Änderungskündigung nach 14 Jahren ohne Grund

Hallo

Heute geht es um meine Mutter, die hier heulend neben mir sitzt!

Meine Mutter arbeitet seit ca 20 Jahren für eine Firma als Kantinenwirtin.
Vor 14 Jahren wurde die Kantinenwirtin an die Dienstleistungsfirma Piepenbrook verkauft.
Seither arbeitet sie für Piepenbrook und hat dort die selben Aufgaben wie zuvor!
Sie leitet die Kantine zwar als Angestellte, ist aber wir Alles alleine zuständig!
Sie kauft die Waren ein, bereitet das Essen vor, verkauft, und reinigt auch die Kantine bevor sie Feierabend macht!

Meine Mutter arbeitet täglich von 6 Uhr an bis (mit viel Glück) 14.30 Uhr.
Oft muß sie aber auch länger arbeiten (Überstunden werden weder aufgeschrieben, noch ausbezahlt oder abgefeiert)

Für ihre Mühe bekommt meine Mutter gerade einmal 900 Euro!

Trotzdem macht sie diesen Job sehr gern!

Gestern, den 31.07.10, hat sie die Kündigung bekommen.

Es ist zwar eine Änderungskündigung, aber der neue angebotene Arbeitsplatz ist der Job einer Putzfrau und ca. 60 km weit entfernt. (Was bei uns auf dem Land mehr als 1 Stunde Fahrzeit einfach bedeutet)

Ihr Arbeitsplatz wird aber nicht wegrationalisiert, sondern an eine Kollegin vergeben.

Meine Mutter ist zudem 57 Jahre alt.
Bei uns auf dem Land ist das ALT!!

Nun meine Fragen.

  • Darf man Jemanden der soviele Jahre diese Arbeit macht einfach so gegen eine Andere ausgetauscht werden?
  • Und alles ohne Angaben von Gründen?
  • Ist es nicht so, das sie nur dann ihren Arbeitsplatz räumen muß, wenn durch ihre Arbeit der Firma Schaden zugeführt wird (oft Krank, Diebstahl,…)
  • Muß man irgendwelche Fehler meiner Mutter nicht erst mit Abmahnungen, ggf mit persönlichen Gesprächen ahnden?
  • Was kann meine Mutter machen, damit sie ihren Arbeitsplatz nicht kampflos aufgeben muß?

Mir ist bewußt, das eine Anfechtung der Kündigung zwangsläufig eine Kündigung nach sich zieht, welche dann eben anders begründet wird!
Aber meine Mutter ist kaum mehr auf unserem Arbeitsmarkt unterzubringen.
Zudem wohnt si seit ca 40 Jahren in diesem Ort, und wird/will dort nicht mehr wegziehen.
Enkelkinder, und ihre eigene Mutter leben hier!

Vielleicht weiß ja einer von Euch Rat!

Grüße Markus

Hallo Markus,

Ihr Fall ist ein bisschen komplexer, daher reicht diese
Plattform nicht dafür aus, um Ihnen den gesamten
Vorgang zu erklären bzw. eine genaue Empfehlung zu
geben.
Bitte nehmen Sie sich einen Anwalt und gehen sie gegen
diese Änderungskündigung vor. Meist stellt sich sehr
schnell heraus, dass die Kündigung nicht gerechtfertigt
ist bzw. gewisse Formfehler beinhaltet. Dies würde die
Kündigung für nichtig erklären und somit würde erstmal
das Arbeitsverhältnis weiter bestehen.
Aus den beschriebenen Dingen, sehe ich große Chancen,
dass diese Ä.kündigung nichtig ist!

Ihre Sorge, dass Ihre Mutter arbeitslos wird kann ich
verstehen und nachvollziehen. Sollte es aber wirklich
zu einer Kündigung kommen, steht Ihrer Mutter eine
Abfindung zu. (0,5 Monatsverdienst x
Beschäftigungsjahre) Vielleicht kann auch Ihre Mutter
mit diesem Geld die Zeit bis zur Rente überbrücken?!-
(Dies nur am Rande als Überlegung)

Viel Glück…

Grüsse tobi-stern

Hallo

Heute geht es um meine Mutter, die hier heulend neben

mir

sitzt!

Meine Mutter arbeitet seit ca 20 Jahren für eine Firma

als

Kantinenwirtin.
Vor 14 Jahren wurde die Kantinenwirtin an die
Dienstleistungsfirma Piepenbrook verkauft.
Seither arbeitet sie für Piepenbrook und hat dort die

selben

Aufgaben wie zuvor!
Sie leitet die Kantine zwar als Angestellte, ist aber

wir

Alles alleine zuständig!
Sie kauft die Waren ein, bereitet das Essen vor,

verkauft, und

reinigt auch die Kantine bevor sie Feierabend macht!

Meine Mutter arbeitet täglich von 6 Uhr an bis (mit

viel

Glück) 14.30 Uhr.
Oft muß sie aber auch länger arbeiten (Überstunden

werden

weder aufgeschrieben, noch ausbezahlt oder abgefeiert)

Für ihre Mühe bekommt meine Mutter gerade einmal 900

Euro!

Trotzdem macht sie diesen Job sehr gern!

Gestern, den 31.07.10, hat sie die Kündigung bekommen.

Es ist zwar eine Änderungskündigung, aber der neue

angebotene

Arbeitsplatz ist der Job einer Putzfrau und ca. 60 km

weit

entfernt. (Was bei uns auf dem Land mehr als 1 Stunde

Fahrzeit

einfach bedeutet)

Ihr Arbeitsplatz wird aber nicht wegrationalisiert,

sondern an

eine Kollegin vergeben.

Meine Mutter ist zudem 57 Jahre alt.
Bei uns auf dem Land ist das ALT!!

Nun meine Fragen.

  • Darf man Jemanden der soviele Jahre diese Arbeit

macht

einfach so gegen eine Andere ausgetauscht werden?

  • Und alles ohne Angaben von Gründen?
  • Ist es nicht so, das sie nur dann ihren Arbeitsplatz

räumen

muß, wenn durch ihre Arbeit der Firma Schaden

zugeführt wird

(oft Krank, Diebstahl,…)

  • Muß man irgendwelche Fehler meiner Mutter nicht erst

mit

Abmahnungen, ggf mit persönlichen Gesprächen ahnden?

  • Was kann meine Mutter machen, damit sie ihren

Arbeitsplatz

nicht kampflos aufgeben muß?

Mir ist bewußt, das eine Anfechtung der Kündigung

zwangsläufig

eine Kündigung nach sich zieht, welche dann eben

anders

begründet wird!
Aber meine Mutter ist kaum mehr auf unserem

Arbeitsmarkt

unterzubringen.
Zudem wohnt si seit ca 40 Jahren in diesem Ort, und

wird/will

dort nicht mehr wegziehen.
Enkelkinder, und ihre eigene Mutter leben hier!

Vielleicht weiß ja einer von Euch Rat!

Grüße Markus

Hallo Markus!
Eine Änderung Kündigung ist nur wirksam,wenn deine
Mutter ihn unterschreibt.Außerdem muss es ein
zumutbarer neuer Arbeitsplatz sein.Wogegen der Alte weg
fallen muss.Oder deine Mutter ihn aus gesundheitlichen
Gründen nicht mehr ausführen kann.Ich rate dir
dringend,das deine Mutter sich mit der Gewerkschaft in
Verbindung setzt,auch wenn sie kein Mitglied ist.Sollte
es vor Gericht gehen,stellt die Gewerkschaft den
Anwalt.Piepenbrock ist dafür bekannt,sehr rüde mit
seinen Mitarbeitern um zu gehen.Eine Anfechtung,der
Äderung Kündigung,zieht keine Kündigung des
Arbeitsplatzes nach sich,auch nicht aus anderen aus
gedachten Gründen.Wenn man die Gewerkschaft hinter sich
hat.Außerdem ist Piepenbrock verpflichtet,Überstunden
ab zu gelten.Sei es durch abfeiern oder Auszahlung.Auch
nachträglich,falls nichts gegenteiliges im
Arbeitsvertrag steht.Sollte es trotzdem zu einer
Kündigung kommen,steht deiner Mutter eine Abfindung zu
und zwar das 2 fache eines Monatsgehaltes Mal
Arbeitsjahren.Hierbei wird das Jahres Einkommen zu
Grunde gelegt und dies durch den Durchschnitt der
geleisteten Tage geteilt,inklusive Urlaubstage.Mal 21,5
Arbeitstage pro Monat.Ich hoffe ich konnte dir
weiterhelfen.Ich selbst war langjähriges Mitglied in
der Gewerkschaft,wo ich verschiedene Aufgaben
übernommen habe.Unter anderem
Vertrauensmann,Betriebsrat Mitglied.

Gruß Boerny.

Der Fall scheint weit über eine normale Meinungsbildung hinaus in eine Rechtsberatung hinein zu gehen. Von daher sollte deine Mutter sich in dem Fall eine konkrete Rechtsberatung bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht einholen.

Allgemeine Informationen zur Änderungskündigung sind unter http://www.anderfuhr-buschmann.de/arbeitsrecht/aende… gut aufbereitet.

Hallo Markus,

das ist schon ein starkes Stück was ich hier lesen muss.
Wir haben hier zwei Sachen wie ich feststelle. Wenn Sie einen Arbeitsvertrag als Kantinenleiterin hat und dieses Gehalt bezieht, stellt sich neben der Kündigung gleichzeitig die Frage ob das gezahlte Gehalt überhaupt in Ihrer Klasse greift. Das wäre einPunkt den mal im gesamten Rahmen mit Prüfen kann. Eine Änderungskündigung muss nicht akzeptiert werden. Diese kann abgelehnt werden. In Ihrem Fall würde ich ersteinmal nichts unterschreiben. Eine Kündigung nach den Betriebsjahren ist für das Unternehmen nicht so einfach zumal auch das Alter hier berücksichtigt werden muss. Wird durch die Änderungskündigung lediglich ein Wechsel der Mitarbeiterin versucht dann gibt es hier offensichtlichen Klärungsbedarf. Unabhängig ob mit oder ohne Abmahnung erscheint mir hier eher der Fall der sogenannten Verjüngung. Die Kilometer sind unter Umständen mit entscheidend als nicht zumutbar. Auf jeden Fall einen Anwalt in die Sache direkt mit einbeziehen. Ich kann hier lediglich Rat geben aber insgesamt würde sich der Gang in jedem Fall lohnen. Eine Kündigung selbst nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung wird ebenfalls nicht so einfach sein es sei denn man einigt sich un erzielt einen Vergleich unter Zahlung einer Gewissen Summe an Ihre Mutter. Also hier auf jeden Fall zum Anwalt.
Viele Grüße
Ingo

Hallo Markus,

Erstens, ich fuhle f. deiner Mutter. Solche machenschaften lasse mein Blut kochen!

Also, wie ich es Sehe, Obwohl ich keine Experte bin:

Eine betriesbedingte Änderungskündigung setzt voraus, dass das Bedürfnis für die Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers im Betrieb zu den bisherigen Bedingungen entfallen ist. (Dies glaube ich ist Nicht die fall, weil der Arbeitgeber hat vor jemand anders zu beschäftigten, statt deine Mutter)

Dies kann auf einer unternehmerischen Entscheidung zur Umstrukturierung des gesamten oder von Teilen eines Betriebs oder einzelner Arbeitsplätze beruhen (BAG, Urt. v. 12.1.2006 - 2 AZR 126/052).

Wie ich jedesmal leute frage die mich um Rat bitte. Ist deiner Mutter mitglied in einer Gewerkschaft? Wahrscheinlich Nicht. Warum Nicht? Zu Spät! Ich sages es immer und immer wieder. Rate jede in deiner umfeld einer Gewerkschaft beizusteuern. Die geben dir Sofort Rechtsauskunft, bestreiten deine Prozess und Gerichtskosten, versichern Sie gegen privat unfälle, bieten Lehrgänge an um dich weiterzubilden, bieten einer Kostenlose Steuer erklärungs hilfe an und viel mehr.

Einer weitere Frage. Ist in dem Betrieb von deiner Mutter einer Betriebsrat/Personalrat? Wenn Ja, Rede mit denen.

Wenn Kein Betriebsrat, kein Gewerkschaft, dann versuche das gespräch mit dem Arbeitgeber warum die Personen (Muti) müss weg, aber die Stelle bleibt.

Danach heisst es dann:

Der Arbeitnehmerin kann frei wählen, ob Sie das Änderungsangebot

* ablehnt,
* endgültig annimmt,
* unter Vorbehalt der sozialen Rechtfertigung der Änderungskündigung annimmt,
d. h. für den Fall der gerichtlichen Feststellung der Rechtmäßigkeit der Änderungskündigung.

Ich kenne auch nicht was für einer Stellenwert die firme hat in die Region. Wenn es bekannt ist, und die ein od Andere Chef sich auch Politisch (Gemeinde)Aktiv ist, ist eine kleine Androhung die Story in die Zeitung zu bringen, können ws bewirken.

Meistens, solche firmen, hacken nür auf die vermeindliche Schwachen. Erst mit wiederstand, öffentlichkeit, Presse und Gericht kann mann was Retten. Mann hat eigentlich nichts zu verlieren - die wollen dich sowieso weg haben.

ODER

Biete die firme die verflegung ganz ab zu geben. Deine mutter macht einer ich AG (besser als Arbeitslos), mit zuschuß von Arbeitsamt, und macht das alles als eigener firma. Sie macht es sowie so alles Selber. Sie könnte es selber machen aber für die eigenen Tasche!

Na ja,

Was immer. Auf jedenfall wünsch ich deine mutter viel kraft.

Hallo

Nun ein kleines Update!

Bisher ist einiges passiert!
Wir haben erfahren, das die Firma Piepenbrook den Versorgungsauftrag verloren hat (warum wohl?) und deshalb alle Mitarbeiter künigen muß!
Sämtliche Mitarbeiter wurden von der Firma, für die Piepenbrook tätig war übernommen!

Alle bis auf meine Mutter!
Deren Job will sich die Vorarbeiterin von der Putzkolonne unter den Nagel reißen!

Also wir meine Mutter gefeuert, und, obwohl der Arbeitsplatz nicht wegrationalisiert wird, muß sie den der Kollegin überlassen!

Geht soetwas überhaupt?

MfG
Markus