Vor zwei Jahren hat unsere Vermieterin auf Drängen der Nachbarn einen herrlichen großen Akazienbaum fällen lassen, aber der Wurzelstock blieb. Seither kommen entlang der Wurzelausläufer kleine Akaziensprößlinge, die besonders bei dem diesjährigen Wetter auch ganz schnell wachsen. Da wir alleine auf dem Anwesen wohnen, kümmern wir uns (freiwillig) darum. Aber es wird uns zu viel! Vorm Mähen müssen die Sprößlinge rausgezogen werden, da sie um so eifriger nachwachsen, wenn sie nur abgemäht werden. Gibt es eine Lösung des Problems ohne Wurzelstock und Wurzeln auszugraben? Da müßte nämlich die gesamte Grünfläche umgegraben werden!
Danke für Vorschläge und lG, Hannelore
Robinienbaum gefällt - rundherum Sprößlinge
Servus,
das ist - leider! - ein Fall für Glyphosat. Es gibt Formulierungen von glyphosathaltigen Herbiziden, die sich gezielt punktuell auf Blätter auftragen lassen; jetzt ists noch ein paar Wochen lang warm genug dafür, wenn der Robinienstock in Winterruhe geht, geht erst im kommenden April wieder etwas.
Eine Kommilitonin von mir hat sich vor ein paar Jahrzehnten in Südafrika damit beschäftigt, wie man die dort als sehr lästiges und invasives Weideunkraut auftretenden Robiniendickichte mit forciertem Ziegenverbiss kleinkriegen könnte - ohne greifbaren Erfolg, auch wenn mir das besser gefiele.
Schöne Grüße
Dä Blumepeder
Danke, Peder!
Wann dürfte ich dann meine Katzen nach dem Besprühen wieder auf die Grünfläche zum Rumwälzen und Gras fressen lassen?
LG, Hannelore
Und noch eine Frage, lieber Peder:
Wieviel bräuchte ich für ca. 4 - 6 Dutzend Pflanzen?
Danke: Hannelore
Servus,
bei Einsatz von Roundup gelten Wartezeiten von 14 Tagen für Gras- und Heunutzung. Wenn man berücksichtigt, dass dabei immer Sicherheitsmargen eingerechnet werden, und dass Rindviecher riesige Mengen von Grünfutter zu relativ kleinen Mengen von Steaks und Emmentaler (mit einer entsprechend hohen Konzentration eventueller Metaboliten) verarbeiten, und dann noch, dass der Wauwau nicht so sehr viel von dem Gras frisst, in dem er unterwegs ist (bzw. hinterher von sich selber herunterschleckt), täte ich drei bis fünf Tage ohne Gartenauslauf für völlig ausreichend halten.
Wegen der Menge muss man im Gebrauch schauen, wie viel notwendig ist. Bei so zähen Wurzelstöcken wie Robinien wird vielleicht mehrfache Behandlung notwendig sein. Aber im ersten Ansatz jedenfalls nicht mehr als ein handelsübliches Gebinde (was man bei Raiffeisen halt da hat), sonst hat man nachher den Anbruch von dem Zeugs rumstehen.
Schöne Grüße
Dä Blumepeder
Dann werde ich mal ans Werk gehen und Giersch, Schachtelhalm, Löwenzahn und Co. gleich mit bearbeiten. Ende 2008 bin ich hier eingezogen und bis jetzt bestand meine „Gartenpflege“ nur aus „Gartenarbeit“, vor allem, als dann noch der wunderschöne Akazien-/Robinien-Baum dran glauben mußte, damit meine Nachbarin nicht nur in den Garten, sondern auch auf meinen Balkon schauen kann (von wegen: Blätter auf ihrem pingelig sauberen Grundstück und im Dachkennel). Mal sehen, was sie sich noch ausdenkt! Aber das gehört dann in die Rubrik „Plauderei“ - lach. Habe bis jetzt lieber gebuddelt, statt zu harten Waffen zu greifen, aber es wird mir einfach zu viel! Und ich möchte endlich wieder einer „normalen“ Garten, den ich dann auch „normal“ pflegen und „fast normal“ (Sonnenschirme aufspannen als Sichtschutz?) genießen kann.
Danke und liebe Grüsse, Hannelore
Servus,
mit dem auf den ersten Blick so komfortabel scheinenden Glyphosat heißt es allerdings Uffbasse!
Bei den von Dir genannten sind zumindest Schachtelhalm und Löwenzahn Indikatorpflanzen, deren Information man nicht mehr hat, wenn man sie wegmacht. Schachtelhalm steht für verdichtete Böden, Löwenzahn in überreichlichem Vorkommen für zu hohe N-Versorgung des Bodens. Insbesondere der Schachelhalm ist zwar lästig, aber wenn er von sich aus weg geht, hat man Gewähr, dass man aus einem verdichteten, schweren, staunassen Boden einen Gartenboden gemacht hat.
Schöne Grüße
Dä Blumepeder
ach, Peder,
dieser „Garten“ bringt mich zum Verzweifeln. Als wir Ende 2008 hier einzogen, dachte ich, ich gehe ein Jahr richtig ran und dann … Vorher hatte ich Jahre gebraucht, um das Grundstück rund ums Haus zum kleinen Paradies zu machen, weil wir vorhatten, es zu kaufen. Aber als alles schön war, hat es die Vermieterin anderweitig verkauft. Deshalb will ich hier nicht wieder umsonst und vergebens investieren, denn das kann mir hier auch wieder passieren. Ich will hier auch nicht ewig bleiben. Im Frühjahr habe ich erst einmal die Unmengen von Rindermulch abgetragen. Die Vormieter hatten ihn zum Unkraut-Abdecken drübergeschüttet. Doch das Unkraut blieb unbeeindruckt und vermehrte sich weiter. Also habe ich Giersch, Schachtelhalm und Löwenzahn und noch anderes, was sich unterirdisch verbreitet, rausgebuddelt. Ein paar Wurzelstückchen habe ich wohl nicht erwischt. Leider gibt es mehrere Sträucher und Bäume und das bedeutet, dass ich nirgendwo richtig graben kann, da alles voller Wurzeln ist. Hartriegel und Rotdorn tun das ihre dazu. Als der Garten vor vielen Jahren „angelegt“ wurde, ist das Kopfsteinpflaster vom Hof „entsorgt“ worden und darauf hat man „Mutterboden“ (Lehmboden) drübergeschüttet. Einerseits knallt die Mittagssonne drauf, andererseits kommt kaum Sonne und Licht hin durch hohe Mauern. Dort ist es ständig feucht(warm), ideal für Moos und Pilze. Und dann kam noch Rosenrost, Mehltau und Rostpilz dazu. Meine Stockrosen sehen mit Rostpilz nicht dekorativ aus. Ein alter Weinstock und ein alter Blauregen sind im vergangenen Winter eingegangen. Unter Berücksichtigung der Verhältnisse muß ich auf liebgewonnene Pflanzen verzichten und mich auf andere einlassen. Dazu sollen aber nicht Giersch & Co gehören!
Ein paar Zeigerpflanzen sind ja willkommen, aber nicht in Unmengen. Fällt dir etwas zur Bodenverbesserung ein?
Danke und liebe Grüsse,
Hannelore
Servus,
dieses tonige, staunasse Zeug (wahrscheinlich ging es bei dem Mutterboden nicht um Lehm, sondern um Ton - sonst könntest Du Zuckerrüben bauen) in einem Hof dürfte kaum irgendwie zu einem Kulturboden zu drehen sein, zumindest nicht in zeitlichen Abständen, die zu einer Mietwohnung passen. Ich arbeite seit zehn Jahren an der Rekultivierung einer Kleingartenparzelle auf saurem Auenton von Buntsandstein, die vorher bloß zehn Jahre lang unter Rasen gelegen hat. Nach ungefähr acht Jahren waren erste spärliche Erfolge sichtbar, aber auch bloß auf den Flächen, auf denen jährlich um einen Streifen weiter geschoben ein Hügelbeet wandert.
Für Deinen Hofgarten fände ich es z.B. ganz interessant, aus der Not eine Tugend zu machen und sich mit den unzähligen Arten und Formen von Efeu zu beschäftigen.
Akeleien und Fingerhut sind übrigens dankbare Pflanzen für schwere, staunasse Böden; im Frühjahr Huflattich, und im Sommer Habichtskraut. Vorsicht, Habichtskraut wuchert - aber schöner als Ackerschachtelhalm ists allemal.
Schöne Grüße
Dä Blumepeder
Genau diese Pflanzen sind schon da - und hohe Nachtkerze, Glockenblumen, wilder Wein und Efeu an den Mauern, Minzen, Rittersporn, Gemswurz, weiße Margariten, Farne, Gräser - habe noch ein paar im internet gefunden, die in Frage kommen.
Es müßte ausgebaggert, entsorgt und mit Gartenerde aufgefüllt werden - aber von uns als Mieter? Nein, nicht noch einmal. Muß mich wohl damit abfinden. Inzwischen ärgere ich mich schon über die harte Arbeit, die ich mir gemacht habe. Alle finden, daß es jetzt schon ganz super aussieht gegenüber vorher. Aber ich bin ganz und gar nicht damit zufrieden. Ich liebe Gartenarbeit - das ist für mich wie Meditation: entspannen, auftanken und fit halten pur. Ich bin jetzt 70 und brauche das mehr denn je. Aber hier empfinde ich es als Arbeit mit wenig sichtbarem Erfolg. Muß überlegen, was ich mache.
Danke und liebe Grüße, Hannelore