Liebe Experten,
mein Umfeld und ich leiden massiv unter meinen Wutanfällen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich würde meiner Familie und auch sonst niemandem gegenüber körperlich etwas tun. Absolut nicht. Jedoch merke ich immer wieder, dass ich schon wegen Kleinigkeiten sehr laut werde. Den Umständen nicht angemessen. Im Nachhinein plagt mich dann das schlechte Gewissen. In den besagten Momenten jedoch habe ich meine Stimme und das was ich sage nicht unter kontrolle. Würden Sie zu einer Psychotherapie raten?
Liebe Grüße, Fabian
Hallo Fuhlmen,
also so pauschal läßt sich das eigentlich nie beantworten, Möglichkeiten wären natürlich eine Therapie zu machen:
Verhaltenstherapie (Konditionierungsprozess), dort lernen Sie ein Um-Verhalten, allerdings wenn Sie wirklich tiefer sitzende Aggressionen haben sollten, werden die damit bloß gedeckelt. Keine wirkliche langfristige Lösung, im Gegenteil der Kessel könnte dann auch irgendwann unverhofft überkochen.
Psychoanalyse, da geht es halt sehr in die Tiefe, dass dauert natürlich auch seine Zeit und natürlich ist auf der anderen seite die Frage wie tief man wegen der Sache seine Hose runterlassen möchte.
Eine andere Möglichkeit, wäre ein Coaching um schnell zu durchleuchten, was läuft in meinem Leben so wie es soll, was sind Reizpunkte, wo muss ich den Weg ins Hier und Heute finden (manchmal nagen ja noch so kleine Energiefresser und Nerverlein aus der Vergangeheit an uns). Und da weiterführend vielleicht ein Emotions Coaching, einmal ruhig die Wut bewußt machen, rauslassen und verarbeiten. Sie ist ja da also warum wegdiskutieren wollen. (Bsp. Wingwave Emotions Coaching)
Eine weitere oder unterstützende Möglichkeit, die auch gar nicht viel kostet, ein bis zweimal in der Woche zum Boxtraining gehen, dass baut Stress und Aggressionen ab. Wenn Sie sich dort ausgepowert haben dann haben Sie zuhause gar keine Lust mehr zu schreien 
So das wären die Möglichkeiten, Sie kenne Ihre persönliche Historie und Ihre aktuelle Lebenssituation am Besten, folglich sind Sie für sich selbst der beste Ratgeber. Entscheiden Sie sich, probieren Sie aus was Sie weiterbringen kann. Viel Erfolg!
Eine
Hallo,
durchaus kann Psychotherapie bei der Aggressionsbewältigung helfen, alternativ gibt es Anti-Aggressionstrainings - meist in der Gruppe, dort lernt man alternative Strategien und Verhaltensweisen, aber auch was genau die Auslöser sind usw.
Auf jeden Fall finde ich es sehr gut und mutig, dass Sie das angehen wollen - und wünsche Ihnen viel Erfolg!
viele Grüße
Abira
Liebe Experten,
mein Umfeld und ich leiden massiv unter meinen Wutanfällen.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich würde meiner
Familie und auch sonst niemandem gegenüber körperlich etwas
tun. Absolut nicht. Jedoch merke ich immer wieder, dass ich
schon wegen Kleinigkeiten sehr laut werde. Den Umständen nicht
angemessen. Im Nachhinein plagt mich dann das schlechte
Gewissen. In den besagten Momenten jedoch habe ich meine
Stimme und das was ich sage nicht unter kontrolle. Würden Sie
zu einer Psychotherapie raten?
Psychotherapie ist ja ein sehr dehnbarer Begriff - es gibt -zig Varianten - aber so wie ich die Situation verstehe, könnten eine Gesprächs- oder Verhaltenstherapie hier vermutlich hilfreich sein.
Liebe Grüße, Fabian
Hallo Fabian,
Eine Psychotherapie kann in Ihrem Fall bestimmt hilfreich sein. Es gilt herauszufinden, wieso Sie so aggressiv reagieren; worin liegt die Wurzel der Aggressionen. In jeder Stadt gibt es mehrere niedergelassenen Therapeuten. Hat der Therapeut eine Kassenzulassung, wird die Therapie von der Krankenkasse übernommen. Es kann allerdings sein, dass Sie einige Zeit auf einen Therapieplatz warten müssen.
In der Zwischenzeit können Sie auch selbst schon etwas tun. Wenn Sie wieder mal aggressiv reagieren überlegen Sie sich, was der wahre Grund sein könnte. Stehen Sie z.B. auf der Arbeit unter Druck/Stress? Nehmen Sie unbedingt Abstand von ihrer Familie, wenn Sie merken, dass Sie aggressiv werden. Gehen Sie spazieren oder verschanzen Sie sich in einem ruhigen Zimmer. So können Sie sich wieder unter Kontrolle bringen. Eventuell hilft es Ihnen die Wand anzubrüllen oder in ein Kissen zu boxen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute
Hallo Fabian,
wenn Sie den Wunsch haben, etwas an ihrem Verhalten zu ändern - ist eine ambulante Psychotherapie grundsätzlich eine geeignete Möglichkeit um dies zu erreichen.
So wie Sie es beschreiben, handelt es sich um verbales aggressives Verhalten, d.h., auch wenn keine körperliche Gewalt im Spiel ist, kann man gleichwohl von Aggression sprechen.
Es gäbe auch die Möglichkeit, an einem sog. Anti-Aggressionstraining teilzunehmen. Allerdings wären Sie dort wahrscheinlich im Kreise von Menschen, die auch vor körperlicher Gewalt nicht zurückschrecken. Da das bei Ihnen nicht der Fall ist - wäre eine Einzeltherapie vermutlich besser geeignet.
Mein Rat lautet also:
Suchen sie sich einen ambulanten Psychotherapeuten, dem Sie das Problem schildern. Therapeuten mit Kassenzulassung können bis zu 5 sog. Probesitzungen durchführen, bevor (von beiden Seiten) die Entscheidung getroffen wird, eine Therapie zu beginnen oder nicht.
Er/sie wird Sie also im Rahmen dieser Probesitzungen befragen und mit Ihnen besprechen, wie in dem konkreten Fall vorzugehen wäre.
Erwarten Sie aber keine schnelle Hilfe. Psychotherapie bedeutet immer Änderung von Verhaltensweisen, die sich meist über längere Zeiträume eingestellt und verfestigt haben. Das geht nicht über Nacht, sondern erfordert Zeit und Mühe. Darum erstreckt sich eine Psychotherapie zumeist über mind. 25 Stunden, meist mit einer Sitzung/Woche - also insgesamt ca. 1/2 Jahr. Bei Bedarf kann eine Therapie auch verlängert werden.
Ich wünsche viel Erfolg dabei.
Mit besten Grüßen
Volker
Hallo Fabian,
wenn Du selbst darunter leidest, kann Psychotherapie sehr sinnvoll sein. Bei der Suche empfehle ich Dir aus eigener Erfahrung, darauf zu achten, dass der Mensch, bei dem Du Hilfe suchst, Dir auf Anhieb sehr sympathisch ist. Bei jeder Psychotherapie gibt es zwangsläufig auch schwierige Momente und dann ist es gut, wenn am Anfang eine gute Stimmung besteht, auf die man zurück kommen kann.
Und vor allem: Lass Dir Zeit dabei.
Viel Glück
Werner
-wärmstens-
Hallo Fabian,
so wie Du es andeutest, verstehst Du selbst nicht, warum Du in dieser starken Weise wütend wirst, d.h. die Intensität scheint in keinem rechten Verhältnis zum Auslöser zu stehen. Du reagierst ja nicht aus „Bosheit“ so, sondern weil irgendetwas in Dir „KLICK“ macht, dann wird es vermutich kaskadenartig ablaufen und hinterher bist Du bedripst, weil Du das alles gar nicht wolltest.
Das ist erstmal meine Vermutung, doch nun meine Fragen: Passiert das häufig? D.h. mehrmals am Tag oder in der Woche? Wird Dein Verhalten von Deiner Familie als eine ernsthafte Belastung angesehen? Leidest Du unter Deinem Verhalten so sehr, daß Du es unbedingt „abstellen“ möchtest?
Wenn Du schon eine der drei Fragen ehrlich mit „Ja“ beantworten kannst, solltest Du unbedingt eine Therapie machen (bei einem „Ja“ auf alle drei auch dringend) . Sie kann und sollte Dir helfen a) Dich zu verstehen und b) sich zu ändern und zwar ganz konkret!
Ich denke, so lange Du nicht verstehst, was da genau IN DIR abläuft, wird sich das Ganze in der Form wieder holen und es wird Frust, Trauer und Beschämung auf allen Seiten geben. Eine Therapie kann Dir dabei helfen zu verstehen und zu ändern. Ich selbst habe schon einige Menschen mit zu großer Wut behandelt, daher kenne ich Dein Problem glaube ich ganz gut. Ich würde Dir zu einer Verhaltenstherapie raten, sie ist problem- und lösungsorientiert.
So, ich hoffe, ich konnte weiterhelfen?
Gruß die Autorin
Liebe Experten,
mein Umfeld und ich leiden massiv unter meinen
Würden Sie zu einer Psychotherapie raten?
Liebe Grüße, Fabian
Ja.