Aktienverkauf an der Börse

Hallo,

nehmen wir an ein Unternehmen nimmt eine Kapitalaufstockung vor,
sagen wir mal von 50.000 Euro und dafür werden 1.000 neue
Aktien ausgegeben, dann entspricht das einem Nennwert von 50
Euro pro Aktie. Nehmen wir weiters an der Kurs der Aktie
beläuft sich auf 60 Euro pro Aktie. Nun erhöht sich das
Grundkapital (gezeichnetes Kapital) des Unternehmens um 50.000 Euro, die restlichen 10.000 Euro finden sich in der Kapitalrücklage des
Unternehmens wieder, die Eigenkapitalerhöhung beträgt insgesamt 60.000 Euro. Soweit ist mir das nun klar. Nachdem die Aktien emittiert worden sind und von den Aktionären gekauft worden sind, ändert sich jedoch das Eigenkapital des Unternehmens rein durch den Handel der Aktien an der Börse nicht mehr? Nehmen wir an ich kaufe 10 Aktien dieses Unternehmens um 70 Euro an der Börse. Dann hat der Aktionär von dem ich die Aktien gekauft habe 100 Euro Gewinn eingesteckt, das Unternehmen mit seinem Eigenkaptial berühren diese 100 Euro nicht mehr, das Eigenkapital des Unternehmens beläuft sich durch diese Transaktion immer noch auf 60.000 Euro.
Sehe ich das richtig?

Vielen Dank

Martin Unterholzner

Hallo!

die Aktien emittiert worden sind und von den Aktionären
gekauft worden sind, ändert sich jedoch das Eigenkapital des
Unternehmens rein durch den Handel der Aktien an der Börse
nicht mehr?

Richtig. Das Geld floss dem Unternhemen bei der Ausgabe einmalig zu.

Sehe ich das richtig?

Richtig.

Gruß Christian

Hi Martin,

das siehst Du völlig richtig: Egal, was am Markt nach der Emission passiert, die Finanzausstattung des Unternehmens ändert sich dadurch nicht. Daran zeigt sich sehr schön, dass der Ausdruck Marktkapitalisierung einer der dümmsten ist, die je erfunden wurden.

Gruß Ralf

Hallo Ralf,

das siehst Du völlig richtig: Egal, was am Markt nach der
Emission passiert, die Finanzausstattung des Unternehmens
ändert sich dadurch nicht. Daran zeigt sich sehr schön, dass
der Ausdruck Marktkapitalisierung einer der dümmsten
ist, die je erfunden wurden.

diese Einschätzung verstehe ich nicht. Beispiel: Zwei Unternehmen haben jeweils 100.000.000 Aktien an der Börse plaziert haben. Der Kurs der einen Aktie liegt bei 100 Euro, der Kurs der anderen bei 1 Euro. Die Marktkapitaliesierung des einen Unternehmens liegt damit bei 10 Mrd. Euro, die des anderen bei 100 Mio. Euro.

Wenn man die Ursachen dafür außen vor läßt, ergeben sich daraus zwei Konsequenzen:

  • Das zweite Unternehmen ist deutlich billiger zu erwerben.
  • Das erste Unternehmen muß nur 50.000 Aktien (also 0,005%) neue Aktien ausgeben, um eine Investition von 5 Mio. finanzieren zu können, das zweite Unternehmen jedoch 5.000.000 (d.h. 5%).

Das sind zwei wesentliche Punkte, die man mit der Marktkapitalisierung ganz gut greifen kann. Was also stört Dich an dieser Sichtweise oder ist es nur der Begriff?

Gruß,
Christian

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Hi Christian,

  • Das zweite Unternehmen ist deutlich billiger zu erwerben.
  • Das erste Unternehmen muß nur 50.000 Aktien (also 0,005%)
    neue Aktien ausgeben, um eine Investition von 5 Mio.
    finanzieren zu können, das zweite Unternehmen jedoch 5.000.000
    (d.h. 5%).

das ist beides richtig, kommt nur in der Praxis nicht allzu oft vor. Abgesehen davon, dass niemand ein Unternehmen zum Kurs * Stückzahl kaufen wird.

Das sind zwei wesentliche Punkte, die man mit der
Marktkapitalisierung ganz gut greifen kann. Was also stört
Dich an dieser Sichtweise oder ist es nur der Begriff?

Dass die meisten Laien, zu denen wohl auch die Meinungsbildner in den Börsensendern gehören, das Kapitalisierungs potential mit dem Marktwert verwechseln. Die Marktkapitalisierung wird ja immer dann genannt, wenn ein Kursverlust mit der Gesamtstückzahl multipliziert und das Ergebnis als Geldvernichtung verkauft wird.

Eigentlich hast Du Recht: Was kann das Wort dafür, dass es falsch verstanden und benutzt wird.

Gruß Ralf