Das habe ich mich auch immer wieder mal gefragt.
Ursprünglich steckt wohl dahinter, dass Agenturen ihrer Natur nach wiederkehrende Abnehmer sind und Großabnehmer bzw. Dauerkunden generell im Geschäftsleben gern durch Rabatte gebunden werden. Das hast du z.B. auch bei Handwerkern, die ihr Material beim Hersteller beziehen - hier ist das nur nicht so allgemein bekannt.
Dem gegenüber stehen die Endkunden, die natürlich Zugang zu den Preislisten haben und sich sowohl bei ihrem Handwerker als auch bei der Agentur beschweren würden, wenn sie als Direktkunden einen niedrigeren Preis bezahlen würden - denn üblicherweise wird auf „Material“ noch etwas aufgeschlagen, damit man auch auf eine vertretbare Gewinnspanne kommt.
Aber das weicht sich gerade ziemlich auf, da viele Verlage mittlerweile zwei Listenpreise anbieten: „Grundpreis“ und „Direktpreis“ oder so ähnlich - das heißt: Agenturen zahlen einen höheren Listenpreis als der Werbetreibende selbst. Ich habe z.T. schon erlebt, dass der Listenpreis für Agenturen ABZGL. AE-Provision noch leicht über dem „Direktpreis“ lag.
DAS ist mir unverständlich…
Nein! AE-Provision heisst schlicht „Announcen-Expedition“ und war jahrelang die einzige Einnahmequelle der Werbeagenturen.
Der Hintergrund ist folgender: Die 15 Prozent Rabatt sollen die 100 % Agenturleistung ersetzen. Wenn also ein Kunde eine Anzeige gestaltet haben will, bekommt er die graphische Leistung von der Agentur und zahlt dafür den gleichen Anzeigenpreis, den er bei einer direkten Buchung bei der Zeitung bezahlt hätte. Nachdem aber die Werbeagentur nun die Anzeige bucht, sollen diese 15 % diese Arbeitsleistung (Gestaltung, Buchung etc.) ausgleichen.
Schwierig zu erklären, aber wenn man sich damit näher beschäftigt, leicht verständlich.