Ängste und Umwelt

Hallo!

Wieso, ist es so schwer für unsere Umwelt zu verstehen, wenn
wir unter Ängsten leiden, die unser ganzes Leben enorm
beeinflussen, gegen die wir aber „eben mal so“ nichts tun
können ?

Dazu kann ich nur sagen: Da ich fast völlig angstbefreit lebe (ein Glück, man muss ja nicht alles haben :smile: ), fällt es mir natürlich schwerer, die Ängste anderer nachzufühlen. Andererseits könnte ein unverstellter Blick auf die Dinge auch hilfreich sein.

Nun habe ich dummerweise auch noch Ängste, die sehr viel
schwerwiegender in mein Leben eingreifen, aber die WILL oder
KANN niemand akzeptieren.

Vielleicht mutest Du Deiner Umgebung zuviel zu?

Von dämlichen Hinweisen von wegen,
man solle sich doch einfach mal zusammennehmen bis…glaub ich
dir nicht…ist alles dabei.

Das ist natürlich Quatsch und so ziemlich das Blödeste, was man zu jemandem sagen kann, der von Ängsten geplagt ist. Nicht verkehrt finde ich es allerdings, jemanden zu motivieren, etwas gegen seine Ängste zu unternehmen. Ich weiß, dass man viele Ängste nicht abstellen kann, aber man kann sie häufig wesentlich verbessern, mit professioneller Hilfe.

Also, meine Frage im Klartext nochmal, „Was kann ich tun,
damit meine Umwelt akzeptiert dass ich nicht so handeln KANN,
wie man von mir fordert“ ???

Dir gute Freunde suchen, denen Du Dich so zumuten (hört sich negativ an, so ist es nicht gemeint) kannst, wie Du bist. Oder eben gegen Deine Ängste angehen, sie schränken dich ja anscheinend wesentlich in deinem Tun ein. Das wäre also auch in Deinem Interesse.

Ich gebe gerne zu, dass ich gerade etwas sehr empfindlich bin,
da erst neulich Erinnerungen geweckt wurden, die mich sehr
belasten, aber das Problem bestand vorher auch schon, nur dass
es für mich gerade eben noch unerträglicher ist.

Dann ändere etwas! Es kann ja wohl in der Hauptsache nur besser werden?

Ich habe hier das Problem in klein. Mein Mann hat Flugangst und wir können nicht gemeinsam in den Urlaub fliegen. Er hat sich einmal für mich überwunden und ist geflogen, fand das aber so schrecklich, dass er es nicht noch einmal tun möchte. Mich belastet das sehr, weil ich mit ihm zusammen die Welt sehen möchte.

Und weil ich der festen Überzeugung bin, dass eine Angst nicht besser wird, wenn man ihr nachgibt. Mit jedem Nachgeben, wird die Angst größer und erst, wenn man die Angst „überprüft“ hat, kann man feststellen, ob sie berechtigt war oder nicht.

Ganz profanes Beispiel: ich bin allein im Haus und habe ein ungutes Gefühl, es gruselt mich ein wenig im Dunkeln, evtl. höre ich ein merkwürdiges Geräusch aus einem Zimmer. Ich kann mich natürlich im Bad einschließen und die ganze Nacht zu Tode ängstigen. Ich kann aber auch entweder selber nachsehen gehen oder mir jemanden holen, der mit mir zusammen eine Runde durchs Haus geht. Dann hab ich Ruhe.

Ich habe Leute gesehen, die Schritt für Schritt ihre Angst losgeworden sind und habe gesehen, wie erleichtert sie waren.

Natürlich kenne ich Deine Geschichte nicht in allen Details und liege u. U. ziemlich daneben mit meinem Posting. Dann vergiß es einfach.

Schöne Grüße
kernig