Aktieinvestment + Anlageberater

Hallo,

In jüngeren Jahren kann man mehr Risiko eingehen, da Verluste dann besser zu verschmerzen wären.
Dazu kann man häufig folgenden Leitsatz lesen: „100 minus Lebensalter = mögliche Anlage in Aktien“

Da ist schon etwas wahres dran, aber wenn Kunde xyz jetzt keine Erfahrung in Bereich Aktien besitzt, wie kann er dann nach der Formel vorgehen?

  • ganz die Finger von Aktien lassen, und Rendite verschenken?
  • Gibt es dafür ausgebildete Anlageberater, die auch in Einzelaktien investieren und das breit gestreute Depot eröffnen? Also alles für den Kunden übernehmen?
  • sollte man sich selber über JAHRE mit der Materie vertraut machen, und dann selbst sein „Glück“ versuchen? (sehr aufwendig, und wohl nicht jedermanns Sache)

Die Option, nur über Fonds zu gehen, besteht natürlich weiterhin, aber reizt bei weitem die Renditechance der Aktienanlage nicht so sehr aus.

Gehen die Herausgeber des obigen „Leitsatzen“ denn nun davon aus, dass jeder das Know-how besitzt, in Aktien zu investieren, oder woher nehmen die ihre Weisheit?
Außerdem bräuchte man doch sicher genug „Startkapital“, um das Depot gleich breit streuen zu können!

Anlageberater:

Müssen Berater ihre Provision, etc. dem Kunden offenlegen bzw. ist das ein Zeichen einer guten Beratung, oder sollte man von Beratern Abstand nehmen die das nicht zulassen?

Wenn ein Berater einem Kunden z.B. nur 4-5 Anbieter vorlegt, muss das doch nicht gleich in Zeichen für fehlende Unabhängigkeit sein, (er könnte ja schon vorsondiert haben), oder wie schätz ihr das ein?

Wäre nett, wenn ihr mal eure Meinung äußert, danke.

Hallo,

In jüngeren Jahren kann man mehr Risiko eingehen, da Verluste
dann besser zu verschmerzen wären.
Dazu kann man häufig folgenden Leitsatz lesen: „100 minus
Lebensalter = mögliche Anlage in Aktien“

Auch Hallo,

ich bin zwar kein Anlageberater, kann aber vielleicht einen Denkanstoß setzen:
Gundsätzlich sehe ich die Formel oben auch als „richtig“ an.

Da ist schon etwas wahres dran, aber wenn Kunde xyz jetzt
keine Erfahrung in Bereich Aktien besitzt, wie kann er dann
nach der Formel vorgehen?

  • ganz die Finger von Aktien lassen, und Rendite verschenken?
  • Gibt es dafür ausgebildete Anlageberater, die auch in
    Einzelaktien investieren und das breit gestreute Depot
    eröffnen? Also alles für den Kunden übernehmen?
  • sollte man sich selber über JAHRE mit der Materie vertraut
    machen, und dann selbst sein „Glück“ versuchen? (sehr
    aufwendig, und wohl nicht jedermanns Sache)

Mein Tipp für jemanden der sich nicht den ganzen Tag vor dem PC mit Aktienperformance und ähnlich spannenden Themen schlau machen kann wäre statt direkt in Aktien in entsprechend breit gestreute Fonds zu setzen. Zum Beispiel bieten sich Dachfonds an. Diese können ja sowohl Aktien als auch Renten- Immobilienpapieren usw. enthalten. Man sucht sich dann welche aus, die in etwas diese Risikostrucktur abbilden. Ein wenig Rendite im Vergleich zur Direktanlage geht vielleicht verloren, aber man setzt auf viele Pferde (Märkte).

Die Option, nur über Fonds zu gehen, besteht natürlich
weiterhin, aber reizt bei weitem die Renditechance der
Aktienanlage nicht so sehr aus.

s.o.

Gehen die Herausgeber des obigen „Leitsatzen“ denn nun davon
aus, dass jeder das Know-how besitzt, in Aktien zu
investieren, oder woher nehmen die ihre Weisheit?
Außerdem bräuchte man doch sicher genug „Startkapital“, um das
Depot gleich breit streuen zu können!

Hier liegt meiner Meinung nach ein Vorteil der Dachfonds. Ich kann mit kleinen - auch monatlichen Sparverträgen eine breit gestreute Anlage erwerben.

Anlageberater:

Müssen Berater ihre Provision, etc. dem Kunden offenlegen bzw.
ist das ein Zeichen einer guten Beratung, oder sollte man von
Beratern Abstand nehmen die das nicht zulassen?

Bezogen auf das Fondsthema hat man an Kosten den Ausgabeaufschlag (je nachdem über wenn ich anlege verhandelbar) sowie die laufenden Kosten (Verwaltungsgebühr/Depotkosten). Alle diese Kosten gehen aus den Unterlagen hervor. Ansonsten ist das eine zweischneidige Sache. Das er was verdient ist klar, und nicht jeder wird gerne gefragt. Verpflichtet sind sie meiner Ansicht nach nicht, aber ich bin nicht sicher.

Wenn ein Berater einem Kunden z.B. nur 4-5 Anbieter vorlegt,
muss das doch nicht gleich in Zeichen für fehlende
Unabhängigkeit sein, (er könnte ja schon vorsondiert haben),
oder wie schätz ihr das ein?

Mißtrauisch wäre ich bei nur ein oder zwei Produkten, von denen eins überzogen angepriesen wird. 4 - 5 finde ich ok, irgendwann verliert man als Kunde ja auch wieder den Überblick. Ansonsten hilft auch immer ein Gang zu einem zweiten Berater. Man muss ja nicht sofort abschliessen.

Wäre nett, wenn ihr mal eure Meinung äußert, danke.

Vielleicht konnte ich ja ein bißchen weiterhelfen.

Gruß Michael Rasche

Hallo,

In jüngeren Jahren kann man mehr Risiko eingehen, da Verluste
dann besser zu verschmerzen wären.
Dazu kann man häufig folgenden Leitsatz lesen: „100 minus
Lebensalter = mögliche Anlage in Aktien“

Da ist schon etwas wahres dran, aber wenn Kunde xyz jetzt
keine Erfahrung in Bereich Aktien besitzt, wie kann er dann
nach der Formel vorgehen?

Inwieweit brauch man denn dafür Erfahrung? Das scheint ja eine idiotensichere Formel zu sein.

  • ganz die Finger von Aktien lassen, und Rendite verschenken?

Deine Wortwahl deutet darauf hin, dass Du schon viel Marketing gelesen hast.

  • Gibt es dafür ausgebildete Anlageberater, die auch in
    Einzelaktien investieren und das breit gestreute Depot
    eröffnen? Also alles für den Kunden übernehmen?

Klar gibt es die so ab €500.000 Startkapital bist Du dabei (unter Umständen weniger, aber dann stimmt das Preis/Leistungsverhältnis nicht mehr).

  • sollte man sich selber über JAHRE mit der Materie vertraut
    machen, und dann selbst sein „Glück“ versuchen? (sehr
    aufwendig, und wohl nicht jedermanns Sache)

Die Spielregelen sind zum Teil ziemlich schwierig. Sein Glück versuchen kann man einfacher beim Roulette.

Die Option, nur über Fonds zu gehen, besteht natürlich
weiterhin, aber reizt bei weitem die Renditechance der
Aktienanlage nicht so sehr aus.

Das verstehe ich nicht, es gibt auch sehr spezialierste Fonds, die nur sehr wenig streuen und risikoreich investieren.

Gehen die Herausgeber des obigen „Leitsatzen“ denn nun davon
aus, dass jeder das Know-how besitzt, in Aktien zu
investieren, oder woher nehmen die ihre Weisheit?

Genau. Jeder wird doch wohl noch 100-Lebensalter rechnen können.

Mir wurde neulich hier geraten mein „Vermögen“ breit zu streuen. Damit würde ich sicherstellen, dass über die Zeit gesehen, ich kein Kapital verliere und sogar eine Rendite erwirtschaften kann, die über der Inflationsrate ist.

Hört sich ganz logisch an. Eigentlich frage ich mich nur, warum es kein solches Produkt gibt, dass genau das Kriterium erfüllt…das Rundumsorglos- Paket für Kapitalanleger…

Vielleicht hälst Du mal danach Ausschau und sagst mir Bescheid wenn Du es findest!

Eencockniedo

Dazu kann man häufig folgenden Leitsatz lesen: „100 minus
Lebensalter = mögliche Anlage in Aktien“

Diese Formel wird häufig empfohlen. Würde ich im Einzelfall aber überdenken.

  • ganz die Finger von Aktien lassen, und Rendite verschenken?

Nicht vergessen: Rendite ist immer mit Risiko verbunden. Wenig Risiko = wenig Rendite.

  • Gibt es dafür ausgebildete Anlageberater, die auch in
    Einzelaktien investieren und das breit gestreute Depot
    eröffnen? Also alles für den Kunden übernehmen?

Die gibt es. Einzelaktien sind nur bei größeren Anlagesummen empfehlenswert.

  • sollte man sich selber über JAHRE mit der Materie vertraut
    machen

Das sollte man auf jeden Fall, wenn man sein Geld an die Börse bringen will.

Müssen Berater ihre Provision, etc. dem Kunden offenlegen bzw.

Wieso denn das ?

ist das ein Zeichen einer guten Beratung,

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

oder sollte man von Beratern Abstand nehmen die das nicht zulassen?

Je besser der Berater, umso weniger redet er mit Dir über sein Einkommen.

Wenn ein Berater einem Kunden z.B. nur 4-5 Anbieter vorlegt,
muss das doch nicht gleich in Zeichen für fehlende
Unabhängigkeit sein, (er könnte ja schon vorsondiert haben),

Wenn er Dir mehr als 5 Vorschläge macht, hat er seinen Job nicht getan. Ein Berater, der diesen Namen verdient, trifft natürlich schon eine Vorauswahl.

Hallo,

Mir wurde neulich hier geraten mein „Vermögen“ breit zu
streuen. Damit würde ich sicherstellen, dass über die Zeit
gesehen, ich kein Kapital verliere und sogar eine Rendite
erwirtschaften kann, die über der Inflationsrate ist.

Hört sich ganz logisch an. Eigentlich frage ich mich nur,
warum es kein solches Produkt gibt, dass genau das Kriterium
erfüllt…das Rundumsorglos- Paket für Kapitalanleger…

eventuell weil breite Streuung je nach Anlageziel, steuerlicher und familiärer Situation durchaus verschiedenes bedeuten kann?

Gruß,
Christian

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Hallo,

eventuell weil breite Streuung je nach Anlageziel,
steuerlicher und familiärer Situation durchaus verschiedenes
bedeuten kann?

Da hast Du Recht. Das kann aber nur differenziert eine Rolle spielen, bei denjenigen, die sich eine Anlageberatung leisten können, die diese Punkte mit berücksichtigt.

Bei geringem Kapital ist es gar nicht möglich differenziert anzulegen ohne dass die Kosten dafür jede mögliche Rendite auffressen.

Wenn man „arm“ ist, sollte man sein Geld lieber auf ein Pferd setzen und dass ganz nach eigener Risikoneigung. Die meisten „Armen“ bevorzugen ja das Sparbuch.

Eencockniedo

hallo Ee,

dem ist nicht so. du kannst mittels fonds, ETFs und zertifikaten streuen bis zum weltuntergang, über alle risiko- und assetklassen. das hatte ich dir ein wenig weiter unten ja dargelegt.
wenn du aber nicht möchtest, kannst du doch beim sparbuch bleiben.

strubbel
€:open_mouth:)

hallo kurambu,

die formel ist natürlich völliger unsinn.
es gibt ältere mit höherer risikobereitschaft, junge risikoaverse und leute mit einem anlagehorizont über den eigenen tod hinaus.
die formel ignoriert die persönliche risikoneigung und dient nur der plakativen einordnung von anlegern, um individuelle anlagekonzepte zu sparen.
tests zeigten, daß das banken oft auch mit sehr wohlhabender klientel machen. die besten nehmen diese formel nicht sonderlich ernst, sondern hörem ihrem kunden einfach zu.

strubbel
§:open_mouth:)