Hallo zusammen!
Ich hoffe wirklich, ihr könnt mir helfen!
Ich habe im Oktober 2002 meinen Bruder durch Suizid verloren. Im Juni 2003 bekam ich plötzlich heftigen Schwindel, Bauchschmerzen und Übelkeit. Ich war eine Woche im Krankenhaus, aber sie konnten nichts organisches finden. Nachdem ich eine Nacht zitternd mit Herzklopfen, Übelkeit und starkem Nervenziehen, insbesondere in den Händen, zugebracht habe, bin ich zu meiner Hausärztin gegangen, die beginnende Panikattacken diagnostiziert hatte. Ich bekam ein Schockmittel, Schwindeltabletten und etwas, dass die Blockade in meinem Kopf lösen sollte- alles pflanzlich. Am nächsten Tag heulte ich wie ein Schlosshund und machte meine Eltern für den Tod meines Bruders verantwortlich. Danach ging es mir etwas besser. Durch einen Zahnarztbesuch wurde festgestellt, dass ich mit den Kiefern knacke, doch ein Kieferorthopäde konnte nichts organisches finden. Ich bin daraufhin zu einem befreundetem Heilpraktiker gegangen, der mir eine umfassende Therapie vorschlug- er meinte, ich wäre in der zweiten Pubertät. Ich bin 21. Vier Tage nach diesem Gespräch bekam ich meine erste wirkliche Panikattacke und ich fühlte mich nur schlecht, obwohl ich eigentlich positiv gestimmt war, dass nun endlich Schluss mit den Problemen sein würde. Er behandelte mich ausschließlich körperlich, indem er mir Rücken u.ä. einrenkte. Mir ging es mal gut, mal schlecht- ich habe einmal eine ganze Woche nur dagesessen und geweint und ich wusste gar nicht warum. Zudem habe ich in den letzten Monaten 3-4 Panikattacken gehabt.
Ich muss vorwegschicken: ich habe seit 4 Jahren einen Freund und wir wohnen seit einem Jahr zusammen. Letztes Jahr habe ich plötzlich Angst bekommen, dass ich meinen Freund vielleicht gar nicht liebe und ich mir und ihm 4 Jahre lang nur etwas vorgemacht habe. Nachdem ich mit meinem Heilpraktiker gesprochen hatte, verging die Angst etwas und mir wurde klar, dass mein Freund alles für mich ist.
Naja, das Gefühl, bzw. die Angst, dass ich mich im Leben vielleicht total falsch entscheiden könnte, bzw. entschieden habe, blieb jedoch und bezog sich auf nahezu alle Lebensbereiche. Seit 3 Monaten fühle ich mich sehr unsicher, habe totale Angst, dass ich meinen Freund nicht mehr liebe und ich ihn verlassen muss und alles verlieren könnte. Wenn ich mal schlecht von meinem Freund denke, denke ich direkt „siehst du, es klappt nicht mehr“, obwohl doch alles in Ordnung ist! Ich verstehe das nicht. Die Gedanken sind gepaart mit körperlichen Symptomen wie Schwindel, Herzklopfen/-rasen, Übelkeit, Nervenziehen und Zittern und manchmal Panikgefühlen. Meine Unsicherheiten bezogen sich auch schon auf meinen Freundeskreis, verflog dann aber wieder. Ich habe zudem die alte Geschichte meines Ex-freundes aufgerollt, hab von ihm geträumt, obwohl dies 6 Jahre her ist und ich froh bin, ihn los zu sein.
Ich bin nun auf Anraten meines Heilpraktikers und meiner Hausärztin zu einer Psychotherapeutin, die mir „Imipramin- neuraxpharm 25“ gegeben hat. Sind das wirklich Depressionen, worunter ich leide? Sie meinte, Depressionen können aus dem Nichts kommen, ich dürfte den Tod meines Bruders nicht vergessen und in meiner Familie gab es häufig Depressionen. Wir sollten nicht an den Ursachen herumkratzen, da wir sie niemals herausfinden werden und dies auch nicht wichtig ist. Nach der medikamentösen Behandlung schlägt sie mir eine Verhaltenstherapie vor. Was haltet ihr davon?? Es ist nicht so, dass ich keine Bahn mehr fahre, nur weil ich im Zug einmal eine Panikattacke bekommen habe. Ich will mich nicht unterkriegen lassen, aber die Unsicherheiten bezüglich meines Freundes machen mich so fertig. Was ist nur los mit mir??
Ich danke euch, wenn ihr bis hierhin mitgelesen habt und hoffe, ihr könnt mir einen Rat geben!
Liebe Grüsse *Diana