Aktiver Worschatz

Hi,

weiss jemand wie groß der durchschnittliche aktive Wortschatz von durchschnittlichen Deutschen ist? Ich meine die Anzahl an Worten, die tatsächlich tagtäglich benutzt werden. Wird im Einzelfall sicher ein bisschen von der Bildung oder vom Beruf abhängen, oder nicht?

*interessiert*
S_

Hallo Stefan,

hier habe ich ein Zitat aus dem Buch „Wußten Sie, daß…?“, das Deinen Wissensdurst bestimmt stillen helfen kann:

"Aus wie vielen Wörtern eine lebende Sprache besteht, läßt sich nicht genau angeben. Ständig entstehen neue Wörter, ständig ändern alte ihre Bedeutung oder fallen ganz weg. Die größten Wörterbücher der deutschen und der englischen Sprache umfassen jeweils etwa eine halbe Million Stichwörter. Nach Meinung von Sprachwissenschaftlern ist das aber erst die Hälfte der Wortschatzes beider Sprachen, weil zahlreiche Mundartwörter noch fehlen. Rechnet man außerdem die Fachstrachen von Wissenschaft und Technik hinzu, so ergibt sich ein Gesamtwortschatz von schätzunsweise mehr als 10 000 000 Wörtern.
Selbst sprachgewandte, besonders gebildete Menschen, die ständig bewußt mit Sprache umgehen, z. B. Schriftsteller, Sprach- und Literaturwissenschaftler, verstehen ohne die Hilfe eines Wörterbuchs höchstens 50 000 Wörter. Noch viel weniger, etwa 16 000 - 24 000, sind ihnen so geläufig, daß sie sie beim Sprechen und Schreiben aktiv gebrauchen. Zum Vergleich: Der aktive Wortschatz von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) umfaßte etwa 20 000 Wörter. Ein Abc-Schütze beherrscht etwa 2000 Wörter, und der Durchschnittserwachsene bringt es auf 6 000 - 12 000 Wörter, die er tatsächlich benutzt.

Hoffe, geholfen zu haben.

Mit freundlichem Gruß
Martin

Rückfrage zum Wortschatz
Zählen Namen eigentlich auch zum aktiven Wortschatz, also hat der Satz „Dieter ist ein Depp“ drei oder vier Wörter???

Weiß das zufällig jemand?
Gruß!

Chris

Im allgemeinen verfügen die Deutschen aufgrund durchschnittlicher Schulbildung über einen Wortschaft von ca. 60.000 Worten - d.h. durchschnittlich, also der eine mehr und der andere weniger. Das heißt, diese Worte hat er nach seiner Schulbindung gehört und aufgenommen und wird sie entsprechend verstehen, aber nicht nutzen.

Nun ist es leider nicht so, dass sich der Durchschnittsbürger während seines Lebens sprachlich weiterbildet. Er bildet sich eher zurück. Jeder hat seinen „Dunstkreis“ in dem er wirkt und dessen Sprache er spricht, damit er besser und schnell erkannt wird. Das ist Alltags- und Fachsprache.

Das Lebensverhalten also entscheidet auch über die Wortschaftzanwendung und das Verständnis. Allzu oft begegnen mir Menschen, die Worte sprechen, welche sie sozusagen nicht ganz im Griff haben, also ehrlich gesagt, überhaupt nicht verstehen.

Im Alltag werden durchschnittlich 1500 Worte verwendet. Der Rest ist Schweigen. Ich spreche hier vom Durchschnitt - aber der ist allerdings recht gross. Das mag nicht einmal ein Vorwurf sein. Immerhin haben wir ja die Chance, jedes Jahr ein paar Worte aus den Medien dazuzulernen - es es aus TV, Radio oder den Printmedien. Ob das ausreicht, wage ich zu bezweifeln.
Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Zählen Namen eigentlich auch zum aktiven Wortschatz, also hat
der Satz „Dieter ist ein Depp“ drei oder vier Wörter???

Drei, weil Namen per Definition nicht zum Sprachschatz gehören. Sonst wär der passive Sprachschatz eines Durchschnittmenschens einige hunderttausend Wörter groß

Gandalf