Ähnliche Frage: Vergleich Englisch - Deutsch

Ein Bekannter hat behauptet, dass die englische Sprache aufwendiger ist, als die deutsche. Ich meine in der Schule eigentlich genau das Gegenteil gelernt zu haben, kann es aber leider nicht belegen, das ärgert mich. Wer hat recht?
Die Engländer sind die fauleren. Sie machen es sich doch immer so einfach wie es nur geht. In den Wörterbüchern steht doch hinter jedem englischen Wort eine Reihe von mehreren möglichen deutschen Übersetzungen.
Wer weiss was?
Gruß Forrest!

Ein Bekannter hat behauptet, dass die englische Sprache
aufwendiger ist, als die deutsche. Ich meine in der Schule
eigentlich genau das Gegenteil gelernt zu haben, kann es aber
leider nicht belegen, das ärgert mich. Wer hat recht?
Die Engländer sind die fauleren. Sie machen es sich doch immer
so einfach wie es nur geht.

In Sachen Grammatik mag die englische Sprache einfacher gestrickt sein (vor allem durch das weitgehende Wegfallen verschiedener Artikel und Deklinationen, auch wenn ich die Zeitenanwendung komplexer und restriktiver finde als im Deutschen - ich gehe morgen nun mal zur Arbeit…)

Das Problem kommt dann erst beim Schreiben. Es gibt in der englischen Sprache einfach keinen guten Zusammenhang zwischen gesprochenem und geschriebenem Wort. Da hat die deutsche Sprache einiges voraus. *brustschwell* : WIR haben KEIN gothi-Wort… :wink:

In den Wörterbüchern steht doch
hinter jedem englischen Wort eine Reihe von mehreren möglichen
deutschen Übersetzungen.

… was mir zeigt, dass du wohl eher dazu neigst, englische Texte zu lesen als sie zu schreiben. Denn das gilt umgekehrt wohl noch mehr, was vor allem daran liegt, dass die englische Sprache eine Art Bastard ist, eine Mischsprache aus verschiedenen Sprachfamilien. In der englischen Sprache gibt es oft zwei, teilweise drei, vier völlig unterschiedliche Wörter für Dinge, für die wir nur ein einziges kennen, einfach, weil eben z.B. das deutschstämmige und das französischstämmige Wort leicht unterschiedliche Bedeutungen angenommen haben oder in unterschiedlichen Zusammenhängen benutzt werden.

In Bezug auf Wortgruppen, -gliederung und -verallgemeinerung haben wir der englischen Sprache immer noch einiges voraus, auch wenn diese einige der Techniken der deutschen Sprache übernommen hat. Sie benutzt sie nur nicht so ausgiebig.

Es ist schon ein Unterschied, ob ich von einem stone, brick und rock rede - oder von irgend einem Stein, einem Mauerstein/Ziegelstein und einem Gebirgsstein. Wir tendieren in unserer Sprache dazu, Zusammenhänge klar zu machen, während die englische eher dazu neigt, Unterschiede hervorzuheben (wenn ich es mal so ausdrücken darf).

Hat auch Vorteile für Ausländer. Jemand, der das Wort Ziegel nicht kennt, wird vielleicht trotzdem mit dem Wort Stein etwas anfangen können, wohingegen ich in dem englischen Beispiel alle drei Wörter kennen - oder zumindest aus dem Zusammenhang erraten können müsste.

Ach ja, es ist kein gutes Gegenbeispiel, im Wörterbuch unter solchen Wörtern wie „get“ oder „have“ nachzusehen. Mein Oxford-Duden spuckt zu ersterem satte 21/2 Seiten aus…

Übrigens: Es ist völlig normal, dass unterschiedliche Sprachen (aus unterschiedlichen Kulturräumen) auch unterschiedlich viele Wörter für „ein und die selbe“ Sache hervorbringen. Wir haben z.B. mehr Wörter für Regen als die französische Sprache - und die nordischen Völker dürften wesentlich mehr für Schnee haben als wir…

Ach so, ich erhebe übrigens keinerlei Anspruch auf sprachwissenschaftliche Vollständigkeit. Das ist einfach nur ein kleiner Auszug meiner Erfahrungen…

Gruß,
Stefan :smile:

PS: Irgendwie dürfte diese Frage auch schon mal (bzw. mehrmals) im Forum dran gekommen sein, insofern dürfte auch das Archiv da einiges ausspucken…

Ein Bekannter hat behauptet, dass die englische Sprache
aufwendiger ist, als die deutsche.

Meines Erachtens ist die Sprache vielleicht „aufwändiger“, weil wesentlich weniger Worte zur Verfügung stehen. Ich habe mal gelernt, daß 10 Millionen deutsche Worte 1 Million englischen Worten gegenüberstehen.

Als lustiges Beispiel: „to do the washing up“ kann man mit dem deutschen Begriff „spülen“ recht einfach umschreiben.

Ich meine in der Schule eigentlich genau das Gegenteil gelernt zu haben, kann es aber leider nicht belegen, das ärgert mich. Wer hat recht?

Es ist wahrscheinlich einfacher, die englische Sprache zu erlernen. Sie perfekt zu sprechen, ist schon bedeutend schwieriger, weil die Grammatik weniger konstruiert ist und sich vieler Hilfskonstruktionen bedient.
Insgesamt denke ich, daß es sehr subjektiv ist zu sagen, daß Englisch aufwändiger ist als Deutsch oder umgekehrt.

Die Engländer sind die fauleren. Sie machen es sich doch immer
so einfach wie es nur geht.

Kann ich nicht sagen.

In den Wörterbüchern steht doch
hinter jedem englischen Wort eine Reihe von mehreren möglichen
deutschen Übersetzungen.

Mit Wörterbüchern würde ich generell vorsichtig sein, weil die häufig sehr sehr ungenau sind und nicht immer die Situation beschreiben. Außerdem gibt es bei Redewendungen häufig keine Entsprechungen im Deutschen, nur sinngemäße Übersetzungen und das ist aller Laster Anfang.

Wer weiss was?

Gruß Forrest!

Generell stehe ich dem Englisch, das in den deutschen Schulen gelehrt wird, sehr kritisch gegenüber, weil es Jahre gedauert hat, mir all das, was mir falsch beigebracht wurde, wieder abgelegt hatte und glaub mir, das war nicht gerade wenig.

Gruß Mucke

aufwendiger ist, als die deutsche. Ich meine in der Schule
eigentlich genau das Gegenteil gelernt zu haben, kann es aber

Alles sollte man auch seinen Lehrern nicht glauben.
Was ich allerdings persönlich vergleichen kann, ist Französisch und Englisch für Anfänger. Und da habe ich mit Französisch, vor allem durch die fremdartige Aussprache, größere Probleme gehabt.

In den Wörterbüchern steht doch
hinter jedem englischen Wort eine Reihe von mehreren möglichen
deutschen Übersetzungen.

Ein Beispiel aus dem Deutschen:
Hier in Wien haben wir Schnee und Matsch.
In gebirgigeren Gebieten gibt es Neuschnee, Pulverschnee, Firn, Tiefschnee, …
Ist jetzt die „städtische“ Sprache am Weg, total zu degenerieren, oder beginnt sie nur, sich auf Grund anderer Umgebungsbedingungen anders zu entwickeln?
Wieviele Wörter werden wir in 50-100 Jahren für Smog verwenden, während am Land höchstens mal wer sagt: „Hier stinkt´s!“?
(Weiß eigentlich jemand, wie man z.B. in Mexico City den Luftzustand beschreibt?)

Gruß,
g.g.

Hallo Forrest,

Ein Bekannter hat behauptet, dass die englische Sprache
aufwendiger ist, als die deutsche. Ich meine in der Schule
eigentlich genau das Gegenteil gelernt zu haben, kann es aber
leider nicht belegen, das ärgert mich. Wer hat recht?
Die Engländer sind die fauleren. Sie machen es sich doch immer
so einfach wie es nur geht. In den Wörterbüchern steht doch
hinter jedem englischen Wort eine Reihe von mehreren möglichen
deutschen Übersetzungen.

Aufwand: Wortschatz oder Grammatik?
Mir erscheinen Wortschatz geringer und Grammatik einfacher. Irgendwo habe ich mal Zahlen gelesen, die angeben, mit wieviel Worten aktivem Wortschatz die Menschen auskommen. Die Werte weiß ich nicht mehr, nur in der deutschen Sprache brauchte man mehr als in der englischen. Zwar werden in Deutschland auch zunehmend weniger Regeln beachtet, aber in den USA fallen in Gesprächen auch die letzten in der Schule gelernten Regeln inzwischen fast immer unter den Tisch (3. Person -s, richtiger Konjunktiv,Zeitenfolge, Zeichensetzung usw.).
nur so als Ergaenzung:
Eine Freundin (gebürtige Ungarin, seit ewigen Zeiten in den USA lebend) behauptet, dass man den Amerikanern nur Englisch als Sprache zumuten koenne. Jede andere Sprache sei zu schwierig und zu differenziert, als dass Amerikaner sie lernen koennten. Als Alternative bliebe ihnen nur, zu gackern.
Ist sicherlich reichlich ueberzogen, spiegelt aber deutlich die Meinung dieser alten Dame wider, die ein hohes Maß an Bildung erfahren hat und nun in den USA miterlebt, wie unwichtig dort Kunst, Literatur, Musik usw. und ein evtl. dazugehöriger Wortschatz (geworden?) sind.
Bei unseren Gesprächen, die immer auch anderen Leuten übersetzt werden, bemerken wir, dass sich manche Dinge in nur einer der 3 Sprachen (deutsch, ungarisch, englisch) wirklich präzise ausdrücken lassen. Manchmal gibt es deutsche Worte, viel häufiger allerdings ungarische Worte, deren genaue Bedeutung nur durch eine Beschreibung mitgeteilt werden kann. Englische Worte ohne genaue Entsprechung fallen mir im Moment nicht ein, oder doch sky/heaven ohne deutsche aber immerhin mit ungarischer Entsprechung.
Nebenbei bemerkt, die Frau spricht perfekt ungarisch, deutsch und englisch. Um ihre Französisch-, Spanisch- und Italienischkenntnisse zu beurteilen, fehlen mir die hinreichenden Kenntnisse.
Schoene Gruesse
Sabine

Ein Bekannter hat behauptet, dass die englische Sprache
aufwendiger ist als die deutsche.

Mir erscheinen Wortschatz geringer und Grammatik einfacher.

Da hatte ich eigentlich unten schon was zu geschrieben. Allerdings könnte ich mich insofern korrigieren wollen, als auch die deutsche Sprache viele (vor allem) Latinismen benutzt und insofern auch ihren Wortschatz anderweitig erweitert hat.

Ich bleibe aber trotzdem dabei: Die englische Sprache hat wesentlich mehr Wörter als die deutsche. Zusammengesetzte Wörter haben nämlich nur relativ selten eine von den einzelnen Wörtern unabhängige Bedeutung. Und durch die Zusammensetzungen verringert die deutsche Sprache den Bedarf an unterschiedlichen Wörtern. Die englische Sprache hält sich in der Hinsicht (trotz der vorhandenen Möglichkeit) sehr zurück.

Irgendwo habe ich mal Zahlen gelesen, die angeben, mit wieviel
Worten aktivem Wortschatz die Menschen auskommen. Die Werte
weiß ich nicht mehr, nur in der deutschen Sprache brauchte man
mehr als in der englischen.

s.o., das hängt davon ab, was mensch dabei alles als Wort mitzählt.
Und dass mensch im Amerikanischen alles durch Anwendung von Hilfswörtern in Kombination mit yunnow und dem f-Wort ausdrücken kann, ist so ganz wahr ja auch nicht… *g*

Zwar werden in Deutschland auch
zunehmend weniger Regeln beachtet, aber in den USA fallen in
Gesprächen auch die letzten in der Schule gelernten Regeln
inzwischen fast immer unter den Tisch (3. Person -s, richtiger
Konjunktiv,Zeitenfolge, Zeichensetzung usw.).

Sic transit gloria mundi :wink:

Andererseits liegt das aber natürlich auch daran, dass AmerikanerInnen nun mal Vorfahren von wer-weiß-wo haben, die allesamt mal durch die große Gleichschaltungsmaschine gedreht worden sind. Dass da einiges an britischer Sprachexaktheit unter den Tisch fällt, sollte dich nicht verwundern. Nicht umsonst wird zwischen englischem Englisch und amerikanischem Englisch (und südafrikanischem und australischem und …) unterschieden. Übrigens ist da drüben auch noch eine ganze Menge Sprachvielfalt übrig geblieben. Viele AmerikanerInnen sagen ja z.B. „Gesundheit“, wenn jemand niest. Da drüben gibt es noch eine ganze Menge anderer Wörter aus allen möglichen Sprachen, eben auch viele französische und deutsche…

Eine Freundin (gebürtige Ungarin, seit ewigen Zeiten in den
USA lebend) behauptet, dass man den Amerikanern nur Englisch
als Sprache zumuten koenne. Jede andere Sprache sei zu
schwierig und zu differenziert, als dass Amerikaner sie lernen
koennten. Als Alternative bliebe ihnen nur, zu gackern.

*gg*

Was übrigens nicht dem von mir gesagten widerspricht, ohne ihr jetzt irgendwie recht geben zu wollen - dazu ist es dann doch etwas verallgemeinert.

Wortschatz ist aber nun einmal etwas, woran mensch sich gewöhnt (hab ich in langen Auslandsaufenthalten zur Genüge erfahren können). Dagegen die Grammatik einer Sprache korrekt einsetzen zu können, das erfordert ein gewisses Bildungsniveau (ja, auch bei MuttersprachlerInnen). Und, wie ich hier in Frankreich ganz gut feststellen kann, nicht einmal das garantiert fehlerfreies Sprechen - ganz zu schweigen von der schriftlichen Kommunikation.

Noch was bezüglich Fremdsprachenbegabung von Amerikanern: Die haben einfach das Problem, dass sie keine anderen Sprachen brauchen. Wann kommt ein Ami denn schon mal aus seinem Land heraus? Notfalls nochmal nach Mexiko, aber sonst? Da ist doch weit und breit nichts außen herum. Da ist es doch einigermaßen verständlich, dass Fremdsprachenkenntnisse nicht als überlebenswichtig angesehen werden, oder? Wenn deine Freundin also meint, dass Amerikaner keine Sprachen können, dann sollte sie stets daran denken, dass sie dabei auch nicht besser wegkäme, wenn sie früher nicht eine Veranlassung gesehen hätte, Sprachen zu lernen…

In diesem Sinne,
Stefan :smile:

Noch was bezüglich Fremdsprachenbegabung von Amerikanern: Die
haben einfach das Problem, dass sie keine anderen Sprachen
brauchen. Wann kommt ein Ami denn schon mal aus seinem
Land heraus? Notfalls nochmal nach Mexiko, aber sonst? Da ist
doch weit und breit nichts außen herum. Da ist es doch
einigermaßen verständlich, dass Fremdsprachenkenntnisse nicht
als überlebenswichtig angesehen werden, oder? Wenn deine
Freundin also meint, dass Amerikaner keine Sprachen können,
dann sollte sie stets daran denken, dass sie dabei auch nicht
besser wegkäme, wenn sie früher nicht eine Veranlassung
gesehen hätte, Sprachen zu lernen…

Das sehe ich nicht so.
Es gibt z.B.durchaus amerikanische Firmen die ihr Produkt weltweit exportieren. In unserer Firma waren den letzten 5 Jahren bestimmt ein dutzend Amerikaner (von der Sorte „Ingenieur“). Aber ich habe nie einen etwas anderes als
englisch reden hören. Die brauchten das ja auch nicht, denn wir
konnten ja alle englisch. :smile:
Auch habe ich schon einige Engländer kennengelernt, sei’s beruflich oder im Urlaub (Europa) und bei denen war es auch nicht anders. Die englisch-sprachigen haben es halt scheinbar einfach nicht nötig eine andere Sprache zu lernen.

Die haben halt die Mentalität

  • We are the world, we are… -
    Man könnte auch Arroganz dazu sagen.
    (Und hinter dieser Meinung steckt kein bischen Voreingenommenheit
    sondern nur Lebenserfahrung).

Gruß
Forrest

Ein Bekannter hat behauptet, dass die englische Sprache
aufwendiger ist, als die deutsche. Ich meine in der Schule
eigentlich genau das Gegenteil gelernt zu haben, kann es aber
leider nicht belegen, das ärgert mich. Wer hat recht?

hi Forrest
ich seh das ganz genauso wie Du
Englisch hat insbesondere den Vorteil, dass man diese Sprache viel stärker verstümmeln kann als das deutsche, und trotzdem noch verstanden wird.

Die Engländer sind die fauleren. Sie machen es sich doch immer
so einfach wie es nur geht. In den Wörterbüchern steht doch
hinter jedem englischen Wort eine Reihe von mehreren möglichen
deutschen Übersetzungen.

Und umgekehrt
Z.B deutsch scharf = engl hot (beim essen) sharp (beim Messer)
dafür hat dann „hot“ die Doppelbedeutunbg scharf und heiss

usw usw

Gruß
Mike

Wann kommt ein Ami denn schon mal aus seinem
Land heraus? Da ist es doch
einigermaßen verständlich, dass Fremdsprachenkenntnisse nicht
als überlebenswichtig angesehen werden, oder?

Die brauchten das ja auch nicht, denn
wir
konnten ja alle englisch. :smile:
Auch habe ich schon einige Engländer kennengelernt, sei’s
beruflich oder im Urlaub (Europa) und bei denen war es auch
nicht anders. Die englisch-sprachigen haben es halt scheinbar
einfach nicht nötig eine andere Sprache zu lernen.

Da widersprechen wir uns absolut nicht. Der Großteil der IrInnen, AmerikanerInnen, EngländerInnen, …, die ich bisher kennengelernt habe, hatten dicke Schwierigkeiten mit dem Sprachenlernen (noch schlimmer als bei FranzösInnen :wink:

Aus genau den von uns beiden genannten Gründen: Wenn ich weder eine wirkliche Veranlassung habe, eine Sprache zu lernen, noch die Möglichkeit, sie zu verwenden, weil um mich herum alles mehr oder weniger meine Muttersprache spricht - dann lerne ich diese Sprache auch nicht. Wie denn auch?

Das hat vielleicht auch was mit Arroganz zu tun, aber bei Weitem nicht immer. Ganz im Gegenteil, viele der Nicht-DeutschsprachlerInnen, die ich bisher getroffen habe und die schon mal in Deutschland waren, meinten, dass die Leute dort sofort, wenn sie merken, dass jemand Probleme mit der Sprache hat, auf Englisch umschalten (wie gut/schlecht sie es auch immer beherrschen). Das ist natürlich einfacher, aber viele hätten trotzdem ein Gespräch auf Deutsch bevorzugt (wenn du schon mal im Lande bist…) - und immer wieder neu in der Landessprache anzusetzen, da vergeht einem auch bald der Mut…

Es ist also absolut nicht nur den EnglischsprachlerInnen anzulasten, dass sie nicht vernünftig Fremdsprachen lernen.

In Frankreich ist das genau anders herum, weil hier die wenigsten gut verständliches Englisch sprechen. Hier gehen die Leute davon aus, dass diejenigen, die sich im Lande aufhalten, auch Französisch sprechen. Meistens bleibt als gemeinsame Sprache auch wirklich nur diese, aber das einfachste ist es eigentlich immer…

Die Quintessenz, die ich irgendwann mal gezogen habe, ist:

Es ist wenig Frucht bringend, in ein fremdes Land zu gehen um die dortige Sprache zu lernen, wenn dort zu viele Menschen sind, die die eigene Sprache sprechen (egal ob In- oder Ausländer). Dazu gehört dann viel Durchhaltevermögen. Zum Sprachenlernen sind Länder optimal, in denen die Menschen selbst Probleme mit Fremdsprachen haben.

Aber das gilt natürlich nicht für den Sommerkurzurlaub…

Und bei sich zu Hause eine Sprache lernen, das funktioniert ohnehin nur, wenn mensch wirklich einen Sinn darin sieht und es auch irgendwo praktizieren kann, also z.B. fremdsprachige Freunde hat (gerne auch im Netz oder über Brieffreundschaften etc.)
In der Hinsicht finde ich das Tandem-Verfahren absolut klasse, da es Menschen in Kontakt bringt, die miteinander in zwei verschiedenen Sprachen kommunizieren wollen.

So, warum hab ich das überhaupt geschrieben? Ach ja, nicht jede/r, der/die Probleme mit fremden Sprachen hat, hat einfach nur keine Lust gehabt oder nicht ordentlich gelernt. Es gehört auch eine Menge Praxiserfahrung dazu, eine Sprache meistern zu können. Und dazu brauche ich Gelegenheiten und Menschen, die mich nicht ständig in meiner Muttersprache ansprechen - warum sollte ich die Sprache denn sonst überhaupt lernen?

In diesem Sinne,
bon courage quand même,

Stefan :smile:

Das Problem kommt dann erst beim Schreiben. Es gibt in der
englischen Sprache einfach keinen guten Zusammenhang zwischen
gesprochenem und geschriebenem Wort. Da hat die deutsche
Sprache einiges voraus.

Das asehe ich umgekehrt: Wie maN DEUTSCH schreibt und spricht–o weia–da trenne sich die Welten! Im Englischen kann ich mehr oder weniger gleich sprechen und schreiben.

In den Wörterbüchern steht doch
hinter jedem englischen Wort eine Reihe von mehreren möglichen
deutschen Übersetzungen.

… was mir zeigt, dass du wohl eher dazu neigst, englische
Texte zu lesen als sie zu schreiben. Denn das gilt umgekehrt
wohl noch mehr, was vor allem daran liegt, dass die englische
Sprache eine Art Bastard ist, eine Mischsprache aus
verschiedenen Sprachfamilien. In der englischen Sprache gibt
es oft zwei, teilweise drei, vier völlig unterschiedliche
Wörter für Dinge, für die wir nur ein einziges kennen,
einfach, weil eben z.B. das deutschstämmige und das
französischstämmige Wort leicht unterschiedliche Bedeutungen
angenommen haben oder in unterschiedlichen Zusammenhängen
benutzt werden.

Genau–obwohl die germannischstaemmige Woerter und die franzoesischstaemmige Woerter oft mehr als LEICHT unterschiedliche Bedeutungen haben.(Z.B., pork, pig; house, mansion)

Es ist schon ein Unterschied, ob ich von einem stone, brick
und rock rede - oder von irgend einem Stein, einem
Mauerstein/Ziegelstein und einem Gebirgsstein. Wir tendieren
in unserer Sprache dazu, Zusammenhänge klar zu machen, während
die englische eher dazu neigt, Unterschiede hervorzuheben
(wenn ich es mal so ausdrücken darf).

Finde ich nicht so: In Amerika oft benutzt man allgemeine oder dachbegriffe–jeder kennt das wort dalmatian, sagt aber einfach pet oder dog. Brick und stone sind 2 voellige Unterschiedliche Sachen.

Hat auch Vorteile für Ausländer. Jemand, der das Wort Ziegel
nicht kennt, wird vielleicht trotzdem mit dem Wort Stein etwas
anfangen können, wohingegen ich in dem englischen Beispiel
alle drei Wörter kennen - oder zumindest aus dem Zusammenhang
erraten können müsste.

Hat wohl Nachteile fuer Auslaender. Der arme Auslaender sucht verzweifelt nach Steine!–Kommt schwer auf die Idee das etwas total anders gemeint wird!

Übrigens: Es ist völlig normal, dass unterschiedliche Sprachen
(aus unterschiedlichen Kulturräumen) auch unterschiedlich
viele Wörter für „ein und die selbe“ Sache hervorbringen. Wir
haben z.B. mehr Wörter für Regen als die französische Sprache

  • und die nordischen Völker dürften wesentlich mehr für Schnee
    haben als wir…

Es gibt BASIC ENGLISH. Mit nur ~800 Woerte (d.h. Grundformen) plus einige internationale und technische Begriffe kann frau oder mann fast alles sagen, was man sagen will. Es gibt Nachrichten (BBC?) in Basic English.

Die Amerikaner benutzen sehr wenig woerter in ihren alltagsgespr eche – aber haben trotzdem einen passiven Wortschatz von etwa 30 bis 60 tausend. (Ich weiss, dass klingt etwas wiedersprechlich zu was ich oben geschrieben habe–aber das ist nur Schein.)

:aber in den USA fallen in

Gesprächen auch die letzten in der Schule gelernten Regeln
inzwischen fast immer unter den Tisch (3. Person -s,

Was meinst Du damit? Meinst Du, dass Leute z.B. „he go“ sagt? Wenn ja, dann finde ich Deine Behaupttung („fast immer“, sowie „die letzten in der Schule gelernten Regeln“) falsch. „He goes“ lernt man als Kleinkind. Zwar wird „he go“ im Black Englischen benutzt, das aber ist grammatikalisch gesehen eine andere Sprache.

-Kim

Das asehe ich umgekehrt: Wie maN DEUTSCH schreibt und
spricht–o weia–da trenne sich die Welten!

Na ja, das einzige wirklich strukturelle Problem, was ich in der deutschen Schriftsprache kenne, sind Betonungen, sowie lange/kurze Silben, die in der Schrift nicht immer erkennbar sind. (Blu’mento-Pferde, Toma’tensalat, etc.)
Alle FranzösInnen und die meisten EnglischsprecherInnen werden dir (sofern sie sie beherrschen) bestätigen, dass die deutsche Schriftsprache im Großteil der Fälle Sinn ergibt. Und die meisten FranzösInnen werden die in einem Gespräch unter vier Augen bestätigen, dass ihre Schriftsprache die furchtbarste der Welt ist. AmerikanerInnen und IrInnen sind in der Hinsicht aber sehr „zurückhaltend“ (das gothi-Wort kennen z.B. die wenigsten).

Im Englischen
kann ich mehr oder weniger gleich sprechen und schreiben.

Klar, Wörter wie ghoti/fish und Star wars sind natürlich nur Ausnahmen :wink:
Hast du schonmal bemerkt, dass sich in der englischen Sprache z.B. viele französischstämmige Wörter trotz gleicher (eingeenglischter) Laute teilweise völlig anders verhalten und schreiben als deutschstämmige Wörter? Die unterscheiden sich nicht nur in der Bedeutung…

Wir tendieren
in unserer Sprache dazu, Zusammenhänge klar zu machen, während
die englische eher dazu neigt, Unterschiede hervorzuheben
(wenn ich es mal so ausdrücken darf).

Finde ich nicht so: In Amerika oft benutzt man allgemeine
oder dachbegriffe–jeder kennt das wort dalmatian, sagt aber
einfach pet oder dog.

… und wo ist der sprachliche Zusammenhang zwischen dalmatian und pet/dog? Nur, weil ich mir nicht die Mühe mache, den Namen eines Tieres zu benutzen, heißt das doch nicht, dass die Sprache zu Verallgemeinerungen neigt. Höchstens deren BenutzerInnen…

Es ist schon ein Unterschied, ob ich von einem stone, brick
und rock rede - oder von irgend einem Stein, einem
Mauerstein/Ziegelstein und einem Gebirgsstein.

Brick und stone sind 2 voellige
Unterschiedliche Sachen.

Nein, im Endeffekt sind beides Steine. Früher wurden Häuser aus Lehm und Fundsteinen gebaut, heute eben aus gebrannten Ziegelsteinen. Die Idee bleibt die selbe. Dass dieser Zusammenhang für Englisch-Muttersprachler nicht naheliegend ist, ist ja eine ganz andere Sache. Natürlich wird mir jeder Amerikaner hier vehement widersprechen (ich hatte solche Diskussionen), aber nur, solange es um den Zusammenhang der Wörter selbst geht. Sobald in besagten Diskussionen der Begriffsraum geklärt war, hatte ich i.A. Zustimmung.

Hat auch Vorteile für Ausländer. Jemand, der das Wort Ziegel
nicht kennt, wird vielleicht trotzdem mit dem Wort Stein etwas
anfangen können, wohingegen ich in dem englischen Beispiel
alle drei Wörter kennen - oder zumindest aus dem Zusammenhang
erraten können müsste.

Hat wohl Nachteile fuer Auslaender. Der arme Auslaender sucht
verzweifelt nach Steine!–Kommt schwer auf die Idee das etwas
total anders gemeint wird!

Wie oben gesagt, es mag natürlich auf den ersten Blick nicht naheliegend erscheinen, wenn die eigene Sprache diesen Zusammenhang nicht vermittelt hat, das gebe ich gerne zu. Aber ich halte „Ziegelstein“ in diesem Zusammenhang wirklich für verständlicher als „Ziegel“, wenn mensch das Wort „Ziegel“ nicht kennt. In Frankreich würde ich mich über solche sprachintegrierten Hilfen wirklich freuen… :smile:

Es gibt BASIC ENGLISH. Mit nur ~800 Woerte (d.h. Grundformen)
plus einige internationale und technische Begriffe kann frau
oder mann fast alles sagen, was man sagen will. Es gibt
Nachrichten (BBC?) in Basic English.

Das wusste ich noch nicht. Ist aber interessant.

Andererseits gibt es in allen Sprachen einen sogenannten Grundwortschatz (und damit meine ich nicht nur einfach die 1395 meistbenutzten Wörter) und irgendwann wirst du immer an dessen Grenzen stoßen. Insofern ist es vielleicht ganz praktisch, eine allgemeine Festlegung zu haben, was zum Grundwortschatz gehört damit mensch sich in einem Land selbst in den meisten Bereichen vernünftig ausdrücken kann (sowas würde mich für die deutsche Sprache mal interessieren), aber es wird meistens trotzdem nicht für eine Diskussion oder einen Zeitungsartikel ausreichen (800 Wörter sind da lächerlich wenig, glaube mir). Die andere Seite ist eben immer wesentlich umfangreicher. Ohne einen vernünftig großen passiven Wortschatz bist du in jedem Land verlohren.

Die Amerikaner benutzen sehr wenig woerter in ihren
alltagsgespr eche – aber haben trotzdem einen passiven
Wortschatz von etwa 30 bis 60 tausend. (Ich weiss, dass
klingt etwas wiedersprechlich zu was ich oben geschrieben
habe–aber das ist nur Schein.)

Das ist nicht wirklich widersprüchlich - und auch nicht wirklich erstaunlich. Der passive Wortschatz ist immer wesentlich größer als der aktive, egal ob Fremdsprache oder Muttersprache. Ein bis zwei Größenordnungen sind da durchaus normal.

Allerdings kann ich nicht vergleichen, inwiefern Amerikaner/Engländer/Franzosen/Deutsche/Wasduwillsten einen größeren/kleineren aktiven Wortschatz haben, da ich nicht alle drei Sprachen zur selben Zeit gleich gut verstanden habe. Das kommt aber sicherlich auch stark auf die jeweiligen Sprecher an. Ob es da grundsätzliche landesspezifische Unterschiede gibt, ist mir nicht bekannt (Frage an unsere Experten?)

Lieben Gruß,
Stefan :smile:

Die haben halt die Mentalität

  • We are the world, we are… -
    Man könnte auch Arroganz dazu sagen.

Hallo, James -
hierzu passend meine Erfahrung aus den letzten beiden Tagen:
Schulung über eine neue Software hier bei uns im Haus. Teilnehmer: 10 deutsche Mitarbeiter, instructor aus UK.
Natürlich wird der gesamte Unterricht in Englisch gehalten.
Ich möchte mal den Versuch in UK wagen, eine Instruktion in deutsch zu halten.
Gruß
Eckard
(just my 2 cents to the Year of Languages)

Ueberfordert Nicht-Muttersprachler vielleicht etwas…

but when you think that English speakers have to get to grips with all this before even starting to learn a FOREIGN language… well, no wonder they’re (their/there) so bad at learning foreign languages…

EXAMPLES OF WHY THE ENGLISH LANGUAGE IS HARD TO LEARN> >> >> >

  1. The bandage was wound around the wound.> >
  2. The farm was used to produce produce.> >
  3. The dump was so full that it had to refuse more refuse.> >
  4. We must polish the Polish furniture.> >
  5. He could lead if he would get the lead out.> >
  6. The soldier decided to desert his dessert in the desert.> >
  7. Since there is no time like the present, he thought it was time to present the present.> >
  8. A bass was painted on the head of the bass drum.> >
  9. When shot at, the dove dove into the bushes.> >
  10. I did not object to the object.> >
  11. The insurance was invalid for the invalid.> >
  12. There was a row among the oarsmen about how to row.> >
  13. They were too close to the door to close it.> >
  14. The buck does funny things when the does are present.> >
  15. A seamstress and a sewer fell down into a sewer line.> >
  16. To help with planting, the farmer taught his sow to sow.> >
  17. The wind was too strong to wind the sail.> >
  18. After a number of injections my jaw got number.> >
  19. Upon seeing the tear in the painting I shed a tear.> >
  20. I had to subject the subject to a series of tests.> >
  21. How can I intimate this to my most intimate friend?

Noch einer…
22) And finally he disposed all the things he disposed of.