Hallo,
wenn das Pferd bis vor einem Jahr „gearbeitet“ wurde, dürfte nicht viel verloren gegangen sein. Unseren bin ich nach ca 1 1/2 Jahre Wiese im Schritt spazieren geritten und er hat das supertoll gemacht. Das Wissen über die anderen Sachen war auch noch da, allerdings naturgemäß recht steif. Wichtig vor allem, dass Du ihn jetzt nicht überlastest und den fehlenden Muskeln Rechnung trägst, egal ob vom Boden aus oder im Sattel. Ich würde anfangs max. 15-20 min. arbeiten und immer gut aufwärmen. Du hast jetzt die Möglichkeit, die Muskulatur gerade und ausgeglichen aufzubauen - viele Pferde sind schief bemuskelt. Beispielsweise ein evtl. Unterhals von falschem Reiten oder extreme „Schokoladenseiten“ kann man nach einem Jahr Pause viel besser angehen als in falsch aufgemuskeltem Zustand.
Auf jeden Fall auf guten Boden zum Laufen achten.
Ob Du mit Parelli oder sonstwas anfängst - hauptsache, Du beschäftigst dich mit ihm und baust langsam und vorsichtig Kondition und Muskeln an den richtigen Stellen wieder auf.
Mit dem Longieren: Ja, wenn man es kann.
Ich persönlich halte nicht viel von dem „Longieren“, was in Reitställen so oft zu beobachten ist: Pferd latscht auf der Vorhand auseinandergefallen an einer Leine im Kreis herum, um dem Besitzer ein Alibi zu geben, dass das Pferd ja „bewegt“ wurde, weil er keine Lust hatte, noch zu satteln. Oder anderes Extrem: Wird zu stark ausgebunden.
Doppellonge oder gekonnt longieren mit einem vernünftigen Kappzaum ist eine prima Sache, muss man aber können. Wenn nicht, ist es manchmal besser, vom Sattel aus zu arbeiten, wenn man darin besser ist.
Bodenarbeit muss ja nicht longieren heißen- Bodenarbeit ist immer gut! =)
Liebe Grüße
Jana