Hallo,
habe mich eben mal bei der Behörde für Inneres (hier in HH dafür zuständig) erkundigt, wie und ob man seinen Vornamen ändern lassen kann. Ich war gelinde gesagt platt wie schwierig, bis geradezu aussichtslos mir das dargestellt wurde. Selbst einen weiteren Namen dem schon vorhandenen hinzu zu setzen geht nicht, es sei denn, man weißt per (langem) Attest nach, daß man durch den Namen eine schwere Störung entwickelt hat und alle vorausgegangenen, möglichst mehrjährigen Therapien nicht wirklich bis gar nicht zu einem Erfolg geführt haben und der Behandler es nun für ratsam hält, auf diese Weise dem Betroffenen zu helfen. Hat von Euch jemand damit schon Erfahrungen gemacht und weiß, ob es nicht vielleicht doch einfacher möglich ist?
Liebe Grüße
Angelika
Hallo Angelika,
eine Begründung brauchst Du immer, aber möglich ist es seinen Vornamen zu ändern. Stöber mal im Internet, nach dem entsprechenden Gesetz, es ist gut, wenn du es vorher kennst. Auch bei der Verfassung deiner Argumentation.
Ein Freund von mir hat eine Namensänderung vor ein paar Jahren durchgezogen. Von Claudius auf Klaus und den zweiten Vornamen und dritten Vornamen ganz weggelassen. Wo er damals wohnte, im Saarland, hat man ihm auch ziemliche Schwierigkeiten gemacht. Dann hat er sich bei seinen Eltern, in einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg, wo jeder jeden kennt angemeldet und die Namensänderung dort ziemlich einfach durchgezogen. Seiner sehr tollen Begründung hat er auch einen aus eingenem Antrieb bei der Einwohnermeldebehörde beantragten Auszug aus dem Strafregister beigefügt, um zu beweisen, dass er keine Vorstrafen hat und die Namensänderung nicht irgendwelche Hintergründe hat, die mit einer strafrechtlichen Verfolgung zusammenhängen.
Es hängt sehr vom Bundesland und sogar vom Wohnort ab, ob das geht und was die für Begründungen haben wollen und auch wieviel der Spass kostet… Man kann dir zum Beispiel ziemlich hohe Gebühren anrechnen, nur für das „Brüten“ über deinen Antrag, ohne, dass du ihn genehmigt bekommst. Eine gute, (rein vom Menschlichen) nachvollziehbare Begründung brauchst du immer - bestimmt aber nicht überall mit ärztlichem Attest!
Das mit der Namensänderung bei meinem Freund ist schon ein paar Jahre her. Wenn kein neues Gesetz rausgekommen ist und dir eine gute Begründung einfällt kommst du irgendwo damit durch … Erkundige dich mal unverbindlich in anderen Orten zu denen du einen Bezug hast - musst ja nicht gleich sagen, dass du nicht dort wohnst. Einfach Landratsämter, Rathäuser anrufen und fragen, wie eine Vornamensänderung geht und was du mitbringen musst, dann siehst du schon, ob man mit denen reden kann oder ob die gleich auf stur schalten.
Viel Glück und liebe Grüße
Ama