Akku vs. Primärzelle
Hallo,
die Bemerkungen, die gemacht wurden widersprechen sich,
aber an sich stimmen sie dann doch wieder.
Es ist wie immer etwas kompliziert mit den Zusammenhängen.
Also als erstes haben wir das Problem der unterschiedlichen
Nennspannung. Bei Primärzellen max. ca. 1,75v mit einer
ziehmlich linearen Entladekennlinie bis unter 1V.
NiCd und NiMH-Akkus haben max. ca. 1,30V mit einer sehr
flachen Entladekennlinie bis ca. 1,1V.
Nun ist es in Vergangenheit schon so gewesen, daß Geräte
(vor allem auch die ersten digitalen Fotoapp.) so
entwickelt wurden, daß sie mit einer Mindestspannung von
ca.1,25-1,3V oder sogar mit min. 1,4V gerade noch arbeiten.
In solchen Geräten hat man dann mit Akkus wirklich schlechte
Karten, weil die einen vollen Akku gleich als leer
reklamieren. Daß die Primärzellen da auch nur zu 60%
ausgenutzt werden können, wird nicht publiziert.
Die Gründe sind sicher beim Marketings (Wettbewerb)
zu suchen. Wenn das Gerät eben nur 2 Zellen hat, anstatt
3 Zellen (wie vielleicht bei der Konkurrenz), dann erscheint
das als Vorteil. Daß die Konkurenzgeräte aber auch noch
mit einer Zellenspannung von 1V auskommen, weiß der Käufer
ja noch nicht.
Es kann auch sein, daß Konkurenzgeräte mit 3 Zellen arbeiten
und mit einer min. Spannung von 3V auskommen, aber die
Entwickler aus Preisgründen eine Elektronik entwickelt
haben, die mind. 4V braucht. Eine Zelle mehr einzubauen
sähe aber schlecht aus im Wettbewerb, also nimmt man auch
nur 3 Zellen und schreib kleingedruckt in die BA, daß
das Gerät nicht mit Akkus funktioniert.
Eine andere Sache ist die Problematik des Innenwiderstandes
und der daraus resultierenden Strombelastbarkeit.
Da ist es so, daß richtige Stromfresser mit billigen
Primärzellen sehr schlecht arbeiten, weil die bei der
hohen Belastung schnell zusammenbrechen. Die sind
dann keinesfalls leer, sondern einfach zu schwach unter
Last. Alternativ gibt es spezielle teure Hochleistungszellen
auch für diese Geräte
Da Akkus aber systembedingt einen viel geringeren Innen-
widerstand haben, macht da der hohe Strom trotz geringerer
Nennspannung nichts aus. Die Spannung steht stabil bis zum
Ende.
In dieser Beziehung sind dann schnelladefähige Akkus noch
besser geeignet, weil zum Schnelladen auch ein geringer
Innenwiderstand nötig ist.
Auch zwischen Kapazität und Innenwiderstand gibt es einen
gewissen Zusammenhang. Bei gleicher Technologie haben
NiMH-Akkus mit höherer Kap. meist auch etwas nierdrigeren
Innenwiderstand.
Allerdings sind NiCd-Akkus da gegenüber NiMH-Akkus noch im
Vorteil, weshalb z.B. im Modellbaubereich, wo die
Akkus innerhalb von 5min ihre gesamte Ladung abgeben
müssen, auch NiCd-Akkus noch ihre Berechtigung haben.
Hoffe die Verwirrung etwas aufgelöst zu haben .
Gruß Uwi