Agoraphobie und Medikamente

Ich habe eine leichte Form von Angoraphobie. ich wage mich noch aus dem Haus ab und zu aber komme im Alltag kaum klar. Die Ängste und Panik die mich jede Sekunde begleitet wenn ich das Haus verlasse frißt mich auf.
Eine zeit lang nahm ich dafür Medikamente aber setzte sie selbst ab. Hauptsächlich weil ich keine linderung verspürte. Auch da ich eine 20 jährige Drogenabhängigkeit hinter mir habe und seit 3 Jahren clean bin… habe ich angst durch diese Sache in eine Medikamentenabhängigkeit zu geraten.
Bin hin und her gerissen und stelle mir die Frage was besser ist für mich ?
Medikamentöse Behandlung(Lyrica usw !!!) u mich aufgeben oder kämpfen mit Psychotherapie u ohne Medikamente…aber Risiko eines Drogenrückfalls ??

Vielleicht hat jemand Tips wie ich mit diesen Ängsten im Alltag umgehen kann ??

[MOD Jule: Titel archivtauglich gemacht]

Hi Vivian,

Eine zeit lang nahm ich dafür Medikamente aber setzte sie
selbst ab. Hauptsächlich weil ich keine linderung verspürte.

Aber hoffentlich unter der Aufsicht eines Arztes?

Bin hin und her gerissen und stelle mir die Frage was besser
ist für mich ?

Wenn Du durch die Tabletten keine Linderung verspürt hast, das macht es wohl keinen Sinn, sie zu nehmen. Also ist diese Frage eigentlich obsolet.

habe ich angst durch diese
Sache in eine Medikamentenabhängigkeit zu geraten.
Medikamentöse Behandlung(Lyrica usw !!!)

Ich hab jetzt mal nach Lyrica gegooglet und es wird diesem Medikament doch ein hohes Suchtpotential attestiert.

Weiß Dein Arzt nichts von der Drogenabhängigkeit? Und wenn ja, wieso verschreibt er Dir dann ein solches Medikament?

und mich aufgeben

Sich aufzugeben ist nie ne gute Lösung :wink:

oder kämpfen mit Psychotherapie

Bist Du denn in Therapie? Davon schreibst Du nichts.

und ohne Medikamente…aber Risiko
eines Drogenrückfalls ??

Ohne Medikamente mit Suchtpotential (!) verringert sich die Gefahr des Drogenrückfalls - unterstützt von einer Therapie sowieso.

Vielleicht hat jemand Tips wie ich mit diesen Ängsten im
Alltag umgehen kann ??

Also nochmal die Frage zu dem Arzt. Irgendwie kommt der hier nicht vor und übers I-Net kann Dir kein Mensch einen sinnvollen Vorschlag machen.

Ich kenne mich mit Ängsten nicht aus - aber mit Sucht. Bedenklich stimmt mich deshalb Deine Sorge um den Drogenrückfall: Meist ist es so, wenn man diese Ängste davor schon im Kopf formuliert, öffnet man sich schon die Hintertürchen und ist häufig schon kurz davor.

Gehst Du in eine SHG für Drogenabhängige oder Menschen mit Angsterkrankungen? Das würde ich Dir - neben dem Gespräch mit Arzt und Therapeuten - bedenkenlos empfehlen.

Gruß,
Anja

Agoraphobie
Hallo!

Zunächst dachte ich „wie interessant, da mag jemand keine Kuschelpullis“, aber aus dem Text ging ja dann die Problematik hervor.

Ist das tatsächlich eine Agoraphobie - oder sind es „nur“ Panikattacken?

Dagegen kann man gut etwas unternehmen, u.a. mit einer (Verhaltens/Konfrontations)Therapie, aber auch mit angstlösenden, nicht abhängig machenden Medikamenten.

Wende Dich an den behandelnden Arzt/Therapeuten und teil ihm Deine Sorgen mit, denn Deine Ehrlichkeit ist ganz wichtig für die weitere Behandlung!

Angelika

na ja Psychologen nennen es so… manche nur Angststörung… manche Angstzustände mit Panikattaken… es ist schwer zu deuten bei mir denke ich. is aber echt so das um so weiter ich von zuhause weg bin oder laufe…um so schlechter gehts mir. Bin sobald ich das Haus verlasse in einer Art dauer Alarmbereitschaft mit Herzrasen usw. panikattaken hab ich dann erst wenn ich mich zusätzlich einer Situation stelle wie in einen vollen Einkaufsladen gehn und an der kasse stehn oder ähnliches.

erstmal DANKE… du bist die erste Person die sich anständig mit mir über meinen Sorgen auseinandersetzt.
Also über meine Jugend Kindheit und erachsenen Alter wurde ich oft mit ins Krankenhaus gebracht wg verschiedene Symptome…Herzprobleme,Atemnot,Krampfanfälle und und und. im KH stellte sich immer herraus das ich gesund bin und nur eine Panikattake hatte.Als ich ca 20 Jahre war stellte endlich ein Arzt diese psychische Störung fest.Ich war lange in Reha u beginne eine weitere ambulante Behandlung wg meiner Sucht. Auch von diesen Therapeuten wurde mir geraten eine Verhaltenstherapie zu machen. Leide habe ich im Raum Stuttgart noch niemand gefunden der Platz frei hat oder ich vertrauen empfinde. Vor zwei Jahren hatte ich schon begonnen eine Verhaltenstherapie zu machen bevor der Drogentherapie u hat mir auch etwas geholfen. Nur die Medikamente. Teilweise ist es glaub auch so das ich sogar Angst habe Medikamente zu nehmen. Ich bekam ein Medikament wo erst nach 6 Wochen die Wirkung eintritt. War aber zu dem Zeitpunkt aber auf meinem gefühlten Höhepunkt dieser Erkrankung. Selbst in geschützen Räumen hatte ich ständige Angstzustände.Also bekam ich Tavor für 6 Wochen u das half mir mehr als das andere. Da aber Tavor u Diazepam noch schlimmeres Suchtpotenzial haben… entschied er mir Lyrica zu geben.Was mir noch besser half als alles andere vorher oder wo ich parallel schon nahm. Mein Arzt kennt meine Vorgeschicht aber sah keine andere Lösung. Letztes Jahr setzte ich alles ab da ich mich überschätzt habe einfach.Und ohne mein Arzt vorher zu sprechen.Hatte erst keine Probleme… aber als ich die Reha verließ hatte ich einen noch schlimmeren Verhaltensrückfall …u nehme seither wieder Medikamente. Fühl mich damit aber nicht wohl. Manchmal löse ich fast eine Panikattake aus wenn ich nur eine Tablette schlucke oder nur in Mund nehme…aber erst seit ich so lange clean bin u 2007 krank war am Herzen(3fache Endokarditis).
Vielen Dank für ehrliches Interesse !!! LG

Hallo,

ob bestimmte Medikamente in deinem Fall Sinn machen oder nicht kann letzten Endes nur der Arzt entscheiden. In jedem Fall ist aber eine (begleitende) Therapie angesagt, denn Medikamente machen dich zwar im günstigsten Fall handlungsfähig, lösen aber dein Problem nicht.

Heißt: Begib dich in die Hände eines medizinischen Psychotherapeuthen oder Psychiaters und pack das Ganze therapeutisch an, bevor du dich nicht mehr aus der Wohnung traust.

Von Selbstversuchen mit Medikamenteneinnahme und willkürlichem Absetzen würde ich eher abraten.

Schöne Grüße,
Jule