Ärger und Frust

Hallo,

momentan habe ich täglich Ärger und Frust auf der Arbeit.
Ich muss 8 Stunden täglich mit meinem Kollegen zubringen, mit dem ich mich nicht verstehe. Ein rein professionelles Fragen ausführlich beantworten und ihm fachlich weiterzuhelfen wenn er das möchte, reicht ihm nicht. Er möchte außerdem private Unterhaltungen führen und dass ich mehr auf ihn eingehe. Ich aber nicht. Weil er hintenrum über mich lästert.

Gespräche mit dem Chef bringen keine Änderung der Situation. Er beschwert sich beim Chef, dass er sich nicht wohlfühlt, ich was falsch gemacht habe oder was auch immer, ich schildere meine Sicht der Dinge …und das immer wieder in regelmäßigen Abständen. Dann habe ich also außer der angespannten Situation im Büro auch noch diese Murmeltiertagartigen Diskussionen die mich Zeit und Nerven kosten und nichts bringen. Direkt zu mir sagt der Kollege nie etwas, ich erfahre es dann, wenn der Chef mich zu sich bittet.

Was kann ich tun um das alles besser an mir abprallen zu lassen?
Damit ich das ganze nicht mehr in den Feierabend oder das Wochenende mitschleppe.

viele Grüße
martu

Hallo,

Was kann ich tun um das alles besser an mir abprallen zu lassen?

Ich denke, dein Problem ist, dass du eben genau das nicht kannst. Es ist dir eben nicht egal, wie die Sache mit deinem Kollegen läuft. Und solange das so ist, wirst du vermutlich auch keine erfolgreichen Strategien entwickeln können, das zu erreichen.

Mir scheint, du handelst aus einer Art Notwehr so, dass du persönliche Kontakte zu vermeiden versuchst. Das, was du dir davon erhoffst - in Ruhe gelassen zu werden - erreichst du damit aber offenbar nicht.

Stellt sich die Frage, ob es einen Weg für dich gäbe, mit deinem Kollegen einen modus vivendi zu finden, mit dem ihr beide gut leben könnt. Die Tatsache, dass dein Kollege sich ebenfalls nicht wohl fühlt, sollte doch eigentlich dazu beitragen können, dass ihr euch ein Stück weit annähern könnt.

Natürlich kannst du auf Rückzug gehen und dich auch weiterhin zu distanzieren versuchen. Die Argumentation, dass Job und Privatleben unterschiedliche Bereiche sind, greift da sicher. Ich schätze aber, dass dich das auf Dauer nicht glücklich machen wird. Bleibt also, entweder den Job zu wechseln oder miteinander zurecht zu kommen.

Vielleicht könntest du ihn mal auf ein Bier einladen und ihm sagen, warum du dich lieber zurückgezogen hast. Und ihm den Vorschlag machen, dass mehr persönliche Kontakte dann laufen können, wenn du dir sicher sein kannst, nicht „betratscht“ zu werden.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo,

vielleicht könnte es helfen, wenn du deinen Kollegen bittest, sich auf Gespräche zu beschränken, die die gemeinsame Arbeit betreffen und es so hinstellen, daß ihr beide durch die Arbeit zeitlich bereits stark ausgelastet seid und für Privates im Büro weder Zeit bleibt noch der richtige Platz ist? Außerdem könntest du deinen Chef bitten ebenfalls in diese Richtung zu argumentieren, es ist ja auch im Interesse der Firma, wenn ihr euch auf berufliche Dinge konzentriert.

Eine private Verabredung außerhalb des Büros halte ich in diesem Falle nicht für geeignet, da der Kollege das wahrscheinlich so auslegen wird, daß sich das weiter entwickeln läßt und im Büro dann auf weitere Verabredungen drängen könnte. Außerdem würdest du ihm bei einer Verabredung wahrscheinlich ungewollt weitere Munition für seine „Verleumdungen“ beim Chef liefern.

Lernen, das an dir vorbeiziehen zu lassen bzw. auf Durchzug zu stellen, kann man mit Meditationen, Autogenem Training und ähnlichem. Mehr Gelassenheit erlangen… Das ist aber recht schwierig, wenn der Kollege ständig erreicht, daß du zum Chef zitiert wirst. Versuche es trotzdem mal.

Gruß,
p+p