Ängstliche Kleinkinder

Hallo,

meine Tochter wird im Februar 3 Jahre alt.
Sie ist eher ein ruhiges liebes Kind.
Ich treffe mich regelmäßig (seitdem sie 8 Monate alt war) mit
einer Krabbelgruppe (2x wöchentlich), außerdem gehen wir gehen turnen.
Trotzdem hat Sie sehr große Angst vor fremden Kindern.
Auf dem Spielplatz weint sie sogar manchmal, wenn fremde
Kinder zu ihr kommen.
Meine Mutter und ich waren als Kinder genauso. Ist das vererbbar?
Was kann ich dagegen tun?

Danke im voraus & Grüße
Irena

Hallo Irena!

Was Du auf keinen Fall tun solltest: Dein Kind, wenn es hilfesuchend zu Dir kommt, wegschicken. Damit würdest Du das Vertrauen, das Dein Kind in Dich hat, emfpindlich stören. Dein Kind würde sich dann zu Recht mutterseelenallein fühlen …

Respektiere das Bedürfnis Deines Kindes nach Schutz. Sei ihm ein sicheres Versteck vor der bedrohlichen Außenwelt.

Nimm die Kleine öfter als bisher (auch ohne Anlass) in den Arm und drücke sie. Sie braucht Dich, Deine Nähe - und vor allem die Sicherheit, die Du ausstrahlst! - mehr als das tägliche Brot.

Wenn Deine Tochter ihr Sicherheitsbedürfnis gestillt weiß, wird sie von alleine mutiger werden. Du kannst sie auch ermuntern, sich der „Gefahr“ zu stellen - wenn sie weiß, dass sie jederzeit zu Dir flüchten kann, wird sie auch eher dazu bereit sein.

Hanna

Hallo Irena,
was wirklich gut hilft sind Geschichten gegen die Angst. Denk dir eine aus, die in euer Umfeld passt und in euren Tagesablauf.
Aber nicht zu dicht und nicht zu pädagogisch, das kriegen auch schon die ganz Kleinen mit.
Erzähl die Geschichte von einem, der seine Angst schrittweise mit verschiedenen Strategien überwunden hat. Ganz kleine Schritte, sie müssen ja für eine 3 jährige nachvollziebar bleiben. Zuerst genau hinschauen, gucken, was machen die; wer ist gefährlich und warum, was machen die Opfer, was also kann ich im Ernstfall tun…
Auf gar keinen Fall die Angst runterspielen, es können ihr schließlich wirklich einige Gemeinheiten passieren, und dann steht ihr wieder da, mit der Angst.
Das kann man dann Fortsetzungsgeschichte schreiben, quasi mehrere selbstgeschiebene und bemalte Bücher. (zur Not kopier dir die Bilder, ist ja nur für den Hausgebrauch). Damit kann man sie durch die ganze Kindheit begleiten und durch alle möglichen Kriesen.
Ich habe das gemacht als der Vater meines Sohnes starb (da war er 4Jahre alt) und der Erfolg war super. Viele Mütter in meiner Umgebung haben das als Möglichkeit für sich aufgegriffen, schwierige Situationen in den Griff zu kriegen. Von da her weiß ich, sei vorsichtig mit den pädagogischen Einlagen, auch die Kleinen merken, wenn man sie nur zu was bringen will.
Viel Mut für euch beide
liebe Grüße
Susanne

Hi!

Ob das vererbbar ist, vermag ich leider nicht zu beurteilen, aber vielleicht habe ich ja einen Tipp.

Wenn sie auf dem Spielplatz Schutz bei Dir sucht, gib ihn!
Wenn sie sich dann etwas beruhigt hat, kannst Du ja völlig ihne Druck versuchen, zusammen mit Deiner Tochter in den Sandkasten (oder wohin auch immer) zu gehen, damit sie auch dort einen schnell greifbaren Schutz sieht. Vielleicht wird sie „mutiger“, wenn Du in direkter Nähe bist…

Ein ganz tolles Buch zum Vorlesen übrigens:
Sabine Kalwitzki - Du schaffst das schon!
ISBN 3-7855-4159-7 Buch anschauen

LG
Guido