…immer ganz leer werden lassen, da ein permanentes Nachladen, :während der Akku noch „Saft“ hat, diesem Schaden zufügen und :die Lebensdauer verkürzen könne.
Hallo Helmut,
da hat mal einer was vom Memory-Effekt gehört und hält das für den einzigen Lebensdauer-begrenzenden Effekt. Daraus resultieren dann solche Ideen mit Zwergenaufständen zur Vermeidung nur teilweiser Entladung.
Der Memory-Effekt tritt vorzugsweise bei Ni-Cd-Akkus auf, wobei die Anfälligkeit dafür stark vom Herstellprozeß abhängig ist. Es gibt Typen, da ist der Memory-Effekt so wenig ausgeprägt, daß man sich darum nicht zu sorgen braucht.
Tatsächlich altert ein Akku vom ersten Moment an. Einfaches Liegenlassen führt zur Selbstentladung und irgendwann auch zur dauerhaften Kapazitäts-Einbuße. Entladung läßt den Akku altern, wobei der Alterungsprozeß dabei u. a. vom Entladestrom abhängig ist, aber auch von der Zellentemperatur. Ladung läßt den Akku altern, auch dies wieder in Abhängigkeit von Ladestrom und Temperatur.
Wenn ich nun stets den Akku vollständig entlade, um einer Alterung durch den Memory-Effekt vorzubeugen, produziere ich damit Alterung durch Ladung und Entladung. Mit anderen Worten: Die Sorgen bezüglich des Memory-Effekts sind das Ergebnis einseitiger Betrachtung und insgesamt überflüssig.
Daß der Begriff überhaupt so hochkochen konnte, daß ihn jeder Conrad-Aushilfsverkäufer kennt, liegt wohl auch an weitgehend frei erfundenen Parolen der Akkuhersteller zur angeblichen Lebensdauer von Akkus. Da war schon mal von 1000 Lade-Entladezyklen die Rede. Der Verbraucher wunderte sich angesichts solcher Versprechen darüber, daß der Akku seines Schnurlostelefons schon nach einem halben Jahr zusehends müder wurde. Tja, da war dann der Memory-Effekt das rettende Argument. Der böse unwissende Verbraucher hat dem Akku mit seinen Gebrauchsgewohnheiten den vorzeitigen Garaus bereitet. Quatsch ist das alles. Abhängig vom Ladeverfahren, von der Einsatztemperatur und überhaupt vom Kriterium, das man als Lebensdauerende definiert, hält ein Akku 100, vieleicht 200 Zyklen. Und dann ist er nur noch ein müder Schatten seiner selbst.
Neuere Akku-Technologien mit höherer Energiedichte, etwa Nickel-Metallhydrid (Ni-Mh), bieten bei gleichem Bauvolumen höhere Kapazität und sind weitgehend frei vom Memory-Effekt. Dafür haben sie höhere Selbstentladung und unbenutztes Liegenlassen führt schnell zu irreversiblem Kapazitätsverlust.
So hat jede Technologie ihre Macken und es macht nirgends Sinn, alles zur Vermeidung eines einzigen Effekts zu tun und sich dabei andere, in der Auswirkung aber ähnliche Beeinträchtigungen der Brauchbarkeit einzuhandeln.
Gruß
Wolfgang