Meiner Schwester wurde bei einer Routine-Operation der Dünndarm perforiert. Sie lag lange auf Intensiv, inzwischen geht es ihr etwas besser, aber Langzeitschäden sind nicht auszuschließen.
Wohin kann ich mich wenden? Wo gibt es eine Art Schiedsstelle für solche Sachen? Ich vermute mal, die Ärtzekammern sind hier nicht die richtigen Adressen
Deine Schwester sollte sich bei der Anwaltskammer nach einem für solche Fälle versierten Rechtsanwalt erkundigen. Ohne Rechtsbeistand wird da nichts zu machen sein und wird die Klinik keine Einsicht in das Operationsprotokoll zulassen.
Btw: Mich stört der Begriff „Kunstfehler“. Kunst gehorcht keiner festgelegten Regel und ist nicht einmal definierbar. So setzt man sich von vornherein mit einer Beanstandung der Vorgänge auf eine aussichtslose Schiene.
Btw: Mich stört der Begriff „Kunstfehler“. Kunst gehorcht
keiner festgelegten Regel und ist nicht einmal definierbar. So
setzt man sich von vornherein mit einer Beanstandung der
Vorgänge auf eine aussichtslose Schiene.
können, oder ?
Hallo Wolfgang,
die „Kunst“ wird nicht nur von den „schönen Künsten“ definiert.
Der lateinische Begriff „lege artis“ wird idR mit „vorschriftsgemäß“ übersetzt. ( Behandlung/ Operation lege artis ?)
Wörtlich wohl: „nach den Gesetzten der Kunst“, wobei „ars“ auch „Chirurgie“ bzw. „Medizinkunst“ bedeuten kann.
Viele Grüße und das Oberlehrerhafte wieder ablegende *g*
die „Kunst“ wird nicht nur von den „schönen Künsten“
definiert.
Der lateinische Begriff „lege artis“ wird idR mit
„vorschriftsgemäß“ übersetzt. ( Behandlung/ Operation lege
artis ?)
Wörtlich wohl: „nach den Gesetzten der Kunst“, wobei „ars“
auch „Chirurgie“ bzw. „Medizinkunst“ bedeuten kann.
Ach Harry, hol’ schon mal den Wagen…
Natürlich hast Du im Sinne wörtlicher Übersetzung Recht. Die Semantik des „ärztlichen Kunstfehler“ suggeriert aber umgangssprachlich die individuelle Freiheit in der Verfahrensweise des Operateurs. Trotz aller Unwägbarkeiten beim Eingriff in lebendes Gewebe würde ich in der Richtung keinen Schritt folgen wollen. Schließlich würde man bei Murks in der Autowerkstatt auch nicht von „Kunstfehler“ reden wollen.
Laß’ man, ich hab’ den Oberlehrer manchmal unbewußt auch drauf.