Ärztemangel im Krankenhaus

Hallo,
Meldung der Rheinischen Post vom 11.05:
„ Ärzte im Praktikum und Assistentärzte fehlen in den Krankenhäusern der Region: Dies ergab eine Umfrage in 44 Häusern im Raum Düsseldorf und Mettmann,
die der FDP-Bundestagsabgeordnete Detlef Parr gestartet hatte. In Ihren Antworten klagten die Krankenhausdirektoren aber nicht nur, dass es zu wenige Bewerber gäbe, sondern auch, dass Qualifikation und Sprachkenntnisse im Vergleich zu früher deutlich
nachgelassen hätten“

Gibt es nicht mehr genug junge Mediziner?
Wollen die nicht mehr ins Krankenhaus? Was machen sie denn stattdessen?
Ist das in anderen Regionen ähnlich?
Ist die Versorgung in den Krankenhäsern gefährdet?
Wieso ist denn die Qualifikation schlechter geworden?

Gruß
Crotalus

Hallo,

Wer wird denn heute noch so verrückt sein und Medizin studieren?
Nur um den angesehensten Beruf in Deutschland auszuüben?
Wer will denn heute noch bei einer 38,5 Stunden Woche lockere 10-20 Überstunden machen, unbezahlte Stunden?
Wer will denn heute noch einen Beruf erlernen, von dem er in 6-10 Jahren seine Verdienstmöglichkeiten nicht kennt, weil es nur Streichungen von den Krankenkassen gibt?
Wer will sich von einem Patienten um Mitternacht anpöpeln lassen, der vor 10 Tagen umgeknickt ist und jetzt in die Notfall-Ambulanz kommt, mit den Worten : Sie haben doch sowieso Dienst!
Und dann versuchen sie doch einmal ihren Facharzt in Chirurgie zu machen. Da bin ich aber gespannt, wann sie den OP-Katalog erfüllt haben.
Medizin studieren - nein danke!
Ich bin kein Mediziner, werde auch kein Mediziner, weiss aber wovon ich rede, weil ich es jeden Tag sehe.

Einen Rat noch zum Schluß - Werden sie bloß nicht krank!!
mfg und bleiben sie gesund
Bernd

Hallo,
Meldung der Rheinischen Post vom 11.05:
„ Ärzte im Praktikum und Assistentärzte fehlen in den
Krankenhäusern der Region: Dies ergab eine Umfrage in 44
Häusern im Raum Düsseldorf und Mettmann,
die der FDP-Bundestagsabgeordnete Detlef Parr gestartet hatte.
In Ihren Antworten klagten die Krankenhausdirektoren aber
nicht nur, dass es zu wenige Bewerber gäbe, sondern auch, dass
Qualifikation und Sprachkenntnisse im Vergleich zu früher
deutlich
nachgelassen hätten“

Gibt es nicht mehr genug junge Mediziner?

Jein. Das ist wohl wie überall: Mal gibt es zuviele Ärzte, mal werden sie gesucht. Ich denke, das reguliert sich von selbst.
Außerdem wandern viele ins Ausland aus, wo sie bessere Arbeitsbedinungen haben.

Wollen die nicht mehr ins Krankenhaus? Was machen sie denn
stattdessen?

Als PJ muss man ins Krankenhaus. Aber da es z.B. in der Schweiz Geld gibt (hier nicht), zieht es einige Mediziner dorthin.
Als approbierter Arzt kann man sich natürlich auch niederlassen und eine eigene Praxis eröffnen. Gewöhnlich kommt davor aber die Facharztausbildung, für die man i.d.R. ins Krankenhaus muss.

Ist das in anderen Regionen ähnlich?

Ja. Ist z.Zt. fast überall so.

Ist die Versorgung in den Krankenhäsern gefährdet?

Jein. Die Ärzte, die da sind müssen viele (unbezahlte!) Überstunden, sowie Wochenend- und Nachtdienste machen, um die Versorgung zu gewährleisten. Das wiederum schreckt junge Ärzte ab und der Kreis schließt sich wieder.

Wieso ist denn die Qualifikation schlechter geworden?

Gute Frage. Das kommt wohl darauf an, was genau unter Qualifikation verstanden wird. Im Moment ist es so, dass die ärztlichen Prüfungen ziemlich viel Detailwissen abfragen und dabei (meiner Meinung nach) der Blick für das Wesentliche verloren geht. Ich könnte mir vorstellen, dass das schon ein Nachteil ist.

Gruß,
aureel