Hallo
wir wollen für unser noch kleines Kind einen bestimmten Betrag
in einen Fonds investieren und in unregelmäßigen Abständen
Geld nachschießen. Einen Sparplan finden wir nicht so gut. Die
Anlage soll etwa 20 Jahre laufen und z.B. ein Studium
mitfinanzieren.
Ich denke, dass ein solider Aktienfonds, der z.B. zum großen
Teil aus Aktien des DAX besteht, ganz gut wäre. Wie z.B. der
ADIG FONDAK, der jetzt von cominvest verwaltet wird. Dieser
hat seit seiner Auflage vor 57 Jahren eine durchschnittliche
Jahresrendite von knapp 12% erzielt. Das ist jetzt zwar nicht
so üppig, dafür aber relativ sicher.
-
Aktienfonds finde ich bei der beabsichtigten Laufzeit gut. Spätestens ab dem 15 Jahr systematisch Gewinne abschöpfen und sichern.
-
12% im Schnitt ist nicht „üppig“ sondern Spitzenklasse! Erwarte keinesfalls mehr für die Zukunft, eher weniger. Die Kapitalmarktrenditen hängen immer mit der Inflation zusammen. Beide sind im langfristigen Vergleich deutlich zurück gegangen und werden auch künftig nicht mehr so hoch erwartet. Die Nettorendite (Performance minus Inflation) dürfte langfristig relativ gleich bleiben.
-
Fondak ist ein guter Fonds für Deutsche Aktien. Emotionslos betrachtet ist es aber ein Länderfonds und somit riskanter. Ich würde einen europäischen Fonds vorziehen.
Habt ihr andere Tipps? Auch Rentenfonds oder Mischfonds
gegenüber bin ich aufgeschlossen, nur kenne ich mich da gar
nicht aus und weiß nicht, was man da realistisch erwarten
darf.
Wenn Du bei Aktien von 12% ausgehst, dürften Renten bei ca. 8 bis 9% gelegen haben. Mischfonds dann je nach Mischungsverhältnis irgendwo dazwischen.
Bei 20 Jahre Laufzeit sprechen alle Langfristvergleiche für Aktien. Hängt aber auch davon ab, welchen „Kittelbrennfaktor“ Ihr vertragt.
Eventuell wäre auch ein Fonds, der seinen Schwerpunkt in einem
Schwellenland hat, günstiger. Der Barings Hong Kong China hat
zwischen Mai und Oktober dieses Jahres 60% plus gemacht, davon
aber jetzt schon wieder einiges verloren. Aber wer weiß, ob
ein solcher Fonds zu einer sehr langen Anlage taugt?
Solche Investments bieten höhere Chancen - und höhere Risiken! Bei einem Sparplan könnte ich mir sowas für risikobereite Kindergeldanleger vorstellen. Für eine Einmalanlage würde ich das persönlich nicht nehmen.
Problem: So ein Markt macht schnell mal 50% Verlust. Dafür brauchst Du anschließend 100% Gewinn, um wieder auf null zu kommen. Nachvollziehbar?
Der langfristige Ertrag kommt nicht durch die Maximierung der möglichen Gewinne, sondern durch die Begrenzung des maximalen Verlustrisikos!!
Oder sollte man vielleicht von der Idee, 20 Jahre am selben
Produkt zu kleben, Abstand nehmen und den Zeitraum in 4
Fünf-Jahres-Investments unterteilen?
Was spricht dagegen, eine getätigte Anlage immer mal wieder zu überprüfen? Die Welt ändert sich innerhalb von 20 Jahren. Und das Fondsmanagement hat auch nicht immer die gleiche Güte. Langfristig ausrichten, aber regelmäßig überprüfen ist mein Vorschlag.
Wäre ein Diversifikation nötig?
Ja!
Man erhöht damit zwar im
Allgemeinen die Sicherheit, senkt aber doch auch die Rendite,
weil man dem Gesetz der großen Zahlen folgend näher an den
Marktdurchschnitt rückt.
Die Portfoliotheorie besagt (ist wohl auch bewiesen), dass die Streuung über verschiedene nicht (oder gering) korrelierende Anlageklassen die Anlage optimiert. Also das Risiko senkt und/oder die Rendite erhöht. Muss halt richtig gemacht werden.
Ich würde in Deinem Fall wenigstens über Regionen und Stile (Small-, Mid- und Large Cap, Value und Growth) diversifizieren. Eine Beimischung von Immobilienfonds und Absolute Return Strategien auf Rentenbasis sowie ggf. alternative Strategien (z.B. Long/Short) wäre -abhängig vom Anlagebetrag- ein professioneller Ansatz.
Meine Frage ist natürlich eine Anlageberatung, die, so liegt
es in ihrer Natur, davon abhängt, welcher Risikotyp ich bin.
Na ja, der, der wir alle sind: der Unmögliche. Viel Gewinn bei
viel Sicherheit.
Nein nein, Anlageberatung ist das hier ausdrücklich keine!
Nur eine persönliche Meinungsäußerung. Ne gute Beratung gibts nicht im Netz und schon gar nie nicht niemals kostenlos (umsonst ist sie manchmal schon…
)
Viel Erfolg und alles Gute für den Nachwuchs wünscht der Money Schorsch!
P.S.: Noch ein Tipp: Das Depot nicht auf den Namen des Kindes eröffnen. Ruckzuck sind die Zwerge 18 und plötzlich hat Papa keinen Zugriff mehr auf die Kohle. Und so manche® 18-jährige® hat ganz merkwürdige Ideen für größere Beträge…