AG + GmbH + Kredit

Hallo,

wir wollen demnächst unser Einzelkaufmann in eine GmbH umwandeln.
Wir sind knapp 2,5 Jahren auf dem Markt.

Unsere Bank sagt wenn wir in der Existenzgründung sind dann sind die Kredite sehr schwer zu bekommen.Erst nach 3 jahren sind wir raus aus der Existenzgründung dann ist es auch leichter je nach Gewinn einen Kredit zu bekommen. Aber jezz fängt das Problem wieder an.Wenn man ne GmbH gründet dann ist man wieder in den Existenzgründer jahren (aalso nochmal 3 jahre).

Nun die Fragen:
1.Wie kann man noch einen Kredit bekommen?
2.Kredit vom Staat (fördergelder,förder Kredite)aber wie ?
3.Kann man eine GmbH und dazu noch AG??Oder darf man eins von beiden ?
4. Wie funktioniert die AG?
5.Verkauft man Aktien mit der AG auch wenn man erstmal klein ist
6.Wie ist die Abrechnung der Verkauften Aktien ? Alles zu uns oder was passiert noch ?

Danke
Laleoglu

Hallo Laleoglu,

auch wenn das jetzt harsch klingt:
Such Dir bitte für dieses Unterfangen einen wirklich guten Berater, der ruhig auch ein bischen Geld kostet (für Kleinunternehmen gibt es für Beratungen ggf. Zuschüsse vom Staat, z.B. die IHK kann Dir da weiterhelfen). Ich habe bei Deinen Fragen nicht den Eindruck, dass Du auch nur die Basis-Kenntnisse besitzt, die für eine Entscheidung bzgl. einer Gesellschaftsform notwendig sind und es kann tatsächlich sein, dass eine Kapitalgesellschaft mit allen ihren Nachteilen(!) für Kleinunternehmer das falscheste ist, was Du derzeit machen kannst.

Nebenbei: Die Fördergelder des Staates werden über Deine Hausbank vergeben, wenn also Deine Hausbank sich quer stellt, hat dies entweder seinen Grund in Deinen bisherigen Zahlen oder Du hast die falsche Bank…

Gutgemeinte Grüße
Jürgen

Hallo …

der Bankberater hat Ihnen Blödsinn erzählt !

Öffentliche Fördermittel können Sie, je nach Programm, zu fast jedem Zeitpunkt beantragen.

Für die Hausbank liegt die Crux immer darin, dass sie an diesen Krediten fast nichts verdient und von daher stets bemüht ist, eine Vergabe von öffentlichen Mitteln zu verhindern.

Um ja keine Zinsverluste hinnehmen zu müssen, werden Kredite dann nur sehr zögerlich erweitert und nur dann, wenn Mutti und Vati, Tante und Onkel, Oma und Opa als Bürgen mit unterzeichnet haben, um das Ausfallrisiko für das eigene Institut zu minimieren.

Lassen Sie sich von der Bank nicht ins Bockshorn jagen, machen Sie ein vernünftiges Konzept und legen Sie der Hausbank einen, maximal zwei Finanzierungsvorschläge vor, die die Hausbank prüfen soll.

Zweckmäßigerweise einen Vorschlag mit einem öffentlichen Darlehen und einen zweiten Vorschlag mit einer Ausfallbürgschaft, je nach Bedarf „Bürgschaft ohne Bank“.

Der Sinn, der dahintersteckt ist folgender:

Bei einem öffentlichen Darlehen „verdient“ die Hausbank nur sehr wenig, bei einer Ausfallbürgschaft werden die Zinsen von der Bürgschaftsbank in der Höhe gedeckelt, d.h. der derzeit marktübliche Zinssatz darf nicht überschritten werden, wobei die Hausbank den fast vollen Zinssatz vereinnehmen darf, also wesentlich lukrativer als bei einem öffentlichen Darlehen.

Die Hausbank weiss allerdings auch, dass die Konkurrenzinstitute gerne einen Gründer auf-/übernehmen, der mit einer Ausfallbürgschaft nachfragt und somit können Sie die Hausbank ggf. wieder „auf Spur“ bringen, weil Sie befürchten muss, dass Sie mit der Ausfallbürgschaft problemloser eine neue Bank finden.

Es sei aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass solche Modelle immer nur dann funktionieren, wenn es sich um ein Unternehmen handelt, dass Gewinne erwirtschaftet und nicht kontinuierlich Anlaufverluste vorfinanziert werden müssen !

Zu GmbH oder AG kann man nichts sagen, weil Sie nichts über den Geschäftsgegenstand und den Geschäftsumfang gesagt haben.

MfG
BEBOUB
http://www.1-2-3-Businessplan.de

Hi,

Öffentliche Fördermittel können Sie, je nach Programm, zu fast
jedem Zeitpunkt beantragen.

Für die Hausbank liegt die Crux immer darin, dass sie an
diesen Krediten fast nichts verdient und von daher stets
bemüht ist, eine Vergabe von öffentlichen Mitteln zu
verhindern.

ja, es ist schon erschreckend, daß Banken so denken wie ihre Kunden, nämlich Geld verdienen wollen. Eklig!

Um ja keine Zinsverluste hinnehmen zu müssen, werden Kredite
dann nur sehr zögerlich erweitert

Großzügige Kreditlinien bedeuten in einer frühen Unternehmensphase den sicheren Untergang. Insofern ist eine zögerliche=bedarfsgerechte Kreditvergabe sinnvoller, als das Austeilen mit der großen Kelle.

und nur dann, wenn Mutti und
Vati, Tante und Onkel, Oma und Opa als Bürgen mit
unterzeichnet haben, um das Ausfallrisiko für das eigene
Institut zu minimieren.

Auch hier ein deutliches Pfui Bah auf die Banken. Daß die ihre Kohle (oder war es die Kohle der Kapitalgeber? hm…) zusammenhalten wollen, ist wirklich schäbig.

Lassen Sie sich von der Bank nicht ins Bockshorn jagen, machen
Sie ein vernünftiges Konzept und legen Sie der Hausbank einen,
maximal zwei Finanzierungsvorschläge vor, die die Hausbank
prüfen soll.

Genau. Nichts macht sich besser als ein junger Unternehmer, der offensichtlich über nur begrenzte betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügt, der Bank maximal zwei Finanzierungsvorschläge vorwirft und ihr die Wahl zwischen „friß oder stirb!“ läßt. Gesundes Selbstbewußtsein gepaart mit Beratungsresistenz und Futterneid sind die beste Ausgangsposition für derartige Verhandlungen.

Gruß,
Christian