Aktiv passiv steigerungsform

Frage:
ist es korrekt, wenn man von „aktiv“ oder „passiv“
Steigerungsformen wie „aktiver“ oder „aktivsten“ benutzt?
habe behauptet, das wäre nicht in Ordnung, aber
keinen Hinweis als Beleg bis jetzt gefunden.

Danke,
Walter

Hallo, Walter,
da sowohl „aktiv“ als auch „passiv“ Adjektive sind, man also sagen kann:

Das ist ein aktiver (Positiv maskulin) Schüler, der dort aber ein passiver (Positiv maskulin) Schüler.
Das ist eine aktive Schülerin (Positiv feminin), die dort aber eine passive (Positiv feminin) Schülerin.

so kann man auch sagen:

Das ist ein aktiverer (Komparativ maskulin) Schüler, dieser aber ist ein passiverer (Komparativ maskulin) Schüler.
Das ist eine aktivere (Komparativ feminin), aber diese ist eine passivere (Komparativ feminin) Schülerin.

Das ist also ganz normal, er könnte nicht normaler sein.,

Gruß Fritz

besten Dank, ABER:
kann man nicht nur entweder aktiv oder passiv sein?
wie kann ich denn noch mehr aktiv sein?
Beispiel: ein Schüler nimmt aktiv am Unterricht teil.
Das sagt doch nur aus, dass er sich beteiligt, nicht wieviel oder -oft.
Walter

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Hallo Fritz,

da sowohl „aktiv“ als auch „passiv“ Adjektive sind, man also
sagen kann:

Das ist ein aktiver (Positiv maskulin) Schüler, der
dort aber ein passiver (Positiv maskulin) Schüler.
Das ist eine aktive Schülerin (Positiv feminin), die
dort aber eine passive (Positiv feminin) Schülerin.

‚aktiver‘ kann aber auch schon eine Steigerungsform sein:
„Dieser Schüler ist aktiver als sein Nachbar“!
Hat hier ‚aktiver‘ eine abweichende grammatische Bezeichnung als ‚aktiverer‘?
Bitte um Aufklärung.
Gruß Alexander

Hallo Walter,
ich seh dein Problem nicht.
Ein Schueler nimmt aktiv am Unterricht teil.
Der Banknachbar ist aktiver: er meldet sich oefter, bringt
mehr Anregungen von zuhause.
Am aktivsten ist der Junge in der ersten Reihe, der sich
jedesmal meldet, immer Ideen zum Thema hat und manche Sachen
schon ausgearbeitet hat (kurz: ein Streber :wink:
Ich glaube, dein Problem liegt darin, dass du das
Wort ‚aktiv‘ falsch besetzt.
Gruesse, Elke

aktiver und passiver sind auch Steigerungsformen
Hallo, Walter, Elke und Alexander,

Natürlich kann „aktiver“ auch Komparativ sein, nämlich dann wenn das gesteigerte Verb prädikativ gebraucht wird, also beim Verb steht und deshalb wie ein Adverb nicht dekliniert wird. Dann ist es egal, ob das Subjekt maskulin, feminin oder neutrum ist.

Elke ist eine aktive Frau. Walter beteiligt sich aber aktiver an der Diskussion, Alexander aber ist bei weitem am aktivsten.

Fritz ist ein passiver Beobachter, manche Moderatoren sind noch viel passiver, unser Team aber ist am passivsten.

Nur beim attributiven Gebrauch - in den Beispielen: eine aktive Frau, ein passiver Beobachter - bekommt der Komparativ noch die Personalendung:

Uschi ist eine aktivere Frau als Elke. (Sorry, it’s just a Beispiel!:wink:
Scriptor ist zur Zeit ein passiverer Forumsteilnehmer als Fritz,.

Klar geworden?

Gruß Fritz

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Steigerung möglich? Naja.
Hallo Elke,

ich will ja eigentlich nicht die große Besserwisser Keule rausholen, aber ich glaube Du irrst. „Aktiv“ bedeutet ja übersetzt soviel wie „handelnd“. Jetzt die große Frage: Kann man das steigern? Ich würde mal sagen, streng genommen nein. Ähnlich wie bei „tot“ und „schwanger“ handelt es sich hierbei um eine absolute Umstandsbeschreibung, die keine Vergleichsformen zulässt.

Schöne Grüße nach SA,

Anwar

Hi Walter,

kann man nicht nur entweder aktiv oder passiv sein?

so ist es.

wie kann ich denn noch mehr aktiv sein?

sollst Du ja gar nicht.

Beispiel: ein Schüler nimmt aktiv am Unterricht teil.

Ebent: ein Schüler. Wenn Du zwei Schüler vergleichst, kann halt der eine aktiver sein als der andere. Das „aktiv“ beschreibt eine Eigenschaft eines Schülers, das „aktiver“ vergleicht zwei Schüler. Hier wird also nichts gesteigert.

Gruß Ralf

Verzeih, Ralf,
dass ich energisch widerspreche!

Aber das:

Beispiel: ein Schüler nimmt aktiv am Unterricht teil.

Ebent: ein Schüler. Wenn Du zwei Schüler vergleichst,
kann halt der eine aktiver sein als der andere. Das „aktiv“
beschreibt eine Eigenschaft eines Schülers, das
„aktiver“ vergleicht zwei Schüler. Hier wird also
nichts gesteigert.

ist aber so krottenfalsch, wie es kaum falscher sein kann! So falsch, dass ich deinen Artikel spätestens heute Abend am liebsten löschen würde.

Eine der wichtigsten Einsatzmöglichkeiten der Steigerung/Komparation ist eben der Vergleich!

Du bist so klug wie er.
Ich hätte dich für klüger gehalten!
Ich bin halt doch der klügste! :wink:

Gruß Fritz

off topic - aus aktuellem Anlaß

Hallo Fritz,

zuerst hat es mir die Zehennägel hochgebogen, ein kurzer Blick in google (Duden nicht zur Hand) hat mir aber für beide Versionen „krottenfalsch“ und „grottenfalsch“ unzählige Links geliefert:

ist aber so krottenfalsch , wie es kaum falscher sein kann! So
falsch, dass ich deinen Artikel spätestens heute Abend am
liebsten löschen würde.

Zuerst einmal kenne (kannte) ich das Wort nur als „grottenschlecht“, was schlecht mit einer Grotte zu tun hätte weiß ich auch nicht.

Was ist denn nun die „richtige“ Schreibweise mit „k“ oder „g“ und woher kommt das Wort?

Gerhard

Bieg die Nägel zurück, bester Gerhard.

ist aber so krottenfalsch , wie es kaum falscher sein kann!

Zuerst einmal kenne (kannte) ich das Wort nur als „grottenschlecht“, was schlecht mit einer Grotte zu tun hätte weiß ich auch nicht.

Nichts, gar nicht, das leitet sich von der „Kröte“ her.

Die Schreibung mit „g“ dürfte standardsprachlich richtig sein, denn so steht es im Duden:

_ grot|ten|falsch (salopp): vollkommen falsch: etw. g. beurteilen._

Aber bei

_ grot|ten|doof [1. Bestandteil wohl aus südd. krotten- (zu mundartl. Krotte = Kröte) mit ähnl. Bed. wie hunde-, Hunde-] (salopp): äußerst dumm: ein -er Text.

© Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001_

findest du die Herleitung, wie ich sie oben schon nannte.
Und da ich dem etymologischen Prinzip fröne, schreibe ich, wie es ein Hochdeutsch zu sprechen versuchender Schwabe aussprechen würde, mit Hyperkorrektion: kkkkrrrrottenfalsch ; wenn du hören könntest wie das „k“ bei mir aus dem Mund explodiert! :smile:

Gruß Fritz

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off topic
Hallo Fritz,

Uschi ist eine aktivere Frau als Elke. (Sorry, it’s just a
Beispiel!:wink:

Das will ich aber hoffen.
Mein kleines mit Minderwertigkeitskomplexen beladenes Ich hat
natuerlich sofort gelesen:
Uschi ist eine attraktivere Frau als Elke.
(was natuerlich stimmen kann, aber man sieht es ungern
so in der Oeffentlichkeit ausgebreitet). :wink:

Danke - das wieder on topic - fuer die Erklaerung.
Ich mach das immer nur aus dem Bauch raus, aber du
kannst das echt schoen erklaeren (bist du deshalb Lehrer
oder kannst du es so gut, weil du Lehrer bist?)

Gruesse, Elke

Hallo Gerhard,
mir ging’s aehnlich. Bei naehrer Ueberlegung
kam ich aber dazu, dass ich grotten-
schlecht nur von wer-weiss-was kenne.

eine „Krott“ ist bei uns uebrigens eine Kroete,
womit man das Tier bezeichnet (do hockt e Krott uff
de Zwiwwelschlott), kann aber auch scherzhaft positiv
fuer ein kleines Maedchen gebraucht werden: „Du bischt
awer e goldischi Krott!“

Und jetzt setz ich mich hin und wart auf den Fritz.
Der erklaert das dann richtig, was das mit sauschlecht
zu tun hat.

Gruesse, Elke

An diesem Beispiel:

Fritz ist ein passiver Beobachter, manche Moderatoren sind
noch viel passiver, unser Team aber ist am passivsten.

Fritz TUT nichts, beobachtet nur.
Wie soll ich dieses „Nichtstun“ noch grösser machen?
Wenn Fritz weiter weg geht?
Wohl kaum. Und da liegt mein „Problem“.
Walter

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo, Elke,

was du nun wieder von mir denkst! Tstststs!

Ich mach das immer nur aus dem Bauch raus, aber du
kannst das echt schoen erklaeren (bist du deshalb Lehrer
oder kannst du es so gut, weil du Lehrer bist?)

Was war zuerst: Henne oder Ei?
Ich glaube: das Ei und der pädagogische Eros! :wink:

Grueße, Fritz

Hallo Elke, hallo Fritz,

Uschi ist eine aktivere Frau als Elke. (Sorry, it’s just a
Beispiel!:wink:

Das will ich aber hoffen.

Es stimmt auch nicht *g*. Du bist im Forum eindeutig aktiver als ich. Jedenfalls zur Zeit.

Mein kleines mit Minderwertigkeitskomplexen beladenes Ich hat
natuerlich sofort gelesen:
Uschi ist eine attraktivere Frau als Elke.

Das hätte mir aber schon gefallen *lach*.
Aber das kann der Fritz ja gar nicht wissen…

(was natuerlich stimmen kann, aber man sieht es ungern
so in der Oeffentlichkeit ausgebreitet). :wink:

Ich glaube nicht, dass das stimmt :wink:

Gruß
Uschi

Als gutes Beispiel…
…für eine schlechte Begründung hoffe ich doch sehr, einer Löschung zu entgehen.

Ich gestehe, dass grammatikalische Argumentation nicht so meine Stärke ist. Im Nachhinein sehe ich natürlich, dass ohne Steigerung auch kein Vergleich möglich ist - einer muss nun mal der Dümmste sein.

Nebenbei gesagt: Das Beispiel mit den Schülern ließe sich neudeutsch steigern toppen: Anstatt „Der Schüler hat aktiv am Unterricht teilgenommen“ setzen wir „Karl war am Unterricht teilnehmend“. Davon ausgehend bilden wir die Steigerung: „Hans war viel teilnehmender“ und die (wie heißt das - Spitze?): „Otto war am teilnehmendsten“. Damit landen wir ganz zwanglos in einer viel versprechenderen sprachlichen Zukunft und sind des Ärgers mit den Steigerungen enthoben - dass „teilnehmend“ gesteigert werden kann, wird ja niemand mehr ernsthaft bestreiten. Zweifler verweise ich gerne auf den Spiegel und Die Zeit.

Gruß Ralf

Hallo, Uschi, hallo, Elke,

Das hätte mir aber schon gefallen *lach*.
Aber das kann der Fritz ja gar nicht wissen…

Wiesodennnich?
I’ve seen your picture on the wall!

Fritz

Und jetzt setz ich mich hin und wart auf den Fritz.
Der erklaert das dann richtig, was das mit sauschlecht
zu tun hat.

Hallo, Elke, mit dem „sauschlecht“ bist du auf einem guten Weg.
Denn Sauwetter etc. ist doch eindeutig negativ, aber wir sagen doch auch:
Der Film isch sauguat!
Die Pepperoni isch sauscharf!
Ja sogar:
Die Tussi ist auch sauguat ond sauscharf!
Das „sau“ hat also hier nur noch die Bedeutung „sehr“.

Ich habe keine mich zufriedenstellende Antwort gefunden, warum die „Krott“ ein ganz nettes Kind, speziell Mädchen sein kann, in anderen Verbindungen aber deutlich negativ besetzt ist.

Aber auch die jetzt positive Bedeutung von „Krott“ scheint ursprünglich eine negative Konnotation gehabt zu haben und meinte giftige (sic!), neidische Menschen.

Es wurde aber wie auch andere solche Bezeichnungen - (Siehe oben und: So a siaßes kloines Scheißerle!) - dann verharmlosend milder auf gewandte, aufgeweckte, naseweise, freche Leute und speziell Kinder und noch spezieller Mädchen übertragen.

In den Fügungen: krottenbreit, krottenfalsch, krottenlahm, krottenmüde und krottenweich ist es stets Singal für etwas Negatives.

Ein Grottastecher oder Krottenstecher, Grottametzger oder Krottenmetzger ist ein schlecht geschliffenes, stumpfes, schlecht zu benutzendes Messer.

Bei diesen Ausführungen zog ich das Schwäbischen Handwörterbuch von Hermann Fischer zu Rate.

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Die „Kröten“, die einer im Geldbeutel oder wie ich nicht hat, kommt von dem niederdeutschen „groten“ = groschen = Großpfennig", hat also mit dem oben nichts zu tun.

Gruß Fritz

2 „Gefällt mir“

Nichts, gar nicht, das leitet sich von der „Kröte“ her.

Naja, da hammas ja, ich kenn halt die Kröte nur als „Brooz“, für mich also in Zukunft

„brozznfalsch“

Gerhard