Akku leer werden lassen oder nachladen

Servus Elektronik-Experten !

Hoffe, ich befinde mich im richtigen Brett, wenn nicht, bitte eine Reaktion vom MOD.
Nun mein Problem: Vor c.a. 10 Jahren galt die Devise, daß man einen Akku (Handy, Rasierer etc.) immer ganz leer werden lassen sollte, da ein permanentes Nachladen, während der Akku noch „Saft“ hat, diesem Schaden und die Lebensdauer verkürzen könne. Nicht umsonst gab es ja auch extra Entladestationen, die diesen Zustand herbeiführen konnten. Nun höre ich vielfach, daß die Akku-Welt mittlerweile so weit fortgeschritten ist, daß es egal ist (wie z.B. bei bestimmten Auto-Freisprechanlagen, wo permanent nachgeladen wird) in welchem Zustand man den Akku an den Lader hängt. Dieses wiederum abhängig von der dahinterstehenden Technologie (Lithium-Ionen, Nickel-Cadmium, NiMh [was heißt das eigentlich??]).
Vielleicht kann mich jemand in dieser Hinsicht aufklären?!?

Danke im Voraus und
Grüße aus Wien
Helmut

…immer ganz leer werden lassen, da ein permanentes Nachladen, :während der Akku noch „Saft“ hat, diesem Schaden zufügen und :die Lebensdauer verkürzen könne.

Hallo Helmut,

da hat mal einer was vom Memory-Effekt gehört und hält das für den einzigen Lebensdauer-begrenzenden Effekt. Daraus resultieren dann solche Ideen mit Zwergenaufständen zur Vermeidung nur teilweiser Entladung.

Der Memory-Effekt tritt vorzugsweise bei Ni-Cd-Akkus auf, wobei die Anfälligkeit dafür stark vom Herstellprozeß abhängig ist. Es gibt Typen, da ist der Memory-Effekt so wenig ausgeprägt, daß man sich darum nicht zu sorgen braucht.

Tatsächlich altert ein Akku vom ersten Moment an. Einfaches Liegenlassen führt zur Selbstentladung und irgendwann auch zur dauerhaften Kapazitäts-Einbuße. Entladung läßt den Akku altern, wobei der Alterungsprozeß dabei u. a. vom Entladestrom abhängig ist, aber auch von der Zellentemperatur. Ladung läßt den Akku altern, auch dies wieder in Abhängigkeit von Ladestrom und Temperatur.

Wenn ich nun stets den Akku vollständig entlade, um einer Alterung durch den Memory-Effekt vorzubeugen, produziere ich damit Alterung durch Ladung und Entladung. Mit anderen Worten: Die Sorgen bezüglich des Memory-Effekts sind das Ergebnis einseitiger Betrachtung und insgesamt überflüssig.

Daß der Begriff überhaupt so hochkochen konnte, daß ihn jeder Conrad-Aushilfsverkäufer kennt, liegt wohl auch an weitgehend frei erfundenen Parolen der Akkuhersteller zur angeblichen Lebensdauer von Akkus. Da war schon mal von 1000 Lade-Entladezyklen die Rede. Der Verbraucher wunderte sich angesichts solcher Versprechen darüber, daß der Akku seines Schnurlostelefons schon nach einem halben Jahr zusehends müder wurde. Tja, da war dann der Memory-Effekt das rettende Argument. Der böse unwissende Verbraucher hat dem Akku mit seinen Gebrauchsgewohnheiten den vorzeitigen Garaus bereitet. Quatsch ist das alles. Abhängig vom Ladeverfahren, von der Einsatztemperatur und überhaupt vom Kriterium, das man als Lebensdauerende definiert, hält ein Akku 100, vieleicht 200 Zyklen. Und dann ist er nur noch ein müder Schatten seiner selbst.

Neuere Akku-Technologien mit höherer Energiedichte, etwa Nickel-Metallhydrid (Ni-Mh), bieten bei gleichem Bauvolumen höhere Kapazität und sind weitgehend frei vom Memory-Effekt. Dafür haben sie höhere Selbstentladung und unbenutztes Liegenlassen führt schnell zu irreversiblem Kapazitätsverlust.

So hat jede Technologie ihre Macken und es macht nirgends Sinn, alles zur Vermeidung eines einzigen Effekts zu tun und sich dabei andere, in der Auswirkung aber ähnliche Beeinträchtigungen der Brauchbarkeit einzuhandeln.

Gruß
Wolfgang

Die Lebenszeit eines NC Akkus hängt von dem Ladegerät ab, denn
manche Ladegeräte kochen die Akkus regelrecht
Ich habe Akkus die schon uralt sind (4-5 Jahre) und immer noch Ihren Dienst tun.
Kauf Dir ein vernünftiges Ladegerät von Conrad oder ELV und Du wirst lange etwas von deinen Akkus haben. Das Lg ist zwar in der Anschaffung teuer aber es lohnt sich. Egal wann und wie ich sie lade, sie behalten ihre Kapazität.

Den Memoryeffekt gibt es!!!
Ich hatte Akkus die nicht mehr als die Hälfte der Leistung abgaben, nach dem kauf eines vernünftigen Lg gab es nie wieder Probl.

Was Wolfgang schreibt siehe: „Liegenlassen führt schnell zu irreversiblem Kapazitätsverlust“ ist Memoryeffekt.
Er sollte lieber konkrete Vorschläge machen als zu s…
Ich glaube das in dieser Beziehung es ganz vernünftige Verkäufer gibt, und nicht nur „Aushilfsverkäufer“
(Ich bin kein Verkäufer).
Bernd

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Hallo Wolfgang, hallo Helmut!
Dazu möchte ich nur noch etwas ergänzen:
Wie Wolfgang scgon andeutete, tritt der Memory-Effekt vor allem bei NiCd-Akkus auf, bei NiMH (Nickel-Metallhydrid) nur gering und bei Li-Ionen gar nicht. In sofern kann es schon sein, dass (je nach Anwendung) heute überwiegend Akku-Systeme zum Einsatz kommen, die dafür weniger anfällig sind.

Wichtig ist dabei noch: Der Memory-Effekt ist reversibel! Tritt er also bei einem Akku auf, kann der relativ leicht repariert werden, indem man ihn 2 bis 3 mal vollständig lädt und entlädt. Daraus ließe sich dann vielleicht auch eine Strategie ableiten, um die beschleunigte Alterung durch „künstliches“ Komplett-Entladen zu verringern.

Gruß
Arndt

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Servus Experten !

Obwohl die Meinungen doch etwas kontrovers sind, habe ich mir aufgrund Eurer (wie mir scheint sehr kompetenten) Antworten immerhin ein Bild machen und einige Informationen sammeln können.

Deshalb vielen Dank und
Grüße aus Wien
Helmut