Akku-Ladegeräte

Hi Elektroniker,

weil in unserem Haushalt die Batteriegetriebenen Geräte (nicht zuletzt durch meine Söhne) immer zahlreicher werden, möchte ich mittelfristig auf Akkus umstellen.
Gedacht hab ich an Nickelhydrid-Akkus. Zzu weit über 90 % wären es AA-Akkus (Mignon)

Jetzt hab ich einige Fragen zum dazugehörigen Ladegerät.

Da gibt es Dinger für weniger als 10,- Euro, von denen ich gefühlsmäßig die Finger lassen möchte.

Aber die andere Seite ist kostenmäßig recht flexibel (nach oben).

Ein Beratungsgespräch in einem Elektronikladen hat mich nicht so recht befriedigt.
Mir wurde ein Gerät angeboten, daß ca. 75 Euro kosten sollte, alle gängigen Größen laden kann, allerdings nicht in der Lage sei, Akkus zu regenerieren. Batterien sollte es auch nicht laden können.

Nun hab ich in diversen Katalogen Ladegeräte gesehen, die in der Lage sein sollen, zum einen Akkus mit Memoryschaden wieder zu regenerieren und zum anderen sogar Batterien wieder laden zu können.

Beide Eigenschaften wurden von dem Herrn im Elektroladen als Blödsinn abgetan.
Zitat:
‚Ein kaputter Akku läßt sich nicht mehr regenerieren und Batterien lassen sich nicht mehr aufladen, kein Ladegerät kann so was‘

Lügen die anderen Anbieter, oder hat der Mensch keine Ahnung, oder liegt die Wahrheit dazwischen?

Was muß ein gutes Ladegerät können, was ist überflüssig. Ganz grob ein Preis.

Wie gesagt, zu gut 90 % verwende ich AA-Batterien, der Rest sind Micro-Batterien (A-Akkus?).
Sind Metallhydridakkus besser als NiCd-Akkus, lohnt sich der höhere Preis?

Gandalf

Da gibt es Dinger für weniger als 10,- Euro, von denen ich
gefühlsmäßig die Finger lassen möchte.

Die sind nicht unbedingt schlecht, sie laden halt recht langsam (1/10 der Nennkapazität) - für Reisen durchaus eine Option.

Nun hab ich in diversen Katalogen Ladegeräte gesehen, die in
der Lage sein sollen, zum einen Akkus mit Memoryschaden wieder
zu regenerieren und zum anderen sogar Batterien wieder laden
zu können.

Zum Regenerieren hab ich vor ein paar Jahren ein ELV-Bausatzladegerät zusammengelötet, das das auch kann.
Normale Batterien aufladen kann kein Ladegerät - es handelt sich dabei um spezielle (teure) Batterien.

'Ein kaputter Akku läßt sich nicht mehr regenerieren

Naja - wie neu wird er nicht mehr, aber manchmal kann man schon noch was rausholen.

Batterien lassen sich nicht mehr aufladen, kein Ladegerät kann
so was’

Das stimmt s.o.

LG
Stuffi

Hallo Gandalf,

es gibt verschiedene Arten, einen Akku zu laden. Die eigentlichen Unterschiede beziehen sich dabei auf die Abschaltkriterien, wann der Ladeprozeß also beendet wird.

Beispielsweise kann ein Akku nach dem Zeitverfahren geladen werden. Dabei wird der zuvor vollständig entladene Akku mit einem konstanten Strom aufgeladen und nach einer bestimmten Zeit (Ladezeit=Akkukapazität[Ah]/Ladestrom[A]) plus einer Zusatzzeit (10%) geladen. Nachteil ist, daß der Akku immer mit einem definierten Ladezustand (z.B. entladen) angeschlossen werden kann, sonst kann er überladen werden und man muß das Laden zu einem bestimmten Zeitpunkt abbrechen, wenn dies das Ladegerät nicht selbst durch einen Timer übernimmt.

Es gibt auch die C/10 Methode. Dabei wird der Akku einfach an eine Stromquelle angeschlossen, die genau den 10ten Teil der Akkukapazität C liefert. Dabei kann der Akku einfach ohne Kenntniss seines Ladezustands angeschlossen werden, eine ausreichende Zeit geladen werden und irgendwann wieder entnommen werden. Der Akku wird durch den geringen Strom nicht überladen. Nachteil ist aber die ziemlich lange Ladezeit.

Weitere Abschaltkriterien werden dann mit microprozessorgesteuerten Ladegeräte angeboten, beispielsweise die delta U Methode, Temperaturmethode und weitere. Die sind mittlerweile ausgereift und komfotabel. Akku einfach anstöpseln und laden lassen. Das Gerät macht sich dann bemerkbar, wenn der Akku voll ist. Sind halt ein bisschen teurer.

Grundsätzlich steigt der Preis mit der Kürze der Ladedauer und der maximalen Anzahl der zu ladenden Zellen (Netztgerät), der Variationsmöglichkeiten hinsichtlich verschiedener Ladeprogramme, der Qualität und Anzahl der Abschaltkriterien.

Schlußendlich sollte man den Preis seines Ladegeräts etwas an den Wert des zu ladenden Akkus anpassen. Es gibt sehr teure Akkus, die ich nicht mit einem 10Eu Gerät laden würde. Für Wald-Wiesen Akkus sollten 70Eu für das Gerät genügen.

NiMh Akkus haben gegenüber NiMh eine höhere Energiedichte, haben bei gleicher Abmessung also eine höhere Kapazität. Sie haben keinen oder starkverminderten Memoryeffekt, obwohl diesem meines Erachtens viel zuviel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Sie sind aber etwas empfindlicher und können im Schnitt weniger Strom abgeben (nicht verwechseln mit Kapazität).

Wenn Du mir per mail genau angibst, welche und wieviel Akkus Du laden möchtest, kann ich die aus einem bekannten Elektronikkatalog eine Empfehlung für ein Gerät geben.

Sascha

Hi Sascha,

erst mal danke für die Erklärungen.

Wenn Du mir per mail genau angibst, welche und wieviel Akkus
Du laden möchtest, kann ich die aus einem bekannten
Elektronikkatalog eine Empfehlung für ein Gerät geben.

ich hab inzwischen so ca. 12 Akkus (NiMH) AA und noch keine Mikro (A), aber es werden so ca. 4 Stück Mikro werden.

Je nachdem, wie intensiv die Jungs ihre Gameboys etc. nutzen (ich geh von steigendem Bedarf aus) müssen etwa 4 Akkus am Tag geladen werden, manchmal mehr manchmal weniger. Allerdings seh ich einen (enormen?!) steigenden Bedarf.

Andere Akkugrößen hab ich bisher noch nicht gebarucht, ob 9 V-Akkus in Zukunft dazukommen, kann ich nicht sagen.

Gandalf

Hi Stuffi,

auch Dir erst mal Danke für die Antwort.

für Reisen durchaus eine
Option.

Auf Reisen soll das Gerät nicht gehen, es soll im Haus verwendet werden.

Normale Batterien aufladen kann kein Ladegerät - es handelt
sich dabei um spezielle (teure) Batterien.

Dann ist die Werbung mit solchen Laadegeräten normale Alkalibatterien bis zu 4 mal wieder aufzuladen also Quatsch.

Gandalf

Hallo,

weil in unserem Haushalt die Batteriegetriebenen Geräte (nicht
zuletzt durch meine Söhne) immer zahlreicher werden, möchte
ich mittelfristig auf Akkus umstellen.

Ja, das lohnt sich, wenn die Benutzer einige Grundsätze beachten.
Leider sind Kinder da aber meist uneinsichtig und schaffen es recht
schnell, Akkus zu töten, indem sie ein Gerät solange benutzen,
bis auch des letzte Quäntchen Strom raus ist (d.h. bis das
Modellauto absolut nicht mehr ruckt oder die Taschenlampe absolut
nix mehr sagt).
Akkus müssen etwas gepfkegt werden, damit sie zumindest die
mittlere Lebensdauer erreichen.
Dazu gehört alles, was Tiefentladung und Umpolung vermeidet:

-> Akkus nicht total auslutschen -> Tiefentladung, Umpolung
-> Akkus nicht leer liegen lassen -> Tiefentladung!
-> Akkus nicht akkut überladen
-> Akkuspacks nicht mischen -> Tiefentladung, Umpolung!
-> Akkus nur in Geräte, die höheren Stromverbrauch haben -> Tiefentl.
(also nicht in Uhren, Meßgeräte und Fernbedienungen).

Gedacht hab ich an Nickelhydrid-Akkus. Zu weit über 90 %
wären es AA-Akkus (Mignon)

Gängiges Format! NiMH-Akkus bieten sich an (guter Preis,
rel. hohe Leistung, robuste Technologie).
Ausnahme: Modellbaubereich, da sind NiCd-Akkus noch vertreten, weil
niedrigerer Innenwiderst. -> Höhere Spitzenleistung (Hochstromakkus).

Jetzt hab ich einige Fragen zum dazugehörigen Ladegerät.
Da gibt es Dinger für weniger als 10,- Euro, von denen ich
gefühlsmäßig die Finger lassen möchte.

Recht so, ist Schrott. Damit macht man Akkus kaputt!
Diese Dinger sind nur sinnvoll, wenn man sie mit einem Zeitschalter
kombiniert. Ist eher unkomfortabel und unzuverlässig.

Aber die andere Seite ist kostenmäßig recht flexibel (nach
oben).

Also für ca. 40…70€ bekommst Du was ordentliches. Teurer
muß es nur sein, wenn Du Sonderwünsche hast.

Ein Beratungsgespräch in einem Elektronikladen hat mich nicht
so recht befriedigt.
Mir wurde ein Gerät angeboten, daß ca. 75 Euro kosten sollte,
alle gängigen Größen laden kann, allerdings nicht in der Lage
sei, Akkus zu regenerieren.

Ok, damit wird auch Werbung gemacht. Meine Meinung: Vergiss es!
Wenn ein Akku tot ist, kommt da nach irgendwelchen >Regerations-
versuchen nicht mehr viel raus. Der Effekt kann nur kurzzeitig
und unbefriedigend sein. Wirf die Teile in den Akkusammelbehälter
und kaufe neue. Gerade R6 ist sehr preiswert.

Batterien sollte es auch nicht laden können.

Das geht prinzipiell nicht, außer bei den speziell entwickelten
wiederaufladbaren Alkalischen System (RAM)
Hier wäre ein Gerät, das das auch kann.
http://www1.conrad.de/scripts/wgate/zcop_b2c/~flN0YX…

Aber wenn Du Dich eh für NiMH entschieden hast, dann laß diese
Zwitterdinger. Bringt dann eh kaum noch Vorteile.

Nun hab ich in diversen Katalogen Ladegeräte gesehen, die in
der Lage sein sollen, zum einen Akkus mit Memoryschaden wieder
zu regenerieren und zum anderen sogar Batterien wieder laden
zu können.

Wie gesagt, vergiss das „Regenerieren“ von kaputten Akkus und
laß das andere System auch links liegen (brauchst es nicht).
Dann wäre eine Ladegerät von Ansman die Wahl.

  • Es muß eine elektronischen Ladeendspannungs-Erkennung haben
  • Es muß eine Entladefunktion haben (vor Aufladen def. Zustand herst.)
  • Es sollte alle Formate laden können, die im Haushalt vorkommen
  • Es sollte NiCd und NiMH laden können
  • Es sollte möglichst alle Akkus eines Gerätes mit einmal laden

Beide Eigenschaften wurden von dem Herrn im Elektroladen als
Blödsinn abgetan.
Zitat:
'Ein kaputter Akku läßt sich nicht mehr regenerieren und

Ist zwar sehr verabsolutiert, aber letzendlich wahr.
Wenn im Innern das chem. System kaputt ist, kann man von außen
nicht wirklich viel verbessern.

Batterien lassen sich nicht mehr aufladen, kein Ladegerät kann
so was’

Da hat er dieses spezielle wideraufladbaren Batterien vergessen
(RAM, Markenname: „Green Power“ oder so?). Ansonsten richtig.

Lügen die anderen Anbieter, oder hat der Mensch keine Ahnung,
oder liegt die Wahrheit dazwischen?

Genau! Werbeaussagen und Halbwahrheiten sind überall üblich.

Was muß ein gutes Ladegerät können, was ist überflüssig. Ganz
grob ein Preis.
Wie gesagt, zu gut 90 % verwende ich AA-Batterien, der Rest
sind Micro-Batterien (A-Akkus?).

Im Zweifelsfall lieber ein Gerät nehmen, das auch Baby und Mono
laden kann. 9V-Block lohnt wohl eher nicht (keine typ. Akku-Appl.)

Sind Metallhydridakkus besser als NiCd-Akkus, lohnt sich der
höhere Preis?

Auf alle Fälle. Die Kapazität ist wesentlich höher. Ohne NiMH
würde so manche Kamera keinen Spaß machen
(paar mal knipsen - Akku leer).
Gruß Uwi