Aktienfonds statt Rentenversicherung?

Ich bin 19 Jahre alt! Meine Bank drängelt mich zu einem Gespräch über Rentenversicherung usw. muss ich mich den Überhaupt versichern ???

Oder kann ich das selbst in die Hand nehmen ??
Ich hab da mal was von Rentenfonds gehört !

Könnt Ihr mir ein bischen Licht in die Sache bringen?

Dankeschön

Hallo Zauberlehrling,

Ich bin 19 Jahre alt!

Meine Bank drängelt mich zu einem Gespräch über :Rentenversicherung usw. muss ich mich den überhaupt versichern :???

Müssen musst du nicht… und wenn die Bank dich drängelt, dann drängelt dich eigentlich nicht die Bank, sondern der Mitarbeiter von der Bank.
Meine Meinung. :wink:
Wie gesagt, müssen musst du nicht.
Du solltest dir aber angesichts der momentanen Situation in Bezug auf unser Sozialsystem und damit auch auf das Rentensystem im Klaren sein, dass die Altersvorsorge, wenn sie überhaupt jetzt den Rentner ausreicht, in der Zukunft und deren Rentner nicht ausreichen wird.
Du solltest dir daher schon Gedanken machen, wie du dein Lebensalter vorstellst.

Und da du jung bist, wäre es günstig, jetzt zu handeln. Wie und in welcher Art und Weise, dass kann ich dir hier nicht sagen, da ich dich dazu zu wenig kenne.

Es gibt mehrere Möglichkeiten.

Zunächst einmal wäre da die reine Rentenversicherung.
Die kannst du abschließen und diese Form der Kapitalanlage ist sicherlich nicht unbedingt die lukrativste, dennoch aber die vergleichbar am sichersten. Hierbei kannst du zusätzlich die Ausgaben als steuerlich wirksam von deinem Bruttojahresverdienst im Rahmen der Vorsorgeleistung absetzen.

Dann gibt es zweitens die Fondsgebundene Rentenversicherung.
Sie ist eine Mischform aus einem Fond *wahlweise mehreren* und einer Rentenversicherung.
Sie birgt daher eine gewisse Sicherheit und eine gewisse Unsicherheit. Dieser Unsicherheitsfaktor bezieht sich auf die Rendite.
Willst du eben die Sicherheit der Rentenversicherung mit den möglichen Vorteilen des Fonds verbinden, so kann dies eine Lösungsmöglichkeit sein. Hierbei ist es meines Wissens nach nicht möglich, die Beiträge steuerlich wirksam im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen geltend zu machen.

Und drittens besteht die Möglichkeit des Fonds.
Es ist die unsicherste Möglichkeit. Wenngleich hierbei, da du ja die Faktoren Sicherheit entfernst gleichwohl den höchsten Gewinn und somit die höchste Wertsteigerung erzielen kannst.
Auch hier ist beispielsweise die Möglichkeit eines Fondssparplanes möglich, sodass du einen monatlichen Beitrag einzahlst.

Sicherlich kann man sagen, dass ein Fond in den letzten Jahren durchschnittlich die und die Rendite erzielt hat. Es ist ein Indiz dafür, wie die Zukunft aussehen kann. Darüber solltest du dir bewusst sein. Es ist nie eine Garantie.

Weiterhin bin ich der Meinung, dass du dieses Gespräch ruhig mal wagen kannst. :wink:
Ich habe es bisher 2 mal getätigt… und beide Male den „Kundenberater“ böse auffliegen lassen… bzw. sein „Wissen“ …

Teste ihn doch einfach mal…

Als guter Berater… und das sollte er ja zunächst einmal sein, hat er eine deutlich höhere Chance, dich zu einem Abschluss zu bewegen, als wenn er nur verkauft.

Doch wie erkennt man eben einen guten Berater…?

Das kann man nicht so pauschal sagen…
Aber ich denke, er sollte dir zumindest diese 3 Möglichkeiten aufzeigen… Vor- und Nachteile aufzeigen. Und dann wirst du ja sehen, vielleicht weißt du es auch jetzt schon, welche Risikostufe dir die angenehmste und beste erscheint.

Aber er sollte nicht nur die 3 Möglichkeiten aufzeigen.
Wenn er dir ein Angebot für eine Rentenversicherung unterbreitet, sollte er dich auch dort auf Möglichkeiten hinweisen, wie man die Ertragshöhe dieser Vorsorgeart erhöhen könnte.
Eine Versicherungsprämie wird auf Jahresprämienbasis kalkuliert.
Zahlst du deinen Beitrag monatlich, so kommt folgender Rechenweg zustande:
Jahresprämie (netto) / 12 = Monatsnettoprämie
Monatsnettoprämie * 1,04 ( bis 1,07 ist denkbar) = Monatsprämie

Dieser Faktor ist ein Ausgleich für die Versicherung, dass sie dein Geld einziehen und somit erhöhten Kostenaufwand haben.

Wenn du eben den Beitrag als Jahresprämie zahlst, hängt ja auch von deinem verfügbaren Geldbetrag ab, sparst du dir eben diese 4-7 % Aufschlag. Und das ist am Ende eine Masse…

Darüber sollte er dich auch aufklären.
Weiterhin sollte er auch einen Rentenverlauf von dir bei der BfA ( LVA) abfordern und diesen nach möglichen Unstimmigkeiten klären. Besser du klärst soetwas nämlich schon frühzeitig, als dann mit 65 zu überlegen, welche Schule du wann besucht hast und möglicherweise gibt es dann die eine oder andere Firma schon 40 Jahre lang nicht mehr… und wie willst du dann Ansprüche nachweisen?

Sollte er es nicht machen, so würde ich es dir trotzdem hier empfehlen, dann mach es selber :wink:

Weiterhin muss er dir unbedingt eine Beitragsrückgewähr mit in einen möglichen Vorschlag für eine Rentenversicherung miteinrechnen.
Beitragsrückgewähr bedeutet, dass deine Erben dein bis zu deinem Ableben eingezahltes Kapital zurückerhalten. Zuzüglich Zinsen. Kosten können abgezogen werden. Diese Rückgewähr tritt aber nur dann ein, wenn du vor Rentenbeginn ablebst.
Weiterhin sollte eine Rentengarantiezeit enthalten sein.
Rentengarantiezeit bedeutet, dass der Versicherer, wenn du innerhalb dieser Garantiezeit verstirbst, bis zum fiktiven Erreichen dieser Zeit die Rente weiterzahlen muss.
Beispiel: Du erhältst deine erste Zahlung deiner Privatrente. 2 Tage später verstirbst du… die Versicherung lacht sich ins Fäustchen, denn Rückgewährung zieht hier nicht mehr und sie muss nicht weiterzahlen. Wenn du jetzt 5 Jahre Garantiezeit versichert hast *so lange sollte der Zeitraum schon mindestens sein* dann zahlt die Versicherung noch weitere 60 Monate die versicherte Rente inklusive der Überschüsse an deine Erben.

Und auf die Frage warum jetzt schon, die Rente ist noch locker 45 Jahre weit weg…

Ich sage dann immer nur…

Wenn du jetzt anfängst, zahlst du einen Geldbetrag, der, wenn man ihn plastisch darstellen müsste, so groß ist, wie dein Radiergummi.
Fängst du in 10 Jahren an, ist er schon so groß wie ein Buch, in 20 Jahren so groß wie ein Koffer und so steigert sich das immer mehr…

Auch hier kann dir keiner die Entscheidung abnehmen. Das musst du für dich alleine entscheiden.

Weist er dich auf die vorgenannten Punkte nicht hin oder erklärt er sie dir nicht, so solltest du um deiner Selbstwillen zu einem anderen gehen.

Oder kann ich das selbst in die Hand nehmen ??

Klar kannst du das… nur du solltest nicht unbedingt die Errechneten Werte nehmen, sondern die garantierten. Das ist wichtig.
Garantieren kann ich die 2 DM am Ende… versprechen kann ich dir 2 Milliarden. Es ist also keine Aussage darüber, was am Ende eintritt… du solltest also diese garantierte Summe bei den Leistungsvergleichen in deine Bewertung miteinfließen lassen…
Aber dies genauer zu erklären bedarf eben dieseer Beratung… und die geht nicht hier…

Ich hab da mal was von Rentenfonds gehört !

Rentenfonds sind lediglich Fonds, bei denen die Manager dieses Fonds ihr Geld in Rentenpapiere anstatt in Aktien anlegen.
Rentenfonds sind daher von der Ertragsmöglichkeit auch wieder nicht so hoch, wie Aktienfonds. Aber gleichzeitig beinhalten sie wieder ein höheres Maß an Sicherheit eines Gewinnes in bestimmter Höhe… :wink:

Du siehst also…

Es ist ein Dreieck…

Mit den Ecken

Sicherheit - Risiko - Gewinn…

In welche Richtung du auch am Dreieck ziehst. Eine Seite wirst du vernachlässigen.
such dir die aus, die du der Meinung bist, vernachlässigen zu können…

Könnt Ihr mir ein bischen Licht in die Sache bringen?

Ich hoffe es…

wenn nicht, dann frage einfach…

so long…

Marco

Ich bin 19 Jahre alt! Meine Bank drängelt mich zu einem
Gespräch über Rentenversicherung usw. muss ich mich den
Überhaupt versichern ???

Also meines Wissens ist eine Rentenversicherung freiwillig, sie dient nur dazu eine für die akzeptable Rente zu sichern, da davon ausgegeangen werden kann, dass das was du von der gesetzlichen Rente bekommst nicht ausreicht.

Deine Bank will an dir verdienen, ist ja ein etwas heikles Thema fuer die Banken, da diese das Geld, die bis zu 4% die man nach der Reform fuer eine private Vorsorge verwenden kann, nicht nur den Versicherungen ueberlassen moechten.

Oder kann ich das selbst in die Hand nehmen ?

Deine Vorsorge fuers Alter kannst/solltest du natuerlich in die eigenen Haende nehmen (gesetzl Rente wird sinken). Ob du da eine Anlagestrategie mit deiner Bank machst oder einem Versicherer das bleibt dir ueberlassen, du kannst es auch durch eigene Aktiengeschaefte versuchen ohne auf Banken/Versicherungen zu vertrauen.

Ich hab da mal was von Rentenfonds gehört !

Rentenfonds heisst nur, dass diese Fonds nur in Rentenpapieren anlegen duerfen, sind dadurch ziemlich sicher aber die Performance ist dadurch schlechter im Vergleich zu gemischten, bzw. reinen Aktienfonds.:

Könnt Ihr mir ein bischen Licht in die Sache bringen?

Dankeschön

bitte schoen

ciao slam

Also, eine Rentenversicherung in Deiner Situation ist ganz bestimmt Unsinn, aber wenn Du wissen willst, was Dir Sinn bringt, dann mail mich mal an. In einem oder in zehn Sätzen ist da nichts gesagt, nichts, was Dir nützt. Und ein Aktienfonds ist zwar gut, aber nicht immer und nicht in jeder Situation DIE LÖSUNG. Sparen, um ein eigenes Ziel zu erreichen, das ist ganz sicher richtig, aber viele Wege führen nach Rom.
Hej, wenn Du ja zaubern kannst, warum machst Du Dir da überhaupt solche Gedanken? Oder lernst Du noch?

Gruß
Boris

Hi Merlin,

mein Vorredner war ja schon ausgesprochen ausführlich (muß dran denken noch ein Sternchen zu vergeben, bei soviel Schreibarbeit *g*). Zwei Dinge möchte ich aber noch ergänzen:

  1. Laß Dir vom „Berater“ bloß keinen Streß machen (so nach dem Motto: „unterschreiben Sie SOFORT, denn im nächsten Monat passiert blablabla…“). Ein Berater, der keine Zeit zum Nachdenken gewähren will ist unseriös! Außerdem ist es zwar richtig, daß man sich so früh wie möglich um seine Altersversogung kümmern sollte, aber mit 19 brauchst Du nichts übers Knie brechen (wenn Du Dir z.B. noch unklar darüber bist, wie Dein späteres Leben aussieht, wäre ich vorsichtig mit langfristigen Verträgen).
  2. Das Risiko kann man auch streuen. Ich halte nichts davon, alles „auf eine Karte zu setzen“. Es kann durchaus sinnvoll sein auf mehreren Schienen zu fahren.

Gruß Stefan