Hallo Wissende,
Kann eine Akkomodations-Schwäche der Augen (mein Alter 73 J.) einen sog. Sekundenschwindel auslösen ?
Für Euere Antwort dankend: harta
Hallo Wissende,
Kann eine Akkomodations-Schwäche der Augen (mein Alter 73 J.) einen sog. Sekundenschwindel auslösen ?
Für Euere Antwort dankend: harta
Hallo Harta !
Ich bin zwar kein Neurologe, weiß aber, dass Schwindel verschiedene
Ursachen haben kann. Er tritt auf, wenn Störungen des Gleichgewichts-
sinnes vorliegen. Dieses System ist sehr komplex.
Unser Gleichgewichtssinn wird durch mehrere Strukturen reguliert:
Es reicht meist schon aus, wenn nur an einer der hier aufgeführten
Stationen eine Störung auftritt, damit es zum Schwindel kommt.
Das Repertoire reicht dabei von chronischen Muskelverspannungen
im Halsbereich durch degenerative HWS-Veränderungen bis hin zum
Schlaganfall.
Als Faustregel kann man sich aber merken:
Geht der Schwindel mit einer ausgeprägten vegetativen Symptomatik
einher (Stichwort: Übelkeit), so ist es eher wahrscheinlich, dass
die Ursache im peripheren Nervensystem liegt, also im Innenohr oder
im Bereich der Muskelspindeln. Das gilt auch für Drehschwindel-
attacken. Schwindel durch Hirnerkrankungen (wie Schlaganfall) ist
eher ungerichtet im Sinne eines „Schwankschwindels“.
Die Augen spielen eher eine untergeordnete Rolle beim Gleichgewichts-
sinn, sofern der Mensch gesund ist. Visuelle Eindrücke werden im
Bedarfsfall allerdings zur Kompensation verwendet, wenn z.B. die
Tiefensensibilität durch Rückenmarksschäden gestört ist und von
den Muskelspindeln keine umfassende Rückmeldung mehr ins Gehirn
gelangt. Man spricht dann von „spinaler Ataxie“, die dazu führt,
dass die Leute das Gleichgewicht verlieren, wenn sie im Stand oder
beim Gehen die Augen schließen. Ein Gesunder kann dagegen auch mit
geschlossenen Augen einige Schritte laufen, ohne hinzufallen.
Von daher kann man nicht ausschließen, dass eine gestörte Akkomodation
hier mitverantwortlich ist; allerdings wäre das dann sicher nicht
die alleinige Ursache des Schwindels.
Meine Empfehlung daher:
Suche zunächst einen HNO-Arzt auf und, wenn dieser nichts findet,
noch einen Neurologen. Nur so wird man die Ursache kompetent und
eindeutig feststellen können.
Gruß Kai