Akademikerfamilienfeindliche Politik:Was soll das?

H wie Hola.

Politik ist in diesem Lande gar nicht so akademikerfeindlich,
und die Stellen, wo es tatsächlich so ist, die hast Du
allesamt nicht aufgezählt.

Es ging hier nicht im speziellen um akademikerfeindliche
Politik sondern es ging mir WIRKLICH um Familienpolitik!

Dann solltest Du das in Zukunft hinschreiben - lies Dir 'mal Deinen Ausgangsartikel durch.

Du springst da von einer Thematik zur nächsten und wieder zurück und dann doch wieder anders, möglichst viel Halbgares mithineingewoben und und und.

Und dabei ging es auch nicht VORNEHMLICH um Studenten, deren
Eltern selbst welche gewesen sein müssen, sondern es ging ganz
prinzipiell um die Art mit der mit Familien umgegangen wird
bezüglich einer höheren Schulbildung oder Hochschulbildung der
Kinder.

Und wieso beschränkst Du diesen Blick auf Akademikerfamilien?
Was Du da so von Dir gegeben hast, läßt sich auf jede x-beliebige Familie in der Situation anwenden.

Als schlauer Akademiker sollten einem sofort die Verzugsjahre
nach dem geregelten Schulabschluß einfallen.

Ja, das ist mir bewusst, aber ich halte das eben zu einem
Großteil für off-Topic, weil es nicht darum ging!

Worum geht es dann bitte? Mal ernsthaft - eine Familie ist nicht plötzlich da. Auch Akademiker gelangen nur über Sex und Schwangerschaft in den Genuß einer Familie.

Insofern setzt Deine Kritik auf dem Zeitstrahl viel zu spät an. Akademikerfamilienfeindliche Politik geht nicht erst dann los, wenn die Familie „plötzlich“ vorhanden ist, sondern ist bereits vorher akademikerfamilienfeindlich, weil alle die Punkte, die ich ja absichtlich genau so hingeschrieben habe, momentan unweigerlich dazu führen, daß Akademiker erst gar keine Kinder mehr produzieren.

Es sollte sich eben auch auf einen Fall beziehen, dass die
Kinder studieren und das würde dich auch einschließen. Es ging
vornehmlich darum, wie damit umgegangen wird, wenn man (vor
allem) mehrere Kinder hat, die studieren oder sie überhaupt so
lange versorgen muss bis sie mit einem Studium fertig sind.
Das eigene Schicksal wie das mit den
Sozialversicherungszahlungen war garnicht angesprochen…

Hier stellst Du dann aber Akademiker implizit als vollständig umnachtet dar: Willst Du sagen, man käme - bevor der Nachwuchs überhaupt zur Debatte steht - nicht auf den Gedanken, immer (soweit es geht) ein bißchen Geld zurückzulegen für die Bedürfnisse der späteren Kinder?

Das wäre das erste, woran ich denken würde, wenn ich mit dem Studieren fertig wäre und es ans arbeiten geht: „Wie lege ich schon jetzt möglichst clever genug Geld [schrittweise] für die Kinder zur Seite?“ …

Mich freut es auch immer, wenn ich - relativ - viele Elternpaare (allgemein) treffe, die dieses Mindestmaß an Zukunftsplanung noch auf die Reihe bekommen.

Es geht mir eben um Familienpolitik! Ich bin nicht der
Meinung, Akademiker müssten leben können wie Könige!

Dafür hast Du Dir aber alle Mühe gegeben - wie soll man sagen - dem Lesen den Eindruck zu vermitteln, daß ihr allesamt doch irgendwie am Hungertuch zu nagen scheint.

Es liest sich einfach mit einem äußerst grotesken Beigeschmack.

Obwohl ich Dir das auch nicht unterstellen will, sondern MIR
geht es eben weniger darüber, ob für einen selbst die
akademikische Laufbahn gut ist, da ich für mich diese Frage
immer wieder mit Ja beantworten würde. Und mit Geld hat das da
auch nicht viel zu tun.

Wie kommt es dann, daß Du nach diversen polemisch anmutenden Bemerkungen immer wieder auf materielle Gesichtspunkte zurückkommst?

Dein ganzes Anliegen löst sich doch in dem Moment komplett in Rauch auf, wenn Akademiker im allgemeinen besser bezahlt würden.

Leute, die Geld haben, werden von gewissen Ecken und Kanten der Familienpolitik weniger stark tangiert.

Schau doch auf die Familienministerin - alle reden davon, wie brilliant sie ihre Großfamilie und den Politikerjob unter einen Hut bringt. Wenn man dann aber sieht, in welchen Verhältnissen Frau von der L. lebt, aus welchen Gefilden ihr Mann enspringt, so kann man sich ein dreckiges Lachen nicht verkneifen.

Wovon redest Du? Das hatte mit dem von mir gesagten so gut wie
nix zu tun und ich sage das, weil Du mir hier einen
vorzuhalten scheinst, obwohl ich garnix in die von dir
gerichtete Richtung geäußert habe!

Erstens hat es natürlich indirekt mit den ganzen Fakten zuvor zu tun. Das ist offensichtlich. Vielmehr habe ich aber sichtbar auf Deinen zutiefst polemischen Kommentar bezüglich der Studiengebühren geantwortet.

Was kümmert es denn die Eltern, was der Sprößling an Studiengebühren zahlen muß?
*Dafür* gibt es schließlich Bildungskredite: Damit die Schulden auch dort bleiben, wo sie hingehören - auf die Schultern des Studenten.

Es ist also recht wirr, was Du da zu konstruieren versuchst - so gut wie alle Eltern wären von Studiengebühren finanziell in so großem Maße betroffen, daß es schon von vorneherein Unfug wäre, wenn die Eltern versuchen würden, dafür aufzukommen.

Ausnahme: Die Eltern haben - wie oben beschrieben - Geld zurückgelegt, was dann dem Nachwuchs in dem und dem Alter zur Verfügung gestellt wird (hier kann man aber auch argumentieren, daß die Kinder dieses Geld dann auch für Führerschein oder anderes Equipment nutzen könnten).

Doch von der Ausnahme eine Stufe zurück: Wie kommst Du auf die Idee, Studiengebühren gehen *automatisch* zu Lasten der Eltern (um auf Deinen Ausgangstext zurückzukommen)??

Was ich gesagt habe, das ist, weil es mir um Familienpolitik
ging, dass es oft eben die Eltern schlicht draufzahlen wenn
dann Studiengebühren kommen und so und nicht anders ist das
gemeint!

Warum?
Wo besteht der Zusammenhang zwischen „Entbehrungen der Eltern“, wenn der Nachwuchs an die Uni geht.

Stelle Dir doch ein Gegenbeispiel vor: zerrüttete Familie, alleinerziehende Mutter, werktätig (Geringverdiener), 2 Kinder - ein Kind beginnt ein Studium, das andere will das Abitur absolvieren.

Wo ist dann der greifbare Unterschied zwischen den Belastungen Deiner Eltern und der Belastung der alleinerziehenden Mutter?

Unter dem Strich kommen Deine Eltern doch eher besser weg, trotz vierer Kinder, trotz und gerade wegen eines relativen Luxus’ .

Und fast 100 Euro im Monat sind echt nicht wenig, vor allem
wenn gleichzeitig sogar von Dir gefordert wird, dass man schon
mit der Altersvorsorge beginnen sollte.

Nochmal: Wer sagt denn, daß die Studiengebühren - vorallem wenn sie betragsmäßig gleich richtig ins Mark schlagen - automatisch auf die Eltern umgelegt werden?

Und 50 EURO im Monat (als Beispiel) für die Altervorsorge aufzubringen, sollte keinem findigen Studenten zu schwer fallen.

Beispielsweise deckst Du das problemlos über einen Hiwi-Job ab.
Oder über Nachhilfe geht es auch: 7 Unterrichtseinheiten zu 7,50 EURO; 7 Einheiten hat man in 2 Wochen rein.

Es gibt immer Mittel und Wege.

Sag mal, was soll so ein Blödsinn denn? Ich hab selbst gesagt,
noch nicht erfahren zu haben, was für eine Steuer es ist!

Ja, dann denk mal mit - bevor man sich in solch einer Situation wie am Stammtisch Luft macht, kann man sich auch vorher informieren. Findest Du es als Student gut oder geistreich, sich derart impulsiv gehen zu lassen, ohne den Krümel einer Ahnung zu einem Thema?

Es implizierte bereits NEIn, aber ich hatte eben viel um die
Ohren, da ich ja auch nicht nur so zum Spass studiere und das
eben auch bedeutungsentsprechend eine große Anstrengung sein
kann.

Warum handelst Du dann nicht überlegter und schweigst, bis Du den nötigen Kenntnisstand hast.

Häh? ich hab nicht angezweifelt, dass es sowas gibt, aber es
ist in Niedersachsen wo ich herkomme Fakt, dass die
Unterstützung bei Berufsschülern und Oberstüflern eben nicht
gleich ist. Ich habe nicht die Existenz des Schüler-BaföG
verschweigen wollen
Doch Schüler-BaföG ist nicht die Regel und wenn die Eltern
durchschnittlich viel Geld haben, dann wird bei uns in
Niedersachsen der Berufsschüler von Staatsseite mehr gefördert
als der Oberstüfler.

Das ist dann aber auch richtig so, denn der Berufsschüler bekommt den Großteil der Knete doch vom Arbeitgeber himself. Und wenn ein Schüler kein Schüler-BaföG erhält, ist davon auszugehen, daß die Familie finanziell ausreichend aufgestellt ist.

Die Frage ist nun, wo Dein Anliegen sitzt - wieso sollte ein Oberstufenschüler gefördert werden, wenn es nicht notwendig ist? Wer hat außerdem gesagt, Berufsschüler seien automatisch Nichtakademikerkinder. Es gibt genügend Akademiker, deren Kinder kein Studium aufnehmen.

Und der Berufsschüler bekommt daneben, was mir aber nicht so
wichtig war, Geld vom Unternehmen, wärend man in sowas wie
einem PJ nix kriegt, aber das war mir eben nicht wichtig!

Der Berufsschüler wird aber (bemessen an der üblichen Förderpraxis quer durch die Republik) auch nur dann gefördert, wenn ähnliche Rahmenbedinungen vorliegen, wie beim Schüler-BaföG.

Sprich, die Berufsschule ist nicht um die Ecke et cetera et cetera.

Und damit egalisiert sich dann auch Dein Argument: Trifft das nämlich auf einen Schüler ebenso zu, greift wieder das Schüler-BaföG.

MfG