Hallo ZB!
findest Du nicht dass Du etwas übertreibst bzw.
verallgemeinerst? Macht nicht der Ton die Musik?
Ja, um des lieben Friedens Willen, und überhaupt. Mein Beitrag war natürlich (bewusst) übertrieben, so wie die meisten meiner Beiträge.
Säuerlich reagieren kann man doch allerhöchstens, wenn man
(dem vorliegenden Beispiel folgend) hören müsste: „der Junge
Mann soll sich gefälligst hinten anstellen“ und nicht wenn der
Satz in die Richtung geht (vielleich gar beglitten von einem
netten Lächeln)„der junge Mann ist vor mir an der Reihe“, oder
täusche ich mich da?
Man kann auch sauer reagieren, wenn das Lächeln und die Bemerkung „junger Mann“ deutlich ironisch herüberkommen.
Man kann sich gelegentlich darüber ärgern, dass viele außer diesem „junger Mann“ und „junge Frau“ anscheinend überhaupt keine Anrede mehr kennen und „Verzeihung!“ oder „Entschuldigung!“ wie es scheint, nicht mehr existieren.
Man kann sich darüber ärgern, dass deutsche Sprache anscheinend immer mehr zu einem Slang wird, als ob wir alle nur noch einen Wortschatz von höchstens 100 Wörtern hätten.
Man kann sich auch über dieses ewige „Hi“ ärgern, allerdings wird man sich da sagen, dass es eben einfach eine Modeerscheinung der Jugend ist. (Aber als erwachsener Mensch muss man diese Modeerscheinungen ja nicht unbedingt nachäffen, das macht einen auch nicht jünger.)
Wie gesagt, man kann, man muss es nicht.
Wenn man dann noch ein paar Damen, welche schon über eine
gewisse Reife verfügen, als junge Damen (junge Frauen,
„Mädchen“ gar) bezeichnet, fühlen sich diese im Regelfall eher
geschmeichelt (wenn ein gewisser Charme mitschwingt),
Das kommt doch sehr auf die Damen an!
Außerdem gibt´s da weit Besseres. 
Dein implizierter Schluß, Nemo, das die Ansprache „Junge Mann“
per se mit Unhöflichkeit einhergeht, würde ich erstmal
widersprechen wollen.
Da stimme ich dir zu, meist ist es tatsächlich einfach Gedankenlosigkeit oder Gewohnheit.
Aber nun meine Gegenfrage: Wenn Unhöflichkeit zur Gewohnheit wird, ist sie dann keine mehr?
Ist Sprachgebrauch nicht situationsabhängig? Ich finde nicht
dass es viele Situationen gibt, in welchen genau eine Wortwahl
angebracht ist, bzw es eine allgemeingültige Formel dafür gibt
„wie es sich eigentlich gehört“. Die Einführung von deratigen
„Standards“ in der Sprache sehe ich nicht als erstrebenswert
an.
Gerade dieses „junge/r Frau/Mann“ ist ja zum Standard geworden!
Das ist es ja, was mich gelegentlich ärgert.
Was mich interessieren würde, wie sprichst du eine gemischte Gruppe an?
„Die jungen Frauen und Männer waren vor mir dran!“ *g
Gruß, Nemo.