Hallo, Nathalie!
Ich möchte die Antwort von chatairliner etwas präzisieren. Das grammatische Problem, das Du thematisierst, ist nicht ganz einfach zu lösen. Die Antwort aber vorweg: Wie chatairliner richtig schreibt, ist der Satzteil vor dem finiten Verb „war“ Subjekt; daraus folgt ganz logisch - und im Gegensatz zu Deiner Vermutung -, dass „auf weitere Genüsse“ Satzgliedteil, also Attribut ist. Dieses Attribut wiederum hat aber nicht den Charakter eines Adverbiales, sondern ist eine Präpositionalphrase.
„Meine Neugier auf weitere Genüsse war jetzt schon ziemlich
gedämpft…“
Also "auf weitere Genüsse ist doch eine Adverialbestimmung,
sie sind doch nicht Teile von anderen Satzgliedern, also
müsste der umgestellte satz lauten: Auf weitere Genüsse war
meine Neugier jetzt schon ziemlich gedämpft.
In der Tat kann man also auch das Attribut „auf weitere Genüsse“ vor das finite Verb im Aussagesatz stellen, woraus - wie Du vermutlich gelernt hast und daher auch annimmst - folgen könnte, dass es in Deinem Satz allein schon ein Satzglied ist. Allerdings musst Du wissen, dass die Umstellbarkeit im Satz für die Bestimmung einer Phrase als Satzglied eine notwendige, nicht immer aber eine hinreichende Bedingung darstellt. In unserem Fall genügt bereits die Regel, dass das, was im Aussagesatz vor dem finiten Verb steht bzw. stehen kann, immer nur als ein einziges Satzglied betrachtet wird.
Da aber das Nomen „Neugier“ seinerseits regelhaft Ergänzungen mit der Präposition „auf“ nach sich zieht, haben diese einen hohen Grad an Selbständigkeit und können im Gesamtsatz auch alleine vor dem Prädikat stehen. Dennoch können sie nicht ohne das nominale Element im Satz vorkommen, von dem sie abhängig sind:
* Auf weitere Genüsse war jetzt schon ziemlich gedämpft.
Aus der Tatsache, dass „Hoffnung“ stets die Präposition „auf“ verlangt (vielleicht noch das neutrale „wegen“?) und auch nur durch das Adverb „darauf“, das also die Präposition enthält, ersetzt werden kann, folgt wiederum, wie oben schon gesagt, dass diese Abhängigkeit nicht adverbialer Natur ist, sondern präpositional.
Analog wäre das echte Präpositionalobjekt im folgenden Satz zu verstehen:
„Ich hoffe auf Hilfe.“
Wie gesagt: nicht ganz einfach, das Ganze, vor allem für eine 14jährige Gymnasiastin. In Linguistikkursen an der Uni macht man zunächst auch nichts anderes.
Ich hoffe, ich konnte Dir helfen. Bitte ggf, noch mal nachfragen!
Gruß, Wolfgang