Aktien verkaufen ?

Hallo,

ich habe bis März in einem Wertpapierhandelshaus gearbeitet. Dort haben wir alle ein Mitarbeiter Depot bekommen mit entsprechenden Aktien von der Firma.

Im Juli diesen Jahres ist das WPH dann an die Börse gegangen.

Da ich dem Unternehmen nicht mehr angehöre und auch dieses Depot eigentlich nicht mehr haben möchte, weiß ich nun allerdings nicht ob ich das so einfach auflösen kann.

Entstehen mir irgendwelche Nachteile, wenn ich das Depot jetzt einfach auflöse und die Aktien verkaufe?

Ich selber habe von Aktien keine ahnung und stehe jetzt ein wenig hilflos in der Gegend rum.

Mir wurde mal gesagt, wenn ich das jetzt verkaufe, würden Spekulationssteuer und Kapitalertragssteuer fällig werden.

Ausserdem würde ich von dem Wert, der in dem Depot liegt nicht mehr viel sehen.

Was kann ich machen, damit ich dieses Depot schnellstens los werde ??

Gruß
Melanie

Hallo Melanie,

das einfachste wird sein, wenn Du zu Deiner Hausbank gehst und dieser den Fall schilderst. Wenn Du Deine Unterlagen mitnimmst, sollte die Beurteilung für einen Fachmann kein Problem sein. Ein Depot zu übertragen ist normalerweinse kein Problem und i.d.R. nicht mit Nachteilen verbunden. Möglicherweise haben Deine Aktien eine Verkaufsperre, die zu beachten ist.

Aber das kann Dir alles Deine Bank sagen. (Sofern es keine Direktbank ist)

Beste Grüsse

Roland

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Melanie,

Entstehen mir irgendwelche Nachteile, wenn ich das Depot jetzt
einfach auflöse und die Aktien verkaufe?

Wenn es keine Sperfristen durch den alten Arbeitsvertrag gibt? Schau mal in diesen Vertrag, dort müßte das geregelt sein.
Nachteil kann natürlich auch sein, wenn die Aktien gerade im Keller sein sollten. Aber wenn Du mit dem Aktien nichts am Hut hast, ist es vielleicht auf jeden Fall besser zu verkaufen, weil Du sonst immer dieses Fragezeichen im Gesicht hast… :wink:

Ich selber habe von Aktien keine ahnung und stehe jetzt ein
wenig hilflos in der Gegend rum.

Da gehts es Dir wie den meisten Menschen. Nur die wenigsten sind so schlau und ehrlich, dies zu erkennen und zuzugeben.

Mir wurde mal gesagt, wenn ich das jetzt verkaufe, würden
Spekulationssteuer und Kapitalertragssteuer fällig werden.

Spekalutionssteuer wird dann fällig, wenn Du die Aktien noch keine 12 Monate besitzt und sie im Plus sind (Über 499,- euro Gewinn). Dann macht es veilleicht Sinn sie noch so lange zu halten, bis die 12 Monate abgelaufen sind…

Kapitalertragssteuer:
Das wird sich in wahrscheinlich in Grenzen halten. Hierunter fällt nur eine Dividende, falls die Firma diese ausgeschüttet hat. Und die auch nur zur Hälfte. Kannst Du übrigens freistellen, falls Du noch Platz hast.
Allerdings fällt diese Steuer bei Zufluß der Dividende und nicht bei Verkauf der Aktie an.

Ausserdem würde ich von dem Wert, der in dem Depot liegt nicht
mehr viel sehen.

Warum?

Was kann ich machen, damit ich dieses Depot schnellstens los
werde ??

Wenn Du nur das Depot loswerden möchstest:
Anderes Depot eröffnen (z.B. Comdirect, ING DiBa, DAB etc.) und die Aktien übertragen (innerhalb Deutschlands per Gesetz kostenlos).

Wenn Du auch die Aktien loswerden willst:

  1. Haltedauer prüfen. Größer als 12 Monate?

  2. Einkaufspreis prüfen. Aktuellen Kurs prüfen. Wenn Gewinn, dann die 12 Monate wegen der Spekulationssteuer abwarten.

  3. Aktien verkaufen. Depot löschen. Gute Flasche Wein kaufen und genießen…

Gruß Schorsch

Hallo,

es gibt lt. Arbeitsvertrag keine Sperrfristen, denn dieses Depot ( es läuft über die DAB) wurde uns im nachhinein zu Weihnachten letzten Jahres quasi „geschenkt“.

Sprich wir konnten es zu besonderen Konditionen eröffnen, was jetzt die Kontoführungsgebühr betrifft, um dann die Mitarbeiter Aktien nutzen zu können.

Die Aktien sind im Juli 2006 an die Börse gegangen mit einem Einstandkurs von 1 Euro pro Stück. ( Pro Mitarbeiter hats 100 Stück gegeben)

Nun habe ich meinen Kontoauszug vom Depot bekommen und habe gesehen, das sie einen derzeitigen Stand von 4,99 Euro pro Stück haben. Bedeutet einen Gesamtwert von derzeit 499 Euro.

Ich habe vllt. selber in diesem Wertpapierhandelshaus gearbeitet, jedoch nur im Bereich Tagesgeld, das ich da auch ohne Probleme zu stehe, das ich keinen blassen Schimmer von Aktien habe. :smile:

Hm, ob die Firma Dividende ausgeschüttet hat, weiß ich leider nicht. Wie gesagt, mein Wissen diesbezüglich liegt irgendwo im Nirvana. *lach*

Ich möchte das Depot also nicht überschreiben, sondern eigentlich schlußendlich wirklich auflösen. Nur die Wertpapierberater von meinem Ex-Arbeitgeber, meinen halt, das hier Gebühren fällig werden, ich hier und da Steuern etc.zahlen muss. Was für mich alles böhmische Wälder sind.

Die Idee mit den Aktien verkaufen, Flasche Wein kaufen und Abend geniessen gefällt mir von daher noch am besten. :smile:

Hoffe ich werde das Problem bald gelöst bekommen und das Depot von den Hacken.

Lg
Melanie

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Melanie,

es gibt lt. Arbeitsvertrag keine Sperrfristen, denn dieses
Depot ( es läuft über die DAB) wurde uns im nachhinein zu
Weihnachten letzten Jahres quasi „geschenkt“.

Das macht die Sache einfacher. Die DAB hat eine Hotline für ihre Kunden. Die können Dir zumindest genau sagen, welche Kosten bei einem Verkauf auf Dich zukommen. Dürfte aber nicht die Welt sein.

Die Aktien sind im Juli 2006 an die Börse gegangen mit einem
Einstandkurs von 1 Euro pro Stück. ( Pro Mitarbeiter hats 100
Stück gegeben)

Somit sind die 12 Monat noch nicht rum. Also mußt Du Spekulationsgewinne vom Grundsatz her versteuern. Der Gewinn von 399,- Euro liegt aber noch innerhalb des Freibetrags, also wohl kein Problem (dies ist bitte KEINE steuerliche Beratung!).
Auf jeden Fall zieht eine solche Steuer nicht die Bank ein, sondern die musst Du im Rahmen der Steuererklärung selbst angeben (bzw. die Einnahmen aus Spekulationsgewinnen).

Nun habe ich meinen Kontoauszug vom Depot bekommen und habe
gesehen, das sie einen derzeitigen Stand von 4,99 Euro pro
Stück haben. Bedeutet einen Gesamtwert von derzeit 499 Euro.

RESPEKT! Das sind 399 % Prozent in vier Monaten. Hätte ich auch gerne!
Da kann man Gewinne schon mal mitnehmen. Das gibt ein paar gute Tropfen!

Ich habe vllt. selber in diesem Wertpapierhandelshaus
gearbeitet, jedoch nur im Bereich Tagesgeld, das ich da auch
ohne Probleme zu stehe, das ich keinen blassen Schimmer von
Aktien habe. :smile:

Hm, ob die Firma Dividende ausgeschüttet hat, weiß ich leider
nicht. Wie gesagt, mein Wissen diesbezüglich liegt irgendwo im
Nirvana. *lach*

Nirwana steht ja immerhin für gute und heftige Musik… :wink:
Sehr wahrscheinlich wurde noch keine Dividende ausgeschüttet, da die zum Ende eines Geschäftsjahres anfällt. Und bei vier Monaten ist die Chance auf einen solchen Zufluß 1:3. Aber wie gesagt, spielt sowieso keine Rolle.

Ich möchte das Depot also nicht überschreiben, sondern
eigentlich schlußendlich wirklich auflösen. Nur die
Wertpapierberater von meinem Ex-Arbeitgeber, meinen halt, das
hier Gebühren fällig werden, ich hier und da Steuern
etc.zahlen muss. Was für mich alles böhmische Wälder sind.

Mein Tipp:
DAB anrufen und nachfragen. Und wegen der Steuer sicherheitshalber einen Steuerberater oder das Finanzamt befragen. Aber so wie Du die Lage schilderst gibts bei Dir zu Hause bald ein edles Tröpfchen… .

Die Idee mit den Aktien verkaufen, Flasche Wein kaufen und
Abend geniessen gefällt mir von daher noch am besten. :smile:

Gruß Schorsch

Die Aktien sind im Juli 2006 an die Börse gegangen mit einem
Einstandkurs von 1 Euro pro Stück. ( Pro Mitarbeiter hats 100
Stück gegeben)

Somit sind die 12 Monat noch nicht rum. Also mußt Du
Spekulationsgewinne vom Grundsatz her versteuern. Der Gewinn
von 399,- Euro liegt aber noch innerhalb des Freibetrags, also
wohl kein Problem (dies ist bitte KEINE steuerliche
Beratung!).

Freigrenze! Nicht Freibetrag! Ansonsten bin ich derselben Meinung.

Frank Wilke

Freigrenze! Nicht Freibetrag! Ansonsten bin ich derselben
Meinung.

Frank Wilke

Mea culpa (schreibt man das so?)
Stimmt, war die falsche Bezeichnung. Aber ist ja gut, dass noch mal jemand drüber liest.

Gruß Schorsch

Hallo Melanie!

Sind das Belegschaftsaktien? Falls ja, musst Du die Haltefrist beachten. Verkauft man Belegschaftsaktien vorzeitig, muss man den Anteil, um den man die Aktien billiger vom Arbeitgeber bekommen hat, nachversteuern.

Nur wenn man länger als ein Jahr arbeitslos ist, kann man sie ohne steuerpflichtig zu werden, verkaufen. Trotzdem musste ich damals deshalb beim Finanzamt antreten und denen glaubhaft machen, dass ich tatsächlich langzeitarbeitslos war.

Bei Dir handelt es sich aber nur um einen kleinen Betrag - die steuerliche Belastung dürfte nicht sehr hoch sein.

Aber warum ärgerst Du Dich über Dein Depot? Lass die Aktien doch einfach liegen bis die Haltefristen abgelaufen sind. Dann kannst Du sie immer noch verkaufen.

Viele Grüße

Anne

Hallo zusammen,

so habe mich die ganzen letzten Tage mal um mein Depot gekümmert und mich informiert. War das eine schwere Geburt.

Also um mal zu erklären was bisher passier ist.

Bei der DAB selber hab ich keine Auskunft bekommen.
Das ist nur die Konto führende Bank, geben aber keinerlei Auskünfte zum Depot. D.h. ich musste mich ans Wertpapierhandelshaus wenden.

Dort habe ich also am Montag früh angerufen und mich von meinem Wertpapierberater mal beraten lassen. Dafür sind sie ja schliesslich da. :smile:

Mein Berater meinte zu mir, das ich keine Spekulationssteuer zahlen muss, weil ich noch im Rahmen dieser Freigrenze liege. Kapitalertragssteuer oder wie die heißen, würden nur dann fällig werden, wenn eine Dividende ausgeschüttet worden sind.

Da ich nicht über die Freigrenze komme kann ich sie also ohne Probleme verkaufen.
Was ich nun am Montag auch entsprechend veranlasst habe.

Die einzigen kosten die ich zu tragen hätte, wären lt. Aussage des Beraters, die Verkaufsgebühren i.h.v. 0,5 % minimum jedoch 20 Euro.

Heute habe ich den Kontoauszug bzw. eine Wertpapierabrechnung erhalten.

Was mich jetzt ein wenig irritiert ist warum ich zwei Abrechnungen erhalten habe.

Ich hatte 100 dieser Aktien und habe zwei Wertpapierabrechnungen erhalten.

Einmal sind 93 Stk. verkauft worden zu einem Wert von 492,90 mit einer Provision von 19 Euro und Fremde Spesen Xetra 0,60€.

Betrag zu meinen Gunsten 473,30€.

Auf der zweiten Abrechnung sind dann noch mal die restlichen 7 Aktien verkauft worden.
Dort allerdings ohne die Provision oder fremden Spesen.

Ist das bewusst so gemacht worden ??

Jedenfalls wird das Geld vom Verkauf jetzt auf mein Tagesgelkonto bei der DAB gutgeschrieben und die nächsten Tage dann auf mein Referenzkonto überwiesen.

Schwere Geburt aber ich glaube bzw. hoffe das ich jetzt alles richtig gemacht habe.

Danke hier allen für die tatkräftigen Aussagen und kann mit einem dicken lachen im Gesicht nur sagen, das ich einiges dazu gelernt habe und das Forum hier gerne weiter empfehle.

Lg
Melanie

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo zusammen,
[…]
Was mich jetzt ein wenig irritiert ist warum ich zwei
Abrechnungen erhalten habe.
Ich hatte 100 dieser Aktien und habe zwei
Wertpapierabrechnungen erhalten.
[…]
Auf der zweiten Abrechnung sind dann noch mal die restlichen 7
Aktien verkauft worden.
Dort allerdings ohne die Provision oder fremden Spesen.
Ist das bewusst so gemacht worden ??
[…]
Lg
Melanie

Da hast du aber eine nette Bank. Der Titel ist vermutlich nicht sonderlich liquide, so dass es zu einer Teilausführung kam. Diese werden bei anderen Banken gerne mal doppelt ver"provisioniert".
Du hast nun in zwei Transaktionen den Bestand verkauft, aber nur einmal Kosten gehabt: Super!

Freut mich, dass das ganze für dich ein erfreuliches Ende nimmt. Aber nicht ärgern, wenn der Titel morgen das doppelte kostet :wink:

Frank Wilke