Guten Tag,
ein Steuerzahler klagt gegen sein Finanzamt.
Wie werden sich wohl die zuständigen Mitarbeiter dieses FA ihm gegenüber zukünftig verhalten, wenn der Umgangston bisher freundlich-sachlich war und die Gründe für die Klage für sie nachvollziehbar:
- wie bisher, weil es ja keine persönliche Angelegenheit ist,
- besonders kleinlich, weil sie sich persönlich angegriffen fühlen
oder
- großzügiger, weil sie ansonsten erneut Einspruch und Klage
befürchten?
Wie sind die Erfahrungen und gibt es vielleicht sogar Studien darüber?
Gruß
Pontius
Moin
Ich tendiere zur Einschätzung nach Punkt 1.
Gruß,
Branden
Hallo Pontius
Ich war fast drei Jahre lang eine solche Mitarbeiterin im FA, wenn auch in der Schweiz.
Sowohl für mich als auch für alle meine damaligen Kollegen galt klar Antwort 1. Fehler passieren, dazu sind die Einsprachemöglichkeiten da, Fehler kann man bereinigen. Läuft das ganze in anständigem, sachlichen Ton ab, gehört dies zum normalen Job-Alltag und ist nächstes Jahr längst wieder vergessen. Zudem fehlt schlicht die Zeit, sich in jedem dieser Fälle persönlich betroffen zu fühlen und sich emotional zu engagieren.
Antwort 2 passiert nur bei Steuerpflichtigen, die auf persönlicher Ebene ausfällig werden oder die sich unrechtmässig Vorteile zuschanzen wollen. Dass jemand wegen der Sache mal ausrastet oder allgemein übers Finanzamt ausruft, kommt vor und ist nicht weiter schlimm, es geht nun mal um Geld, was immer mit Ängsten und Emotionen verbunden ist. Meist steckt reine Verzweiflung oder Hilflosigkeit dahinter, und diese Leute bringt man in der Regel mit verständnisvollem Zuhören wieder zur Besinnung. Fängt einer aber an, mich zu beschimpfen, jegliche Mitarbeit zu verweigern oder offensichtlich zu lügen und schummeln versuchen, wird er in der Folge sehr genau unter die Lupe genommen werden.
Freundliche Grüsse
Ursula
Hallo Ursula,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Ein schönes Wochenende wünscht
Pontius
Moin Branden,
vielen Dank für deine Einschätzung.
Ein schönes Wochenende wünscht
Pontius