Airbag ausbauen – Aufwand und Kosten

Hallo,

ne Freundin von mir ist schwanger, und macht sich jetzt schon mal ein paar Gedanken über das „danach“. Sie fährt nen Fiat Panda, bei dem eben auf der Beifahrerseite auch ein Airbag drinnen ist. Da sie alleinerziehend sein wird, möchte sie den Kindersitz gern auf den Beifahrersitz geben.

Nun zu den Fragen: Kann man den Airbag auf der Beifahrerseite ausbauen (weil – auch wie ich grad im Archiv gelesen hab – nur „deaktivieren“ scheint ja wohl nicht die beste Lösung zu sein) und wenn ja, wie groß ist da der Aufwand bzw. wie sehen (wirklich nur ca.) die Kosten dafür aus?

Lieben Dank schon Vorab für Antworten.

Nicole

Hallo Nicole,

ich kenne das System bei dem Fiat nicht, aber generell: Ausbauen braucht man den nicht, deaktivieren reicht aus. Bei manchen Fahrzeugen geht das recht einfach mit einem Schalter (Bedienungsanleitung lesen).
Wenn nicht, einfach mal in einer Vertragswerkstatt nachfragen, ob es möglich ist. Das Problem dabei ist, einfach nur den Stecker abziehen geht nicht, da das System dann einen Fehler erkennt und die Warnanzeige im Cockpit dauerhaft leuchten würde. Spätestens bei der nächsten HU würde es dann auch Ärger geben.

Beste Grüße
Guido

Hallo,

das deaktivieren geht auch bei den Schlüsselsystemen über die Elektronik. Für mich als Elektroniker ist das keine „sichere“ Lösung, nur der abgezogene Stecker überzeugt mich.

Aber: Das Airbagsystem ist Teil der ABE und darf nicht einfach deaktiviert werden, da die Zulassung des Pkw sonst erlischt und im Schadenfall die Versicherung ganz neugierig wird.

Also für Deine Freundin gilt: Baby vorne ja, aber nur im Sitz mit Sicht nach vorne, kein Reboard-Schale wo das Baby liegend gegen die Fahrtrichtung zeigt, sonst ist Genickbruch bei Auslösen des Beifahrer-Airbag angesagt.

Man kann Alternativ den Stecker des Beifahrerairbag abziehen und einen Blindwiderstand aufstecken, um das System zu täuschen. Nur: Ich habe das noch nie gemacht an einem Pkw und Du must erstmal einen finden, der Dir das macht und den Arsch hinhält :smile:)

Vertrauen würde ich den Abschaltsystemen in den Pkw jedenfalls NIE ! Dafür ist meine Kenntnis um das Versagen von Elektroniken zu groß.

gruß
dennis

Etwas OT
Tach,

abgesehen davon, dass das Ausbauen teuer (auch wegen der „Sprengsaetze“, mit denen nicht ein beliebiger KFZ-Mechaniker herumhantieren darf) ist und auch ABE-technisch AFAIK nicht ganz unproblematisch:

Kindersitz auf dem Beifahrersitz ist wegen des Ablenkungsfaktors eine IMHO ganz ganz schlechte Idee. Falls das Kind ein Problem hat (welcher Art auch immer), ist dem im fliessenden Verkehr meist ohne Ablenkung des Fahrers eh nicht zu helfen, und wenn man eh anhalten muss, dann ist es herzlichst egal ob die Babyschale vorne oder hinten ist.

Gruss
Paul

Hallo Nicole,
nur mal so:
Airbag ist deaktiviert oder ausgebaut, Deine Freundin will einen Erwachsenen mitnehmen, es gibt einen Crash und der Erwachsene ist schwer verletzt, oder auch nur leicht. Was dann? Oder die Polizei wird einfach neugierig, warum nur der Fahrerairbag ausgelöst hat.
Deine Freundin muß also , wenn sie ihn deaktiviert/ausgebaut hat, in Zukunft strikt darauf verzichten, einen Beifahrer vorne mitfahren zu lassen. Ob sie immer daran denkt?
MFG
Hagen

Hi Gremlin,

unabhängig von der Airbag-Problematik ist ein Kind auf dem Rücksitz sicherer untergebracht und die Mutter kann sich nicht so schnell vom Verkehr ablenken lassen.

Gruß
Didi

Moin,

das ist so aber nicht ganz richtig.
Sofern sich der Airbag deaktivieren lässt und dies entweder serienmässig vorgesehen ist oder fachmännisch durchgeführt wurde, so gibts keine Probleme. Nirgendwo ist festgelegt das ein Beifahrer bei deaktiviertem Airbag nicht mitfahren darf.

Gruss Jakob

Hallo Jakob,
wenn es serienmäßig ist, o.k., aber ich war von einem illegalen Eingriff ausgegangen.
Aber ist denn eine fachmännische Deaktivierung überhaupt erlaubt? Kann ich mir nicht vorstellen.
Da könnte ich ja auch das ABS fachmännisch deaktivieren lassen. Und dann, wenns knalt?
MFG
Hagen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moin,

wenn es serienmäßig ist, o.k., aber ich war von einem
illegalen Eingriff ausgegangen.

Ok, das habe ich dann missverstanden.

Aber ist denn eine fachmännische Deaktivierung überhaupt
erlaubt? Kann ich mir nicht vorstellen.
Da könnte ich ja auch das ABS fachmännisch deaktivieren
lassen. Und dann, wenns knalt?

Das ABS nutzt Dir aber auch was wenn Du allein fährst.
Eine Deaktivierung des Beifahrerairbags aus den genannten Gründen dürfte ok gehen. Wobei ich mir da jetzt nicht 100%ig sicher bin. Wüsste aber nicht was dagegen sprechen sollte. Ob ich den nun per Schlüsselschalter deaktiviere oder den abklemmen lasse macht in der Praxis keinen Unterschied.
Letztlich pflichte ich aber den Vorrednern bei, das Kind ist hinten am sichersten untergebracht und man spart sich den Kram mit der Deaktivierung. Wir haben damals einen zweiten Innenspiegel angebracht, mit dem das Kind auf dem Rücksitz bequem beobachtet werden konnte.

Gruss Jakob

ich den nun per Schlüsselschalter deaktiviere oder den
abklemmen lasse macht in der Praxis keinen Unterschied.

Hallo Jakob.
Nun, bei ersterem kannst Du ganz leicht den Airbag wieder aktivieren, beim zweiteren …
Ich frage mich nur, was passiert, wenn der nun wirklich abgeklemmt wurde und es zu einem Unfall kommt, bei dem der Beifahrer mit AIrbag keine, so aber doch einige Verletzungen hat.

Kinder nach hinten, ja,
aber mir ist mal eine Frau draufgefahren - die Ampel war schon seit mindestens 1 Minute rot -, die hatte fünf ! unangeschnallte, tobende Kinder im Wagen und wollte ja auch eigentlich rechts abbiegen.
Mir hat es nur viel Ärger und wochenlange Schmerzen gebracht :frowning:

Wenn ich mir übrigens so ein Kindchen auf dem Beifahrersitz vorstelle, das dann das Rässelchen runterschmeißt, die Mutter bückt sich dann …
Besser nicht dran denken.

Bis dann Jakob,
MFG
Hagen

Danke!
Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten.
Und nein: Meine Freundin hätte ganz sicher nicht angefangen, selbst an ihrem Auto rumzupfuschen. :smile: (Mehr wie Autoreifen wechseln wollen (und können…) wir beide nämlich bei unseren heißgeliebten Vierrädern nicht…) Sie wollte einfach nur wissen, a) ob es überhaupt möglich ist und b) wie viel der Spaß ca. kosten würde.

Aber gut: Anscheinend IST es möglich (von „nur“ deaktivieren halte ich persönlich schon mal gar nix, und werd ihr das wohl auch so weitergeben), aber nicht grad die beste Idee mit Kind aufm Beifahrersitz. Kann ich auch nachvollziehen.
Sie sollte wohl am besten einfach mal in der Werkstatt vorbeifahren und nachfragen, wie das genau ablaufen könnte - WENN sie diese Variante (trotzdem) beibehalten möchte.

Nochmal danke für eure Kommentare und Meinungen!

Liebe Grüße
Nicole

Moin Hagen,

Nun, bei ersterem kannst Du ganz leicht den Airbag wieder
aktivieren, beim zweiteren …

Klar. Die genauen gesetzlichen Regelungen dazu habe ich jetzt auch nicht parat, meine aber dass es möglich und auch rechtlich ok wäre.

Ich frage mich nur, was passiert, wenn der nun wirklich
abgeklemmt wurde und es zu einem Unfall kommt, bei dem der
Beifahrer mit AIrbag keine, so aber doch einige Verletzungen
hat.

S. o.

Kinder nach hinten, ja,
aber mir ist mal eine Frau draufgefahren - die Ampel war schon
seit mindestens 1 Minute rot -, die hatte fünf !
unangeschnallte, tobende Kinder im Wagen und wollte ja auch
eigentlich rechts abbiegen.

Das sehe ich jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit. Nebenbei telefonieren die Mütter auch gern noch während der Fahrt. Und da sie wie immer spät dran sind nageln sie, eine Hand am Handy, mit 60 durch die 30er Zone. Leider absoluter Alltag.

Wenn ich mir übrigens so ein Kindchen auf dem Beifahrersitz
vorstelle, das dann das Rässelchen runterschmeißt, die Mutter
bückt sich dann …
Besser nicht dran denken.

Eben, genau das ist meiner Frau passiert und…rumms.
Der Passat war zwar noch ein geeigneter Teileträger, aber so habe ich innerhalb von 6 Wochen zwei Autos gekauft :wink:

Gruss Jakob