Ätzende Blagen ;-)

Hallo Mike

Wir haben Prakika in den Ferien besorgt zur „Berufsfindung“,
usw. usw. Wir machen halt so gut es geht und kriegen immer
einen auf den Deckel dafür.Aber soll man denen das mit der
Lehrstelle überlassen-dann sitzen sie auf der Straße vor
lauter:Auch das is alles ätzend-brauch ich nicht!Die haben
außer sich selber nichts im Sinn-das ist meiner Meinung nach
der Knackpunkt der heutigen Zeit. Aber wir haben es so nicht
vermittelt!

Ich glaub, das funktioniert in dem Alter gerade nicht. Die Jungs müssen ihren eigenen Weg finden, und da ist es nicht gerade hilfreich, wenn die Eltern versuchen, ihnen einen Beruf zu finden. Damit erreichst Du eher, dass sie gar keine finden. Die Jungs sind keine Kinder mehr!!! Sie wollen nicht mehr, dass über sie bestimmt wird und reagieren dann ziemlich agressiv, wenn gerade die Eltern das doch versuchen.

Die Jungs müssen IHREN Weg finden. Wenn sie sich keine Lehrstelle suchen, dann solltet ihr sie nicht dazu zwingen, sondern die Konsequenzen aufzeigen, sprich den Geldhahn abdrehen. Nichtstun wird nicht finanziert (hat eine Freundin von mir ganz schnell dazu gebracht, nicht jahrelang auf den Wunschstudiengang zu warten sondern lieber doch einen anderen zu nehmen).

Wenn sie nur Vergnügen im Kopf haben, dann musst Du sie damit auf die Schnauze fallen lassen. Der Einfluß der Eltern auf die Kinder nimmt mit zunehmen Alter unweigerlich ab, in der Pubertät dürfte er den Tiefststand erreicht haben. Aber zum Trost, die meisten Erwachsenen wollen doch mit dem, was sie in der Pubertät gemacht haben, später nicht mehr viel wissen.

Kopf hoch!

Bianca

Hallo,

ich gebe claudiam absolut recht. Ich hab zwar selbst
noch keine Kinder (erst recht keine, die schon
pubertieren) aber ich hab das große „Glück“, so ein von
dir beschriebenes Exemplar als Mitbewohner bekommen zu
haben.

Ich bin wirklich aus allen Wolken gefallen, dass jemand
einen 18jährigen zum Studium in die große weite Welt
entlässt, der in seinem Leben noch nie abgewaschen,
gebügelt, Wäsche gewaschen, was gekocht hat, geschweige
denn mal irgendwas alleine organisiert etc. etc… Nur
an dummem Gelaber und pseudoklugen Sprüchen besteht nie
Mangel.

Ich finde es sehr wichtig, dass ihr versucht eure Jungs
in den Haushalt einzubeziehen, sie pratkisch ein
bisschen abzunabeln. Ihr könnt ihnen das ja auch ein
wenig so verkaufen, dass sie ja in absehbarer Zeit
nicht mehr bei euch wohnen und dann auch ihren Kram
selbst erledigen müssen. Und damit sie halt nicht bei
der ersten Wäsche das Bad fluten (was mein WGler
geschafft hat), wirds ihnen gezeigt und von da an
machen sie ihren Kram selbst.

Das gibt ihnen evtl. das Gefühl von Unabhängigkeit von
euch (was sie ja wollen), aber auch einen Blick dafür,
dass durch sie Arbeit entsteht, die ihr ihnen bisher
abgenommen habt (was ihr ja auch wollt).

Zu dem angesprochenen Verhalten muss ich sagen, dass
man sich das nicht gefallen lassen muss. Was du hier
sagst, solltest du auch deinen Jungs sagen. Vielleicht
nicht grad im Eifer des Gefechtes, aber versuch ihnen
klar zu machen, dass sie jetzt Erwachsene sind und sich
auch entsprechend verhalten müssen (d.h. aber auch,
dass ihr sie so behandeln müsst). Überleg doch mal was
du einem gleichaltrigen Freund/Bekannten sagen würdest,
der sich dir gegenüber ständig aggressiv und motzig
verhält.

Die Jobsuche ist IHR Problem, mach ihnen das klar und
zwar nachdrücklich, dass du ihnen zwar helfen und ihnen
Rat geben wirst, aber die Suche, Entscheidung und
Organisation ist ihr Problem. Versuch mit Ihnen darüber
zu reden, aber halt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger
(du machst mir solche Sorgen, was soll bloss aus meinen
Jungs werden,…) sondern immer mit dem Unterton, dass
es wichtig für sie ist und dass sie sich Gedanken
machen müssen, wie ihr zukünftiges Leben verlaufen
soll.

Wie gesagt, ich bin erziehungstechnisch eher unerfahren
(außer bei meinem Mitbewohner :smile: ) aber ich hoffe ich
konnte dir etwas weiter helfen.

Gruß, Seraphim

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