Hallo Akkuexperten!
Ich hab ein Problem mit folgendem Akku:
Hersteller: VH SAFT
Typ: NiMH
3000 mAh, 9.6 V (8 Zellen zu je 1,2 V)
(300 mA/16h), made in EU
Hallo Akkuexperten!
Ich hab ein Problem mit folgendem Akku:
Hersteller: VH SAFT
Typ: NiMH
3000 mAh, 9.6 V (8 Zellen zu je 1,2 V)
(300 mA/16h), made in EU
Hallo!
Es kann ausserdem den Akku
zuerst entladen und überlädt :ihn dank
Delta-V-Technik (??) nicht.
Ich habe den Verdacht, daß Du mit einem für NiCd-Akkus konstruierten Ladegerät NiMh-Akkus geladen hast. Das kann daneben gehen, weil die beiden Akkutypen unterschiedliche Ladeschlußkriterien haben.
Es ist eine Eigenheit von NiCd-Akkus, daß ihre Zellenspannung beim Laden mit Konstantstrom bei voll geladener Zelle um einige Millivolt fällt. Beim Laden erfaßt das Ladegerät im Abstand von einigen Minuten die kontinuierlich steigende Zellenspannung. Dabei wird geladen, bis delta U der Zellenspannung sein Vorzeichen umkehrt, bis also die Zellenspannung zwischen 2 Messungen nicht mehr ansteigt sondern abfällt. Dann ist der Akku voll und der Ladestrom wird auf einen kleinen Ladestrom für die Erhaltungsladung reduziert.
Bei NiMh-Akkus steigt die Zellenspannung mit fortschreitender Ladung ebenfalls an, um sich bei vollem Akku nicht mehr zu ändern. Den Abfall der Zellenspannung bei vollem Akku gibt es dabei nicht. Wenn nun ein für NiCd-Akkus gedachtes Ladegerät immer weiter Strom nachschiebt und darauf wartet, daß die Zellenspannung irgendwann fällt, steigt die Zellentemperatur des NiMh-Akkus, bis er kaputt ist. Das Ladeschlußkriterium delta U = 0 kann ein Ladegerät für NiCd-Akkus nicht auswerten. Das ist eine akkutötende böse Falle.
Es gibt Ladegeräte, die sowohl NiCd als auch NiMh-Zellen laden können. Dabei wird neben der Raumtemperatur der Anstieg der Zellentemperatur gemessen und aus der Veränderung von Zellenspannung und Zellentemperatur auf den Ladezustand geschlossen. Das Verfahren ist aber für die aus mehreren Zellen zusammengeschweißten Akkupaks, bei denen die Überwachung jeder einzelnen Zelle viel zu viel Aufwand bedeutete, nicht geeignet. So bleibt in der Praxis nur das Ladeschlußkriterium der Veränderung der Zellenspannung übrig, wobei dU=0 für NiMh und Umkehr von dU bei NiCd ausgewertet wird. Als zusätzliche Sicherheit begrenzen manche Ladegeräte die Ladezeit.
Man kann sich mit Ladeverfahren beliebig verspielen. Im Grunde ist jede Ladung ohne Temperaturerfassung fragwürdig. Man darf nur in einem engen Temperaturfenster mit Nenndaten laden. Bei zu niedriger und zu hoher Zellentemperatur lädt man einen Akku sehr leicht kaputt. Aber nicht alles, was man machen könnte und müßte, ist wirtschaftlich vernünftig und in Laienhand praktikabel.
Gruß
Wolfgang
Hallo Wolfgang, danke für die schnelle Antwort!
Ich habe den Verdacht, daß Du mit einem für NiCd-Akkus
konstruierten Ladegerät NiMh-Akkus geladen hast.
Öhm nee, auf dem Ladegerät steht auch NiMH drauf.
(siehe auch http://www.waffenostheimer.de/catalog/product_info.p…)
[…] steigt die Zellentemperatur des NiMh-Akkus, bis er kaputt ist.
Hm, warm wird der Akku auch nicht dabei!
Man darf nur in einem engen Temperaturfenster mit Nenndaten laden.
Temperatur? Naja, Zimmertemperatur halt…
Nur mit Nenndaten - heisst das, der Akku ist jetzt hinüber weil ich mit 500 statt 300 mA geladen hab?
Ich habe gestern den Akku noch ein paar Mal eingelegt, um das genauer zu beobachten.
Das Ladegerät zeigt für etwa eine halbe Stunde an, es würde entladen.
Etwa 10 Minuten später (!) zeigt es an, der Akku wäre jetzt voll geladen. (Ich habe aber leider in diesen 10 Minuten nicht hingesehen, ob er tatsächlich lädt oder direkt von „Entladend“ zu „Ist voll geladen“ übergeht)
Ich kenn mich nun nicht wirklich damit aus, aber das scheint mir doch ein ziemlich sicheres Zeichen zu sein, dass der Akku hinüber ist. :heul: Da gehen 50 Euro… (>_
Hallo!
heisst das, der Akku ist :jetzt hinüber weil ich mit :500 statt 300 mA geladen hab?
Nein.
aber das scheint mir doch ein :ziemlich sicheres Zeichen zu :sein, dass der Akku hinüber :ist… Oder kann das :Ladegerät defekt sein?
Kann sein. Bei Ferndiagnosen ohne die Probanden zu kennen und ohne Messungen durchgeführt zu haben, versagt immer meine Glaskugel. Man muß Ladestrom und Zellenspannung messen/aufzeichnen und dann sehen, was das Ladegerät daraus macht.
Gruß
Wolfgang
Hallo!
auf dem Ladegerät steht auch NiMH drauf.
(siehe auch
http://www.waffenostheimer.de/catalog/product_info.p…)
Gerade bin ich dem Link gefolgt. Die Angaben sind dürftig, man kann den Ladestrom und die Anzahl der Zellen wählen. Ich fand keine Umschaltung NiCd/NiMh. Wenn es diese Umschaltung nicht gibt, kann das Ladegerät nicht „wissen“, welches Ladeschlußkriterium angewendet werden muß… Bei den Anforderungen an ein billiges Konsumergerät muß man aber die Kirche im Dorf lassen.
Nebenbei: Akkus vor dem Laden zu entladen, ist bei einigen Bauarten von NiCd-Akkus sinnvoll, die ausgeprägten Memory-Effekt zeigen. Generell nagt jedes vollständige Durchlaufen von Lade-Entladezyklus an der begrenzten Lebensdauer des Akkus. Bei Akkus, die zu geringem oder gar keinem Memory-Effekt neigen, wie z. B. NiMh oder sehr guten NiCd-Zellen, ist das Entladen vor dem Laden daher unsinnig.
Mir ist klar, daß ich Dir mit vielen Worten letztlich nicht helfen konnte. Das liegt in der Natur von Ferndiagnosen.
Gruß
Wolfgang
Hallo!
Nebenbei: Akkus vor dem Laden zu entladen, ist bei einigen
Bauarten von NiCd-Akkus sinnvoll, die ausgeprägten
Memory-Effekt zeigen. Generell nagt jedes vollständige
Durchlaufen von Lade-Entladezyklus an der begrenzten
Lebensdauer des Akkus. Bei Akkus, die zu geringem oder gar
keinem Memory-Effekt neigen, wie z. B. NiMh oder sehr guten
NiCd-Zellen, ist das Entladen vor dem Laden daher unsinnig.
Vor 30 Jahren war das bei professionellen Schnellstladegeräten (Ladezeit so 10-15 Min) nötig.
Dabei hat man den NiCD-Akku zuerst entladen um eine definierte Ausgangsbedingungen zu haben. Danach hat man einfach für eine feste Zeit die Ampere reingepulst. Das Problem war, dass man unter diesen Bedingungen keine messbaren Ladeende-Parameter hatte. Um etwas vernüftiges messen zu können, hätte man dem Akku erst einige Minuten ohne ihn zu laden ruhen lassen müssen.
Bei diesen Geräten haben sich Defekte in der Entladungsschaltung immer recht laut bemerkbar gemacht, da die Überladenen Zellen richtig explodiert sind.
MfG Peter(TOO)
Hallo,
mit dem etwas zu hohen Ladestrom wirst Du den Akku nicht kaputtgemacht haben. Dem Ladegerät traue ich zwar auch nicht (der Preis scheint mir zu niedrig, um Qualität zu erwarten), aber kann es denn nicht sein, daß Du selber den Akku kaputtgemacht hast? Einmal tiefentladen reicht völlig aus. Also einmal über Nacht vergessen auszuschalten o.Ä.
Gruß
Axel
Hallo Wolfgang,
heisst das, der Akku ist :jetzt hinüber weil ich mit :500 statt 300 mA geladen hab?
Nein.
Na das finde ich schon mal sehr hilfreich! 
Kann sein. Bei Ferndiagnosen ohne die Probanden zu kennen und
ohne Messungen durchgeführt zu haben, versagt immer meine
Glaskugel.
LOL… alles klar. 
Man muß Ladestrom und Zellenspannung
messen/aufzeichnen und dann sehen, was das Ladegerät daraus
macht.
Nur leider besitze ich dazu keine Geräte…
Ich hab gestern den Akku übrigens ohne Entladen laden lassen. Und siehe da, er hat mehrere Stunden (hab leider wieder vergessen, öfter hinzusehen, aber es waren min. 4h) am Stück geladen.
Ich werde ihn also doch noch paar mal testen (im Einsatz leeren und brav laden), vielleicht „erholt“ er sich ja.
Einen Umschalter hat das Ladegerät übrigens tatsächlich nicht.
Vielen Dank für alles, du hast mir wirklich geholfen!
))
kvida
Einige Info’s noch zum NiHM-Akku.
Hallo kvida,
Nennspannung: 1,2 V
Leerlauf: 1,4 V
Arbeitsspannung: 1,25 bis1,10 V
Entladeschluss: 1,0 V
Betriebstemperatur: -20 bis 50 °C, empfohlen: Laden 10-35°C, Entladen 0-25°C
Theoretische spezifische Energie: 378 Wh/kg
Praktische spez. Energie: 50 bis 80 Wh/kg
Energieinhalt volumetrisch: 170 bis 200 Wh/l
Entladeprofil: flach
Energiedichte: mäßig bis hoch
Selbstentladung bei 20°C / Monat: 20 %
Vorteile:
Hohe spez. Energie, weniger Umwelt belastenden Inhaltsstoffe als NiCd, zuverlässig, langlebig, robust, tiefentladefähig, lange Standzeit im entladenen Zustand, auch bei tiefen Temperaturen entladefähig. Hohe Ströme möglich.
Nachteile:
Höhere Kosten als NiCd, höhere Selbstentladungsrate als bei NiCd (besonders bei erhöhter Temperatur), geringere Lebensdauer.
Nachzulesen bei http://www.ict.fhg.de/deutsch/scope/ae/nimehysys.html
mfg
W.
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