Agressieves Verhalten bei Kleinkinder

hallo!
Mein Sohn ist 19 Monate alt und seit ein paar Wochen habe ich „ziemliche“ Probleme mit ihm.
Immer wenn ich ihm etwas verbiete oder ihm etwas nicht passt, schlägt er um sich wie ein wilder! wenn ich mit ihm alleine bin und er haut mich, sage ich er soll aufhören und dann haut er irgendwas andres, was gerade im Weg ist. Wenn ich mit ihm unter leute bin, hört er überhaupt nicht und führt sich noch schlimmer und agressiever auf als zu Hause!
Kann mir jemand sagen, was ich in so einer Situation machen soll, wie ich mich verhalten kann?
ich weiß mir keinen Rat!
lieben Dank im vorraus!

liebe Grüße melanie!

Hallo Melanie,

hmmm - ich hab ja nun selber so überhaupt keine Erfahrung im Erziehen von Kindern. Aber meine Mama sagt immer, daß die Agressionen irgendwo rausmüssen. Das heißt - macht ne Kissenschlacht im Bett, geht an den nächsten Fluß zum Steine werfen (ins Wasser, natürlich *g*), geht ins Schwimmbad (notfalls Badezimmer, wenn Du eh wischen mußt) und macht ne Wasserschlacht. Oder treib ihn auf den Spielplatz bis er k.o. ist… Egal was, Hauptsache irgendwie austoben.
Keine Ahnung ob das was hilft, bei mir ist es der Überlieferung nach so gewesen *g*

Liebe Grüße auch an den Kleinen :smile:

Petzi

Hallo Melanie,

zuerst einmal: sei konsequent. Stehe zu dem was du sagst. Wenn etwas „Nein“ ist, dann bleibt das auch so. Ziehe es durch und kaufe ihm z.b nicht doch den Lolli an der Kasse, weil er so laut brüllt.
Dein Sohnemann hat erkannt, das er sowohl verbal als auch mit seinem Körper dinge verändern kann. Nun braucht er neue Grenzen. Gib sie ihm.
Menschen werden dich rabenmutterbetitteln anschauen. bleibe ruhig und stehe dazu. sobald zu zögerst merkt das sogar ein 19 jähriges Kind!!!

Buchhtip: Kinder brauchen Grenzen von Uwe rogge)

  1. dich schlagen ist tabu. Du haust nicht - denke ich mal- dann hazt er auch dich nicht, bzw. umgekehrt. Halte seine Hände in so einem Moment fest, schaue streng und sage „Nein“.
    Versuche ihm nähe und liebe zu vermitteln, wenn ihr 2 keinen Zoff hat. Dann spürt er: Mama hat mich lieb, so wie ich bin, aber das gerade war nicht ok, was ich getan habe.
    Die Wut spielerisch rauslassen können ist manchmal nicht ganz einfach. Wie lange dauert es, bis man im Schwimmbad, oder im Bad ist.(grins)
    Nimm ihm ernst in seinen Wünschen und Bedürfnissen und vermittel ihm das.
    Gewisse Dinge verlangen einfach ein „Nein“ das klar und einfach geäußert werden muß. Er bekommt natürlich frust, der auch rausdarf, aber nicht mit hauen.
    Ich arbeite in einer Kindergemeinschaftsgruppe (1-9 Jahren, 36 Kinder)
    Laß dich persönlich nicht ärgern, bleibe cool.
    Dann schaffst du auch diese „Grenzensuchenphase“

Alles Gute und viel Erfolg
Ynnette

hallo!

Mein Sohn ist 19 Monate alt und seit ein paar Wochen habe ich
„ziemliche“ Probleme mit ihm.
Immer wenn ich ihm etwas verbiete oder ihm etwas nicht passt,
schlägt er um sich wie ein wilder! wenn ich mit ihm alleine
bin und er haut mich, sage ich er soll aufhören und dann haut
er irgendwas andres, was gerade im Weg ist. Wenn ich mit ihm
unter leute bin, hört er überhaupt nicht und führt sich noch
schlimmer und agressiever auf als zu Hause!
Kann mir jemand sagen, was ich in so einer Situation machen
soll, wie ich mich verhalten kann?
ich weiß mir keinen Rat!
lieben Dank im vorraus!

liebe Grüße melanie!

Hallo Melanie!
Ynette hat völlig recht: Kinder brauchen Grenzen und versuchen sie ständig zu verändern. Mein Sohn (6) hatte mit 1,5 bis 4 Jahren auch solche Attacken. Heute treten seine Wutausbrüche nur noch sehr selten auf und er kann inzwischen gut mit seinen Gefühlen umgehen. Damals allerdings - ich denke nur sehr ungern daran zurück - war’s allerdings sehr schwer mit ihm, besonders wenn wir unterwegs waren. Meistens ließ er sich überhaupt nicht beruhigen und es half nur eine „kalte Dusche“, d.h. mit einem kalten Waschlappen über Gesicht und Nacken streichen. Dabei habe ich ihn ganz fest umarmt und ihm immer wieder gesagt, daß ich ihn sehr liebe, ganz egal was er macht. Manchmal half auch eine Auszeit in seinem Zimmer. Viel schlimmer fand ich allerdings die Reaktionen von besonders „kinderlieben“ Mitmenschen. Von „nun geben Sie ihm doch endlich den Lolly“ bis hin „der braucht mal eine richtige Tracht Prügel…“ war eigentlich alles dabei. Versuche Geduld zu haben und lass dich nicht durch Bemerkungen anderer beirren. Du kennst dein Kind am bestens, auch in schwierigen Situationen! Mir hat damals übrigens auch ein offenes Gespräch mit unserer Kinderärztin geholfen.

Wünsche dir viel Erfolg und weiterhin starke Nerven
Manuela

Hallo Melanie,

vermutlich ist es Dein einziges/erstes Kind. Es ist jetzt ein sogenanntes Trotzkopfi. Da Du aber sagst, daß er sein Getrotze schon steuern kann, und mit Öffentlichkeit merklich mehr Gas gibt als ohne, deswegen heißt es hier aufpassen!

Ganz eigentlich ist dieses Trotzen ein natürlicher Vorgang, bei dem man halt in Ruhe wartet, bis er wieder vorbei ist, egal, ob das Kind sich zu Boden wirft oder um sich schlägt - schimpfen oder so braucht man es nicht, es soll aber auch keine Vorteile von diesem Verhalten haben. Kann man das durchhalten, so ist gut.

Erreicht das Kind aber Vorteile durch sein unwillkürliches und darum unschuldiges Trotzen, so neigt es dazu, ein willkürliches, planmäßiges Trotzen zu entwickeln. Da scheint man bei Euch gerade dabei zu sein, und das kann langwierig und sehr unangenehm werden.

Es könnte sein, daß es an der Zeit ist, den Grundsatz „man darf die Mama nicht hauen (auch nicht, wenn man gerade trotzt)“, nunmehr mit einer gewissen Resolutheit zu vermitteln.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo,

das mit dem Konsequent sein und Grenzen setzen ist richtig. Es muss ja nicht gleich in Unterdrückung ausarten.
In der Öffentlichkeit Kinder lautstark zu disziplinieren, das ist nicht so mein Ding. Bei uns hats immer recht gut geklappt, wenn ich dann leise was zugeflüstert habe. Ablenkte - manchmal auch beschäftigte. Z.B. beim Einkaufen, Dinge aus dem Regal holen. Meist sind die Kids auch dann besonders „reizend“ wenn man selbst nicht gut drauf ist. Oder sich zu sehr auf anderes konzentriert.
Auch mit so kleine Knirpse kann man sich z.B. beim Einkauf prima unterhalten - dann kommt es weitaus weniger zu Aussetzern.
Auch so Sachen, wie: „Das ist hier zu teuer…“ haben mir schon über schlimme Situationen hinweg geholfen. Allerdings läuft man natürlich Gefahr, dass diese Argumente beim nächsten Mal lauthals verkündet werden. „Gell, Mama, die Schokolade kaufen wir hier nicht, die ist hier viel zu teuer.“

Alles Gute
Utemaus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo

nun ich hhabe selber noch keine Kinder, aber doch grössere Erziehungserfahrung.
Aus meinem Psychologie und Pädagogik- UNterricht weiss ich noch von negativer
Verstärkung. das heisst, Kinder die um sich schlagen und ohne ( schlimmeren)
Grund weinen und schreien, wollen dadurch aufmerkamkeit erzeugen, genauso wie
Kinder die ganz brav sind. Blos sind die Kinder die schreien und schlagen
erfolgreicher, auch wenn die Aufmerksamkeit nicht unbedingt positiv ist.
So merkt sich das Kind: ich schrei, ich schlag: ich bekomme aufmerksamkeit!!
deswegen haben wir gelernt, solches Verhalten weitgehend zu ignorieren und sich
erst wieder dem Kind zuzuwenden, wenn es sich beruhigt hat, und dann ausführlcih
lieb haben und loben.
Aus eigener Erfahrung hab ich festgestellt, das das wirklich was bringt, wenn man
die Kinder in dem Moment ignoriert.( Natürlich nur dann wenn Schmerzen, ectr.
ausgeschlossen werden können)
Das Verhalten dieser Kinder hat sich sehr geändert, einfach weil sie gemerkt
haben, das schreinen und schlagen nichts bringt.

LG
Julia
Julia

?»:Mein Sohn ist 19 Monate alt und seit ein paar Wochen habe ich

„ziemliche“ Probleme mit ihm.
Immer wenn ich ihm etwas verbiete oder ihm etwas nicht passt,
schlägt er um sich wie ein wilder! wenn ich mit ihm alleine
bin und er haut mich, sage ich er soll aufhören und dann haut
er irgendwas andres, was gerade im Weg ist. Wenn ich mit ihm
unter leute bin, hört er überhaupt nicht und führt sich noch
schlimmer und agressiever auf als zu Hause!
Kann mir jemand sagen, was ich in so einer Situation machen
soll, wie ich mich verhalten kann?
ich weiß mir keinen Rat!
lieben Dank im vorraus!

liebe Grüße melanie!

Hallo Melanie,

Mein Sohn ist 19 Monate alt und seit ein paar Wochen habe ich
„ziemliche“ Probleme mit ihm.

dafür haben Kinder eine besonders empfindliche Antennen, wenn ihr Verhalten und Tun ein Problem für Eltern ist.

Immer wenn ich ihm etwas verbiete oder ihm etwas nicht passt,
schlägt er um sich wie ein wilder! wenn ich mit ihm alleine
bin und er haut mich, sage ich er soll aufhören und dann haut
er irgendwas andres, was gerade im Weg ist.

Sobald Kinder laufen können, erweitert sich ihr Sichtfeld, und somit wächst ihre Neugier und ihre Entscheidungsfreudigkeit. Und gleichzeitig lernen sie Mauern, Hindernisse und Neins kennen, was Frust bedeutet, mit dem entsprechendem Ventil je nach Temperament. Und weil ein 1 1/2 jähriges Kind weder für Argumente zugänglich ist, noch über Lebenserfahrung verfügt, muss es schlicht und ergreifend mit Gegebenheiten (z.b. Verbote zu erfahren) zurechtkommen.

Wenn ich mit ihm
unter leute bin, hört er überhaupt nicht und führt sich noch
schlimmer und agressiever auf als zu Hause!

Zuhause geht er auf dich ein, außerhalb geht es um Machtkämpfe mit dir. Ich habe eine sehr willensstarke Tochter. Mit ihr habe ich einige Besuche kurzerhand abgebrochen. Daheim habe ich sie in ihr Zimmer gesetzt, sie toben lassen und sie dann nach einiger Zeit wieder beruhigt.

Kann mir jemand sagen, was ich in so einer Situation machen
soll, wie ich mich verhalten kann?
ich weiß mir keinen Rat!

So sind wir wieder beim Anfang meines postings: Er spürt deine Verunsicherung. Das verbessert Euer Verhältnis nicht gerade. Ich habe mir in manchen Situation ziemlich nüchtern überlegt, wann ich was warum verboten habe, dass es mir um die Sache ging, und nicht darum mein Kind klein zu schimpfen.
An den Frustgefühlen und der Verzweiflung deines Sohnes wirst du nicht herumkommen, weil es zu seiner Entwicklung gehört. Aber es zeichnet dich als erfahrene Erwachsene aus, an dem sich ein Heranwachsender hochzieht: nämlich den Überblick zu behalten, Position zu beziehen an die er sich richten muss, Eure Verbundenheit nicht an sein Tun und Lassen zu knüpfen.

Ich glaube, ich kann dir nicht wirklich raten, wie du dich verhalten sollst. Das kommt auch immer wieder auf die Situationen an. Aber ich denke, dass die Aggressionen deines Sohnes normal sind, wahrscheinlich kommen sie so schnell hoch, wie sie wieder verschwinden. So wäre ich an deiner Stelle etwas gelassener (keine Kunst, meine Kinder sind aus dem Gröbsten raus :wink:) ), mit dem Wissen, dass sich diese Phase legt, und dass Gelassenheit sich günstiger auf sein aggressives Verhalten auswirkt als Verunsicherung oder große Verärgerung.

Die Bücher von Jan Uwe Rogge kann ich ebenfalls empfehlen.
http://www.amazon.de/exec/obidos/search-handle-url/i…
gruß
grilla *diedenAutormalkennenlernendurfte*

hallo!
Mein Sohn ist 19 Monate alt und seit ein paar Wochen habe ich
„ziemliche“ Probleme mit ihm
Immer wenn ich ihm etwas verbiete oder ihm etwas nicht passt,
schlägt er um sich wie ein wilder! wenn ich mit ihm alleine
bin und er haut mich, sage ich er soll aufhören und dann haut
er irgendwas andres, was gerade im Weg ist. Wenn ich mit ihm
unter leute bin, hört er überhaupt nicht und führt sich noch
schlimmer und agressiever auf als zu Hause!
Kann mir jemand sagen, was ich in so einer Situation machen
soll, wie ich mich verhalten kann?
ich weiß mir keinen Rat!
lieben Dank im vorraus!

liebe Grüße melanie!

Hallo Melanie!

*lach* das was Du da beschreibst habe ich grad vor mir, mein Jüngster ist 16 Monate. Wenn ich an die Erfahrungen mit seinem Bruder der nun knapp 5 Jahre ist zurückdenke kann ich mich erstmal denen anschließen die Dir schreiben dass Du Ruhe bewahren sollst. Auch wenn es oft einfacher klingt als es ist. Dein Kind merkt nun dass er einen eigenen Willen hat und den wird er im Leben brauchen, auch wenn er nun lernen muß dass es Regeln gibt - zum Beispiel indem Du ihn am Schlagen durch festhalten der Hand hinderst und ernst sagst: NEIN!!
Ohne milderndes Lächeln in dieser Situation. (was mir immer sehr schwer fällt wenn ich merke dass mein Junior eigentlich bloß testet was passiert…)
Wichtig ist dass er Deine Liebe spürt, durch Aufmerksamkeit die gezielt an ihn gerichtet ist - außerhalb der Trotz-zeiten.
Allerdings hilft manchmal bloß außtoben lassen und abschätzen lernen wann der Wuthansel wieder ansprechbar ist. Kinder sind in ihren Gefühlen so sehr gefangen dass ein Wutanfall/Trotzanfall nicht zu stoppen sein kann, aber wenn er seinen inneren Sturm überstanden haben braucht er sehr viel Zuneigung und das Gefühl dass Du ihn so liebst wie er ist, auch wenn er dabei merkt dass ihm der Anfall nicht das ÜEi/Spielauto/Eis… beschert hat.

Und bitte denke dran, Dein Kind liebt Dich ohne Vorbehalte!

Liebe Grüße

Sabine