Hallo Gisela,
herzlichen Glückwunsch zum Enkelchen erstmal,
…
vor einer Woche wurde unser Enkel geboren, schwierige Geburt,
schwieriger Verlauf nach der Geburt (Streptokokken-Infektion,
hohes Fieber bei der Mutter, mittleres Fieber beim Kind).
Allerdings ganz gut in den Griff bekommen mit Penicillin.
Nun allerdings meine Frage.
Das Kind wurde blau geboren, hat sich kaum bewegt, wurde
abgesaugt und bekam Sauerstoff.
Im Mutterpass, den meine Tochter heute zum ersten Mal nach der
Geburt wieder sah, steht beim
- Wert nichts, der
- und 3. Wert ist 9 und 10.
Außerdem ist vermerkt, das Fruchtwasser sei „grün“ gewesen.
Das deutet alles darauf hin, daß bei dem Neugeborenen im Verlauf der langen Geburt der Sauerstoff knapp geworden ist. Die Grünfärbung bedeutet meißt, daß beim Kind im Uterus Stuhl abgegangen ist (der ist grün - Gallefarbstoff), bedingt durch eine Erhöhung der CO²-Konzentration im Blut.
Interessant wäre hier noch der pH-wert des Nabelschnurblutes.
Bei so einer Geburt muß alles am Schnürchen laufen (z.B. muß sofort abgesaugt werden, Sauerstoff muß laufen, Reanimationsbetreitschaft etc.), gerade wenn es noch zusätzliche Faktoren gibt (Infektion etc); so kann ich mir zB erklären, daß sich niemand groß mit dem ersten APGAR-Wert aufgehalten hat (auch wenn der natürlich interessant wäre, aber manchmal kann man halt nicht alles haben).
Der zweite Wert nach fünf (9 von 10) und der dritte (10 von 10) zeigen aber an, daß sich Euer Enkelchen recht gut angepaßt hat.
Sauerstoffmangel wird über kurze Zeit von den Neugeborenen recht gut vertragen und es sind dann meißt keine Langzeitschäden zu befürchten.
Längerdauernder Sauerstoffmangel schädigt in erster Linie Nervenzellen, so daß die Ärzte im Krankenhaus und später der Niedergelassene darauf achten werden, wie sich das Kleine bewegt, ob die Reflexe ok sind etc, ich könnte mir auch vorstellen, daß das Gehirn mit Ultraschall durch die Fontanellen hindurch untersucht wird, um grobe Hirnschädigungen auszuschließen. Im weiteren Verlauf wird man auch v.a. auf den neurologischen Verlauf achten. Aufpassen würde ich auf „symmetrische“ Bewegungen, d.h., wenn sich beide Ärmchen und/ oder Beinchen über längere Zeit im „Gleichtakt“ bewegen. Wenn das Baby Fieber hat, würde ich lieber einmal zuviel zum Kinderarzt gehen, weil sich die Bereitschaft für einen Fieberkrampf erhöht haben könnte.
Und im weiteren würde ich mal ganz gelassen die weiteren Vorsorgeuntersuchungen durch den Kinderarzt abwarten (die U2 wird wohl zur Entlassung fällig werden, die U3 dann in drei Wochen).
Viel Spaß mit dem Kleinen,
Chris