Akademikerfamilienfeindliche Politik:Was soll das?

Hallo!

Erst das mit dem Bafög, das Akademikerkindern eher nicht zu Gute kommt, weil ihre Eltern zu viel verdienen, obwohl sie (die Eltern) früher im Leben auf mehr verzichten mussten.
Dann das mit den Studiengebühren, die auch real in der Regel einfach eine Steuererhöhung für Eltern von Studenten sind (oder bei Bafögempfängern Schulden bedeuten könnten)

Jetzt kommt noch die „Reichensteuer“ von der ich heute morgen gehört habe, aber ich weiss noch nicht genau was das sein soll, aber anscheinend ist es einfach eine Steuererhöhung für Besserverdienende

Und schließlich will Schwarz-Rot die Zeit des Kindergelds auf 25 Jahre beschränken.

Aber wenn ich Medizin (jetzt nur als persönliches Beispiel) in Regelzeit studiere, dann kann ich bis dahin garnicht fertig werden und währenddessen muss ich viel unbezahlt arbeiten im PJ und Pflegepraktikum und noch ganz andere Sachen!!!

13 Schuljahre sind lang und dann ein so langes Studium! Ich bin sehr jung im Vergleich zu anderen und dennoch sind diese 25 Jahre wenig!

Was soll sowas???

Ich sehe das als Ausbeutung meiner Eltern an:

-Haben studiert und Kinder großgezogen, dabei lange sehr wenig gehabt, -irgendwann ein großes Haus für die große Familie gebaut (das jetzt sozusagen mehr oder weniger totes Kapital ist oder wie man es auch immer nennen mag)
-dafür natürlich einen großen Schuldenberg aufgenommen
-Langsam den Schuldenberg durch Sparsamkeit abgezahlt, was mit vier Kindern nicht immer leicht ist
-Irgendwann den Schuldenberg beseitigt haben
-Kinder werden älter
-Kinder werden in der Oberstufe nicht so vom Staat unterstützt wie dies von Staatsseite bei Berufsschülern der Fall ist (zB Busfahrkarten…)
-Kinder gehen auf die Uni bzw sind durch

In der letzten Phase, in der für meine Eltern etwas (völlig normaler) Luxus möglich wär (also jetzt) werden sie nur noch geschröpft, weil sie ja (angeblich) so viel hätten und wegen des höheren Gehalts doch ruhig alles zahlen können!

Ich halte das für akademikerfeindliche Familienpolitik! Da braucht sich niemand mehr wundern, wenn Akademikerinnen keine Kinder mehr kriegen wollen.

Ich halte das weder für sozial, noch für liberal, sondern für Ausbeuterei.

(Ich hab vor Monaten einen Kommentar eines SPD oder CDU Bundesfunktionärs gehört, der meinte Kinder seien ein Bereicherung für die Gesellschaft und besonders für die eigenen Eltern. Über die unbewusste Ironie darin muss ich gerade wieder mal zynisch lächeln)

Was denkt ihr dazu?

VG, Stefan

Hallo,

Erst das mit dem Bafög, das Akademikerkindern eher nicht zu
Gute kommt, weil ihre Eltern zu viel verdienen, obwohl sie
(die Eltern) früher im Leben auf mehr verzichten mussten.

oh. Die Armen. Bafög orientiert sich an dem, was DA ist, und nicht an dem, was irgendwann vielleicht mal gefehlt hat.

Jetzt kommt noch die „Reichensteuer“ von der ich heute morgen
gehört habe, aber ich weiss noch nicht genau was das sein
soll, aber anscheinend ist es einfach eine Steuererhöhung für
Besserverdienende

Na, dann informiere Dich erstmal darüber. Die „Reichensteuer“ ist nur ein Schlagwort, um die Sozis ruhigzustellen, de facto wird sie wenig bis keine Auswirkungen haben, und wenn, dann wirklich nur für Spitzenverdiener (> 250.000 € zu versteuerndes EInkommen pro Person!).

Aber wenn ich Medizin (jetzt nur als persönliches Beispiel) in
Regelzeit studiere, dann kann ich bis dahin garnicht fertig
werden und währenddessen muss ich viel unbezahlt arbeiten im
PJ und Pflegepraktikum und noch ganz andere Sachen!!!

Nein, Du ARBEITEST nicht im PJ und im Pflegepraktikum, du wirst AUSGEBILDET.

Ich sehe das als Ausbeutung meiner Eltern an:

-Haben studiert und Kinder großgezogen, dabei lange sehr wenig
gehabt, -irgendwann ein großes Haus für die große Familie
gebaut (das jetzt sozusagen mehr oder weniger totes Kapital
ist oder wie man es auch immer nennen mag)

Totes Kapital? Eigenheimbesitzer haben in Deutschland in Sachen Altersversorgung immer noch gewonnen…

In der letzten Phase, in der für meine Eltern etwas (völlig
normaler) Luxus möglich wär (also jetzt) werden sie nur noch
geschröpft, weil sie ja (angeblich) so viel hätten und wegen
des höheren Gehalts doch ruhig alles zahlen können!

Luxus ist eben nicht „normal“.

Was denkt ihr dazu?

Das Du überaus verwöhnt bist.

Gruß,

Malte (Akademikersohn)

Hallo!

Ich bin kein Akademikerkinder, sondern eher ein Arbeiterkind, aber meine Eltern haben es trotzdem zu etwas Luxus gebracht: Ein (noch nicht ganz abgezahltes) Haus, jeder ein Auto, jeder ein Hobby usw. Dafür haben wir als ganze Familie jahrelang auf wirklich alles verzichtet: Wir haben zu fünft in einer Dreiraumwohnung gewohnt, waren sieben Jahre lang nicht im Urlaub, fuhren ein uraltes Auto usw. Das soll jetzt nicht geklagt sein, denn dafür geht es der Familie jetzt prinzipiell gut und ich hatte eine wunderschöne Kindheit und Jugend.

Jetzt kommt noch die „Reichensteuer“ von der ich heute morgen
gehört habe, aber ich weiss noch nicht genau was das sein
soll, aber anscheinend ist es einfach eine Steuererhöhung für
Besserverdienende

Wen die betrifft, der braucht nicht klagen ;o)

Ich sehe das als Ausbeutung meiner Eltern an:

-Haben studiert und Kinder großgezogen, dabei lange sehr wenig
gehabt, -irgendwann ein großes Haus für die große Familie
gebaut (das jetzt sozusagen mehr oder weniger totes Kapital
ist oder wie man es auch immer nennen mag)
-dafür natürlich einen großen Schuldenberg aufgenommen
-Langsam den Schuldenberg durch Sparsamkeit abgezahlt, was mit
vier Kindern nicht immer leicht ist
-Irgendwann den Schuldenberg beseitigt haben
-Kinder werden älter
-Kinder werden in der Oberstufe nicht so vom Staat unterstützt
wie dies von Staatsseite bei Berufsschülern der Fall ist (zB
Busfahrkarten…)
-Kinder gehen auf die Uni bzw sind durch

In der letzten Phase, in der für meine Eltern etwas (völlig
normaler) Luxus möglich wär (also jetzt) werden sie nur noch
geschröpft, weil sie ja (angeblich) so viel hätten und wegen
des höheren Gehalts doch ruhig alles zahlen können!

Ein Gehalt muss in Deutschland gar nicht so hoch sein, um kein Bafög zu bekommen. Es reicht, wenn man zwei Geschwister hat, die aber alle ein so blödes Alter haben, dass der eine in die Berechnung des anderen nicht hineinfließt. Und schwupps sind die Eltern nur noch Eltern von einem anstatt drei Kindern.
Oder man hat ein Haus. Das darf man sieben Jahre lang abschreiben. Danach fällt es auch der Berechnung für Bafög raus. Und schwups wohnt man offiziell kostenlos, während man noch monatlich die Raten an die Bank abdrückt.

Meine Eltern zahlen seit sechs Jahren den vollen Bafögsatz und werden es noch sieben Jahre tun müssen. Dann sind sie Mitte 50. Wenn sie irgendwann mal arbeitslos werden, müssen sie ihr Haus verkaufen, weil es zu groß ist und niemand die Restraten übernimmt, die nicht teurer sind als eine Mietwohnung. Und eines schönen Tages werden wir Kinder für die Finanzierung unserer Eltern rangezogen, weil wir ja ordentlich Geld verdienen und somit dem Staat eine Last abnehmen können. Und der Kreis schließt sich.

… Und dann schaue ich mir eine Freundin an, deren Mutter seit der Wende arbeitslos ist. Der Vater gilt als unbekannt, zahlt aber netterweise einen nicht zu verachtenden Betrag Unterhalt. Beim Bafög wird er natürlich nicht angesetzt, also springt da mal eben der Höchstsatz raus. Dann bekommt man mal eben als Student noch ein Kind, damit man das Bafög nicht zurückzahlen muss.

Ich verstehe deine Verärgerung. Es geht vielen so. Und es gibt viele andere Extreme.
Würde meine Mutter bspw. aufhören zu arbeiten, hätte die Familie am Ende des Monats genauso viel Geld auf dem Konto. Das ist ungerecht, und das kann niemand abstreiten.
Es geht nicht darum, anderen etwas wegzunehmen, sondern den Worten, wie du sie selbst nennst: „Wertschöpfung von Kindern“, Taten folgen zu lassen. Ich werde es in meiner Studienkarriere wohl nicht mehr erleben.

Grüße!

Hi Stefan,

Reichensteuer:
bei einem EINKOMMEN (nicht:Vermögen!) von mehr als 250.000 € jährlich pro Person (Ehepaar also erst ab 500.000 €, was früher mal ne Million war) ist Reichensteuer fällig.
Bei einem Einkommen von 250.000 € sind jährlich 3.000 € fällig. Das heisst für den armen Reichen 1 verlängertes Wochenende in Marbella weniger, oder dem Beitrag zur schwarzen Senator-Card von Amex oder 1 Business-Class Flug nach NY zum Shoppen (einfacher Flug versteht sich).
Nachdem der Höchststeuersatz von 56 auf unter 48 % gesenkt wurde, kann man die paar Kröten ruhig in den Staat stecken, der mein Kind (bis auf die Lebenshaltungskosten) kostenlos Medizin studieren lässt was dem Staat (nach Focus nr 16) 200.000 € kostet. Das Gymnasium davor hat etwa 45.000 € gekostet. Vielleicht sollte man auf die Reichensteuer verzichten und Kostendeckende Ausbildungsbeiträge verlangen?
grüsse
dragonkidd

Hallo Malte,

Totes Kapital? Eigenheimbesitzer haben in Deutschland in
Sachen Altersversorgung immer noch gewonnen…

Dafür muss das Haus aber an der richtigen Stelle Deutschlands stehen. Ansonsten wird es, sobald du es loswerden willst, ein Draufzahlergeschäft. Man kann jedem Eigenheimbesitzer nur wünschen, vor der Rente nie arbeitslos zu werden.

In der letzten Phase, in der für meine Eltern etwas (völlig
normaler) Luxus möglich wär (also jetzt) werden sie nur noch
geschröpft, weil sie ja (angeblich) so viel hätten und wegen
des höheren Gehalts doch ruhig alles zahlen können!

Luxus ist eben nicht „normal“.

Ich verstehe gut, was Stefan mit Luxus meint. Es geht hier nicht um zwei Porsche, drei Reisen in die Karibik und den eigenen Butler. Luxus im Vergleich zu dem, was man vorher hatte, ist doch eher relativ. Vor zehn Jahren gab es bei uns bspw. keinen Urlaub. Heute fahren meine Eltern im Sommer immer eine Woche weg und im Winter auch hin und wieder mal zum Skifahren. Ob das übertriebender Luxus ist, weiß ich nicht.

Was denkt ihr dazu?

Das Du überaus verwöhnt bist.

Ich denke, dass sich zeigt, dass sich Arbeit finanziell nicht sehr lohnt, wenn man Kinder hat. Ein Kind lässt sich bis zum Ende seines Studiums relativ gesichert auch ohne Arbeit großziehen. Der Abstand zwischen „zwei gehen 40 Stunden in der Woche für Geld arbeiten“ und „zwei bleiben zu Hause und bekommen trotzdem Geld“ ist nicht allzu groß. Zumindest beim Eintritt ins Studium relativiert sich Luxus sehr schnell.

Grüße,
die Lidscha

Hallo,

Totes Kapital? Eigenheimbesitzer haben in Deutschland in
Sachen Altersversorgung immer noch gewonnen…

Dafür muss das Haus aber an der richtigen Stelle Deutschlands
stehen. Ansonsten wird es, sobald du es loswerden willst, ein
Draufzahlergeschäft. Man kann jedem Eigenheimbesitzer nur
wünschen, vor der Rente nie arbeitslos zu werden.

das ist ab einem gewissen Punkt eine reine Sache der Vorsorge.

In der letzten Phase, in der für meine Eltern etwas (völlig
normaler) Luxus möglich wär (also jetzt) werden sie nur noch
geschröpft, weil sie ja (angeblich) so viel hätten und wegen
des höheren Gehalts doch ruhig alles zahlen können!

Luxus ist eben nicht „normal“.

Ich verstehe gut, was Stefan mit Luxus meint. Es geht hier
nicht um zwei Porsche, drei Reisen in die Karibik und den
eigenen Butler. Luxus im Vergleich zu dem, was man vorher
hatte, ist doch eher relativ. Vor zehn Jahren gab es bei uns
bspw. keinen Urlaub. Heute fahren meine Eltern im Sommer immer
eine Woche weg und im Winter auch hin und wieder mal zum
Skifahren. Ob das übertriebender Luxus ist, weiß ich nicht.

Urlaub ist zumindest Luxus.

Was denkt ihr dazu?

Das Du überaus verwöhnt bist.

Ich denke, dass sich zeigt, dass sich Arbeit finanziell nicht
sehr lohnt, wenn man Kinder hat. Ein Kind lässt sich bis zum
Ende seines Studiums relativ gesichert auch ohne Arbeit
großziehen.

Das hab ich anders erlebt. Ohne finanzielles Polster ist das ein verdammt schweres Unterfangen.

Der Abstand zwischen „zwei gehen 40 Stunden in der
Woche für Geld arbeiten“ und „zwei bleiben zu Hause und
bekommen trotzdem Geld“ ist nicht allzu groß. Zumindest beim
Eintritt ins Studium relativiert sich Luxus sehr schnell.

Auch das kann ich so nicht erkennen. Meine Eltern sind nun nicht das, was man „Großverdiener“ nennt, aber sie kommen gut zurecht - das Haus ist sehr bald abbezahlt, ich hab ausgiebig studieren können und meine Schwester hat entsprechende „Ausgleichsleistungen“ bekommen. Trotzdem war immer noch ein Urlaub drin, auch mal ne neue Küche oder ein neues Bad und Mutters Auto ist auch ganz hübsch.

Ich bin schlicht das immer wieder auftretende Gejammer auf hohem Niveau leid, das idR von Leuten kommt, die offensichtlich nicht die geringste Ahnung davon haben, was es heißt, wirklich am Ende zu sein.

Da verkommen dann ganz schnell eindeutige Luxusgüter zum „Normalen“ und ogottogott, der Sohnemann der Gutverdienenden Eltern bekommt kein Bafög, obwohl die doch in ihrem Studium nicht jedes WE saufen gehen konnten (jaja, überzogen, ich weiß).

Beschweren dürfen sich gerne die, die am 15. nicht mehr wissen, was sie den Rest des Monats essen sollen oder die, die darum bangen müssen, ob sie die Miete für die kleine Butze aufbringen können - DASS sind Nöte. Und sowas gibt es, nicht zu knapp.

Gruß,

Malte

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Moin,

13 Schuljahre sind lang und dann ein so langes Studium!

Glaubst du eigentlich, Schulausbildung und Studium gibts für lau ? Ist dir eigentlich klar, was deine Schulausbildung und dein Studium die Gesellschaft gekostet hat, die Lehrer, Professoren, Gebäude, Büchereien usw. finanziert ? Und zwar finanziert aus Steuergeldern u.a. auch von ganz normalen Malochern, die nie in ihrem Leben von diesen Ausgaben profitieren werden und deren Gehalt gerade mal ausreicht, den nächsten Monat zu überstehen.

Also halt mal ganz schön die Bälle flache.

Gruß
Marion

Hallo Stefan,

Erst das mit dem Bafög, das Akademikerkindern eher nicht zu
Gute kommt, weil ihre Eltern zu viel verdienen,

eben!!!

obwohl sie
(die Eltern) früher im Leben auf mehr verzichten mussten.

Wohl nur dann, wenn deren Eltern wenig Geld hatten, sonst gabs ja auch BaföG

Jetzt kommt noch die „Reichensteuer“ von der ich heute morgen
gehört habe, aber ich weiss noch nicht genau was das sein
soll, aber anscheinend ist es einfach eine Steuererhöhung für
Besserverdienende

Nun ja, es wurde schon gesagt wo die Bemessungsgrenze liegt. Sooo weh wird das dann nicht tun, aber die Schreie werden um so lauter sein!

Und schließlich will Schwarz-Rot die Zeit des Kindergelds auf
25 Jahre beschränken.

Bis dann ist ein Studium üblicherweise auch durch.

Was soll sowas???

Es gibt da ein Liedchen
‚Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld‘
Deiner Meinung nach also Leute, die wenig Geld haben?
Es gibt nichts geschenkt, Ausbildung kostet und irgendwoher muß das Geld kommen.

Ich sehe das als Ausbeutung meiner Eltern an:

Hm

-Haben studiert und Kinder großgezogen, dabei lange sehr wenig
gehabt, -irgendwann ein großes Haus für die große Familie
gebaut (das jetzt sozusagen mehr oder weniger totes Kapital
ist oder wie man es auch immer nennen mag)

Ich habe auch Kinder, die irgendwann vielleicht studieren möchten und ich habe auch ein Haus, das ich momentan abbezahle.
Aber lamentieren ist nicht so mein Ding.

-dafür natürlich einen großen Schuldenberg aufgenommen

Den hatte ich nach meinem Studium auch (BaföG).
Ist natürlich unangenehm, aber war nicht sooo tragisch, weil ich dann doch schon einigermaßen verdiente.

-Langsam den Schuldenberg durch Sparsamkeit abgezahlt, was mit
vier Kindern nicht immer leicht ist

Also meine Kinder hab ich nicht während des Studiums gezeugt und die kommen meist mit und mit.

-Irgendwann den Schuldenberg beseitigt haben

ca. 7 Jahre

-Kinder werden älter

Jeden Tag

-Kinder werden in der Oberstufe nicht so vom Staat unterstützt
wie dies von Staatsseite bei Berufsschülern der Fall ist (zB
Busfahrkarten…)

Die verdienen später aber bei weitem nicht so viel wie Akademiker.

In der letzten Phase, in der für meine Eltern etwas (völlig
normaler) Luxus möglich wär (also jetzt) werden sie nur noch
geschröpft, weil sie ja (angeblich) so viel hätten und wegen
des höheren Gehalts doch ruhig alles zahlen können!

Also ich habe trotz meiner Kinder und der Hypothek ein recht angenehmes Leben.

Ich halte das für akademikerfeindliche Familienpolitik! Da
braucht sich niemand mehr wundern, wenn Akademikerinnen keine
Kinder mehr kriegen wollen.

Dann frag doch mal Arbeiter, wie die ihre Kinder durch die AUsbildung kriegen wollen.
Die habe weit eher ein Problem, als recht gut verdienende Akademiker!

Ich halte das weder für sozial, noch für liberal, sondern für
Ausbeuterei.

Wer soll denn bitteschön die ganze Schose bezahlen, oder möchtest Du auf die Annehmlichkeitne verzichten?
So wie Du hier auftritst wohl kaum.

Was denkt ihr dazu?

Daß Du auf einem sehr hohen Niveau lamentierst!
Meine Eltern hatten kein Auto und wir haben mit vier Personen auf 65 qm gewohnt.
Überlebt haben wir es trotzdem.

Gandalf

Hallo,

jetzt mal ganz ehrlich: du willst uns verarschen. Das ist doch nur ein ULK. Du machst Dich über uns lustig…

…oder?

Gruß

Peter

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Stefan
Lass Dich nicht irre machen von einigen Antworten hier - Du hast im Prinzip den Nagel auf den Kopf getroffen.
Es ist in der Tat in mehrfachem Sinne eine akademikerfeindliche Politik!
Man könnte den Verdacht hegen, die Regierung will möglichst wenig Akademiker in der Zukunft haben. Die Studiengebühren werden massenhaft begabte, aber ärmere Leute den Zugang zu den Universitäten versperren, soviel ist klar.
Eltern mit mehreren Kindern und durchschnittlichem Einkommen werden ihren Kindern keine Studien finanzieren können und die Kinder, die aufwendige Studiengänge wie Medizin (die inzwischen auch später weniger Verdienst einbringen)nicht mit Nebenher-Jobs bewältigen können, bleiben also weg von solchen wichtigen Fächern.
Wir werden darauf angewiesen sein, mehr ausländische Akademiker ins Land zu bekommen. Aber das ist eh passend, da die Deutschen ja als Volk sowieso schrumpfen.
Gruß,
Branden

H wie Hola.

Ich weiß nicht, ob ich lachen oder heulen soll.

An manchen Stellen erkennt man schon, worauf Du hinauswillst - doch dann kommt einem diese Vision vor Augen „…die ach so armen Akademiker…“.

Politik ist in diesem Lande gar nicht so akademikerfeinlich, und die Stellen, wo es tatsächlich so ist, die hast Du allesamt nicht aufgezählt.

Als schlauer Akademiker sollten einem sofort die Verzugsjahre nach dem geregelten Schulabschluß einfallen.
Geregelter Schulabschluß meint hier den Realschulabschluß, nachdem der „Normalbürger“ eine Lehre beginnt, sozusagen wenn mit 16 das Geld verdienen beginnt.

Früher gab es gewisse Schonfristen, eine Anzahl von Jahren, die für den weiterführenden Bildungsweg „angerechnet“ werden. Soweit ich mich erinnere (keine Richtigkeitsgarantie): das volle Abitur, später 3 Jahre vom Studium.

Inzwischen wird nicht 'mal mehr das Abitur voll einbezogen.
Man verliert beim Einzahlen in die Sozialkassen also entscheidende Jahre (über den Daumen ergibt sich ein Verzug von 6 bis 7 Jahren).

Nun stellt sich die akademische Frage (*LOL*), ob das für Akademiker in den Zeiten von „Es wird von staatlicher Seite nur noch eine rudimentäre Grundrente geben…“ wirklich von Bedeutung ist.

Ich denke: eher nicht - denn der Akademiker (Arbeitslosenquote unter Akademikern allgemein 3%) verdient i.d.R. auch genügend mehr, um auch mehr Geld (*deutlich* mehr Geld) in die private Vorsorge pumpen zu können.

Abgesehen davon sind sowieso alle Studenten, schlicht gesagt, bescheuert, wenn sie nicht gleich zu Beginn des Studiums entsprechende Altersversorgungen ankurbeln. Teilweise beste Modelle (fondbasierte Alterversorgung + Berufsunfähigkeit) kriegt man zusammengerechnet für 50 EURO im Monat.

Das Geld hole ich spielend durch die Nachhilfe oder andere Arbeitstätigkeiten rein. Darf man eben nicht auf dem Arsch sitzen oder nur hirnlos Dauerparty durchziehen. Ein weiterer Grund, der gegen BWL spricht. *LOL* *SCNR*

„Akademikerfeindlichkeit“ ist also ein starkes Wort und vielerseits unberechtigt - und das sage ich als Arbeiterkind mit finanziellen Reserven = 0.

„Akademikerfeindlich“ ist vielmehr die Industrie. Diese sorgt mit vergleichsweise LÄCHERLICHEN Gehältern dafür, daß sich der sogenannte Akademikerzins von Jahr zu Jahr verschlechtert. Anders formuliert: Das Studium rentiert sich immer später und später, weil die Jobs rigoros unterbezahlt sind.

Wenn Du Dich also aufregst, dann bitte darüber, daß ein frischer Dipl.-Ing. nicht mehr 100.000 EURO Eintiegsgehalt abbekommt, sondern inzwischen mit weniger als 60.000 EURO zu rechnen hat - und das sind statistische Zahlen. Wenn ich mich hier im Osten umhöre, dann werden diese eigentlich herausragenden Ingenieurberufe regelrecht mit Hungerlöhnen honoriert. Da gibt es wirklich fähigste Leute, die mit 30 Jahren Berufserfahrung keine 40.000 EURO im Jahr heimschleppen.
Bei Physikern und Chemikern weiß ich seit neuestem, daß es dort auch nicht besser aussieht.

Ähnliches gilt für Ärzte - diesen Streik kürzlich konnte ich vollstens unterstüzten, denn ich möchte nicht der sein, der nach einer 36-Stunden-Schicht als letzter vor dem entsprechenden Arzt im OP liegt.

Da reißen sich oft junge Idealisten den Arsch auf, um lächerlich unter 2.000 EURO Netto im Monat heimzugehen.
Der Chefarzt kassiert oft das Zehnfache.
Ganze Praxen müssen schließen und/oder verlieren sich regelrecht in astronomischen Schulden, weil das Gesundheitssystem mit dieser gestaffelten Abrechnung und Bezahlung der gottverdammt letzte Irrsinn ist. Und davor oft 6 Jahre studiert.

Wo ist da Dein Aufschrei hinsichtlich Akademikerfeindlichkeit? Dir geht es doch so um die Kohle - wo bleibt Deine Entrüstung??

Dann das mit den Studiengebühren, die auch real in der Regel
einfach eine Steuererhöhung für Eltern von Studenten sind
(oder bei Bafögempfängern Schulden bedeuten könnten)

Das ist pures Gejammer. Zumeist kommt diese „Schuldendebatte“ von Studenten genau der Studienrichtungen, die man arroganterweise zurecht als „brotlose Künste“ oder „Studium für die Arbeitslosigkeit“ verreißt. Und andere Studiengänge übernehmen dieses Geseier einfach.

Als die halbe Studentenschaft gegen Studiengebühren demonstriert hat, mußte ich bis tief in die Nachr rechnen/ aufbereiten, Vorlesungen hören, Übungen bestreiten und Praktika absolviere.
Ich hatte gar keine Zeit, für oder besser gesagt gegen so einen Quatsch zu demonstrieren.

Ich habe nur kopfschüttelnd in den verschiedensten Nachrichten hören müssen, wie „reif“ und „qualifiziert“ sich die Studiosi aufgeführt haben. Die Studentenschaft hat keinerlei politische Macht, kann also genau genommen immer froh sein, wenn sie irgendwo eine Rolle spielen darf und dann stellen sich Studentenvertreter hin und brüllen „Studiengebühren - ohne uns!“.

Klasse!
So signalisiert man ganz sicher, daß man gesprächsbereit ist!
So signalisiert man, daß man die Relationen verstanden und erkannt hat, wieviel Mitbestimmungsrecht ein Student besitzt!

Die Studenten haben sich mit diesem kindischen, trotzigen Aufreten die Chance genommen, an der konkreten Ausgestaltung der Gebühren tatsächlich flächendeckend mitzuwirken.

Aber das passiert eben, wenn man BWL oder Soziologie studiert und sich im ersten Semester bei 5 Wochenstunden das Hirn wegsäuft.
Vollstes Verständnis von mir.

Daß diese Kommen sollten und würden, war doch bereits beschlossene Sache, als das Thema hochkam.

Würde eine Bank zu mir sagen „Hier hast Du soundsoviel EURO Studienkredit, *****OHNE***** Verzinsung, abbezahlbar dann und dann…“, wäre ich sofort dabei.

Dieses Gerede von wegen „Hach, sooooviel Schulden beim Berufsstart“ ist doch alles Gewäsch. Wie gesagt, wenn ich natürlich im 18. Semester Philosophie stecke, kann ich mir schon vorstellen, daß der Zwang, eine vernünftige, Geld abwerfernde Arbeit aufzunehmen, unerträglich groß zu werden droht.

Jetzt kommt noch die „Reichensteuer“ …

… von der ich heute morgen

gehört habe, aber ich weiss noch nicht genau was das sein
soll
, aber anscheinend ist es einfach eine Steuererhöhung
für Besserverdienende.

Ich dachte eigentlich immer, als Student informiert man sich vorher entsprechend und liest, bevor man die Mund aufmacht/ aufmachen sollte.

Schon einmal geschaut, für wen die *überhaupt* in Frage käme?

13 Schuljahre sind lang und dann ein so langes Studium!

Bald sind es hoffentlich bundesweit nur noch 12.

Dazu kommt, daß die konsekutiven Studiengänge echtes Potential haben [theoretisch] - die Frage ist nur wie so oft: Wird es die deutsche Bürokratie versauen oder waren es die realitätsfernen Schreibtischexperten, die die Sache verbockt haben?

  • Kinder werden in der Oberstufe nicht so vom Staat unterstützt
    wie dies von Staatsseite bei Berufsschülern der Fall ist (z.B.
    Busfahrkarten…)

Das ist falsch. Seit 1998 existiert das Schüler-BaföG (ohne das ich nicht einmal das Abitur hätte durchziehen können). Sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind, erhälst Du entsprechend Geld. Im Gegensatz zum echten BaföG muß kein Cent davon zurückgezahlt werden. Unterstützung für Fahrkosten von den Landratsämtern gibt es dann auch noch.

Erzähle also nicht solche Sachen.

MfG

Verständigungsprobleme, FAMILIENpolitik
Hallo!

Es scheinen mich einige entweder falsch verstanden zu haben oder das sogar abschtlich getan zu haben, weshalb ich mal ein paar Dinge klarstellen will:

Es ging mir in der Hauptsache um Familienpolitik! Ich bin kein Mensch, der ständig nach mehr Geld schreit oder wie einige angedeutet haben, im goldenen Käfig aufgewachsen wäre und ein Luxuskind wär!

Wo ich wirklich „Luxus“ erfahren habe, das ist mit meinem großen Kinderzimmer, auch weil wir auf dem Land gewohnt haben und dass ich Musikschulunterricht bekam. Letzteres bekommt bei uns jedoch auch ein Sozialhilfeempfänger kostenlos. Es ist eben mehr eine Sache der Prioritätensetzung.
Sonst hatte ich immer weniger Geldzufluss als der Großteil der Gleichaltrigen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, nur hab ich das Geld auch so gut wie nie ausgegeben. Wenn ich so höre, was VÖLLIG NORMALE Menschen, bei denen die Eltern NICHT im Countryclub sind :wink:, für Taschengelder bekamen, da frage ich mich immer, was die damit machten, weil sie dennoch oft pleite waren. Nicht zu selten haben sie es echt verpulvert, verraucht, verkifft, versoffen, für völlig überteuerte Kleidung ausgegeben oder ähnliches.

Und auch sonst bin ich was meinen eigenen „Luxus“ betrifft sehr genügsam und bin nicht luxussüchtig, sondern bin eher ein Erzfeind von Dekadenz!

Daneben weiss ich, dass man mit BaföG gut über die Runden kommen kann, wenn die Eltern ihrer Verpflichtung nachgehen und Differenzbeträge zum Höchstsatz bezahlen (können)

Das weiss ich, weil ich mit momentan mit weit weniger als dem BaföG Höchstsatz ohne Probleme lebe und deshalb was auf die hohe Kante tun kann. Meine Eltern fahren den Kurs, uns das BaföG zu zahln als bekämen wir es vom Staat nur eben dann als nicht zurückzuzahlendes Darlehen.

Aber ich weiss wohl auch, dass Studieren teurer sein kann, wenn man nicht in ner kleinen, sehr günstigen Wohnheimsbude wohnt, sondern in München oder man andere Kosten hat.

Es ging auch nicht um allgemeine Kritik, in dem Sinne:

„Oh, Jammer, Jammer, die armen Akademiker haben ja so wenig Geld“

Das ist es eben echt nicht! Ich weiss nämlich, wenn meine Eltern nicht uns Kinder grossgezogen hätten, dann hätten sie echt sehr viel aus verschiedenen Gründen.

Und es geht auch nicht nur ums Geld. Sondern auch um andersgeartete Familienpolitik. In der BRD wurde ja (was heute mehr und mehr als falsch angesehen wird) ein Hauptgewicht auf finanzielle Förderung gesetzt und die Rahmenbedingungen wurden gleich gelassen.

Was ich fordere, das ist, dass zB Kinderkrippen (und zwar vernünftige) mehr angeboten werden. Für eine junge Frau, die mit dem Studium fertig ist, kommt es einem finanziellen Desaster gleich, nicht in den Job einsteigen zu können wegen Kind:

-Wer nicht gleich arbeitet ist weg vom Fenster und wird nicht mehr genommen
-Sie hat eben nicht die Gelder und ist dann erstmal am Arsch obwohl sie in einem vernünftigen Alter wär, um Mutter zu werden.
-Auch ist es in einem solchen Fall nahezu unmöglich den „akademischen Zins“ zu „überwinden“

Schließlich verbaut sie sich damit auch jede reale Chance, ihrem Job nachzugehen, auch wenn sie etwas vernünftiges studiert hat und da gern arbeiten würde und gesuchte Fachkraft wäre.
Auch der Staat macht da einfach einen Fehler, denn er stempelt Fachkräfte, in die er investiert hat (Bildung ist auch eine Staatsinvestition in einem nicht ultraliberalen System), zu Menschen ab, die für den Staat nicht mehr ihr Potential entfalten können

Und daneben ist es eben auch so, dass es dann die Eltern so verdammt viel kostet, die Kinder durchs Studium zu bringen, so dass der „Luxus“ den sich solche Eltern leisten können in überhaupt keinem Verhältnis zu solchen Menschen steht, die keine Kinder haben, deshalb weniger zahlen mussten und mehr arbeiten konnten und deshalb doppelt mehr Geld haben. Es ging mir also auch mehr um Verhältnisfähigkeiten…

Eine Akademikerin bei uns muss doch im Moment denken, das Studium war aus finanzieller Sicht ein totaler Wahnsinn, wenn sie jetzt nicht schnell viel arbeitet um Mutter zu werden, weil sie mit 16 ne Lehre hätte machen können um mit 25 schon ein ganzes Stück Geld verdient zu haben. Auch weil dann die eigenen Eltern da nicht so viel Geld reingesteckt hätten.

Letztlich ist es auch keine egoistische Forderung. Ich fordere, dass für alle gilt, dass Kindererziehung mehr gewürdigt werden sollte und dass dabei vor allem auch die Bildung der Kinder gefördert wird.

In Deutschland haben wir die Situation, dass Kinder zum Großteil in bildungsfernen und „sozial schwachen“ Familien geboren werden, was in meinen Augen eine extrem bedenkliche Entwicklung ist.

Auch ist das gegenüber den Frauen unfair, ihnen solche Hürden zu stellen, wie ich finde!

Es geht hier schließlich auch um solche Ideen wie Generationenvertrag und so und mich könnte ja meine eigene Forderung selbst trefen wenn ich keine Kinder habe…

Und wenn dann die Kinder solcher Familien dann doch irgendwann im Studium sind, dann werden die Eltern aber eben noch extrem zur Kasse gebeten, obwohl sie schon vorher im Staatsinteresse Entbehrungen auf sich genommen haben und dann wird auch die Hofnung genommen, dass man als Akademiker mit Kindern im Alter dann eben etwas mehr von dem nachholen kann, was man so lang immer zurückstellen musste und zwar bis zu einem Maß was nur den Verzicht auf „Superluxus“ eindeutig einschließt, wie manche hier verzerrt darstellen wollten.

Es geht eben darum, ob sie sich dann endlich auch mal eine Reise leisten können, die weiter oder etwas „dekadenter“ als bis zum Campingplatz nach Dänemark reicht und etwas öfter ist als einmal in vier Jahren!

Das ist doch eine Tatsache die höchst abschreckend wirken muss!

Und das Beispiel mit den Akademikern als Eltern von Studenten brachte ich nur, weil hier die Abschreckung wegen der zeitlichen Umstände bezüglich Schule + Studium usw und der eigenen Einkommensstruktur (zB dass Akademiker später den „akademischen Zins“ „aufholen müssen“) RELATIV groß sein muss.

Eine Frau mit vernünftigem Abschluss muss sich dann eben oft entscheiden zwischen wirklich guten Leben mit echtem Luxus und einer Rolle als Mutter in einer Familie ohne Luxus und auch im Alter bleibt dann der „normale“ Luxus nicht wenig zurück, den sich andere auch ohne Studium problemlos leisten können.

Natürlich ist die finanzielle Situation von Eltern, die als Nicht-Akademiker ihre Kinder zur alma mater schicken, oft ABSOLUT schlechter als die der entsprechenden Akademikereltern, aber es geht eben AUCH um Relativitäten…

Und in der Vergangenheit der Eltern gibt es dann eben auch uU Unterschiede, was sie sich leisten konnten und diese Entscheidung MUSS nicht immer in die Richtung ausfallen, dass sich die Akademiker auch früher mehr leisten konnten als die Nicht-Akademiker

Und nur noch ein letztes:

Ich sprech halt aus, was ich denke und das ist nicht „normal“ und Menschen scheinen dazu zu tendieren, mehr in Äußerungen zu suchen als drin steht, aber was ich schreibe, das kann mal etwas provokant klingen, aber was dahinter steht, das muss deshalb nicht noch provokanter sein.

Viele Grüße Stefan

Hallo!

Politik ist in diesem Lande gar nicht so akademikerfeindlich,
und die Stellen, wo es tatsächlich so ist, die hast Du
allesamt nicht aufgezählt.

Es ging hier nicht im speziellen um akademikerfeindliche Politik sondern es ging mir WIRKLICH um Familienpolitik!

Und dabei ging es auch nicht VORNEHMLICH um Studenten, deren Eltern selbst welche gewesen sein müssen, sondern es ging ganz prinzipiell um die Art mit der mit Familien umgegangen wird bezüglich einer höheren Schulbildung oder Hochschulbildung der Kinder.

Als schlauer Akademiker sollten einem sofort die Verzugsjahre
nach dem geregelten Schulabschluß einfallen.

Ja, das ist mir bewusst, aber ich halte das eben zu einem Großteil für off-Topic, weil es nicht darum ging!

Geregelter Schulabschluß meint hier den Realschulabschluß,
nachdem der „Normalbürger“ eine Lehre beginnt, sozusagen wenn
mit 16 das Geld verdienen beginnt.

Früher gab es gewisse Schonfristen, eine Anzahl von Jahren,
die für den weiterführenden Bildungsweg „angerechnet“ werden.
Soweit ich mich erinnere (keine Richtigkeitsgarantie): das
volle Abitur, später 3 Jahre vom Studium.

Inzwischen wird nicht 'mal mehr das Abitur voll einbezogen.
Man verliert beim Einzahlen in die Sozialkassen also
entscheidende Jahre (über den Daumen ergibt sich ein Verzug
von 6 bis 7 Jahren).

Nun stellt sich die akademische Frage (*LOL*), ob das für
Akademiker in den Zeiten von „Es wird von staatlicher Seite
nur noch eine rudimentäre Grundrente geben…“ wirklich von
Bedeutung ist.

Ich denke: eher nicht - denn der Akademiker (Arbeitslosenquote
unter Akademikern allgemein 3%) verdient i.d.R. auch genügend
mehr, um auch mehr Geld (*deutlich* mehr Geld) in die private
Vorsorge pumpen zu können.

Abgesehen davon sind sowieso alle Studenten, schlicht gesagt,
bescheuert, wenn sie nicht gleich zu Beginn des Studiums
entsprechende Altersversorgungen ankurbeln. Teilweise beste
Modelle (fondbasierte Alterversorgung + Berufsunfähigkeit)
kriegt man zusammengerechnet für 50 EURO im Monat.

Das Geld hole ich spielend durch die Nachhilfe oder andere
Arbeitstätigkeiten rein. Darf man eben nicht auf dem Arsch
sitzen oder nur hirnlos Dauerparty durchziehen. Ein weiterer
Grund, der gegen BWL spricht. *LOL* *SCNR*

„Akademikerfeindlichkeit“ ist also ein starkes Wort und
vielerseits unberechtigt - und das sage ich als Arbeiterkind
mit finanziellen Reserven = 0.

Es sollte sich eben auch auf einen Fall beziehen, dass die Kinder studieren und das würde dich auch einschließen. Es ging vornehmlich darum, wie damit umgegangen wird, wenn man (vor allem) mehrere Kinder hat, die studieren oder sie überhaupt so lange versorgen muss bis sie mit einem Studium fertig sind. Das eigene Schicksal wie das mit den Sozialversicherungszahlungen war garnicht angesprochen…

„Akademikerfeindlich“ ist vielmehr die Industrie. Diese sorgt
mit vergleichsweise LÄCHERLICHEN Gehältern dafür, daß sich der
sogenannte Akademikerzins von Jahr zu Jahr verschlechtert.
Anders formuliert: Das Studium rentiert sich immer später und
später, weil die Jobs rigoros unterbezahlt sind.

Wenn Du Dich also aufregst, dann bitte darüber, daß ein
frischer Dipl.-Ing. nicht mehr 100.000 EURO Eintiegsgehalt
abbekommt, sondern inzwischen mit weniger als 60.000 EURO zu
rechnen hat - und das sind statistische Zahlen. Wenn ich mich
hier im Osten umhöre, dann werden diese eigentlich
herausragenden Ingenieurberufe regelrecht mit Hungerlöhnen
honoriert. Da gibt es wirklich fähigste Leute, die mit 30
Jahren Berufserfahrung keine 40.000 EURO im Jahr
heimschleppen.
Bei Physikern und Chemikern weiß ich seit neuestem, daß es
dort auch nicht besser aussieht.

Ähnliches gilt für Ärzte - diesen Streik kürzlich konnte ich
vollstens unterstüzten, denn ich möchte nicht der sein, der
nach einer 36-Stunden-Schicht als letzter vor dem
entsprechenden Arzt im OP liegt.

Da reißen sich oft junge Idealisten den Arsch auf, um
lächerlich unter 2.000 EURO Netto im Monat heimzugehen.
Der Chefarzt kassiert oft das Zehnfache.
Ganze Praxen müssen schließen und/oder verlieren sich
regelrecht in astronomischen Schulden, weil das
Gesundheitssystem mit dieser gestaffelten Abrechnung und
Bezahlung der gottverdammt letzte Irrsinn ist. Und davor oft 6
Jahre studiert.

Wo ist da Dein Aufschrei hinsichtlich Akademikerfeindlichkeit?
Dir geht es doch so um die Kohle - wo bleibt Deine
Entrüstung??

Es geht mir eben um Familienpolitik! Ich bin nicht der Meinung, Akademiker müssten leben können wie Könige!

Obwohl ich Dir das auch nicht unterstellen will, sondern MIR geht es eben weniger darüber, ob für einen selbst die akademikische Laufbahn gut ist, da ich für mich diese Frage immer wieder mit Ja beantworten würde. Und mit Geld hat das da auch nicht viel zu tun.

Dann das mit den Studiengebühren, die auch real in der Regel
einfach eine Steuererhöhung für Eltern von Studenten sind
(oder bei Bafögempfängern Schulden bedeuten könnten)

Das ist pures Gejammer. Zumeist kommt diese „Schuldendebatte“
von Studenten genau der Studienrichtungen, die man
arroganterweise zurecht als „brotlose Künste“ oder „Studium
für die Arbeitslosigkeit“ verreißt. Und andere Studiengänge
übernehmen dieses Geseier einfach.

Als die halbe Studentenschaft gegen Studiengebühren
demonstriert hat, mußte ich bis tief in die Nachr rechnen/
aufbereiten, Vorlesungen hören, Übungen bestreiten und
Praktika absolviere.
Ich hatte gar keine Zeit, für oder besser gesagt gegen so
einen Quatsch zu demonstrieren.

Ich habe nur kopfschüttelnd in den verschiedensten Nachrichten
hören müssen, wie „reif“ und „qualifiziert“ sich die Studiosi
aufgeführt haben. Die Studentenschaft hat keinerlei politische
Macht, kann also genau genommen immer froh sein, wenn sie
irgendwo eine Rolle spielen darf und dann stellen sich
Studentenvertreter hin und brüllen „Studiengebühren - ohne
uns!“.

Klasse!
So signalisiert man ganz sicher, daß man gesprächsbereit ist!
So signalisiert man, daß man die Relationen verstanden und
erkannt hat, wieviel Mitbestimmungsrecht ein Student besitzt!

Die Studenten haben sich mit diesem kindischen, trotzigen
Aufreten die Chance genommen, an der konkreten Ausgestaltung
der Gebühren tatsächlich flächendeckend mitzuwirken.

Aber das passiert eben, wenn man BWL oder Soziologie studiert
und sich im ersten Semester bei 5 Wochenstunden das Hirn
wegsäuft.
Vollstes Verständnis von mir.

Wovon redest Du? Das hatte mit dem von mir gesagten so gut wie nix zu tun und ich sage das, weil Du mir hier einen vorzuhalten scheinst, obwohl ich garnix in die von dir gerichtete Richtung geäußert habe!

Was ich gesagt habe, das ist, weil es mir um Familienpolitik ging, dass es oft eben die Eltern schlicht draufzahlen wenn dann Studiengebühren kommen und so und nicht anders ist das gemeint!

Und fast 100 Euro im Monat sind echt nicht wenig, vor allem wenn gleichzeitig sogar von Dir gefordert wird, dass man schon mit der Altersvorsorge beginnen sollte.

Dieses Gerede von wegen „Hach, sooooviel Schulden beim
Berufsstart“ ist doch alles Gewäsch. Wie gesagt, wenn ich
natürlich im 18. Semester Philosophie stecke, kann ich mir
schon vorstellen, daß der Zwang, eine vernünftige, Geld
abwerfernde Arbeit aufzunehmen, unerträglich groß zu werden
droht.

Jetzt kommt noch die „Reichensteuer“ …

… von der ich heute morgen

gehört habe, aber ich weiss noch nicht genau was das sein
soll
, aber anscheinend ist es einfach eine Steuererhöhung
für Besserverdienende.

Ich dachte eigentlich immer, als Student informiert man sich
vorher entsprechend und liest, bevor man die Mund aufmacht/
aufmachen sollte.

Sag mal, was soll so ein Blödsinn denn? Ich hab selbst gesagt, noch nicht erfahren zu haben, was für eine Steuer es ist!
Du nutzt jede Schwäche eines Gegenübers gnadenlos aus, um das Gegenüber zu dequalifizieren. Sowas macht man einfach nicht.

Schon einmal geschaut, für wen die *überhaupt* in Frage käme?

Es implizierte bereits NEIn, aber ich hatte eben viel um die Ohren, da ich ja auch nicht nur so zum Spass studiere und das eben auch bedeutungsentsprechend eine große Anstrengung sein kann

13 Schuljahre sind lang und dann ein so langes Studium!

Bald sind es hoffentlich bundesweit nur noch 12.

Dazu kommt, daß die konsekutiven Studiengänge echtes Potential
haben [theoretisch] - die Frage ist nur wie so oft: Wird es
die deutsche Bürokratie versauen oder waren es die
realitätsfernen Schreibtischexperten, die die Sache verbockt
haben?

  • Kinder werden in der Oberstufe nicht so vom Staat unterstützt
    wie dies von Staatsseite bei Berufsschülern der Fall ist (z.B.
    Busfahrkarten…)

Das ist falsch. Seit 1998 existiert das Schüler-BaföG (ohne
das ich nicht einmal das Abitur hätte durchziehen können).
Sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind, erhälst Du
entsprechend Geld. Im Gegensatz zum echten BaföG muß kein Cent
davon zurückgezahlt werden. Unterstützung für Fahrkosten von
den Landratsämtern gibt es dann auch noch.

Erzähle also nicht solche Sachen.

Häh? ich hab nicht angezweifelt, dass es sowas gibt, aber es ist in Niedersachsen wo ich herkomme Fakt, dass die Unterstützung bei Berufsschülern und Oberstüflern eben nicht gleich ist. Ich habe nicht die Existenz des Schüler-BaföG verschweigen wollen
Doch Schüler-BaföG ist nicht die Regel und wenn die Eltern durchschnittlich viel Geld haben, dann wird bei uns in Niedersachsen der Berufsschüler von Staatsseite mehr gefördert als der Oberstüfler.

Und der Berufsschüler bekommt daneben, was mir aber nicht so wichtig war, Geld vom Unternehmen, wärend man in sowas wie einem PJ nix kriegt, aber das war mir eben nicht wichtig!

VG, Stefan

Hallo!

Ich sagte doch sogar, dass ich NOCH nicht wüsste, was jetzt diese „Reichensteuer“ ist, weshalb diese Polemik unangebracht ist in meinen Augen

Reichensteuer:
bei einem EINKOMMEN (nicht:Vermögen!) von mehr als 250.000 €
jährlich pro Person (Ehepaar also erst ab 500.000 €, was
früher mal ne Million war) ist Reichensteuer fällig.
Bei einem Einkommen von 250.000 € sind jährlich 3.000 €
fällig. Das heisst für den armen Reichen 1 verlängertes
Wochenende in Marbella weniger, oder dem Beitrag zur schwarzen
Senator-Card von Amex oder 1 Business-Class Flug nach NY zum
Shoppen (einfacher Flug versteht sich).

Ich sagte doch sogar, dass ich NOCH nicht wüsste, was jetzt diese „Reichensteuer“ ist, weshalb diese Polemik unangebracht ist in meinen Augen.

Nachdem der Höchststeuersatz von 56 auf unter 48 % gesenkt
wurde, kann man die paar Kröten ruhig in den Staat stecken,
der mein Kind (bis auf die Lebenshaltungskosten) kostenlos
Medizin studieren lässt was dem Staat (nach Focus nr 16)
200.000 € kostet. Das Gymnasium davor hat etwa 45.000 €
gekostet. Vielleicht sollte man auf die Reichensteuer
verzichten und Kostendeckende Ausbildungsbeiträge verlangen?

Jetzt sprichst Du aber ein ganz anderes System an :wink:

Wir haben in Deutschland ein System der Hochbesteuerung von höheren Einkommen

Was Du ansprichst, das wär vielleicht mit einigen amerikanischen Unis vergleichbar, aber da kann nachher auch viel mehr verdient werden! Wir haben ein anderes Steuersystem…
Und mit der Medizin ist das so’ne Sache: Man will nicht drauf verzichten! Und Anatomie wird nun mal gemacht auch wenn es superteuer ist!

Da das Medizinstudium bestimmt das teuerste überhaupt ist (neben ein paar speziellen anderen kleinen vielleicht, von denen ich aber auch einige kenne) müssten in deinem Gedankenspiel dann auch die Mediziner das meiste Geld verdienen können von allen :wink:

Zumindest wär das so, wenn jeder alles studieren könnte bzw. wollte und sich alles nur ums Geld drehen würde

Deshalb ist es auch egal wie man es dreht oder wendet, unsinnig auf die hohen Studienkosten bei der Medizin zu schauen, denn der Akademiker bekommt später ja sein Gehalt nicht proportional zu den Studienkosten.

Das beste Studium wär dann bestimmt Mathe :wink:

Wenig Kosten, gutbezahlte Jobs, gesuchte Fachkräfte :wink:

VG, Stefan

Hallo!

Da verkommen dann ganz schnell eindeutige Luxusgüter zum
„Normalen“ und ogottogott, der Sohnemann der Gutverdienenden
Eltern bekommt kein Bafög, obwohl die doch in ihrem Studium
nicht jedes WE saufen gehen konnten (jaja, überzogen, ich
weiß).

Ne, an dieser Stelle ist das nicht nur überzogen, sondern mehr unverschämt!
Meine Eltern haben mit meinen Geschwistern wegen bestimmter Umstände sehr lange von weniger als dem Sozialhilfesatz gelebt, obwohl mein Vater neben seiner Doktorandenstelle (Er war sehr lange Doktorand, aber nicht wie Du jetzt unterstellen wirst aus Unfähigkeit) noch anderen Kram gemacht hat wie in ner Rattengiftfabrik zu arbeiten, Zeitungen auszutragen und noch anderes. Was Du da von Dir gegeben hast, das ist nicht nur überzogen und unangemessen, sondern schämen solltest Du dich dafür!
Ich fände es ehrlich angebracht, wenn Du um Entschuldigung bitten würdest!

Und wenn ich von „normalem“ Luxus sprach, den Du gleich zu eindeutigen Luxusgütern umgedichtet hast, ohne zu wissen, wovon ich spreche, denn ich bezeichne alles als Luxus, was über Lebenshaltungsminima hinausgeht als Luxus, also auch wenn nicht der abslut billigste Käse im Diskounter gekauft wird oder ähnliches.

Und mit „normalem“ Luxus meinte ich den Luxus, den sich JEDER Erwerbstätige leisten kann, der keine Kinder hat oder FAST jeder, der nur ein Kind hat.

Wie ich oben geschrieben habe, meine ich mit dem „normalen“ Luxus sowas wie einmal im Jahr für ne Woche in die Türkei oder nach Griechenland oder wenn Du willst Frankreich oder Spanien oder Italien oder auch einfach ne Woche weg in nen Mittelgebirge in Deutschland oder in ne Pension an der Nordseeküste. Es sind hier andere Luxusgüter gemeint als die Weltreise!
Du hast anscheinend einen völlig falschen Eindruck, als wär ich ein total verwöhntes Bonzenkind mit der Legende im Kopf, früher, ja da hatten wir nüscht und in Wirklichkeit hätte ich jeden neusten Schnickschnack (Technik, Mode, was Du willst) gekauft bekommen und das dann als „normal“ deklariert aber ich bin eben tatsächlich mit wenig Konsumgütern aufgewachsen und was wir zB an Technik hatten war irgendwie immer schon ein ganzes Stück veraltet, als wir es bekamen, aber ich finde das überhaupt nicht schlimm, weil ich bis heute kaum konsumiere :smile:

Wenn ich zB mal nen Videospiel spielen will, dann brauch ich den ganzen 3D-Kram nicht, meine gute alte Playstation, die wir uns gebraucht besorgt haben mit gebrauchten Spielen reicht mir völlig und ich hab keine Ambition was dran zu ändern, zumal ich mittlerweile eh selten zocke :wink:

VG, Stefan

Was ist Luxus?
Hi,

Da verkommen dann ganz schnell eindeutige Luxusgüter zum
„Normalen“ und ogottogott, der Sohnemann der Gutverdienenden
Eltern bekommt kein Bafög, obwohl die doch in ihrem Studium
nicht jedes WE saufen gehen konnten (jaja, überzogen, ich
weiß).

Ne, an dieser Stelle ist das nicht nur überzogen, sondern mehr
unverschämt!

Nö, genau das erwartest Du doch - Unterstützung von Besserverdienenden. Du hast ja das Bafög-Beispiel explizit angeführt.

gelebt, obwohl mein Vater neben seiner Doktorandenstelle

Eine BEZAHLTE Doktorandenstelle? Ja, das waren noch Zeiten…

schämen solltest Du dich dafür!

Tu ich aber nicht. Von Deinen Eltern hab ich btw. gar nichts geschrieben.

Und mit „normalem“ Luxus meinte ich den Luxus, den sich JEDER
Erwerbstätige leisten kann, der keine Kinder hat oder FAST
jeder, der nur ein Kind hat.

Kinder kosten Geld. Kinder bedeuten Entbehrung. Das weiß jeder vorher, das ist seit Menschengedenken so, und keiner wird gezwungen, welche zu bekommen. Wer nicht ent-behren möchte, der soll halt nicht ge-bähren.

Wie ich oben geschrieben habe, meine ich mit dem „normalen“
Luxus sowas wie einmal im Jahr für ne Woche in die Türkei oder
nach Griechenland oder wenn Du willst Frankreich oder Spanien

Ja, genau! Luxus! Bübchen, (ja, _jetzt_ werde ich „unverschämt“, denn da kann ich mich gut drüber aufregen!) das IST LUXUS. Es _ist_ sogar Luxus, in den Supermarkt zu gehen und all das einzupacken, worauf man Lust hat, ohne im Kopf mitzurechnen, ob das Klimpergeld dafür reicht.

Hast Du meinen Artikel eigentlich gelesen?
Weißt Du, wie es ist, wochenlang nur von 25-Cents-Aldinudeln zu leben?
Weißt Du, wie es ist, Angst vor’m Briefkasten zu haben?
Weißt Du, wie es ist, bei jedem Klingeln an der Haustür zusammenzuschrecken, weil’s der Gerichtsvollzieher sein könnte oder die Männer vom E-Werk, die Dir den Strom abstellen wollen?
Weißt Du, wie es ist, sich nach der Nacht zu sehnen, weil man im Schlaf die Bauchschmerzen nicht spürt?
_Sowas_ ist eine beschissene Lage.
Mal ein Jahr (ein Witz, wirklich…) nicht in die Türkei fahren zu können, und das zu beklagen, _das_ ist unverschämt.

Du hast anscheinend einen völlig falschen Eindruck, als wär
ich ein total verwöhntes Bonzenkind mit der Legende im Kopf,
früher, ja da hatten wir nüscht und in Wirklichkeit hätte ich
jeden neusten Schnickschnack (Technik, Mode, was Du willst)
gekauft bekommen und das dann als „normal“ deklariert

Das weiß ich nicht, was ich aber hier herauslese, ist, dass Du ein relativ sorgenfreies Leben führen kannst, und scheinbar den Wert dessen nicht so ganz erkennst. Du hast die Möglichkeit, zu studieren, Du hast eine gesicherte Grundexistenz, und Du hast einen Puffer, jemanden, der Dich auffängt, wenn Du doch mal strauchelst. Das ist unendlich viel mehr, als Tausende andere haben, und ich rede nicht von Straßenkindern in Mexiko City, sondern von Deutschland 2006.

Es ist jedem mit nur wenig Grips im Kopf bekannt, dass eine vernünftige Lehre nach dem Schulabschluß schneller Zu Geld führt, als ein Studium. Meine Schwester hat das so gemacht - zwei Jahre jünger als ich, baut grad ihr Eigenheim. Das ist bei mir noch nicht in Sicht, aber es war mir vorher klar, dass _mein_ Weg nicht so straight zu einem angenehmen Einkommen führen wird wie ihrer.

Jeder, der anfängt zu studieren weiß, dass ein Studium eine Investition in die Zukunft ist, denn wenn Du es durchziehst, wirst Du mit guter Wahrscheinlichkeit die Lehrlinge überholen. Das ist Deine Wahl, und es war die Wahl Deiner Eltern.

Akademikerkinder haben in Deutschland immer noch die besten Chancen auf eine gute Ausbildung und gute Zukunftschancen, da klingt es wirklich ein wenig abgehoben, wenn Du gerade deren Lage beklagst.

Bafög ist gerade für DIE Leute da, die eben von Haus aus nicht so gut ausgestattet sind wie Du oder ich. Bafög soll wenigstens der Versuch sein, Chancengleicheit unabhängig vom Elternhaus zu erreichen. Bafög soll aber keine Belohnung von Besserverdienenden sein, die ihrerseits vor 20 Jahren mal Entbehrungen bewusst in Kauf genommen haben. Dafür belohnt sie ihr heutiges Einkommen.

Gruß,

Malte

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Dann laß die Akademiker doch raus!
Moin,

Es ging mir in der Hauptsache um Familienpolitik!

Dann rede doch auch davon und nicht von Akademikern. Die haben’s nämlich immer noch besser als der Rest.

und dass ich Musikschulunterricht bekam. Letzteres bekommt bei
uns jedoch auch ein Sozialhilfeempfänger kostenlos.

Vielleicht, aber ein Normalverdiener nicht. Der darf die Musikschule für die Kinder nämlich bezahlen, Akademiker hin oder her.

Daneben weiss ich, dass man mit BaföG gut über die Runden
kommen kann, wenn die Eltern ihrer Verpflichtung nachgehen und
Differenzbeträge zum Höchstsatz bezahlen (können)

Eben.

Das ist es eben echt nicht! Ich weiss nämlich, wenn meine
Eltern nicht uns Kinder grossgezogen hätten, dann hätten sie
echt sehr viel aus verschiedenen Gründen.

Das gilt für (fast) alle Eltern.

Und es geht auch nicht nur ums Geld. Sondern auch um
andersgeartete Familienpolitik. In der BRD wurde ja (was heute
mehr und mehr als falsch angesehen wird) ein Hauptgewicht auf
finanzielle Förderung gesetzt und die Rahmenbedingungen wurden
gleich gelassen.

Da sind wir uns ja einig, aber das ist halt ganz allgemein Familienpolitik und hat mit Akademikern erst mal nichts zu tun.

Und daneben ist es eben auch so, dass es dann die Eltern so
verdammt viel kostet, die Kinder durchs Studium zu bringen, so
dass der „Luxus“ den sich solche Eltern leisten können in
überhaupt keinem Verhältnis zu solchen Menschen steht, die
keine Kinder haben, deshalb weniger zahlen mussten und mehr
arbeiten konnten und deshalb doppelt mehr Geld haben. Es ging
mir also auch mehr um Verhältnisfähigkeiten…

Eben. Familein gegen Singles, Akademiker sind hier fehl am Platze. Wer studiert, kriegt BAföG. Und damit kommt man aus, wenn man will, wie Du oben selber schreibst.

Und das Beispiel mit den Akademikern als Eltern von Studenten
brachte ich nur, weil hier die Abschreckung wegen der
zeitlichen Umstände bezüglich Schule + Studium usw und der
eigenen Einkommensstruktur (zB dass Akademiker später den
„akademischen Zins“ „aufholen müssen“) RELATIV groß sein muss.

Du hast die Akademiker sogar in den Titel Deines Postings gepackt. Und dann wunderst Du Dich, daß die Leute darauf anspringen? Und im Normalfall ist es gut möglich, als Akademiker den Zeitvosprung der Nicht-Studierenden später wieder aufzuholen.

Kurz geasgt: Du kritisierst hier die Familienpolitik ganz allgemein, und wir sind uns in einigen der Kritikpunkte sogar einig, aber es ist schlicht daneben, zu behaupten, daß das besonders Akademiker träfe. Das Gegenteil ist der Fall.

Gruß

Kubi

1 „Gefällt mir“

Knder sind imho nicht nur Privatluxus!
Hallo!

schämen solltest Du dich dafür!

Tu ich aber nicht. Von Deinen Eltern hab ich btw. gar nichts
geschrieben.

Aha, das bezieht sich nicht auf meine Eltern?

„Da verkommen dann ganz schnell eindeutige Luxusgüter zum „Normalen“ und ogottogott, der Sohnemann der Gutverdienenden Eltern bekommt kein Bafög, obwohl die doch in ihrem Studium nicht jedes WE saufen gehen konnten (jaja, überzogen, ich weiß)“

Und mit „normalem“ Luxus meinte ich den Luxus, den sich JEDER
Erwerbstätige leisten kann, der keine Kinder hat oder FAST
jeder, der nur ein Kind hat.

Kinder kosten Geld. Kinder bedeuten Entbehrung. Das weiß jeder
vorher, das ist seit Menschengedenken so, und keiner wird
gezwungen, welche zu bekommen. Wer nicht ent-behren möchte,
der soll halt nicht ge-bähren.

Das ist sekbstverständlich richtig! Aber es ist auch richtig, dass es früher notwendig war, Kinder als eigene Altersvorsorge großzuziehen.

Das ist heute anders und die Erziehung eines Kindes wird zum Privatluxus erklärt, obwohl es ja nötig ist, um den Staat zu erhalten, dass neue Menschen nachkommen.

Wie ich oben geschrieben habe, meine ich mit dem „normalen“
Luxus sowas wie einmal im Jahr für ne Woche in die Türkei oder
nach Griechenland oder wenn Du willst Frankreich oder Spanien

Ja, genau! Luxus! Bübchen, (ja, _jetzt_ werde ich
„unverschämt“, denn da kann ich mich gut drüber aufregen!) das
IST LUXUS.

Habe ich ja nie angezweifelt!

Es _ist_ sogar Luxus, in den Supermarkt zu gehen

und all das einzupacken, worauf man Lust hat, ohne im Kopf
mitzurechnen, ob das Klimpergeld dafür reicht.

Hab ich auch nie angezweifelt! Ich selbst habe das Beispiel des günstigsten Käses selbst gebracht und OBWOHL ich in die Tasche legen könnte, was ich essen will tu ich es nicht, weil ich es für idR unnötigen Luxus halte. Worin besteht dein Angriff gegen mich???

Hast Du meinen Artikel eigentlich gelesen?
Weißt Du, wie es ist, wochenlang nur von 25-Cents-Aldinudeln
zu leben?

Äh, das muss niemand, da immer die Möglichkeit besteht, etwas Auswahl zu haben. Für niemanden kann es ein Problem sein, auch mal Kartoffeln oder Brot zu essen. Erzähl mir nichts, denn das mit den Nudeln KANN nicht nötig sein. Ich selbst habe zeitweise extreme Sparsamkeit an den Tag gelegt und weiss was an tun kann, auch wenn man auf JEDEN Euro achtet

Weißt Du, wie es ist, Angst vor’m Briefkasten zu haben?

Nein! Meine Kosten für Miete, Internet, Telefon usw belaufen sich auf genau 181 Euro im Monat, da überrasct mich nichts

Weißt Du, wie es ist, bei jedem Klingeln an der Haustür
zusammenzuschrecken, weil’s der Gerichtsvollzieher sein könnte
oder die Männer vom E-Werk, die Dir den Strom abstellen
wollen?

Nein, aber das sind eh alles nur rethorische Fragen

Weißt Du, wie es ist, sich nach der Nacht zu sehnen, weil man
im Schlaf die Bauchschmerzen nicht spürt?

Ne!

_Sowas_ ist eine beschissene Lage.
Mal ein Jahr (ein Witz, wirklich…) nicht in die Türkei
fahren zu können, und das zu beklagen, _das_ ist unverschämt.

Es ging wie ich mehrfach gesagt habe um die WERTSCHÖPFUNG durch Kindererziehung, die einen extremen RELATIVEN Abfall des Lebensstandards nach sich zieht, obwohl die Gesellschaft Kinder und auch deren Ausbildung braucht

Du hast anscheinend einen völlig falschen Eindruck, als wär
ich ein total verwöhntes Bonzenkind mit der Legende im Kopf,
früher, ja da hatten wir nüscht und in Wirklichkeit hätte ich
jeden neusten Schnickschnack (Technik, Mode, was Du willst)
gekauft bekommen und das dann als „normal“ deklariert

Das weiß ich nicht, was ich aber hier herauslese, ist, dass Du
ein relativ sorgenfreies Leben führen kannst, und scheinbar
den Wert dessen nicht so ganz erkennst.

Doch, das tu ich ganz sicher! Wenn dem nicht so wäre, dann würde ich mich va über meine Situation beklagen, aber das tu ich nicht außer mit dem PJ zB, aber das versteh ich auch echt nicht, wieso da bei ner Ausbildung Geld gezahlt wird und für das PJ nicht.

Du hast die

Möglichkeit, zu studieren, Du hast eine gesicherte
Grundexistenz, und Du hast einen Puffer, jemanden, der Dich
auffängt, wenn Du doch mal strauchelst. Das ist unendlich viel
mehr, als Tausende andere haben, und ich rede nicht von
Straßenkindern in Mexiko City, sondern von Deutschland 2006.

Das ist mir klar! Wenn mich jemand fragt, dann sage ich, ja im System geht es mir gut! Und ich sehe sogar ein, dass anderen ihre finanzielle Lage mehr auf den Keks gehen kann, weil sie lieber mehr konsumieren würden und ich das schon aus Prinzip wenig tue, OBWOHL ich es mehr könnte (auch mit meinem BaföG-entsprechenden Geld, wobei ich extrem günstig wohne und zwar NICHT bei ner Verbindung :wink:)
Wenn in unserer Kellerbar das (jedoch wirklich nicht teure) Bier geschlürft wird von denen, die sagen, wie wenig Knete sie haben, dann relativiert sich das für einen Teil der Menschen tatsächlich, denn die Zahl derer, die wirklich immer auf jeden Cent achten MÜSSEN, die ist bedeutend geringer als die Zahl derer, die von BaföG leben oder teilweise ihr Geld von den Eltern kriegen und eben (wie ich) nur beschränkt konsumieren können, weil sie nicht so viel Geld haben.

Natürlich ist für diese Zahl jedoch kennzeichnend, dass sie sparen sollte für das „Straucheln“, aber das tu ich auch unabhängig welche Konsequenz das straucheln hat!

Wer in Bonn als Student günstig wohnen will, der kann ins Wohnheim und es sind sogar idR immer Plätze frei (und zwar auch vernünftige)
Mit geringen Miet- und Nebenkosten kann man eine ganze Menge sparen.
Natürlich mag das zB in München anders sein, aber in Bonn ist das kein Problem!

Aber auch andere Studenten haben idR nicht weniger Geld als ich, weil ich ja auch „nur“ das BaföG von meinen Eltern kriege. Und stimmt, ich muss es nicht zurückzahlen, was aber bei Studenten mehr oder weniger gut sozial geregelt ist.

Es ist jedem mit nur wenig Grips im Kopf bekannt, dass eine
vernünftige Lehre nach dem Schulabschluß schneller Zu Geld
führt, als ein Studium. Meine Schwester hat das so gemacht -
zwei Jahre jünger als ich, baut grad ihr Eigenheim. Das ist
bei mir noch nicht in Sicht, aber es war mir vorher klar, dass
_mein_ Weg nicht so straight zu einem angenehmen Einkommen
führen wird wie ihrer.

Jeder, der anfängt zu studieren weiß, dass ein Studium eine
Investition in die Zukunft ist, denn wenn Du es durchziehst,
wirst Du mit guter Wahrscheinlichkeit die Lehrlinge überholen.
Das ist Deine Wahl, und es war die Wahl Deiner Eltern.

Es geht mehr um die Wertschöpfung durch Kindererziehung und wie sie in meinen Augen zu wenig gewertet wird und dass dies für Akademiker wegen der Zukunftsinvestition RELATIV stärker ins Gewicht fällt aber absolut gilt es für alle Eltern erstmal und für alle Eltern, deren Kinder studieren insbesondere.

Akademikerkinder haben in Deutschland immer noch die besten
Chancen auf eine gute Ausbildung und gute Zukunftschancen, da
klingt es wirklich ein wenig abgehoben, wenn Du gerade deren
Lage beklagst.

Ich meine ja, dass der kinderlose ältere Angestellte und Akademiker insbesondere mit seiner (jetzt ja noch realen) Rente sich schön absichert und diese Rente von Kindern gezahlt wird von anderen Angestellten und Akademikern, die ihre ganze Zeit vor der Rente weniger gehabt haben, weil sie die Kinder erzogen haben und deshalb sogar noch weniger in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Mit dem Niedergang der staatlichen Rentenversorgung ist darüberhinaus verbunden, dass Eltern in Zukunft weiterhin Rentenbeiträge bezahlen müssen UND so sehr für ihr Kind zahlen, dass sie weit weniger in die private Altersvorsorge einzahlen können, aber ihre Kinder können auch nicht ihre Versorger werden, wenn sie eine Familie wollen, weil sie ja sonst für sich selbst, die Kinder, die Eltern, die Rentenversicherung und die private Rente aufkommen müssten.

Ich weiss, die „Sandwich“-Generation gibt es schon und es geht ihr sehr schlecht!

Deshalb meine ich, entweder die Kinder sind eine Eigeninvestion in dieZukunft und müssen nicht die Sozalversorgung kinderloser mitbezahlen, also hätten wir ein Generationen wie es viele Jahrtausende war (was aber nichts darüber aussagen soll ob gut oder schlecht) oder wir haben den Konsens, dass Kinder nicht nur Privatvergnügen sind, sondern ihre Erziehung „entlohnt“ wird, weil sie selbst später qualifiziertes Fachpersonal werden, das wieder Steuern zahlen kann.

Nachwievor sehe ich ein, dass Kinder etwas mit Entbehrung zu tun haben, aber dennoch denke ich, dass im Moment bei uns unverhältnismäßig ausgenutzt wird, wenn Kinder geboren und erzogen werden und besonders noch, wenn sie studieren und noch so lang und viel dafür zahlen. Es geht NICHT um die Studenten selbst und auch WENIGER um den großen Luxus, den bestimmte Gruppen zu wenig hätten, sondern um die Relativen Einbußen, die Eltern von jedem Studenten haben müssen.

Jetzt ganz besonders darauf rumzuhacken, dass es Akademikern gut genug geht, dass macht in meinen Augen wenig Sinn, weil ich ja nie gesagt hab „DER AKADEMIKER AN SICH“, sondern ich meinte den Vergleich von kinderlosen Akademikern und solchen mit Kindern und daneben ohne es explizit auszusprechen auch den Vergleich Nicht-Akademikern kinderlos - Kinder (insbesondere mit Studium)

Bafög ist gerade für DIE Leute da, die eben von Haus aus nicht
so gut ausgestattet sind wie Du oder ich.

Ja, ähm so viel Geld wie Du vielleicht denkst verdienen die auch nicht, obwohl ich selbst keine genauen Zahlen kenne, aber mein Vater wird als angestellter nach Flächentarifvertrag Chemie bezahlt und meine Mutter hat schließlich ihr Mathestudium nicht abgeschlossen (im achten Semester aufgehört) und arbeitet fachfremd und auch weniger, weil vier Kinder erziehen eben auch Zeit kostet und sowas wie Kinderkrippen nicht existent waren…
Und zeitweise gab es bei meiner Schwester auch Bafög. Meine Eltern liegen jedoch praktisch genau über der Bemessensgrenze und diese Grenze wird wohl im Zuge der Kindergeldverkürzung und der Studiengebühren nicht steigen, weshalb das nicht einfach so ist, dass von dem Riesenbutterberg nur ein kleines Stück weggenommen wird.
Bafög soll

wenigstens der Versuch sein, Chancengleicheit unabhängig vom
Elternhaus zu erreichen. Bafög soll aber keine Belohnung von
Besserverdienenden sein, die ihrerseits vor 20 Jahren mal
Entbehrungen bewusst in Kauf genommen haben. Dafür belohnt sie
ihr heutiges Einkommen.

Das stelle ich im speziellen für Akademiker in Frage, die mehrere Kinder haben und diese zum studieren geschickt haben. Für meine Eltern wär es finanziell ohne es genau nachzurechnen bestimmt ähnlich gewesen, wenn sie ne Lehre gemacht hätten und uns Kinder dann nach einigen Jahren gekriegt hätten. Dann hätten sie ihren „Luxus“ gehabt und auch schon was in Rentenkassen eingezahlt. Sie hätten dann eigentlich auch statt zu arbeiten von Sozialhilfe leben können, denn die Summe des letztlichen Einkommens war lange Zeit unwesentlich höher als Sozialhilfe. Das einzige und das muss man eben aber auch fest machen, ist, dass unsere Eltern jetzt ein Haus haben und in die gesetzliche Rentenkasse eingezalt haben (für private Vorsorge gilt das nicht glaub ich)

VG, Stefan

Hallo!

schämen solltest Du dich dafür!

Tu ich aber nicht. Von Deinen Eltern hab ich btw. gar nichts
geschrieben.

Aha, das bezieht sich nicht auf meine Eltern?

„Da verkommen dann ganz schnell eindeutige Luxusgüter zum
„Normalen“ und ogottogott, der Sohnemann der Gutverdienenden
Eltern bekommt kein Bafög, obwohl die doch in ihrem Studium
nicht jedes WE saufen gehen konnten (jaja, überzogen, ich
weiß)“

Das ist zumindest keine Kritik an Deinen Eltern. Außerdem hab ich’s ja als überzeichnet gekennzeichnet.

Das ist heute anders und die Erziehung eines Kindes wird zum
Privatluxus erklärt, obwohl es ja nötig ist, um den Staat zu
erhalten, dass neue Menschen nachkommen.

Das ist doch ein Scheinargument. Kein Mensch wird in Deutschland gezwungen oder sonstwie genötigt (außer von seiner Schwiegermutter vielleicht :wink:) ein Kind in die Welt zu setzen. Es bleibt eine höchst private und freie Entscheidung, ob man das tut oder nicht, und es wird selbstverständlich vom Staat auch einkommensunabhängig gefördert. Deine Eltern haben auch für Dich Kindergeld uvm. bekommen. Du beklagst aber hier allen Ernstes, dass es einen Teil der Förderung nur abhängig vom Einkommen gibt.

Hab ich auch nie angezweifelt! Ich selbst habe das Beispiel
des günstigsten Käses selbst gebracht und OBWOHL ich in die
Tasche legen könnte, was ich essen will tu ich es nicht, weil
ich es für idR unnötigen Luxus halte. Worin besteht dein
Angriff gegen mich???

Angreifen tu ich Dich gar nicht, ich halte nur gegen Deine Klage.
Du hast schließlich den jährlichen Türkeiurlaub als „normal“ bezeichnet - und das ist er eben nicht.

Hast Du meinen Artikel eigentlich gelesen?
Weißt Du, wie es ist, wochenlang nur von 25-Cents-Aldinudeln
zu leben?

Äh, das muss niemand, da immer die Möglichkeit besteht, etwas
Auswahl zu haben. Für niemanden kann es ein Problem sein, auch
mal Kartoffeln oder Brot zu essen. Erzähl mir nichts, denn das
mit den Nudeln KANN nicht nötig sein. Ich selbst habe
zeitweise extreme Sparsamkeit an den Tag gelegt und weiss was
an tun kann, auch wenn man auf JEDEN Euro achtet

Okay, also nochmal pedantischer ausgedrückt: „wochenlang nur von Billigst-Lebensmitteln zu leben“. Macht keinen Unterschied. Fakt ist, dass das durchaus passieren kann, und Fakt ist auch, dass es ungesund ist. Eine ausgewogene Ernährung ist immer teurer als die billigstmögliche.

Weißt Du, wie es ist,…

Nein, aber das sind eh alles nur rethorische Fragen

Nein, das sind nicht nur rhetorische Fragen. Das sind Fragen, die ein wenig die Verhältnismäßigkeiten geraderücken sollen. Ich weiß schon, dass ich mich damit an der Kante zum Pathetischen bewege, aber all dies gibt es, einen Teil davon hab ich selbst erlebt - es ist die Hölle. Und mir ging’s noch gut dabei, hab ich doch ein funktionierendes Netz von einer Hand voll Leuten, die mich auffangen. Wie es jemandem geht, der ganz allein dasteht, vermag ich mir da gar nicht auszumalen.

Es ging wie ich mehrfach gesagt habe um die WERTSCHÖPFUNG
durch Kindererziehung, die einen extremen RELATIVEN Abfall des
Lebensstandards nach sich zieht, obwohl die Gesellschaft
Kinder und auch deren Ausbildung braucht

Moment mal, es ging Dir um vermeintliche Familienfeindlichkeit gegen Akademikerpaare.
Der einzig zulässige Vergleich sind also Nicht-Akademikerpaare. Und da bleibe ich auch dabei:

  1. Wird jeder freiwillig und bewusst zum Akademiker, und das bestimmt aus einem Gefühl der Verantwortung gegenüber seinem Land, weil
  2. Akademiker in Deutschland immer noch überdurchschnittlich sicher Arbeit finden und überdurchschnittlich gut verdienen, so dass sich ihre entbehrungsreiche Zeit im Schnitt und unter’m Strich dann doch rechnet.

Das weiß ich nicht, was ich aber hier herauslese, ist, dass Du
ein relativ sorgenfreies Leben führen kannst, und scheinbar
den Wert dessen nicht so ganz erkennst.

Doch, das tu ich ganz sicher! Wenn dem nicht so wäre, dann
würde ich mich va über meine Situation beklagen, aber das tu
ich nicht außer mit dem PJ zB, aber das versteh ich auch echt
nicht, wieso da bei ner Ausbildung Geld gezahlt wird und für
das PJ nicht.

Das ist einfach: Ein PJ leistet nicht so wahnsinnig viel wertvolle Arbeit im Vergleich zu dem, was er kostet, dazu kommt noch, dass es sich für eine Klinik auch kaum lohnt, in einen PJ zu investieren, da er ohnehin nach dem PJ nie wieder an dieser Klinik gesehen wird (mit hinreichender Wahrscheinlichkeit). Das ist bei einem Azubi beides anders.

Wer in Bonn als Student günstig wohnen will, der kann ins
Wohnheim und es sind sogar idR immer Plätze frei (und zwar
auch vernünftige)

Das ist schonmal was gutes. Da kenn ich auch andere Städte (nein, nicht München :wink:).

Jeder, der anfängt zu studieren weiß, dass ein Studium eine
Investition in die Zukunft ist, denn wenn Du es durchziehst,
wirst Du mit guter Wahrscheinlichkeit die Lehrlinge überholen.
Das ist Deine Wahl, und es war die Wahl Deiner Eltern.

Es geht mehr um die Wertschöpfung durch Kindererziehung und
wie sie in meinen Augen zu wenig gewertet wird und dass dies
für Akademiker wegen der Zukunftsinvestition RELATIV stärker
ins Gewicht fällt aber absolut gilt es für alle Eltern erstmal
und für alle Eltern, deren Kinder studieren insbesondere.

Es kann nur soviel verteilt werden, wie da ist. Die Finanzlage ist eben nicht gerade rosig zur Zeit (und nein, daran ist sicher nicht der Schröder Schuld, das ist eine viel ältere Last).

Sicher wird an genügend Stellen auch genügend Geld für Bockmist verpulvert, aber wenn Du Dir die Zahlen mal auf höherer Ebene anschaust, dann ist eben nicht mehr für Familienförderung drin. Es ja nun nicht so, als würde Deutschland seine Familien verhungern lassen und dafür Panzer en masse bauen oder sowas.

Akademikerkinder haben in Deutschland immer noch die besten
Chancen auf eine gute Ausbildung und gute Zukunftschancen, da
klingt es wirklich ein wenig abgehoben, wenn Du gerade deren
Lage beklagst.

Ich meine ja, dass der kinderlose ältere Angestellte und
Akademiker insbesondere mit seiner (jetzt ja noch realen)
Rente sich schön absichert und diese Rente von Kindern gezahlt
wird von anderen Angestellten und Akademikern, die ihre ganze
Zeit vor der Rente weniger gehabt haben, weil sie die Kinder
erzogen haben und deshalb sogar noch weniger in die
Rentenkasse eingezahlt haben.

Stimmt. Das nennt man Sozialstaat und Recht eine freie Persönlichkeitsentfaltung.
Dafür bekommt der Kinderlose einen Haufen an Vergünstigungen eben nicht, kann sich im Alter seiner Versorgung eben doch nicht ganz so sicher sein, wie jemand mit Kindern (die real ja doch oftmals einspringen) und stirbt eben einsam und allein, ohne das Glück von Familie erfahren zu haben.

Nachwievor sehe ich ein, dass Kinder etwas mit Entbehrung zu
tun haben, aber dennoch denke ich, dass im Moment bei uns
unverhältnismäßig ausgenutzt wird, wenn Kinder geboren und
erzogen werden und besonders noch, wenn sie studieren und noch
so lang und viel dafür zahlen. Es geht NICHT um die Studenten
selbst und auch WENIGER um den großen Luxus, den bestimmte
Gruppen zu wenig hätten, sondern um die Relativen Einbußen,
die Eltern von jedem Studenten haben müssen.

Niemand MUSS studieren. Und ganz so arg scheint Deutschlands Akademikermangel auch nicht zu sein, wenn ich die kürzliche Nachricht bedenke, das Deutschland Europameister im Patentieren ist.

Ich verstehe letztlich immer noch nicht, warum Akademiker-Eltern aus Deiner Sicht besonders benachteiligt sind. Die Zeiten sind momentan für alle nicht so dolle. Und die eigenen Prioritäten kann jeder frei setzen. Wer vier Kinder in die Welt setzt, hat halt weniger für sich selbst übrig, das war auch „schon immer so“. Ich find die derzeitige Familien- und Bildungspolitik auch nicht toll, aber davon sind alle Schichten gleichermaßen betroffen.

Gruß,

Malte

Hallo!

Ich verstehe letztlich immer noch nicht, warum
Akademiker-Eltern aus Deiner Sicht besonders benachteiligt
sind.

OK, es ist wie folgt gemeint:
Bist Du kinderloser Akademiker geht es Dir im Schnitt nach dem Studium finanziell durchaus echt gut und „richtiger“ Luxus kann möglicherweise kommen, auch wenn noch BaföG und der „Studiengebührenkredit“ abbezahlt werden muss.
Bist Du Akademiker mit Kindern, dann haste oft praktisch keinen Luxus mehr außer dem Luxus nicht immer das absolut billigste zu essen.
Und wenn Du Kinder nach dem Studium bekommst, dann war oft vieles für die Katz und Du stehst auf den Schulden

Als Arbeiter ohne Kinder hat man idR von Anfang an etwas mehr und was ich „normalen“ Luxus nannte, kann man sich leisten
Arbeiter mit Kindern fällt man auf ein Niveau, bei dem auch nicht mehr viel Luxus übrig ist das ist dann oft fast Sozialhilfenivau, nur im Studium der Kinder springt dann das BaföG ein, damit die Eltern nicht verarmen

Also fallen beide Gruppen auf niedrige Niveaus ab! Dabei ist es bei Akademikern oft so, dass aus „Anfangs recht wenig aber später hat es sich dann doch wirklich gelohnt und mit Rente und privater Vorsorge hab ich was für die Zukunft“ „Niemals hatte ich mehr als das wirklich notwendige (wenn wir halbwegs ausgewogene Ernährung als notwendig nehmen), in die staatliche Rente konnte ich aber schon einzahlen“ wird

Bei Arbeitern ist der Abfall vom wie ich ihn „normalen“ Luxus nannte zu einer Situation, in der noch etwas weniger Geld übrig bleibt als beim Akademiker, denn wer weniger verdient bekommt ja (zu Recht wie ich finde) mehr Unterstützung und verarmt deshalb nicht total und gleichzeitig ist die Altersvorsorge nicht so gut wie bei Akademikereltern mit staatlicher Rentenversicherung. Die Arbeiter konnten jedoch vor dem Kinderkriegen schon was mehr verdienen und deren Eltern mussten auch nicht so lang für sie blechen.

Deshalb ist Summe über alles die Situation recht ähnlich.
Nur als Akademiker fällt man von viel weiter oben

Nicht unwichtig ist auch die Situation von Frauen, die sich wegen derfehlenden Krippeplätze oft vom Wunschberuf verabschiedenen können, weil sie einem genauso harten Wettbewerb ausgesetzt sind wie nicht Mütter und Pausen nach dem Studium für Kinder werden wohl nicht so gern gesehen und bei den Frauen tickt ja langsam die Uhr, während Arbeiterinnen etwas länger im Beruf sind und das da etwas problemloser planbar erscheint mit nem Kind und so.

Letzlich sind beide au

Die Zeiten sind momentan für alle nicht so dolle.
Ja, das verstehe ich durchaus

Und

die eigenen Prioritäten kann jeder frei setzen.

Nur begrenzt, weil der Staat einen zu bestimmten Dingen zwingt wie dem Steuerzahlen und dem Einzahlen in Rentenkassen
Und ich denke halt, der Staat bevorzugt einseitig Kinderlose (ob Akademiker oder nicht)

Wer vier

Kinder in die Welt setzt, hat halt weniger für sich selbst
übrig, das war auch „schon immer so“.

Das beklage ich nicht. Aber es war nicht immer so, denn in einem ultraliberalen Umfeld, wie es eben Jahrtausende existierte, war das Erziehen von Kindern Altersvorsorge

Ich find die derzeitige

Familien- und Bildungspolitik auch nicht toll, aber davon sind
alle Schichten gleichermaßen betroffen.

Ich hab ja schon geschrieben was ich meine.
Ich denke, Du kannst sagen, Akademiker haben genug, auch welche mit Kindern. Doch finde ich nicht, dass grundsätzlich gilt „genug und mehr gibt es nicht“

Ich sehe nicht ein, warum Kinder erziehen den ultimativen Verzicht auf alles andere nach sich zieht, wenn alle von diesen Kindern profitieren und auf deren Kosten zB in Rente gehen.

VG, Stefan