AG aber nicht Börsengehandelt

Hallo,

es gibt ja AGs die nicht an der Börse gehandelt werden. Was ist mit den Aktien dieser Unternehmen? Sind das dann meistens Unternehmen, welche aus einer GmbH die z.B. in Familienbesitz war entstanden ist und die Familienmitglieder immer noch alle Anteile an der Firma halten?

Danke

MFG

josch

Hi Josch,

AG bedeutet im wesentlichen:
Erhoehung des Eigenkapitals durch Vergabe von Firmenanteilen an Geldgeber (und natuerlich noch ein paar andere Vor/Nachzuege).
Es gibt auch die KG a.A. - wird heute aber nur noch selten benutzt.

Ich kann auch eine derzeitige AG entweder vom Boersenhandel aussetzen, oder wenn fast alle Aktien von einem grossen Aktionaer aufgekauft wurden. Ansonsten trifft Deine Familien-Vermutung haeufig zu.

Gruss
G

Bsp: Firma Henkel… wenn ich richtig informiert bin, sind die Anteile alle im Familienbesitz. Das ist auch gut so!!! Schau Dir mal die Sozialleistungen dieses Unternehmens an. Da kann man nur noch staunen, und das obwohl es eine AG ist ;o)
Da merkt man ebne doch, dass der Eigentümer seine Firma besser im Griff hat als die Geldgeber.

Erstens: Der Eigentümer IST Geldgeber. Zweitens: Welche Sozialleistungen gewährt werden, hat mit der Rechtsform nichts zu tun. Drittens: Die Vorzugsaktien der Henkel KGaA befinden sich zu 100% im Streubesitz, die Stammaktien zu rd. 40%. Davon, daß alle Aktien in Familienbesitz sind, kann also nicht die Rede sein.

Gruß,
Christian

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

es gibt ja AGs die nicht an der Börse gehandelt werden.

wie an anderer Stelle bereits erwähnt, betrifft dies die meisten Aktiengesellschaften in Deutschland.

Was
ist mit den Aktien dieser Unternehmen? Sind das dann meistens
Unternehmen, welche aus einer GmbH die z.B. in Familienbesitz
war entstanden ist und die Familienmitglieder immer noch alle
Anteile an der Firma halten?

Nein - nicht meistens und auch nicht immer, wobei sich das sowohl auf „aus GmbH hervorgegangen“, als auch auf „früher in Familienbestz“ als auch auf „Familienmitglieder halten immer noch alle Anteile“ bezieht.

Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, gibt es für die Rechtsform Aktiengesellschaft zig verschiedene Gründe, von denen manche gut und manche schlecht sind. Solange Du die Frage nicht konkreter stellst, kann man Dir auch keine vernünftige Antwort geben.

Gruß,
Christian

Hi,

AG bedeutet im wesentlichen:
Erhoehung des Eigenkapitals durch Vergabe von Firmenanteilen
an Geldgeber

und das geht bei allen anderen Rechtsformen nicht?

Ich kann auch eine derzeitige AG entweder vom Boersenhandel
aussetzen,

Das Aussetzen einer Aktie vom Handel ist an sehr konkrete Bedingungen geknüpft. Du meinst vermutlich die dauerhafte Beendigung des Börsenhandels einer Aktie - neudeutsch Delisting. Dafür muß aber eine AG erst einmal an der Börse gehandelt werden und das ist nur bei einem Bruchteil der AG überhaupt der Fall.

Aktionaer aufgekauft wurden. Ansonsten trifft Deine
Familien-Vermutung haeufig zu.

Nö. Im Gegentum ist die Gründung einer AG bzw. die Umwandlung eines Unternehmens in eine AG meist der erste Schritt zum Verkauf der Anteile. Der ist nämlich bei Aktien deutlich einfacher als bspw. bei GmbH-Anteilen.

Gruß,
Christian

Hi Christian,

danke fuer die Korrekturen und guten Antworten.

Gebe Dir recht, wenn es heisst, dass die Unternehmensform de facto nichts ueber Sozialleistungen aussagt (kann mir z.B. nicht vorstellen, dass Trigema als deutscher Textilhersteller viel mehr Sozialleistungen gibt als gesetzl vorgeschrieben). Andererseits ist es sicherlich so, dass in Eigentuemergefuehrten Unternehmen die unternehmerische Gesamtverantwortung noch eher wahrgenommen und verstanden wird als in den meisten, Quartalsergebnis-getriebenen AGs.

Gruss
G

).

Andererseits ist es sicherlich so, dass in
Eigentuemergefuehrten Unternehmen die unternehmerische
Gesamtverantwortung noch eher wahrgenommen und verstanden
wird als in den meisten, Quartalsergebnis-getriebenen AGs.

So wars auch gemeint!!! Die meisten Unternehnen, die von den Kapitalgebern dominiert und geführt werden bauen in letzter Zeit sehr stark ab, was die Sozialleistungen anbelangt. Die Firmen, insbesondere die AG, die aber irgendwie noch durch den Eigentümer oder die Familie geführt werden scheinen da doch anders zu denken.

Trigema ist für mich immer noch ein zweischneidiges Schwert. Die Tesktilbranche war so lange ich denken kann noch nie sehr gut bezahlt (zumindest nicht die Näherinnen) Miene Oma hat zwischendurch mal Puppen und Stofftiere für eine Firma genäht und die Oma von meinem damaligen Freund hat irgendwo nach dem Krieg vorübergehend Unterwäsche im Akord zusammen genäht. Die Tätigkeit ist anstrengend und sehr belastend für die Augen. Wenn man mal vergleicht, dass ein T-Shirt, egal von welcher Marke im Ausland hergestellt inklusive VErsand so um die 30-50ct kostet, dann ist der Preisdruck schon entsprechend…
Auf der anderen Seite gibt es Leute mit und ohne Ausbildung, die auf Arbeitsplätze in Deutschkland angewiesen sind. Und wenig Geld zum Leben aber mit einem Job verdient ist auch für die Psyche denke ich besser, als gar kein Geld zu verdienen oder Arbeitslos zu sein. Daher versuche ich, wenn möglich T-shirte etc. so weit sie zur Gaderobe passen z.B. bei Trigema zu kaufen und achte auch bei anderen Konsumgütern darauf, wo sie hergestellt werden.

Eine andere Diskussion wäre es auch mal wert, zu überlegen, ob die Gehälter hier manchmal nicht falsch verteilt sind. Wenn ne polnische Putzfrau ohne Ausbildung für die Stunde 10 Euro netto haben will, dann frage ich mich doch in welchem Film ich bin. Schließlich muß ich die Dame noch versichern und habe alle Pflichten eines Arbeitgebers etc… Haben spaßeshalber mal den Lohn von uns durchgerechnet und kommen, bei Berücksichtigung aller Überstunden die der Job so mit sich bringt auf ca.12,50 Euro netto. Da fragt man sich dann, wozu man studiert hat…und putze seit dem wieder selbst.

???
Hallo Alexandra,

auch wenn Dein Denkansatz zumindest nachvollziehbar ist, schmeißt Du hier einiges durcheinander. Als Unternehmensberaterin solltest Du eigentlich die Begrifflichkeiten sicher beherrschen.

So wars auch gemeint!!! Die meisten Unternehnen, die von den
Kapitalgebern dominiert und geführt werden bauen in letzter
Zeit sehr stark ab, was die Sozialleistungen anbelangt. Die
Firmen, insbesondere die AG, die aber irgendwie noch durch den
Eigentümer oder die Familie geführt werden scheinen da doch
anders zu denken.

Hier ist einiges verquer:

Im Idealfall entscheiden Kapitalgeber immer über die Führung eines Unternehmens, sonst entsteht der klassische „Eigner-Manager-Konflikt“ wie bei der typischen börsennotierten AG. Dort sind die Kapitalgeber im Normalfall externe Investoren wie Rentenfonds, Private Equity Firmen, Kleinanleger, andere Unternehmen, etc., deren Einfluß auf das Tagesgeschäft extrem limitert ist. Das Management, das sich im Normalfall aus externen Managern zusammensetzt ist intzwischen oft über Stock-Options beteiligt.
Natürlich gibt es auch noch Firmen in denen ehemalige Gründer(familien) noch maßgeblich beteiligt sind (z.B. Henkel, Quandt bei BMW usw.) und auch noch Teie des Managements stellen. Das ist aber zumindest bei großen AGs sehr selten. Das bedeutet, dass die Kapitalgeber nicht an den Entscheidungen beteiligt sind.

Was Du offenbar meinst, und hier interpretiere ich Deine Aussage nur, sind die klassischen mittelständischen Unternehmen die nicht den Zwängen von Quartalsberichten und Analystenkonferenzen unterliegen, also im Zweifelsfall nicht börsennotiert sind. Selbstverständlich können die sich, bei ausreichenden Rücklagen, auch einmal über einen gewissen Zeitraum erlauben außertarifliche Leistungen länger aufrecht zu erhalten als solche Firmen, die bei jeder Delle in der Umsatz/Gewinn/Rendite-Kurve sofort von Analystenscharen heruntergestuft werden. Passiert dies, kann es vorkommen, dass sich die Kapitalgeber zurückziehen, der Aktienkurs sinkt, es kommen die bösen Heuschrecken oder auch Konkurrenten, übernehmen Deinen Laden, zerschlagen Dich, schliessen Dich oder machen andere unangenehme Dinge mit Dir. Auf jeden Fall ist dies kein erstrebenswerter Zustand.

Die Beurteilung dieser Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge überlasse ich jedem selber.

Trigema ist für mich immer noch ein zweischneidiges Schwert.
Die Tesktilbranche war so lange ich denken kann noch nie sehr
gut bezahlt (zumindest nicht die Näherinnen) Miene Oma hat
zwischendurch mal Puppen und Stofftiere für eine Firma genäht
und die Oma von meinem damaligen Freund hat irgendwo nach dem
Krieg vorübergehend Unterwäsche im Akord zusammen genäht.

Na ja, seit dem sind ja auch ein paar Jahre vergangen. Dafür haben wir doch jetzt Osteuropäer und Asiaten. Die machen das so lange bis sie das Wohlstandsniveau der westlichen EU von 1190 erreicht haben und beauftragen dann uns mit diesen niederen Aufgaben, bis wir es dann irgendwann nach Afrika outsourcen, wenn die Bevölkerung dort als Probanden für neue Waffentechnologei und Biochemie ausgedient und selbiges noch dazu überlebt hat.

Die Tätigkeit ist anstrengend und sehr belastend für die Augen.
Wenn man mal vergleicht, dass ein T-Shirt, egal von welcher
Marke im Ausland hergestellt inklusive VErsand so um die
30-50ct kostet, dann ist der Preisdruck schon
entsprechend…

Ja, aber sollen wir deshalb alle die häßlichen Trigema Shirts von dem unsäglichen, dauergebräunten Herrn Grupp kaufen (Achtung: tendenziöse Aussage)

Daher versuche ich, wenn möglich
T-shirte etc. so weit sie zur Gaderobe passen z.B. bei Trigema
zu kaufen und achte auch bei anderen Konsumgütern darauf, wo
sie hergestellt werden.

Das ehrt Dich.

Eine andere Diskussion wäre es auch mal wert, zu überlegen, ob
die Gehälter hier manchmal nicht falsch verteilt sind. Wenn ne
polnische Putzfrau ohne Ausbildung für die Stunde 10 Euro
netto haben will, dann frage ich mich doch in welchem Film ich
bin. Schließlich muß ich die Dame noch versichern und habe
alle Pflichten eines Arbeitgebers etc… Haben spaßeshalber
mal den Lohn von uns durchgerechnet und kommen, bei
Berücksichtigung aller Überstunden die der Job so mit sich
bringt auf ca.12,50 Euro netto. Da fragt man sich dann, wozu
man studiert hat…und putze seit dem wieder selbst.

Bravo, dann frag Dich doch einmal warum diese Damen, warum eigentlich nur polnische, offenschtlich 10¬ verlangen können.
a. weil es niemand anderes zu diesem Preis machen will oder
b. weil wir immer noch zu weil Geld verdienen oder
c. ???

Ich wundere mich vor allem, solche Aussagen von einer Unternehmensberaterin zu hören.

Viele Grüße
C.

Hallo zurück,

denke, dass ich hier nichts durcheinander werfe und tatsächlich Familie Henkel und BMW in Bezug auf AGs im Hinterkopf hatte ;o) Kam vielleicht nicht ganz deutlich rüber, hatte aber mein letzter Diskussionspartner verstanden ;o)Wollte damit eigentlich nur sagen, dass auch durchaus AGs, wenn sie Familiengeführt sind (durch Mehrheit, Management etc) auch sozial sein können und dennoch sehr erfolgreich am Markt auftreten können. Wollte mich jetzt hier nicht dazu hinreißen lassen, in welcher Form die Familien da Einfluß haben.

Schau Dich mal in der Chemie um, da werden gerade sehr viele Unternehmen von Kapitalgebern zerlegt und da leiden die MAs sehr drunter. Leider sehen viele Aktionäre und Manager häufig nur ihren kurzfristigen persönlichen Erfolg. Wurde ja auch in der letzten Zeit auf politischer Ebene ausführlich diskutiert, und soll hier nicht weiter bewertet werden.

Ansonsten zum Thema Putzfrau: Irgendwer ist halt immer so blöd und zahlt die 10 Euro, weil die Damen halt schwarz beschäftigt sind. Würde ich offen gesagt vermutlich auch machen, habe aber meine Firma dran hängen und dann gibt es für mich kein Entrinnen, wenn das auffliegt, weil ich keinem Versicherungsmitarbeiter klar machen kann, dass ich das mit der Anmeldung nicht wuße, schließlich berate ich meine Kunden dahingehend…

Das aktuelle Preislevel ist aber für sehr viele meiner Kunden tatsächlich ein Problem. Die sehen den Marktpreis einer solchen Kraft etwas realistischer und haben Probleme den Damen klar zu machen, dass sie mit Versicherung etc. einfach so zu teuer sind… Übrigens als Vergleich: Eine Hauswirtschaftlerin die für einen ambulanten Pflegedienst arbeitet (also genau das Gleiche wie ne Putzfrau macht) verdient im Rhein-Main-Gebiet 7,50 Euro brutto!!! In Berlin arbeiten die Damen zum Teil für 6,50 Euro. Hierbei handelt es sich überwiegend um deutsche Arbeitskräfte.
Rechne mal die 10 Euro schwarz bei nur 30 Stunden und 4,5 Wochen pro Monat hoch. Da landest Du bei 1350 Euro. Zum Vergleich ein RA, der gerade seine Kanzlei eröffnet kommt netto auch nur auf 1300 Euro… (Quelle Anwaltskammer)

In Darmstadt gibt es eine Dame die selbständig ist und für 11,60 inkl. MwSt Putzt. Diesen Preis würde ich sofort bezahlen, da ich dann auch nicht den ganzen Zauber mit Versichetrung und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaub etc. etc. habe. Von den Damen gibt es aber leider zu wenige auf dem Markt…Bin ja bereit für einen fest angestellten Mitarbeiter die komplette Verantwortung zu übernehmen, aber nicht für eine Putzfrau, die alle zwei Wochen für 2 Stunden meine private Wohnung säubert.

Habe mir daher schon ernsthaft überlegt, ob ich nicht nen Pflegedienst anheuern soll. ;o)

Hi,

Schau Dich mal in der Chemie um, da werden gerade sehr viele
Unternehmen von Kapitalgebern zerlegt und da leiden die MAs
sehr drunter. Leider sehen viele Aktionäre und Manager häufig
nur ihren kurzfristigen persönlichen Erfolg. Wurde ja auch in
der letzten Zeit auf politischer Ebene ausführlich diskutiert,
und soll hier nicht weiter bewertet werden.

Wobei ich diametral entgegengesetzter Meinung von Hr. Müntefering bin!

Das aktuelle Preislevel ist aber für sehr viele meiner Kunden
tatsächlich ein Problem. Die sehen den Marktpreis einer
solchen Kraft etwas realistischer und haben Probleme den Damen
klar zu machen, dass sie mit Versicherung etc. einfach so zu
teuer sind… Übrigens als Vergleich: Eine
Hauswirtschaftlerin die für einen ambulanten Pflegedienst
arbeitet (also genau das Gleiche wie ne Putzfrau macht)
verdient im Rhein-Main-Gebiet 7,50 Euro brutto!!! In Berlin
arbeiten die Damen zum Teil für 6,50 Euro. Hierbei handelt es
sich überwiegend um deutsche Arbeitskräfte.
Rechne mal die 10 Euro schwarz bei nur 30 Stunden und 4,5
Wochen pro Monat hoch. Da landest Du bei 1350 Euro. Zum
Vergleich ein RA, der gerade seine Kanzlei eröffnet kommt
netto auch nur auf 1300 Euro… (Quelle Anwaltskammer)

Warum arbeiten die nicht als Putzfrau/mann wenn es so lukrativ ist?

Gruß
C.

Hi Alexandra,

finde Deine Ansaetze sehr gut nachvollziehbar.
Muss Dir aber widersprechen, was Deine Ansicht bzgl. T-Shirts angeht.
Ein Shirt fuer 30-50ct inkl aller Kosten ist
a) totaler Schrott: d.h. es ribbelt, hat Azo-Farbstoffe drin, geht nach der ersten Waesche kaputt etc.pp.
b) gibt es nicht. Sicherlich betraegt der Anteil der Transport-Kosten bei Textilien nur ein paar ct (je nachdem, wo ich es herbringe, zwischen 5ct-20ct). Wenn wir ueber tragbare Qualitaet reden, bin ich bei mind. 1 Euro, trotz Wegfall der Import-Quoten.

SCNR

G