Hallo Eileen,
die Lügengeschichten erzählt sie der Mutter und diese rennt zum Jugendamt. Ich bin mir nicht wirklich sicher, dass das Mädchen der Mutter die Geschichten erzählt. Die Mutter kann sich die Geschichten auch „aus dem Finger saugen“.
Ich bin Admin in zwei Foren, die sich mit der Problematik von Kindern und Vätern nach der Trennung befassen. Ein Forum davon ist speziell für Zweit-/Patchwork/Stieffamilien. In beiden Foren erlebe ich sehr häufig, dass den Kindern etwas von den betreuenden Elternteilen „in den Mund gelegt wird“.
Fragt doch sicherheitshalber das Töchterchen mal, ob sie die Vorwürfe der Mama erzählt hat. Es kann gut sein, dass Mama mit den Vorwürfen und dem Einbeziehen des Jugendamtes einen totalen Umgangsboykott vorbereitet.
Unter Umständen (genaue Infos fehlem mir ja) ist der Mutter nicht recht, dass es einen funktionierenden Umgang gibt und sie versucht auf diese Art und Weise zum Einen den Umgang zu kippen und zum Anderen Zwietracht in Euere Partnerbeziehung zu bringen.
Dann gäbe es noch die Möglichkeit des „vorauseilenden Gehorsams“. Im Internet findest Du viel Literatur über PAS (Parental Alienation Syndrome - Suchbegriffe Wera Fischer, Klenner, Andritzky, Kodjoe, Gardner uvm.).
PAS scheint hier ja noch nicht vorzuliegen. Aber in dieser Literatur über PAS wird häufig die Situation beschrieben, dass Kinder (manchmal noch im Beisein des Besuchselternteiles) überlegen, was sie dem betreuenden Elternteil erzählen. Die Kinder wissen (fühlen, ahnen), dass der betreuende Elternteil traurig (sauer, gekränkt usw.) ist, wenn es dem Kind beim Besuchselternteil gut gefallen hat.
Also will es den betreuenden Elternteil zufriedenstellen (glücklich machen usw.) und erzählt wie schrecklich es beim Besuchselternteil ist. Damit kann sich das Kind dann auch die Liebe des betreuenden Elternteiles „kaufen“.
Der betreuende Elternteil fühlt sich dann in der Ablehnung des sowieso schon ungeliebten Expartners bestärkt und reagiert. Mal mit Jugendamt, mal mit Unterstützung des Kindes in dem dieses weiteren Untaten aufgestachelt wird. So schaukelt sich die Situation dann gegenseitig hoch.
Als Möglichkeit, dass die Situation nicht irgendwann eskaliert ist, wie schon oft hier geschrieben, dass Ihr dem Mädchen feste Grenzen setzen müsst, wenn es bei Euch ist. Da Ihr das jahrelang nicht gemacht habt, könnt Ihr jetzt nicht auf einmal total streng sein. Ihr müsst die „Dosis“ von Fall zu Fall steigern.
Ich würde, weil dann bald die Trumpfkarte kommt, dass das Kind nicht mehr zum Papa will, weil es dort zu streng und nicht kindgerecht behandelt wird, z. B. beim Essen heimlich eine Videokamera mitlaufen lassen. Damit wird demonstriert, dass sie die Nahrungsaufnahme verweigert hat und ihr durchaus ein gutes Essen angeboten wurde. Bei ähnlichen Situationen immer eine Kamera mitlaufen lassen.
In anderen Situationen, wie z. B. Fernsehen, gibt es eine einfache Methode: Knopf drücken und Gerät ausschalten. Du, Dein LG und Dein Sohn lesen dann ein Buch, spielen ein Spiel oder machen irgendwas Anderes. Sohn darf länger aufbleiben und wenn Tochter Euer Abendprogramm nicht mitmacht, geht sie halt ins Bett.
Nicht nur Dein Sohn läuft Gefahr des Mißbrauchsvorwurfes, auch der Vater. Es gibt in unseren Foren unheimlich viele Fälle, wo mit „Mißbrauch mit dem Mißbrauch“ der Vater „entsorgt“ werden soll. Den Stiefbruder muss die Mutter nicht entsorgen, also sehe ich die Gefahr für den Vater höher als für den minderjährigen Stiefbruder.
Du solltest Dich aber, gegenüber Jugendamt usw., heraushalten. Der Vater ist die eigentliche Bezugsperson und er sollte mal mit dem Jugendamt sprechen und dort um ein Vermittlungsgespräch mit der Mutter bitten. Die Jugendamtsmitarbeiter sind meist gerne bereit, sozusagen als Vermittler (Mediatoren) mit den Eltern in einem gemeinsamen Gespräch eine gemeinsame Konzens zu finden.
Verweigert die KM dieses gemeinsame Gespräch, sieht das für Jugendamt und Gericht nicht soooo gut aus. Allerdings sollten die Partner der Eltern da nicht dabei sein.
Gruß
Ingrid
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