Hat er kein Training, spielt er mit seinen Freunden. Wenn er dann nach Hause kommt, geht er auch schon fast ins Bett!

Ansonsten teilt er sich seine freie Zeit schon ziemlich klasse selbst ein - wenn nicht gerade ein kuschelwütiges Elternteil stört :smile:
Er liest und malt, er spielt oft ruhig (aber auch laut)…

Nicht, dass das falsch rüber kommt: Wir spielen auch nicht wenig MIT ihm!

LG
Guido

Hallo Guido

Gestern brachte er seine erste „fünf“ (er ist zwar erst in der
2. Klasse, aber Noten werden den Kids schon mal gesagt, damit
sie sich daran gewöhnen können) nach Hause, was ihn super
genervt hat, da bislang immer nur von „Einsern“ gesprochen
wurde.
Beim Durchsehen des Diktats (Lückentest) fiel mir auf, dass
eigentlich nur ein Wort „wirklich falsch“ geschrieben war. Der
Rest waren „Flüchtigkeitsfehler“ (vergessene Striche beim „ä“
und „ö“, krakelige Schrift, etc.).

So etwas ähnliches hat man oft bei Kindern, die stark unterfordert sind.

Wenn das Kind bei leichten Sachen (z. B. Abschreiben) Fehler macht und bei schwierigen Sachen (weiß ich jetzt nicht in diesem Falle) keine oder wenig Fehler macht, dann sollte man dringend schauen, ob das Kind nicht besser eine Klasse überspringt.

Besonders die 2. Klasse ist für viele Kinder sehr langweilig, die dann m. M. n. ohne Schaden ausgelassen werden kann, auch wenn das Kind nicht im engeren Sinne hochbegabt sein sollte, wenn man anschließend eine Zeit lang dem Kind ein kleines bisschen beim Lernen hilft.

Am besten wäre es (falls dies Überspringen in Erwägung gezogen wird), wenn man noch ein paar andere Schüler ebenfalls zum Überspringen animieren könnte. Das Klassenspringen wird nämlich manchmal nicht viel anders erlebt als Sitzenbleiben, jedenfall von so jungen Schülern. Unter Umständen ist es sogar noch schlimmer, weil die neuen Klassenkameraden dann ja schon so groß sind, und möglicherweise gibt es auch Mobbing (ausgehend von neidischen Eltern oder auch Lehrern).

Oft machen in Grundschulen da allerdings die Lehrer nicht mit, wodurch die ganze Sache sehr erschwert wird.

Ansonsten kann man auch dem Kind deutlich machen, dass es sein Diktat vor dem Abgeben nochmal durchschauen soll und speziell nach diesen Ö- und Ä-Strichen gucken soll. So ganz allgemein durchschauen können Kinder n.m.M. nicht. Sie müssen eine bestimmte Aufgabe dabei haben, wonach sie suchen sollen.

Vielleicht ist es sogar zuviel, nach Ö- und Ä-Strichen zu suchen, und man muss sich zunächst damit begnügen, nur nach Ö-Strichen suchen zu lassen. Das kann ich natürlich nicht wissen.

Wichtig ist dabei natürlich, dass den Kindern vom Lehrer die Zeit gegeben wird zum Durchschauen.

Viele Grüße
Thea

Hallo Guido,

Naja - irgendwo klar! Nur ist das bei meinem Zwerg eher heftig
mehr als bei den meisten anderen…

Das ist bei meinem Kleinen ähnlich…

An „unserer“ Schule läuft das Projekt „Klasse 2000“
http://www.klasse2000.de/, was sich zwar in erster Linie mit
Suchtprävention und Ernährung befasst, aber duch die
schulfremden Fachkräfte gibt es da durchaus eine erhöhte
Sensibilität, was das Thema Bewegung und Sport betrifft!
Der Unterricht läuft oft auch eher „offen“. Soll heißen: Die
Kinder helfen sich gegenseitig und gehen dabei nicht selten
durch den Klassenraum.

Das klingt wirklich klasse, den Link schaue ich mir mal näher an.

Ist der Unterricht für Dein Kind viellicht nicht „fesselnd“
genug, so dass ihm andere Dinge wichtiger erscheinen, oder es
an andere Dinge denkt und deshalb unkonzentriert ist?

Definitiv: Ja!
Mathe ist klasse - da ist er einer der „Hilfsschüler“ (wie
gesasgt, sie helfen sich gegenseitig)
Sachkunde ist auch kein Thema!
Deutsch macht er zwar, findet es aber nicht selten langweilig.
Kunst findet er ätzend (wenn gebastelt wird). Das hat seine
Lehrerin auch schon vermuten lassen, er hätte feinmotorische
Probleme - was beim Basteln im Sachunterricht dann aber völlig
anders aussieht!
Das Eine findet er doof, das Andere mag er!

Soll ich Dir was sagen? Hier erkenne ich sowohl meinen Sohn, als auch mich selbst wieder :wink:

Das ist auch das, was mich „beruhigt“!
Meine Frau ist Erzieherin und sagt auch: Das ist kein ADS - er
kann ja, wenn er denn will!

Es interressiert ihn nur nicht und dann gehts auch nicht, gell?
Es wäre nur interressant zu wissen, wie er sich in dieser Zeit in der etwas uninterressantes behndelt wird fühlt…Gezappel wegen der Ungeduld bis diese Stunde rum ist…Ablenkung aus Langeweile etc…weißt Du was ich meine?
Frag ihn doch mal ganz unverfangen wenn er lacht, wie er sich fühlt…ob er in sich hineinhorchen kann…oder wie es ihm geht, wenn er traurig ist…vielleicht kann er ja irgendwann, das Gefühl einschätzen, wenn es ihm in der Schule so „zappelig“ zumute ist…ich glaube zwar nicht, dass er das vom Alter her auf die Reihe bekommt, aber wer weiss? Ist ne spinnerte Idee aber vielleicht gehts ja doch und fragen kostet ja nichts :wink:

Aber sie ist seine Mutter, und ich wollte neutrale Antworten

Ja, verstehe ich.

der „meditative“ Teil völlig vergessen wird.
Dass kenne ich aus meinen Karate- und Chuangfa-Zeiten nicht.
Auch mein kurzes Aikido-Gastspiel war von ruhigen
Medidationsphasen begleitet.
Aber er findet es toll - und er soll (sportlich) nur das
machen, was er will!

Ist absolut ok…man kann ihn ja nicht zu einer Sportart zwingen, nur weil die „sinnvoller“ erscheint :wink:

Ganz ehrlich: Wenn er nach dem Training nach Hause kommt, geht
er schon fast ins Bett! Hat er kein Training, spielt er mit
seinen Freunden. Wenn er dann nach Hause kommt, geht er auch
schon fast ins Bett!

Äh…geht er denn so früh ins Bett oder ist sein Training so spät?

Ansonsten teilt er sich seine freie Zeit schon ziemlich klasse
selbst ein - wenn nicht gerade ein kuschelwütiges Elternteil
stört :smile:
Er liest und malt, er spielt oft ruhig (aber auch laut)…

Bei aller Planerei…wann hat der Kleine denn mal Zeit seine Seele baumeln zu lassen und einfach nichts zu tun?
Vielleicht ist das Maß Termine zu planen für ihn schon übervoll?
Ständig unter Strom stehen fällt mir dazu ein…

Nicht, dass das falsch rüber kommt: Wir spielen auch nicht
wenig MIT ihm!

Neinein, keine Bange ich denke ich habs schon richtig verstanden.

Gruß
Maja

Hallo,

ohne jetzt auf jeden Punkt einzeln eingehen zu wollen, gehe ich wie Thea eher davon aus, daß hier ein Fall von Unterforderung vorliegt (um nicht gleich das Wort Hochbegabung zu verwenden).

Wen man wegen einer genaueren „Diagnose“ ansprechen kann, weiß ich auch nicht, aber ein Kinderarzt wird dazu sicherlich was sagen können.

Gruß,
Christian

Hi!

eins vorweg - auch wenn ich hier nicht sooo oft mitschreibe,
so lese ich doch öfers mit und „kenne“ Dich ein bißchen. Ich
scherze nicht - bei Dir dachte ich auch schon öfters „jetzt
ist er im Hyperfocus“…

*g* Im Hyperfocus befinde ich mich in der Regel nur, wenn ich mir (momentan aktuell) zu Hause am Rechner ein wildes Verfolgungsduell mit der Polizei liefer (Need For Speed Most Wanted) - mir dann eine Reaktion zu entlocken, bedarf es einiges!

Was Du von Deinem Sohn schreibst, KÖNNTE auf ADS hindeuten,
MUSS aber nicht. Ich finde es gut und wichtig, dass Du es mit
bedenkst und rate daher zu einer seriösen Diagnostik.

Wir HABEN schon seinen Kinderarzt (der ihn recht gut kennt - mein Sohn bricht gerade den Rekord im „möglichst viele Scharlacherkrankungen in möglichst kurzer Zeit bekommen“) angesprochen, eben auch, weil er nicht nur Kinderarzt, sondern auch Kinder- und Jugendpsychologe ist.

Auch er fand die Idee mit dem autogenen Training gut.

Hier ist folgendes wichtig: Der Rat des Kinderarztes mag
manchmal in die richtige Richtung gehen, aber oft benehmen
diese Kinder sich dort so anders als daheim,

Trifft bei unserem eindeutig nicht (mehr) zu! Dafür war er in dem letzten Jahr zu oft dort. Er fühlt sich „fast wie zu Hause“.

Unsere Kinderärztin sagt klipp und klar, dass ihr bei ADS die
Sorgen der Eltern reichen für eine Überweisung, denn nur
Eltern erleben das Kind „ganz“.

Ich will es mal so formulieren:
Unser Kinderarzt meg keine "Mode"erkrankungen.
Aus dem Bekanntenkreis weiß ich, dass er ADS sehr ernst nimmt!
Allerdings hat er ein massives Problem,damit, dass in letzter Zeit verstärkt „alle“ Kinder ADSler oder hochbegabt sind, bei denen es verstärkt „Probleme“ (die auch durchaus bei den Eltern liegen können) gibt.

Auch Erzieherinnen und
Lehrerinnen können manchmal Hinweise geben, aber sie sind eben
keine kinderpsychologischen Fachleute (was Deine Frau ja
bestätigen wird).

Was ich so ein wenig komisch finde: Er ist erst seit knapp 10 Monaten so! Im Kindergarten kam das Thema nie vor und auch in der ersten Hälfte der ersten Klasse war er „nur lebhaft“.

Suche unbedingt eine(n) Psychologen, der/die sich mit ADS
auskennt. Selbsthilfegruppen (z.B. http://www.ads-ev.de) geben
Dir gerne Namen. Hilfreich war für uns im Vorfeld, dass wir
schon ohne Diagnose, nur aufgrund des Verdachts, zu den
Elterngesprächen des Vereins kommen durften und mit anderen
Eltern ganz „in echt“ reden konnten.

Danke für DIESEN Hinweis!
Ich werd mal schauen, wo hier in der Gegend so etwas existiert.

Eine Diagnostik geht über mehrere Stunden, eine ausführliche
Besprechung mit den Eltern gehört ebenso dazu wie diverse
Fragebögen. Eine ADS-Diagnose heißt auch nicht zwingend, dass
Ihr Medikamente geben müßt, keine Angst !

Ne, schon klar! Wir haben hier in der Nähe eine spezialisierte Klinik, wo meine Frau schon mal (ehemalige) Kinder ihrer Gruppe besucht…
Die sind eher zurückhaltend mit medikamentöser Behandlung.

Alles Gute und lass mal hören,

Danke!

LG
Guido

Nicht JEDEN Tag!
Hi!

Es interressiert ihn nur nicht und dann gehts auch nicht,
gell?

Genau!

Es wäre nur interressant zu wissen, wie er sich in dieser Zeit
in der etwas uninterressantes behndelt wird fühlt…

Genervt!
Wer braucht den Scheiß? (Nicht seine Worte - meine Übersetzung)

Gezappel
wegen der Ungeduld bis diese Stunde rum ist…Ablenkung aus
Langeweile etc…weißt Du was ich meine?

Langeweile nicht unbedingt! Er beschäftigt sich ja anders!
Beispiel:
Deutsch (oder Sprache, wie es ja in der Grundschule genannt wird) war hochinteressant, als Lesen und Schreiben gelernt wurde. Auch die Schreibschrift war supertoll!
Jetzt kennt er alle Buschstaben, kann (was nicht heißt, dass er es immer macht) alles (natürlich nur das, was bisher dran kam) schreiben und lesen…
…wer braucht das noch?

Frag ihn doch mal ganz unverfangen wenn er lacht, wie er sich
fühlt…ob er in sich hineinhorchen kann…oder wie es ihm
geht, wenn er traurig ist…vielleicht kann er ja irgendwann,
das Gefühl einschätzen, wenn es ihm in der Schule so
„zappelig“ zumute ist…ich glaube zwar nicht, dass er das vom
Alter her auf die Reihe bekommt, aber wer weiss? Ist ne
spinnerte Idee aber vielleicht gehts ja doch und fragen kostet
ja nichts :wink:

Wer sagt, das er NICHT IM UNTERRICHT LACHT, wenn er zappelig ist?
Das ist das Problem! Erst nach der Ermahnung ist er zappelig UND down.

Äh…geht er denn so früh ins Bett oder ist sein Training so
spät?

Er ist erst gegen halb sieben zu Hause. Dann wird gegessen und sich gewaschen - um halb acht geht er ins Bett.

Bei aller Planerei…wann hat der Kleine denn mal Zeit seine
Seele baumeln zu lassen und einfach nichts zu tun?

Die Zeit hat er!
Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass er wahrlich nicht zu wenig Bewegung hat!
Wenn er seine Seele baumeln lassen will, dann sagt er seinen Freunden eben, dass er nicht raus kommt - ab und zu lassen wir das Training auch mal ausfallen…

LG
Guido

Hi!

So etwas ähnliches hat man oft bei Kindern, die stark
unterfordert sind.

Es war das erste Mal!

Wenn das Kind bei leichten Sachen (z. B. Abschreiben) Fehler
macht und bei schwierigen Sachen (weiß ich jetzt nicht in
diesem Falle) keine oder wenig Fehler macht, dann sollte man
dringend schauen, ob das Kind nicht besser eine Klasse
überspringt.

Sorry, aber das kommt aus einem einzigen Grund nihct in Frage: Er würde dann alle Freunde nicht mehr in der gleichen Klasse haben - das ist super wichtig für ihn!

Oft machen in Grundschulen da allerdings die Lehrer nicht mit,
wodurch die ganze Sache sehr erschwert wird.

Das wäre nicht das Problem…

Wichtig ist dabei natürlich, dass den Kindern vom Lehrer die
Zeit gegeben wird zum Durchschauen.

Die Zeit ist sicherlich vorhanden. Auch das Durchschauen an sich sollte nicht das große Problem sein.
Aber dazu müsste er sich darauf konzentrieren…

LG
Guido

2 „Gefällt mir“

Hi!

ohne jetzt auf jeden Punkt einzeln eingehen zu wollen, gehe
ich wie Thea eher davon aus, daß hier ein Fall von
Unterforderung vorliegt (um nicht gleich das Wort Hochbegabung
zu verwenden).

Ich sträube mich da ein wenig! In Mathe ist er gefordert, es macht ihm dauernd Spaß, weil dauernd was Neues dazu kommt. Dass das so ist, merken auch Kinder.

In Deutsch kommt mit der Grammatik natürlich auch dauernd was Neues, aber das ist eher „versteckt“.

Eine Unterforderung (danke, dass da nicht direkt wieder Hochbegabung genannt wurde!) würde ich sehen, wenn ihn alles langweilen würde, weil er alles kann.
Das sehe ich aber nicht wirklich (oder nur in den Fächern, die ihm richtig Spaß machen).

Wen man wegen einer genaueren „Diagnose“ ansprechen kann, weiß
ich auch nicht, aber ein Kinderarzt wird dazu sicherlich was
sagen können.

Wie gesgt: „Versucht, das erst mal mit autogenem Training in den Griff zu bekommen!“

Ich will hier nicht überstürzen und auch auf meinen Kinderarzt (also den meines Sohns natürlich *g*) hören, aber ich will mich halt ein wenig informieren!

Danke für Deinen Beitrag!

LG
Guido

Hallo Guido,

Wenn Dein Kind sich auf eine Sache konzentrieren kann, die ihm
Spaß macht und auch dabei bleiben kann, klingt das eher nicht
nach ADS denn diese Kinder können selbst bei Dingen die sie
gerne machen nicht bei der Sache bleiben.

Das ist auch das, was mich „beruhigt“!
Meine Frau ist Erzieherin und sagt auch: Das ist kein ADS - er
kann ja, wenn er denn will!

Und genau das „Du kannst ja, wenn du willst!“ ist eine der Sätze, die ein ADSler am häufigsten in seiner Kindheit zu hören bekommt. Ein ADSler kann eben nicht. Er kann sich konzentrieren, durchaus, aber nicht unbedingt dann, wenn er es will.

Das soll nicht heißen, dass dein Sohn ADSler ist, das kann ich auch gar nicht beurteilen, aber die Tatsache, dass er sich bei Dingen, die ihn sehr interessieren kann ist kein Hinweis darauf, dass er kein ADS hat sondern eher ein Hinweis dafür.

ADSler können sich bei gewissen Dingen sogar besser konzentrieren als Nicht-ADSler. So gut, dass sie alles um sich herum vergessen …

Viele Grüße

gipsy

1 „Gefällt mir“

Hi!

Und genau das „Du kannst ja, wenn du willst!“ ist eine der
Sätze, die ein ADSler am häufigsten in seiner Kindheit zu
hören bekommt.

Mensch, wir SAGEN es IHM doch nicht!

Ein ADSler kann eben nicht. Er kann sich
konzentrieren, durchaus, aber nicht unbedingt dann, wenn er es
will.

OK - wenn er Dingen nachgeht, die ihn interessieren, WILL er das ja. Und dann funktioniert es hervorragend. So ist es vielleicht verständlicher.

Das soll nicht heißen, dass dein Sohn ADSler ist, das kann ich
auch gar nicht beurteilen, aber die Tatsache, dass er sich bei
Dingen, die ihn sehr interessieren kann ist kein Hinweis
darauf, dass er kein ADS hat sondern eher ein Hinweis dafür.

Auch, wenn er das dann völlig steuern kann?

ADSler können sich bei gewissen Dingen sogar besser
konzentrieren als Nicht-ADSler. So gut, dass sie alles um sich
herum vergessen …

So heftig ist es nicht! Er ist bei der Sache. Wenn man ihn dann anspricht, reagiert er - wenn auch oft nur mit einem „Momeeent!“

Sei bitte nicht böse, wenn ich zweifel! Aber ich frage hier bewusst, um Zweifel ein wenig auszuräumen oder auch zu bestätigen!
Deshalb frage ich auch bei Details nach.

Nach den Informationen, die ich im Netz gefunden habe, kommt für mich immer nur ein klares JEIN zu Stande.
Und das bei fast allen Fragen, die ich mir stelle :frowning:

Danke für Deine Antwort!

LG
Guido

Danke
Hi!

Wenn ihm was interesiert dann alle super - wenn ned wird
rumgezappelt!

Naja - zwischen Herumzappeln und Nichts mitbekommen sehe ich da einen gewissen Unterschied!

Danke aber für Deine Antwort!

LG
Guido

Hallo Maja,

Wie gesagt ich glaube nicht, dass das Kind um das es geht an
ADS leidet…

Sorry, aber das hilft Guido gar nicht. Nicht einmal ein Kinderpsychologe könnte per Ferndiagnose Stellung nehmen.

Du beschreibst im Prinzip nichts anderes, als das was ich
geschrieben habe, Du hast es vielleicht nur anders
interpretiert…

Wieso ? Ich zitiere Dich:
„Wenn Dein Kind sich auf eine Sache konzentrieren kann, die ihm Spaß macht und auch dabei bleiben kann, klingt das eher nicht nach ADS denn diese Kinder können selbst bei Dingen die sie gerne machen nicht bei der Sache bleiben.“

Und dem widerspreche ich - sie KÖNNEN bei der Sache bleiben.

Gerade diese Deine (falsche, aber weit verbreitete) Meinung führt nämlich dazu, dass eine seriöse Diagnostik nicht oder zu spät stattfindet. Ich spreche aus Erfahrung, auch ich habe den ersten ADS-Verdacht damals weit von mir gewiesen mit Hinweis auf die durchaus vorhandene Konzentrationsfähigkeit bei fesselnden Themen.

Mangels Diagnostik wird dann die Leidenszeit der Kinder unnötig verlängert.

Mein Bruder hat/te selbst ADS und war hyperaktiv…letzteres
ist er nicht mehr, aber den richtigen Focus zu finden gelingt
ihm nach wie vor nicht… damals hiessen diese Kinder aber
noch anders *g
Er konnte so lange etwas machen, bis er von irgendetwas
abgelenkt wurde…Vogel am Himmel, Ameise am Boden, wei ß der
Geier…deshalb meinte ich, selbst bei Dingen die sie
interressieren lassen sie sich so leicht ablenken, dass etwas
anderes ganz plötzlich wichtiger wird.
Einzig bei der Playstation konnte er sich konzentrieren, aber
nicht so, dass man ihn nicht hätte ansprechen können…das
würde ich nicht unbedingt als hyperfocus bezeichnen.

Nicht jede Konzentration muss in den totalen Hyperfocus führen *g*.

Vielleicht hab ich das nur nicht gesehen? Du darfst Dich aber
gerne darüber näher auslassen, denn interressant ist das Thema
nach wie vor.

Na ja, zu diesem speziellen Unterpunkt gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen :wink:

Ehrlich Inselchen, wenn ich mir heute die gängigen
Beschreibungen der Symptome von ADS anschaue, dann war ich
früher selbst einer, denn auch ich ließ mich nur allzugerne
von allem ablenken, was ich gerade tat, besonders dann, wenn
es etwas war, was mich nicht sonderlich interressierte…das
hab ich schwarz auf weiss, denn es steht in jedem Zeugnis :wink:

ADS ist in einem hohen Grad vererblich. Wenn Dein Bruder diagnostiziert ist, liegt der Vedacht nahe, dass Du auch so bist *g*.

Auch meinem Sohn stand im Kiga eine zeitlang der Stempel
ADS/hyperaktiv auf der Stirn, und ich bin zu Hinz und Kunz
gerannt…weil ich ja meinen Bruder sehe, und bin froh dass er
es nicht ist, sondern einfach nur sehr lebhaft.

Hier ist der Ansatz falsch. ADS ist kein Stempel und keine Modekrankheit, das gab es schon immer. Die scheinbare Zunahme beruht auf der Tatsache, dass diese Kinder aufgrund des ungünstigeren Lebensumfeld früher auffallen und spätestens in der Schule ganz schnell „nach unten“ in die Förderschule durchgereicht werden. Früher hat man sie mitgezogen, ihre Chancen waren daher besser, und sie konnten auch außerhalb der Schule den Druck leichter abreagieren.

Gruß zurück,

Inselchen (kein Pferd *g*, und schon gar nicht braun)

2 „Gefällt mir“

Hallo Guido,

Sorry, aber das kommt aus einem einzigen Grund nihct in Frage:
Er würde dann alle Freunde nicht mehr in der gleichen Klasse
haben - das ist super wichtig für ihn!

ja, das mag im Augenblick so sein. Spätestens in zwei Jahren wird er mit dem Übergang in eine andere Schule sowieso 90% seiner Freunde verlieren, auch wenn sich da am Ende der Grundschule im Zweifel was anderes geschworen wird. Das gleiche wird sich im Leben immer und immer wiederholen. Niemand findet so schnell Anschluß wie ein Kind.

Wenn jedoch das Überspringen die richtige Lösung gewesen wäre, riskiert man evtl. eine eher schlechte schulische und oersönliche Entwicklung, was einen Menschen im Gegensatz zu ein paar verlorenen Freunden lebenslang belasten kann.

Ich würde an Deiner Stelle alle Varianten prüfen und nichts von vornherein ausschließen.

Gruß,
Christian

1 „Gefällt mir“

Hallo Guido!

Bei meinem Zwerg mache ich mir ein paar Sorgen.
Er ist, gerade in letzter Zeit, super unkonzentriert und super
zappelig.
In der Schule kippt er schon mal mit dem Stuhl um, er hört oft
nicht zu und ist nur dann bei der Sache, wenn es ihn
„interesiert“.

Nur zum besseren Verständnis: war Dein Sohn immer ein unauffälliges Kind, íst im Kindergarten nie durch impulsive Aktionen oder Träumerei aufgefallen?

Gestern brachte er seine erste „fünf“ (er ist zwar erst in der
2. Klasse, aber Noten werden den Kids schon mal gesagt, damit
sie sich daran gewöhnen können) nach Hause, was ihn super
genervt hat, da bislang immer nur von „Einsern“ gesprochen
wurde.
Beim Durchsehen des Diktats (Lückentest) fiel mir auf, dass
eigentlich nur ein Wort „wirklich falsch“ geschrieben war. Der
Rest waren „Flüchtigkeitsfehler“ (vergessene Striche beim „ä“
und „ö“, krakelige Schrift, etc.).

Zweite Frage: wie ist seine Motorik sonst? Insbesondere die Feinmotorik? Feine Linien (aus)malen, exaktes Schneiden mit der Schere.
Ist beim Augenarzt geprüft worden, ob er möglicherweise einen Sehfehler hat?

Seine Lehrerin sagte uns schon beim Sprechtag, dass seine
Leistungen zwar klasse sind, er allerdings völlig
unorganisiert ist und oft auch störend zappelig ist.

Dem sollte man unbedingt Gewicht beimessen, denn Lehrer erleben unsere Kinder in einer gänzlich anderen Situation als wir zuhause.
Es sind noch zwischen 20 und 30 Kinder zusätzlich zum eigenen Kind in der Klasse, der Geräuschpegel ist sehr hoch, und obendrein wird noch eine Leistung verlangt.
Für manche Kinder strömen dann soviel Dinge über alle Sinne herein, dass sie sozusagen dicht machen…unaufmerksam werden…zappeln…stören.

Gestern haben wir ihn mal gefragt, warum er denn nicht einfach
mal still sitzt - Antwort: Ich kann das irgendwie nicht!
Jetzt mache ich mir langsam ernsthafte Sorgen!

Allerdings kann er - wenn er will - völlig konzentriert
stundenlang eher ruhig mit seinen Spielsachen spielen
(momentan Ritter von Playmobil und Schleich)!
Er verkriecht sich auch nicht selten in seine Kuschelhöhle um
dort für eine Std. oder so in einem Buch zu lesen. Auch kann
er ewig lange völlig konzentriert seine Hörspiele verfolgen.

wie ich oben sagte, es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen zuhause und Schule. Freies Gestalten nach eigenen Wünschen oder aufgezwungenes Schreiben/Rechnen etc.sind einfach nicht miteinander vergleichbar.

Wir dachten jetzt an Autogenes Training für Kinder…
Wenn da jemand am Niederrhein ein gutes Institut kennt -
BITTE!

Bitte wundere Dich nicht, wenn Dein Sohn von dieser Idee nur mäßig begeistert ist. (Meine Erfahrung dahingehend bei unserem Sohn waren für mich sehr ernüchternd)

Er war immer ein recht aktives Kind, aber irgendwie fanden wir
das völlig normal. Nur halt im letzten halben Jahr wird es
„schlimm“…
Wer sinnvolle Hinweise hat: Bitte!

Meine Idee geht - ebenso wie der Tipp von Inselchen - dahin, dass man abklären sollte, ob möglicherweise ADS die Ursache für sein Verhalten ist.

Häufig fällt das erst in der Schule *gravierend* auf, weil zuvor noch so viel Freiraum im Leben war, dass die Kinder es gut kompensieren können.

Dass der Kinderarzt ein offenes Ohr für ADS hat ist gut, aber ich wehre mich gegen den Begriff „Mode-Diagnose“.
Nur weil der Informationsfluss besser geworden ist, mehr Menschen Kenntnis davon haben und sich damit auseinandersetzen, darf man m.E. nicht behaupten, dass es eine Mode sei.

Zudem gibt es sehr umfangreiche Tests (zugegeben, ein Ausschluss-Verfahren) die Aufschluss darüber geben, ob ADS in Frage kommt oder nicht.

Aus den vielen leidvollen Erfahrungen betroffener Familien mit Schulkindern in höheren Klassen möchte ich Euch raten, diesen Aspekt einfach abklären zu lassen.

Findet man dann eine andere Ursache, um so besser.
Wichtig ist nur, dass man dem Kind hilft, bevor es seinen Stempel weg hat.
Dieses „einmal Chaot - immer Chaot“ werden die Kinder meistens nicht wieder los, und sie werden auch zum Sündenbock gemacht.
Leider von Mitschülern ebenso oft wie von Lehrern.

Ein paar Tipps noch am Rande, die allen Schulkindern helfen können, und die wir erfolgreich erprobt haben:

Stundenplan farbig markieren.
Jedes Fach bekommt eine andere Farbe. (Deutsch rot, Mathe grün etc.)
Alle Bücher und Hefte eines Faches werden in derselben Farbe mit Umschlägen versehen.

Den Stundenplan so in die Küche hängen, dass man ihn gut im Blick hat.
Bei den Schularbeiten für einen freien Tisch sorgen, auf dem nur die Arbeitsmaterialien liegen.

Das Kind darf zuvor wählen, womit es anfangen möchte.
Es hat sich bewährt, mit einer leichten Aufgabe zu beginnen, damit es Erfolgserlebnisse gibt.
Evtl. einen Kurzzeitwecker stellen und regelmäßige, kurze Pausen während der Hausaufgaben machen. (Pieseln, Trampolin, Purzelbaum, Trinken, Toben)

Alle Hausaufgaben erledigen.
Dann kontrollieren, ggf. verbessern und - wichtig - das Kind loben, loben, loben.

Mit Blick auf den Stundenplan für den nächsten Tag die Schultasche packen. („Morgen hast Du was? Aha, rot, blau und grün, also pack die Sachen zusammen und in den Tornister“)
Federmäppchen mit dem Kind kontrollieren, Stifte anspitzen etc.

Alles Gute!
Angelika

P.S. FAQ 1236 gibt viele Infos zu ADS