Ängste und Umwelt

Hallo,

vermutlich hat niemand eine „einfache“ Antwort auf meine Frage, aber versuchen möchte ich es dennoch.

Wieso, ist es so schwer für unsere Umwelt zu verstehen, wenn wir unter Ängsten leiden, die unser ganzes Leben enorm beeinflussen, gegen die wir aber „eben mal so“ nichts tun können ?

Nur so als Beispiel, gegen meine Höhenangst versuche ich etwas zu tun, das klappt bedingt, aber diese wird auch allgemein akzetiert.

Nun habe ich dummerweise auch noch Ängste, die sehr viel schwerwiegender in mein Leben eingreifen, aber die WILL oder KANN niemand akzeptieren. Von dämlichen Hinweisen von wegen, man solle sich doch einfach mal zusammennehmen bis…glaub ich dir nicht…ist alles dabei. Ich kann gar nicht mehr ausdrücken, wie sehr mich das mittlerweile ank*****. Ich bemühe mich schon sehr, diese Thematik zu vermeiden, aber immer gelingt das nicht, weil man unter diesen Umständen eben einfach nicht funktionieren KANN, wie manche das erwarten.

Also, meine Frage im Klartext nochmal, „Was kann ich tun, damit meine Umwelt akzeptiert dass ich nicht so handeln KANN, wie man von mir fordert“ ???

Muss ich jedem einzelnen erst eine Kanone an den Kopf halten, damit er kapiert, was ANGST heisst ??? Das kann ja wohl nicht sein. Oder doch ? :frowning:

Ich gebe gerne zu, dass ich gerade etwas sehr empfindlich bin, da erst neulich Erinnerungen geweckt wurden, die mich sehr belasten, aber das Problem bestand vorher auch schon, nur dass es für mich gerade eben noch unerträglicher ist.

Ich bin mir aber sicher, dass andere dieses Problem auch kennen und frage mich, wie sie damit umgehen. Als ich letztes Jahr in einer Klinik war habe ich erlebt, wie auch Angehörige oder andere nahestehende Personen mit diesen Problemen umgegangen sind. Und ich war sehr negativ überrascht :frowning: Diese Problem betrifft also ganz sicher nicht nur mich. Ich frage mich nun, wie haben diejenigen das gemacht, deren Beziehungen, gleich welcher Art, dabei nicht den Bach abgegangen sind. Jemanden gut zu kennen, das scheint ja nicht zu reichen. Vertrauen alleine kanns auch nicht sein. Also, was ist das Rezept ?

Ich hoffe, ihr habt da Ideen und Vorschläge.

Gruss
Petra

Moin,

ich bin kein Fachmann, also nur meine Meinung.

vermutlich hat niemand eine „einfache“ Antwort auf meine
Frage, aber versuchen möchte ich es dennoch.

Richtig.

Wieso, ist es so schwer für unsere Umwelt zu verstehen, wenn
wir unter Ängsten leiden, die unser ganzes Leben enorm
beeinflussen, gegen die wir aber „eben mal so“ nichts tun
können ?

Weshalb können Leute nicht verstehen, dass man nicht schwimmen kann? Jemand, der, egal weshalb, mal fast „abgesoffen“ ist, kann es. Der geht nie wieder ins Wasser.

Nur so als Beispiel, gegen meine Höhenangst versuche ich etwas
zu tun, das klappt bedingt, aber diese wird auch allgemein
akzetiert.

Ich tue gegen meine Höhenangst absolut nichts. Eine billigere Lebensversicherung kannst Du garnicht haben. Ich kann sogar den Zeitpunkt recht genau nennen, als es zu panischer Höhenangst wurde, aber die Geschichte ist etwas lang.

Nun habe ich dummerweise auch noch Ängste, die sehr viel
schwerwiegender in mein Leben eingreifen, aber die WILL oder
KANN niemand akzeptieren.

Ich kenne jemanden, der extra eine halbe Stunde früher losgeht, um die 14 Stockwerke nicht im Fahrstuhl fahren zu müssen, wenn man mal stecken geblieben ist, durchaus verständlich.

Von dämlichen Hinweisen von wegen,

man solle sich doch einfach mal zusammennehmen bis…glaub ich
dir nicht…ist alles dabei. Ich kann gar nicht mehr
ausdrücken, wie sehr mich das mittlerweile ank*****.

Das kann ich verstehen.

Also, meine Frage im Klartext nochmal, „Was kann ich tun,
damit meine Umwelt akzeptiert dass ich nicht so handeln KANN,
wie man von mir fordert“ ???

Das ist der Knackpunkt und ich kann hier auch nur rätzelraten.
Evtl. Gegenfragen stellen. Würdest Du tauchen, fallschirmspringen oder gar Bungee?

Vertrauen alleine kanns auch nicht sein. Also, was ist das
Rezept ?

Ein Rezept gibt es nicht.

Petra, ohne die genauen anderen Ängste zu kennen ist es schwer etwas zu sagen.
Du musst überlegen, welche Angst für dich am einschränkendenst ist. Die vllt., wenn Du magst nochmal posten, oder auch per Mail antworten. Mails bleiben unter uns!

LG Volker

Hallo,

Wieso, ist es so schwer für unsere Umwelt zu verstehen, wenn
wir unter Ängsten leiden, die unser ganzes Leben enorm
beeinflussen, gegen die wir aber „eben mal so“ nichts tun
können?

es ist vielleicht keine Frage des Verstehens, sondern des
Verdrängens. Jeder Mensch leidet z.B. über Todesangst
und trotzdem lebt er nicht dauernd in dieser, er hat
also gelernt zu verdrängen. Wenn ihm nun diese Angst von
„Aussen“ durch jemand anders begegnet, schaltet er
seinen gelernten Verdrängungsmechanismus ein. Es ist
vielleicht kein Missverstehen oder Missverstehenwollen,
sondern purer Selbstschutz.

Also, meine Frage im Klartext nochmal, „Was kann ich tun,
damit meine Umwelt akzeptiert dass ich nicht so handeln KANN,
wie man von mir fordert“ ???

Nichts, du mußt auch nichts tun! Wozu auch, es ist dein
Leben und nicht das der anderen! Mach dich frei von diesem
Druck, dass du so sein solltest wie man von dir fordert.
Du bist wie und was du bist und fertig!

Muss ich jedem einzelnen erst eine Kanone an den Kopf halten,
damit er kapiert, was ANGST heisst ??? Das kann ja wohl nicht
sein. Oder doch ? :frowning:

Dann drehst du den Spieß nur um und wärest auch nicht besser!

Ich gebe gerne zu, dass ich gerade etwas sehr empfindlich bin,

Das ist verständlich!

Ich frage
mich nun, wie haben diejenigen das gemacht, deren Beziehungen,
gleich welcher Art, dabei nicht den Bach abgegangen sind.

Beziehungen, die deswegen den Bach runtergehen, sind nicht
mehr wert, als dass sie den Bach runtergehen.
Solche Probleme trennen den Spreu vom Weizen und zeigen
unter dem Strich wer oder was wirklich wertvoll ist.
Sie intensivieren und sublimieren das was bleibt, es
geht NIE alles den Bach runter, das ist auch nur eine
Angst. Die Erfahrung wird dich eines anderen belehren.

Also, was ist das Rezept ?

Dich und deine Situation akzeptieren. Du kannst andere nicht
oder nur schwer ändern, vor allem dann nicht, wenn man selbst
grad nicht stark ist! Genau so wie du willst, dass dich
die anderen so akzeptieren, wie du bist, genau dieses
Verständnis mußt du auch den anderen entgegenbringen.
Es ist ein Ping - Pongspiel!

Alles Gute
ST

Hallo,

es ist vielleicht keine Frage des Verstehens, sondern des
Verdrängens. Jeder Mensch leidet z.B. über Todesangst
und trotzdem lebt er nicht dauernd in dieser, er hat
also gelernt zu verdrängen.

Da ist was dran. Obwohl man von vielen Leuten die Behauptung hört, sie hätten keine Angst vor dem Tod, glaube ich auch, daß sie eher gut im Verdrängen sind oder sich noch nie wirklich und ernsthaft mit ihrer Sterblichkeit beschäftigt haben.

Wenn ihm nun diese Angst von
„Aussen“ durch jemand anders begegnet, schaltet er
seinen gelernten Verdrängungsmechanismus ein. Es ist
vielleicht kein Missverstehen oder Missverstehenwollen,
sondern purer Selbstschutz.

Wie gesagt, daß könnte eine Erklärung sein. Aber viele Menschen, die nicht mit übermäßige Ängsten geschlagen sind, können sich deswegen einfach nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. Bei diesen Ängsten handelt es sich ja durchaus um etwas anderes und mehr als nur einen kurzen Schreck oder eine Besorgnis. Das sind Zustände, die das betroffene Individuum u.U. vollständig außer Kraft setzten, den ganzen Organismus mobilisieren und das subjektive Empfinden auslösen (können), im nächsten Moment verrückt zu werden. Sich das auch nur annähernd vorstellen zu können, setzt ein enormes Maß an Empathie voraus.

Also, meine Frage im Klartext nochmal, „Was kann ich tun,
damit meine Umwelt akzeptiert dass ich nicht so handeln KANN,
wie man von mir fordert“ ???

Nichts,

das befürchte ich auch. Sie kann höchstens aufhören, Verständnis einzufordern, und statt dessen die Haltung einzuüben. „Es ist wie es ist. Keine weitere Diskussion“

du mußt auch nichts tun! Wozu auch, es ist dein
Leben und nicht das der anderen! Mach dich frei von diesem
Druck, dass du so sein solltest wie man von dir fordert.
Du bist wie und was du bist und fertig!

Das ist erst mal nicht so leicht. Ständig findet man sich in Situationen wieder, die eine Erklärung nötig zu machen scheinen. Man muß erst lernen, sich nicht mehr zu erklären und klar zu bleiben.

Ich frage
mich nun, wie haben diejenigen das gemacht, deren Beziehungen,
gleich welcher Art, dabei nicht den Bach abgegangen sind.

Die wenigsten Beziehungen halten Angsterkrankungen aus.

Beziehungen, die deswegen den Bach runtergehen, sind nicht
mehr wert, als dass sie den Bach runtergehen.

Das ist Quatsch! Auch der Partner muß für sich sorgen und darf nicht von den Ängsten des anderen sein Leben vollkommen bestimmen lassen. Wie toll kann eine Beziehung sein, bei der der Partner eine Soziophobie hat, der Bewegungsradius zwiwschen 150 Metern und 1,5 km. vom der Wohnung aus berechen, pendelt? Wie gut ist die daraus resultierende dauerhafte Arbeitslosigkeit des einen Partners für eine Beziehung. Wie stark muß der andere Partner sein, um all das aufzufangen, die Tatsache trotz möglicherweise vorhandener finanzieller Notwendigkeiten den gemeinsamen Lebensunterhalt allein verdienen zu müssen, kaum noch soziale Kontakte zu haben, weil man ja nirgendwo hin gehen kann. Oft mischen sich dann auch noch Verlustängste, ungerechtfertigte Beschuldigungen und auf den nicht kranken Partner ausgeübter Druck mit in das Gefühls- und Verhaltensrepertoire des Angstkandidaten. Man muß selbst schon sehr leidensfähig oder, wie so oft, coabhängig sein, um da längere Zeit auszuhalten.

Solche Probleme trennen den Spreu vom Weizen und zeigen
unter dem Strich wer oder was wirklich wertvoll ist.

Wertvoll ist auch ein glückliches, zufriedenes Leben. Und wenn mein kranker Partner ein solches Leben nicht führen kann, muß ich meines dann auch aufgeben? Denn sonst bin ich ein schlechter Mensch?

Sie intensivieren und sublimieren das was bleibt, es
geht NIE alles den Bach runter, das ist auch nur eine
Angst. Die Erfahrung wird dich eines anderen belehren.

Tut mir leid, aber das ist schwer an der Realität vorbeigeträumt.

Beste Grüße

Avera

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Hallo Petra

Zu komplex!

Fakt ist, der Mensch hat vor seiner Umwelt angst. Die Urangst ist das sterben. Damit kommen die wenigsten Menschen klar.

Jeder will so viel wie möglich, in der kürzesten Zeit als wie nur möglich, erledigen. Aber auf wessen Kosten? Etwa auf seine eigenen? Und da fängt es an…es wird über-legt, nicht aber nachgedacht…

Man wird geboren, wird als Kind (ohne sich überhaupt wehren zu können) rumgereicht in dem Glauben es sei das beste für einen (von anderen natürlich entschieden) und kannmuss als *Erwachsener* zusehen wie man das Beste aus dem ganzen, nicht mal selbstverschuldeten, Mist macht.

Problem…die Zeit rechnung der Menschen. Der Erwachsene (das scheinheiligste Wort ever) möchte wieder Kind sein, das Kind will/muss so schnell wie möglich erwachsen sein damit es keine Chance hat sich vernünftig, geschweige denn nach eigenem Ermessen, zu ent-wickeln. Nur das, wird uns erst bewusst wenn es fast zu spät ist…

Hoffe ich konnte meine unexpertise Meinung deutlich rüberbringen…

Gruß Knews

ps: Es wurden schon viele teure Häuser gebaut welche nicht mal ein drittel ihrer vorhergesagten Standzeit überlebten. Es kommt nämlich darauf an mit welchen Steinen man sein Haus baut, nicht auf die Geschwindigkeit.

Hallo Petra,

wie deutlich teilst du anderen denn mit, dass du Angst hast? Druckst du herum, weichst du aus, hältst andere hin usw. oder sagst du ganz offen mit aller Verletzlichkeit, die das mit sich bringt, „ich kann das nicht tun, weil ich Angst habe“?
Wenn deine Mitmenschen ein gewisses Niveau haben, dann sollten sie in der Lage sein, dies zu akzeptieren, ohne dich zu verurteilen.

Tychi

Blickwinkel nicht vergessen…
Jeder hat einen anderen. Und davon verdammt viele :wink: Denn wir haben ja schon einiges gesehen.
Manche BW sind identisch, andere genau das Gegenteil. Und ab da ist Ein-fühlungs-vermögen, Tolleranz(geiles Wort) und die Bereitschaft, sich auf das Niveau des anderen zu begeben, gefragt. Ob nun höher oder niedriger, ist sch****egal. Denn die Sch***** sieht bei jeden gleich aus:wink:

So einfach wie genial. Miteinander. Sonst wird das nix mit dem Nachbarn^^

Gruß

Hallo,

Beziehungen, die deswegen den Bach runtergehen, sind nicht
mehr wert, als dass sie den Bach runtergehen.

Das ist Quatsch! Auch der Partner muß für sich sorgen und darf
nicht von den Ängsten des anderen sein Leben vollkommen
bestimmen lassen…

Wer sagt denn sowas???

Wie toll kann eine Beziehung sein, bei der
der Partner eine Soziophobie hat, der Bewegungsradius
zwiwschen 150 Metern und 1,5 km. vom der Wohnung aus berechen,
pendelt? …

Du beschreibst dein eigenes Schicksal?? Glaubst du das
auf alles und jede/n projizieren zu können?

Wertvoll ist auch ein glückliches, zufriedenes Leben. Und wenn
mein kranker Partner ein solches Leben nicht führen kann, muß
ich meines dann auch aufgeben? Denn sonst bin ich ein
schlechter Mensch?

Deine ethischen Vorgaben mußt du mit dir selbst
ausmachen. Vielleicht kommst du aber auch einmal
in eine Situation, wo du andere brauchst!

Tut mir leid, aber das ist schwer an der Realität
vorbeigeträumt.

Im Gegenteil, es ist mit Geduld getragene Realität und Erfahrung.

Gruß
ST

Vertrauen alleine kanns auch nicht sein. Also, was ist das
Rezept ?

Ein Rezept gibt es nicht.

Hallo,

doch das Rezept gibt es !

Und zwar in dem man sich abgrenzt von solchen Aussagen, gegebenenfalls von solchen Menschen ! Nicht jeder kann alles verstehen und auch noch nachvollziehen, ist leider so. Und das kann man von verständnislosen Menschen auch nicht erzwingen. Verständnislosigkeit ist auch ein Problem, nur sind die Betroffenen sich „ihres“ Problems meist gar nicht bewusst.

Petra, du bist niemandem Rechenschaft schuldig, warum dir dieses oder jenes schwer fällt, weil du Angst hast. Wer das nicht verstehen mag, und keine anderen Ratschläge zu erteilen weiss, als solche die auf Vorwürfen und Verurteilungen basiern, der ist die Freundschaft oder Bekanntschaft auch nicht wert.

Petra, ohne die genauen anderen Ängste zu kennen ist es schwer
etwas zu sagen.

Das ist unabhängig davon, um welche Ängste es hier geht. Und auch egal um welches Problem es ganz allgemein geht, man sollte sich von Menschen abgrenzen, von denen man sich nicht verstanden und nicht respektiert fühlt. Solche Menschen bringen einen kein Stück weiter. Weshalb sollte man seine Energie in einen Kampf investieren, der nicht zu gewinnen ist ? Das braucht man alles nicht, und solche Belastungen kann man sich ersparen.

Alles Gute,

allround

Hallo,

Beziehungen, die deswegen den Bach runtergehen, sind nicht
mehr wert, als dass sie den Bach runtergehen.

Das ist Quatsch! Auch der Partner muß für sich sorgen und darf
nicht von den Ängsten des anderen sein Leben vollkommen
bestimmen lassen…

Wer sagt denn sowas???

Das sage ich und der gesunde Menschenverstand. Wenn Du allerdings aus Deinen ethischen Überzeugungen anders handeln möchtest, erhalte Dir das, aber sprich es nicht als Empfehlung aus.

Wie toll kann eine Beziehung sein, bei der
der Partner eine Soziophobie hat, der Bewegungsradius
zwiwschen 150 Metern und 1,5 km. vom der Wohnung aus berechen,
pendelt? …

Du beschreibst dein eigenes Schicksal??

Ich beschreibe die alltäglichen Situationen ungezählter Beziehungen, die durch die Krankheit eines Partners stark in der normalen sozialen Interaktion eingeschränkt sind. Dazu gehören nicht nur Angsterkrankungen, sondern auch MS, versch. Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises und viele andere.

Glaubst du das auf alles und jede/n projizieren zu können?

Lies lieber noch mal, was Du hier geschrieben hast, dann erübrigt sich eine Antwort.

Wertvoll ist auch ein glückliches, zufriedenes Leben. Und wenn
mein kranker Partner ein solches Leben nicht führen kann, muß
ich meines dann auch aufgeben? Denn sonst bin ich ein
schlechter Mensch?

Deine ethischen Vorgaben mußt du mit dir selbst
ausmachen. Vielleicht kommst du aber auch einmal
in eine Situation, wo du andere brauchst!

Beschreibst Du hier Dein eigenes Schicksal?

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, daß Du wirklich weißt wovon Du sprichst. Natürlich gibt es Menschen, die ihre Lebensaufgabe darin sehen, sich um das Leid ihrer Partner aufopferungsvoll zu kümmern. Es gibt auch die, die ohne eine solche Aufgabe gar keinen Sinn und Halt in ihrem Leben haben. Und das ist auch gut und richtig und jeder soll tun, was er mag. Aber es ist kein Zuckerschlecken mit einem chronisch Kranken zusammen zu sein. Denn oftmals gibt es nichts zurück, weil diese Menschen nichts zurückgeben können. Ihre ganzen inneren Kapazitäten gehen dafür drauf, ihre Krankheit auszuhalten.

Im übrigen ist es gerade bei Angstpatienten oft so, daß sie gerade durch die Unterstützung Ihres wohlmeinenden Partners einen Schonraum frei Haus geliefert bekommen, der eine Veränderung gar nicht mehr nötig macht.

Jedenfalls wünsche ich Dir, daß Dir eine solche Partnerschaft erspart bleibt.

Beste Grüße

Avera

Hallo,

bevor wir das jetzt hier vertiefen, breche ich ab!

Ich halte deine Artikel für äusserst unangebracht
und wenig einfühlsam, insbesondere in Bezug auf
die Fragestellerin.

Wer einen Berg nicht erklimmt, sondern vorher
umkehrt, kann nicht wissen, wie es von oben
aussieht!

Wenn also jemand unrealistisch spricht, dann bist es du!

Gruß
ST

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Aus welchem Grund wünscht Du Dir anderer Leute Verständnis für Deine Schwierigkeiten? Stellen sie Forderungen an Dich, denen Du Deiner Probleme wegen nicht nachkommen kannst?

In einer Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehung ist die Lösung relativ einfach: man geht zum Arzt um sich eine Krankmedlung zu beschaffen (oder bekommt Sozialhilfe wegen anhaltender Arbeitunfähigkeit), schwierig hingegen wird es in den zwischenmenschlichen Beziehungen/ Verwandte, Lebenspartner). Meiner Ansicht nach wäre viel Wert, wenn Du selbst volle Klarheit über die Ursachen und Möglichkeiten zur Therapie Deiner Ängste hättest; es wäre Dir dann bestimmt ein gutes Stück gleichgültiger, ob Deine Angehörigen sie auch verstehen oder nicht.

Hallo,

bevor wir das jetzt hier vertiefen, breche ich ab!

Hättest Du das beabsichtigt, hättest Du einfach nicht geantwortet.

Ich halte deine Artikel für äusserst unangebracht
und wenig einfühlsam, insbesondere in Bezug auf
die Fragestellerin.

Jeder liest heraus, was er heraus lesen will. Offensichtlich habe ich durch meine klare Aussage in Bezug auf die gefahren von Co-Abhängigkeit, bei Dir einen Nerv getroffen.

Wer einen Berg nicht erklimmt, sondern vorher
umkehrt, kann nicht wissen, wie es von oben
aussieht!

Es tut mir ehrlich leid, auch hier wieder sagen zu müssen, daß Du entweder nicht weißt, wovon Du sprichst, oder mich bewußt mißverstehen willst. Von dem Berg, den Du meinst, wirst Du unweigerlich immer wieder herunterfallen, ihn wieder versuchen zu besteigen und wieder abstürzen. Den Gipfel kann man selbst mit ausgeprägtem Helfersyndrom nur selten erreichen.

Wenn also jemand unrealistisch spricht, dann bist es du!

Das ignoriere ich jetzt mal.

Ich habe sehr viel Verständnis für Menschen mit Angsterkrankungen, ich habe selber an dieser Stelle das eine oder andere Problem. Aber niemals würde ich erwarten, daß ein Mensch sein Leben nach meiner Krankheit ausrichtet. Das führt zu nichts, außer zu noch mehr Kummer.

Natürlich ist es schön, zu helfen oder Hilfe zu bekommen. Aber bitte laß uns unterscheiden, zwischen Helfen und mit krank werden. Nimm doch nur mal einen Alkoholiker. Glaubst Du, dem ist zu helfen, in dem Du ihm beistehst, immer für ihn da bist? Den meisten Alkoholikern ist höchstens durch ein Ultimatum zu helfen.

Ein Mensch, der es ablehnt, sich aufzugeben, der es ablehnt mit dem Partner zugrunde zu gehen ist Deiner Meinung nach also eine verdammenswerte Gestalt? Es wäre schade, wenn Du das so einseitig sehen würdest.

Lös Dich mal von Deiner Empörung und lies die Postings noch einmal. Vielleicht kannst Du ja dann anfangen zu verstehen.

Liebe Grüße

Avera

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hallo petra,
zunächst einmal musst du mit deiner angst umgehen können. das kann man lernen (oder vielleicht hast du es in der klinik schon gelernt). desweiteren kannst du deine umwelt durch garnix (auch nicht mit rezept) dazu bringen deine angst zu verstehen. das kann man auch nicht verlangen. du musst dich aber auch nicht vor anderen dafür rechtfertigen. du hast diese angst und gut iss. warum du die hast geht doch keinen was an. und da angst nix iss was man anfassen kann, kann man das auch garnicht weiter erklären oder teilweise (ja auch selbst)nicht verstehen. es ist einfach so. lass dich nicht unterkriegen und belass es bei sätzen wie „das mach ich nicht, weil ich es nicht kann“ oder einfach „nein“.
was ein mensch nicht versteht kann er nicht akzeptieren. und wenige menschen haben die gabe (oder auch einfach nur lust)sich in einen anderen herrein zu versetzen. so ist die menschliche natur. schade aber wahr.

lg cassandrabra

Könntest Du das Problem noch etwas verdeutlichen?

Wieso, ist es so schwer für unsere Umwelt zu verstehen, wenn
wir unter Ängsten leiden, die unser ganzes Leben enorm
beeinflussen, gegen die wir aber „eben mal so“ nichts tun
können ?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Ausgangssituation richtig verstanden habe. Du leidest an/unter verschiedenen Ängsten. Deine Höhenangst wird „allgemein“ (= von Deinem Umfeld) akzeptiert, andere Ängste aber stoßen auf das Unverständnis Deines Umfeldes. So richtig?

Zunächst mal denke ich, dass jede/r „versteht“ was Angst ist, weil er sie in der einen oder anderen Form aus dem eigenen Erleben kennt. Wie es ist, an einer Angststörung zu leiden, dürfte dagegen für den Nicht-Betroffenen nur schwer vorstellbar sein. Das aber eben nicht, weil er das Gefühl Angst nicht kennt, sondern weil er nicht nachvollziehen kann, wie stark die Angst in das Leben des Betroffenen eingreift, wie sehr sie ihn einschränkt und steuert.

Also, meine Frage im Klartext nochmal, „Was kann ich tun,
damit meine Umwelt akzeptiert dass ich nicht so handeln KANN,
wie man von mir fordert“ ???

Das ist jetzt zu abstrakt, als dass man darauf eine sinnvolle Antwort geben könnte. Du tust etwas - oder Du tust etwas nicht -, weil Du Angst hast. Wodurch wird das zum Thema für Deine soziale Umwelt? Erwartest Du von Deinen Mitmenschen Unterstützung, die Du nicht bekommst? Greift es in ihr Leben ein? Sollen sie etwas für Dich tun, wozu sie nicht bereit sind?

Gruß
Arbeyterson

Hallo Petra,

keine Ahnung, inwieweit meine unmaßgebliche, rein subjektive kleine „Überlebensstrategie“ dir nu irgendwie weiterhilft. Aber ich versuchs trotzdem mal.

Wieso, ist es so schwer für unsere Umwelt zu verstehen, wenn
wir unter Ängsten leiden, die unser ganzes Leben enorm
beeinflussen, gegen die wir aber „eben mal so“ nichts tun
können ?

Ich glaube, das liegt, so banal und blöde das klingen mag, zum größten Teil daran, dass unsere Umwelt weder unsere Ängste noch unsere Depressionen noch sonstige Malässen psychischer Natur nachzufühlen in der Lage ist. Wenn du hingegen eine Beule am Kopf hast, kann das jeder gefühlsmäßig nachvollziehen.

Und sofern es sich bei unserer Umwelt nicht um gedankenlose, desinteressierte, unreflektierte Tröpfe handelt, habe ich eigentlich im Gegensatz zu dir noch nie schlechte Erfahrungen mit meinem meist absolut offensiven Umgang meiner zuweilen doch recht ausgeprägten Depris sowie meiner Messie-Symptomatik machen müssen. Nur so als Beispiel.

Aber ich darf auch von verständnisvolleren Zeitgenossen keinesfalls die Fähigkeit voraussetzen, dieses auch real nachfühlen zu können.

Dies solltest du nicht mit mangelnder Akzeptanz verwechseln, finde ich.

Wobei von den gedankenlosen Tröpfen auch von mir nichts anderes zu erwarten steht als dieser auch dir so wohlbekannte „Nu-Reiss-Dich-Doch-Einfach-Mal-Zusammen“-Scheiß.

Nun habe ich dummerweise auch noch Ängste, die sehr viel
schwerwiegender in mein Leben eingreifen, aber die WILL oder
KANN niemand akzeptieren. Von dämlichen Hinweisen von wegen,
man solle sich doch einfach mal zusammennehmen bis…glaub ich
dir nicht…ist alles dabei. Ich kann gar nicht mehr
ausdrücken, wie sehr mich das mittlerweile ank*****.

hätte von mir sein können, bis auf letzteres. Im Umkehrschluss des Ankotzens nämlich weiss ich nur zu gut, dass diese allgegenwärtige massivste Antriebslosigkeit meiner Wenigkeit für mein mir wohlwollendes Umfeld doch schon zuweilen eine gewisse Schwierigkeit im Umgang mit meiner Person darstellt.

Von meinen zahllosen, mit zunehmendem Alter immer mehr um sich greifenden Schrullen mal ganz abgesehen.

Und seit Jahr und Tag praktisch ausschliesslich meinen Gefährten (auchn Messie) meiner größtenteils praktisch unbegehbare Wohnung ansichtig werden zu lassen ist auch nicht immer allen beizubiegen, die mir mal nen kleinen Besuch abstatten wollen.

Und trotzdem erkläre ich denen, dass ich sie halt nicht in die Bude reinlassen könne, da Messie undso. No Problem. Bleiben immer noch meine Freunde.

Also, meine Frage im Klartext nochmal, „Was kann ich tun,
damit meine Umwelt akzeptiert dass ich nicht so handeln KANN,
wie man von mir fordert“ ???

Nochmal, ebenso Klartext: Nicht deine gesamte Umwelt mit irgendwelchen verständnislosen Vollidioten über einen Kamm scheren.

Und die Vollidioten eben halt genauso verbuchen, wie jetzt beispielsweise jenes Volk, welches etwa Frauen mit nem BMI über 18 eklig findet oder vielleicht Menschen, die sich etwas anders zu gewanden pflegen, lauthals Unartigkeiten hinterhergrölt.

Ganz ganz arme Schweine, das…

Ich gebe gerne zu, dass ich gerade etwas sehr empfindlich bin,
da erst neulich Erinnerungen geweckt wurden, die mich sehr
belasten, aber das Problem bestand vorher auch schon, nur dass
es für mich gerade eben noch unerträglicher ist.

Liebe Petra, wenn du mir diese private Bemerkung gestattest, glaub ich eher, dass es für dich von deiner Warte aus verständlicherweise eben deshalb unerträglich ist, weil du irgendwie momentan deine komplette Umgebung als feindselig einstufst. Würde ich auch recht fix bei auf dem Zahnfleisch gehen mit dieser Wahrnehmung.

Ich frage
mich nun, wie haben diejenigen das gemacht, deren Beziehungen,
gleich welcher Art, dabei nicht den Bach abgegangen sind.
Jemanden gut zu kennen, das scheint ja nicht zu reichen.
Vertrauen alleine kanns auch nicht sein. Also, was ist das
Rezept ?

Das Rezept ist einfach, Verständnis dafür zu entwickeln, dass eh niemand je raffen wird, wie genau es in deinem Oberstübchen aussieht. Dies aber nicht unbedingt jedem gleich ankreiden zu wollen.

Mal ganz salopp auf den Punkt gebracht.

Ui, nu hab ich wieder die gaze Zeit weitschweifigst von mir gelabert, stell ich grad fest. Mmmpf. Sorry.

Lieben Gruß

Annie

Hi Tychi,

Wenn deine Mitmenschen ein gewisses Niveau haben, dann sollten
sie in der Lage sein, dies zu akzeptieren, ohne dich zu
verurteilen.

Das hat leider mit „Niveau“ überhaupt nichts zu tun. Angststörungen sind ja „irrationale“ Störungen und eben deshalb sind Intelligenz oder Niveau als Werkzeug zum Verstehen nicht unbedingt geeignet.

Gruß,

Anja
die von einer Reihe intelligenter Menschen umgeben ist, die überhaupt keine Vorstellungen dafür entwickeln können, dass ich ein depressiver Mensch bin, der immer wieder um ein Stückchen Leben ringt.

Hallo Anja

Wenn deine Mitmenschen ein gewisses Niveau haben, dann sollten
sie in der Lage sein, dies zu akzeptieren, ohne dich zu
verurteilen.

Das hat leider mit „Niveau“ überhaupt nichts zu tun.
Angststörungen sind ja „irrationale“ Störungen und eben
deshalb sind Intelligenz oder Niveau als Werkzeug zum
Verstehen nicht unbedingt geeignet.

Völlig richtig, nur meinte ich mit Niveau gar nicht so sehr Intelligenz, sondern Empathie, einen großen emotionalen Erfahrungsschatz, die Einsicht, dass wir uns nicht aussuchen, wer und was wir sind usw.

Tychi

Hallo,
da deine Anfrage recht allgemein ist, noch eine allgemeine Antwort:

Wieso, ist es so schwer für unsere Umwelt zu verstehen, wenn
wir unter Ängsten leiden, die unser ganzes Leben enorm
beeinflussen, gegen die wir aber „eben mal so“ nichts tun
können ?

Ist das nicht ganz normal, dass man sich nur Sachen gut vorstellen kann, die man selbst erlebt hat?
Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn man sich ein Bein bricht, weil ich die Erfahrung noch nicht gemacht habe.
Auf der anderen Seite können es andere vielleicht nicht verstehen, dass ich Angst bekomme, wenn ich mein Asthma-Notfallspray im anderen Rucksack vergessen habe.

Also, meine Frage im Klartext nochmal, „Was kann ich tun,
damit meine Umwelt akzeptiert dass ich nicht so handeln KANN,
wie man von mir fordert“ ???

Meine Gegenfrage: Wie bringst du deiner Umwelt denn deine Angst/dein Problem näher? Ich als (von oben Angesprochenem abgesehen) Nicht-Betroffener habe keine Ahnung, was es denn für gesellschaftlich nicht-akzeptierte Ängste geben kann oder wie sie sich äußern. Damit dürfte ich genauso wie viele anderen dir Fremden sein.

Damit kann es sein, dass es für dich erscheint, als ob ich dein Problem nicht akzeptiere- das kann ich nur, wenn ich es kenne.
Gibt es in den Reaktionen der Leute einen Unterschied, ob du einfach sagst, du kannst nicht oder ob du erklärst, warum nicht?

Kann es sein, dass die Leute auch einfach nicht wissen, was sie sagen sollen?
Ich kenne das aus der Zeit als meine Neurodermitis noch viel schlimmer war. Da gab es auch Kommentare wie „so schlimm wird’s schon nicht sein“ oder „Übertreibst du nicht ein bisschen“ oder „Jetzt stell dich nicht so an.“. Oft war das, weil die Leute es sich eben nicht vorstellen konnten. Sobald ich es dann erklärt habe, ist die Anzahl derartiger Kommentare sehr stark gesunken.

Kann man das auf deinen Fall übertragen?

Viele Grüße
Kati

Hallo,

Und zwar in dem man sich abgrenzt von solchen Aussagen,
gegebenenfalls von solchen Menschen ! Nicht jeder kann alles
verstehen und auch noch nachvollziehen,

Aber das würde doch eine Abgrenzung von allen Nicht-Betroffenen sein, oder?

Viele Grüße
Kati