Kann man nach ca. 4 Jahren anhand vorhandener Asche nach einer Einäscherung noch feststellen, ob in den letzten 3 Wochen zu Lebzeiten der verstorbenen Person Überdosen morphinhaltiger Mittel (zur Schmerzlinderung) verabreicht wurden ?
Für eine Antwort wäre ich dankbar.
Moin,
Kann man nach ca. 4 Jahren anhand vorhandener Asche nach einer
Einäscherung noch feststellen, ob in den letzten 3 Wochen zu
Lebzeiten der verstorbenen Person Überdosen morphinhaltiger
Mittel (zur Schmerzlinderung) verabreicht wurden ?
willst Du einen Roman schreiben?
Nein mit recht großer Wahrscheinlichkeit nicht.
Daher wird bei einer unklaren Todesursache auch mit der Einäscherung gewartet, bis die Ursachen belegt oder widerlegt wurden.
Gandalf
Hallo Gandalf,
es gibt schon sehr ausgefallene Fragen ohne wirklichen Nutzen!
Naja, VG Tizia
Hi
wie nutzlos empfindest du die Frage wenn du vermutest dass bei jemand bekannten aktive Sterbehilfe geleistet wurde?
Oder andererseits, wenn du welche leisten willst?
lg
Kate
Euphemismus
Hallo,
„aktive Sterbehilfe leisten“ empfinde ich - im allgemeinen Sprachgebrauch benutzt - als beschönigenden Ausdruck für „jemanden töten“.
Auch wenn man es als „Akt der Gnade“ verpackt, verfügt insbesondere ein medizinischer Laie nicht über ausreichende Kenntnisse, um zu gewährleisten, dass es kein furchtbar langer qualvoller Tod wird. Und was sagt der Betroffene überhaupt dazu?
Ein derart heikles Thema sollte nach meinem Empfinden in diesem Forum nicht pauschal diskutiert werden.
Außerdem fürchte ich, dass sich das Thema in eine falsche Richtung entwickelt.
Nachdenkliche Grüße
Liete
Hi,
„aktive Sterbehilfe leisten“ empfinde ich - im allgemeinen
Sprachgebrauch benutzt - als beschönigenden Ausdruck für
„jemanden töten“.
kurze Nachfrage: wer von den bisherigen Diskussionsteilnehmern hat tagtäglich mit Sterbenden und unheilbar Kranken, sowie Krebspatienten und Präfinalen Menschen zu tun?
GDA
…und das sagt jemand, der in seinem Profil „geht nicht, gibts nicht“ stehen hat!?
Hi GDA,
kurze Nachfrage: wer von den bisherigen Diskussionsteilnehmern
hat tagtäglich mit Sterbenden und unheilbar Kranken, sowie
Krebspatienten und Präfinalen Menschen zu tun?
genau das hat Liete gemeint mit dem unglücklichen Verlauf der Diskussion.
Ich hatte. 26 Jahre lang. Abgesehen davon, dass ich so einige gute Erfahrungen mit Sterbehospizen machen durfte, ist meiner Erfahrung nach der Lebenswille ganz besonders von Krebspatienten und unheilbar Kranken zur letzten bewußten Minute noch vollkommen ungebrochen, auch und gerade, wenn sie vor dieser Situation noch selber gänzlich entgegengesetzter Meinung waren.
Kaum jemand von den Leuten will sterben. Sie wollen lediglich nicht unter qualvollen Schmerzen einer kalten, anonymen Apparatemedizin ohne Zuwendung ausgeliefert sein.
Gruß
Annie
[MOD]
Moin,
Lietes mahnende Worte sind nicht gehört worden. Ich schließe mich auch Annie an, es entgleitet jetzt und der Verlauf ist meilenweit von der eigentlichen Frage. Deshalb schließe ich jetzt.
Eine schöne Woche
Volker
Danke für Deinen Beitrag.
Hi Gandalf,
du sagst so kategorisch „Nö!“.
Bist du sicher? Sofern ich mich recht entsinne, ist Morphin in den Haaren ungefähr ein Jahr lang nachweisbar… Natürlich verbrennen Haare bei der Kremation, aber ist in der Asche nicht dennoch ein Nachweis möglich?
Sicher, im Körper wird auch auf natürlichem Weg „Morphinähnliches“ (=Endorphine) gebildet. Deswegen frage ich mich gerade, ob Morphine/Endorphine die Kremation wie beispielsweise Arsen oder Thallium überhaupt überstehen und ob sich natürliche von synthetischen Morphinen überhaupt chemisch klar abgrenzen lassen, uuuuuund ob man die verabreichte Menge zumindest in etwa (Stichwort: „Verbrennungsverluste“) abschätzen kann…
Fragen über Fragen. Weißt du was? 
Grüße
EP
Tach,
du sagst so kategorisch „Nö!“.
häh?
ich sagte:
Nein mit recht großer Wahrscheinlichkeit nicht.
Bist du sicher?
das wiederum recht stark.
Sofern ich
mich recht entsinne, ist Morphin in den Haaren ungefähr ein
Jahr lang nachweisbar…
Wenn sie nicht verbrennen noch länger, aber in einem Krematorium herrschen nun mal Temperaturen, die recht zuverlässig alles organisches zerlegt. Das ist ja der tiefere Sinn des Verbrennens.
Natürlich verbrennen Haare bei der
Kremation, aber ist in der Asche nicht dennoch ein Nachweis
möglich?
Bei einer Einäscherung herrschen Temperaturen von ca. 900 °C.
Es gibt einige wenige organische Verbindungen, die mehr als 400 °C mitmachen.
Das sollte Deine Frage wohl beantworten.
Es gibt einige Analyseverfahren, mit dem man das Verhalten von (organischen) Verbindungen bei Temperaturerhöhung untersuchen kann. Eine davon ist die sog. Thermogravimetrie http://de.wikipedia.org/wiki/Thermogravimetrische_An…
Bei ca. 800 °C sind auch in einer inerten Atmosphäre alle organische Verbindungen zersetzt. Schaltet man dann auf Luft um, verbrennt der gebildete Kohlenstoff/Ruß und übrig bleiben die bei dieser Tmperatur stabilen anorganischen Verbindungen.
Ich ziehe stark in Zweifel, daß bei 900 °C in Gegenwart von Sauerstoff nachweisbare Mengen Morphin existieren, geschweige denn irgendwelche Unterscheidungen treffen zu können.
Mal so rein naturwissenschaftlich betrachtet 
Gandalf
Davon mal abgesehen bekommt man im Krematorium meines Wissens nicht immer genau die Asche des Verstorbenen zurück. Das was da nachher in der Urne ist, ist nicht notwendigerweise von nur einem Toten.
Ich glaube auch, dass es nach 4 Jahren quasi unmöglich sein dürfte sowas nachzuweisen.
Hallo,
Nein, kann man nicht.
Morphine zersetzen sich in der Hitze. Die Zersetzungs- und Verbrennungsprodukte sind nicht mehr mit Morphinen in Verbindung zu bringen (d.h. es sind die gleichen Produkte, die auch bei der Verbrennung anderer Kohlenwasserstoffe entstehen).
Cool finde ich diese Arbeit: http://www.agfdt.de/loads/bt06/general.pdf
3.2.2 Aufbereitung der Mohnsamen durch Waschen und Rösten (Verfahren 3)
Diese Behandlungsmethode ist für eine Morphinreduzierung sehr effektiv (Abb. 5). Nach dem Wasch- und Röstprozess zeigte sich auch bei den Ausgangsmohnen mit hoher Belastung eine Absenkung von 98 % bis 100 % des Ausgangsmorphingehaltes. In allen untersuchten gebackenen Mohnmassen war kein Morphin mehr nachweisbar.
Im Krematoriumsofen hat es 900°C, beim Nachbrennen 1200°C. Da bleibt nichts übrig außer mineralischer Asche.
VG
Jochen