Knder sind imho nicht nur Privatluxus!
Hallo!
schämen solltest Du dich dafür!
Tu ich aber nicht. Von Deinen Eltern hab ich btw. gar nichts
geschrieben.
Aha, das bezieht sich nicht auf meine Eltern?
„Da verkommen dann ganz schnell eindeutige Luxusgüter zum „Normalen“ und ogottogott, der Sohnemann der Gutverdienenden Eltern bekommt kein Bafög, obwohl die doch in ihrem Studium nicht jedes WE saufen gehen konnten (jaja, überzogen, ich weiß)“
Und mit „normalem“ Luxus meinte ich den Luxus, den sich JEDER
Erwerbstätige leisten kann, der keine Kinder hat oder FAST
jeder, der nur ein Kind hat.
Kinder kosten Geld. Kinder bedeuten Entbehrung. Das weiß jeder
vorher, das ist seit Menschengedenken so, und keiner wird
gezwungen, welche zu bekommen. Wer nicht ent-behren möchte,
der soll halt nicht ge-bähren.
Das ist sekbstverständlich richtig! Aber es ist auch richtig, dass es früher notwendig war, Kinder als eigene Altersvorsorge großzuziehen.
Das ist heute anders und die Erziehung eines Kindes wird zum Privatluxus erklärt, obwohl es ja nötig ist, um den Staat zu erhalten, dass neue Menschen nachkommen.
Wie ich oben geschrieben habe, meine ich mit dem „normalen“
Luxus sowas wie einmal im Jahr für ne Woche in die Türkei oder
nach Griechenland oder wenn Du willst Frankreich oder Spanien
Ja, genau! Luxus! Bübchen, (ja, _jetzt_ werde ich
„unverschämt“, denn da kann ich mich gut drüber aufregen!) das
IST LUXUS.
Habe ich ja nie angezweifelt!
Es _ist_ sogar Luxus, in den Supermarkt zu gehen
und all das einzupacken, worauf man Lust hat, ohne im Kopf
mitzurechnen, ob das Klimpergeld dafür reicht.
Hab ich auch nie angezweifelt! Ich selbst habe das Beispiel des günstigsten Käses selbst gebracht und OBWOHL ich in die Tasche legen könnte, was ich essen will tu ich es nicht, weil ich es für idR unnötigen Luxus halte. Worin besteht dein Angriff gegen mich???
Hast Du meinen Artikel eigentlich gelesen?
Weißt Du, wie es ist, wochenlang nur von 25-Cents-Aldinudeln
zu leben?
Äh, das muss niemand, da immer die Möglichkeit besteht, etwas Auswahl zu haben. Für niemanden kann es ein Problem sein, auch mal Kartoffeln oder Brot zu essen. Erzähl mir nichts, denn das mit den Nudeln KANN nicht nötig sein. Ich selbst habe zeitweise extreme Sparsamkeit an den Tag gelegt und weiss was an tun kann, auch wenn man auf JEDEN Euro achtet
Weißt Du, wie es ist, Angst vor’m Briefkasten zu haben?
Nein! Meine Kosten für Miete, Internet, Telefon usw belaufen sich auf genau 181 Euro im Monat, da überrasct mich nichts
Weißt Du, wie es ist, bei jedem Klingeln an der Haustür
zusammenzuschrecken, weil’s der Gerichtsvollzieher sein könnte
oder die Männer vom E-Werk, die Dir den Strom abstellen
wollen?
Nein, aber das sind eh alles nur rethorische Fragen
Weißt Du, wie es ist, sich nach der Nacht zu sehnen, weil man
im Schlaf die Bauchschmerzen nicht spürt?
Ne!
_Sowas_ ist eine beschissene Lage.
Mal ein Jahr (ein Witz, wirklich…) nicht in die Türkei
fahren zu können, und das zu beklagen, _das_ ist unverschämt.
Es ging wie ich mehrfach gesagt habe um die WERTSCHÖPFUNG durch Kindererziehung, die einen extremen RELATIVEN Abfall des Lebensstandards nach sich zieht, obwohl die Gesellschaft Kinder und auch deren Ausbildung braucht
Du hast anscheinend einen völlig falschen Eindruck, als wär
ich ein total verwöhntes Bonzenkind mit der Legende im Kopf,
früher, ja da hatten wir nüscht und in Wirklichkeit hätte ich
jeden neusten Schnickschnack (Technik, Mode, was Du willst)
gekauft bekommen und das dann als „normal“ deklariert
Das weiß ich nicht, was ich aber hier herauslese, ist, dass Du
ein relativ sorgenfreies Leben führen kannst, und scheinbar
den Wert dessen nicht so ganz erkennst.
Doch, das tu ich ganz sicher! Wenn dem nicht so wäre, dann würde ich mich va über meine Situation beklagen, aber das tu ich nicht außer mit dem PJ zB, aber das versteh ich auch echt nicht, wieso da bei ner Ausbildung Geld gezahlt wird und für das PJ nicht.
Du hast die
Möglichkeit, zu studieren, Du hast eine gesicherte
Grundexistenz, und Du hast einen Puffer, jemanden, der Dich
auffängt, wenn Du doch mal strauchelst. Das ist unendlich viel
mehr, als Tausende andere haben, und ich rede nicht von
Straßenkindern in Mexiko City, sondern von Deutschland 2006.
Das ist mir klar! Wenn mich jemand fragt, dann sage ich, ja im System geht es mir gut! Und ich sehe sogar ein, dass anderen ihre finanzielle Lage mehr auf den Keks gehen kann, weil sie lieber mehr konsumieren würden und ich das schon aus Prinzip wenig tue, OBWOHL ich es mehr könnte (auch mit meinem BaföG-entsprechenden Geld, wobei ich extrem günstig wohne und zwar NICHT bei ner Verbindung
)
Wenn in unserer Kellerbar das (jedoch wirklich nicht teure) Bier geschlürft wird von denen, die sagen, wie wenig Knete sie haben, dann relativiert sich das für einen Teil der Menschen tatsächlich, denn die Zahl derer, die wirklich immer auf jeden Cent achten MÜSSEN, die ist bedeutend geringer als die Zahl derer, die von BaföG leben oder teilweise ihr Geld von den Eltern kriegen und eben (wie ich) nur beschränkt konsumieren können, weil sie nicht so viel Geld haben.
Natürlich ist für diese Zahl jedoch kennzeichnend, dass sie sparen sollte für das „Straucheln“, aber das tu ich auch unabhängig welche Konsequenz das straucheln hat!
Wer in Bonn als Student günstig wohnen will, der kann ins Wohnheim und es sind sogar idR immer Plätze frei (und zwar auch vernünftige)
Mit geringen Miet- und Nebenkosten kann man eine ganze Menge sparen.
Natürlich mag das zB in München anders sein, aber in Bonn ist das kein Problem!
Aber auch andere Studenten haben idR nicht weniger Geld als ich, weil ich ja auch „nur“ das BaföG von meinen Eltern kriege. Und stimmt, ich muss es nicht zurückzahlen, was aber bei Studenten mehr oder weniger gut sozial geregelt ist.
Es ist jedem mit nur wenig Grips im Kopf bekannt, dass eine
vernünftige Lehre nach dem Schulabschluß schneller Zu Geld
führt, als ein Studium. Meine Schwester hat das so gemacht -
zwei Jahre jünger als ich, baut grad ihr Eigenheim. Das ist
bei mir noch nicht in Sicht, aber es war mir vorher klar, dass
_mein_ Weg nicht so straight zu einem angenehmen Einkommen
führen wird wie ihrer.
Jeder, der anfängt zu studieren weiß, dass ein Studium eine
Investition in die Zukunft ist, denn wenn Du es durchziehst,
wirst Du mit guter Wahrscheinlichkeit die Lehrlinge überholen.
Das ist Deine Wahl, und es war die Wahl Deiner Eltern.
Es geht mehr um die Wertschöpfung durch Kindererziehung und wie sie in meinen Augen zu wenig gewertet wird und dass dies für Akademiker wegen der Zukunftsinvestition RELATIV stärker ins Gewicht fällt aber absolut gilt es für alle Eltern erstmal und für alle Eltern, deren Kinder studieren insbesondere.
Akademikerkinder haben in Deutschland immer noch die besten
Chancen auf eine gute Ausbildung und gute Zukunftschancen, da
klingt es wirklich ein wenig abgehoben, wenn Du gerade deren
Lage beklagst.
Ich meine ja, dass der kinderlose ältere Angestellte und Akademiker insbesondere mit seiner (jetzt ja noch realen) Rente sich schön absichert und diese Rente von Kindern gezahlt wird von anderen Angestellten und Akademikern, die ihre ganze Zeit vor der Rente weniger gehabt haben, weil sie die Kinder erzogen haben und deshalb sogar noch weniger in die Rentenkasse eingezahlt haben.
Mit dem Niedergang der staatlichen Rentenversorgung ist darüberhinaus verbunden, dass Eltern in Zukunft weiterhin Rentenbeiträge bezahlen müssen UND so sehr für ihr Kind zahlen, dass sie weit weniger in die private Altersvorsorge einzahlen können, aber ihre Kinder können auch nicht ihre Versorger werden, wenn sie eine Familie wollen, weil sie ja sonst für sich selbst, die Kinder, die Eltern, die Rentenversicherung und die private Rente aufkommen müssten.
Ich weiss, die „Sandwich“-Generation gibt es schon und es geht ihr sehr schlecht!
Deshalb meine ich, entweder die Kinder sind eine Eigeninvestion in dieZukunft und müssen nicht die Sozalversorgung kinderloser mitbezahlen, also hätten wir ein Generationen wie es viele Jahrtausende war (was aber nichts darüber aussagen soll ob gut oder schlecht) oder wir haben den Konsens, dass Kinder nicht nur Privatvergnügen sind, sondern ihre Erziehung „entlohnt“ wird, weil sie selbst später qualifiziertes Fachpersonal werden, das wieder Steuern zahlen kann.
Nachwievor sehe ich ein, dass Kinder etwas mit Entbehrung zu tun haben, aber dennoch denke ich, dass im Moment bei uns unverhältnismäßig ausgenutzt wird, wenn Kinder geboren und erzogen werden und besonders noch, wenn sie studieren und noch so lang und viel dafür zahlen. Es geht NICHT um die Studenten selbst und auch WENIGER um den großen Luxus, den bestimmte Gruppen zu wenig hätten, sondern um die Relativen Einbußen, die Eltern von jedem Studenten haben müssen.
Jetzt ganz besonders darauf rumzuhacken, dass es Akademikern gut genug geht, dass macht in meinen Augen wenig Sinn, weil ich ja nie gesagt hab „DER AKADEMIKER AN SICH“, sondern ich meinte den Vergleich von kinderlosen Akademikern und solchen mit Kindern und daneben ohne es explizit auszusprechen auch den Vergleich Nicht-Akademikern kinderlos - Kinder (insbesondere mit Studium)
Bafög ist gerade für DIE Leute da, die eben von Haus aus nicht
so gut ausgestattet sind wie Du oder ich.
Ja, ähm so viel Geld wie Du vielleicht denkst verdienen die auch nicht, obwohl ich selbst keine genauen Zahlen kenne, aber mein Vater wird als angestellter nach Flächentarifvertrag Chemie bezahlt und meine Mutter hat schließlich ihr Mathestudium nicht abgeschlossen (im achten Semester aufgehört) und arbeitet fachfremd und auch weniger, weil vier Kinder erziehen eben auch Zeit kostet und sowas wie Kinderkrippen nicht existent waren…
Und zeitweise gab es bei meiner Schwester auch Bafög. Meine Eltern liegen jedoch praktisch genau über der Bemessensgrenze und diese Grenze wird wohl im Zuge der Kindergeldverkürzung und der Studiengebühren nicht steigen, weshalb das nicht einfach so ist, dass von dem Riesenbutterberg nur ein kleines Stück weggenommen wird.
Bafög soll
wenigstens der Versuch sein, Chancengleicheit unabhängig vom
Elternhaus zu erreichen. Bafög soll aber keine Belohnung von
Besserverdienenden sein, die ihrerseits vor 20 Jahren mal
Entbehrungen bewusst in Kauf genommen haben. Dafür belohnt sie
ihr heutiges Einkommen.
Das stelle ich im speziellen für Akademiker in Frage, die mehrere Kinder haben und diese zum studieren geschickt haben. Für meine Eltern wär es finanziell ohne es genau nachzurechnen bestimmt ähnlich gewesen, wenn sie ne Lehre gemacht hätten und uns Kinder dann nach einigen Jahren gekriegt hätten. Dann hätten sie ihren „Luxus“ gehabt und auch schon was in Rentenkassen eingezahlt. Sie hätten dann eigentlich auch statt zu arbeiten von Sozialhilfe leben können, denn die Summe des letztlichen Einkommens war lange Zeit unwesentlich höher als Sozialhilfe. Das einzige und das muss man eben aber auch fest machen, ist, dass unsere Eltern jetzt ein Haus haben und in die gesetzliche Rentenkasse eingezalt haben (für private Vorsorge gilt das nicht glaub ich)
VG, Stefan