Hallo,
Wie ich sehe war meine Frage ein wenig zu inkonkret gestellt.
Du hast nach der nervösen Blasensteuerung nicht „ein wenig inkonkret“, sondern überhaupt nicht gefragt.
Welcher Teil des autonomen Nervensystems ist für die Erregung
der Blase verantwortlich? Spezieller: verantwortlich für den
Harndrang?
Der Harndrang wird durch einen Rückenmarks-Reflex geschaltet, der unter dem Einfluß des Großhirns steht. Er läßt sich nicht einfach nur über das vegetative Nervensystem erklären.
Und die Entleerung erst bedarf des vegetativen Einflusses durch Symathikus-Blockade der blasenverschließenden Muskulatur und vagusgesteuerter Innervierung des Blasen"auspreß"muskels.
Dann wäre es mehr Tagsüber
aktiv…
s.o.
Wie Du weißt, kann man sogar nachts durch Harndrang erwachen: auch dann ist die Blasenmuskulatur aktivierbar.
Und wann ist dieser Teil des Nervensystem mehr aktiv? (gehen
wir von einem Menschen aus, der normal morgens um 9 Uhr
aufsteht und um 22 uhr ins bett geht).
Du wolltest jetzt sicher absolut konkret nach der Rolle des Sympathikus bei der Blasenfunktion fragen?
Wenn es so einfach wäre, daß nur er da was zu sagen hätte. Er hat etwas zu sagen bei dem Blasenverschluß. Die Blasenentleerung, da regiert eher der Parasympathikus. Die Beckenbodenmuskulatur und deren Steuerung spielt ebenfalls eine Rolle. Die Koordination aller beteiligten Muskelfunktionen über Rückenmarksbahnen und Gehirnzentren ist zudem von ganz entscheidender Bedeutung.
Eine weitere Rolle spielt der Füllungsdruck der Blase. Wieviel hat derselbe Mensch tagsüber und abends getrunken … wie gut ist die Nierenfunktion … was auch vom Herzen abhängt (Nierendurchbutung; besser im Liegen als im Stehen/ Gehen/ Sitzen) …wie gut konnte/ kann sich die Blase entleeren, bleibt ein mehr oder weniger großer Rest, der es rascher zu Füllungsdruck kommen läßt (bei Ausflußhindernissen, vergrößerter Prostata z.B.) …
Hinzu kommen psychische Einflüsse, diese meist tagsüber mehr als nachts. Aber auch nachts können sie wirksam werden, denke an Bettnässen.
Mir scheint, dass dieser Teil der über die Blasenerrergung
verfügt, mehr Tagsüber aktiv ist als bei nacht.
Meist ja, aber wie Du siehst, gibt es variierende Faktoren.
Und das umso mehr, wenn es Störungen der Blasenfunktion gibt. Die „Befehlsgeber“ (Nerven) müssen ja auch funktionstüchtige „Befehlsausführende“( Muskeln) haben. Ein zu schwacher äußerer oder innerer Schließmuskel, ein zu schwacher „Auspreßmuskel“ verändern dann vieles. Bei Infekten der Blase führen Schleimhautreizungen zu ständiger Erregung des Entleerungsreflexes.
Kurz: die nervöse Steuerung der Blase und ihrer Beeinflussung wäre ein Thema für eine mehrstündige Vorlesung. Oder langzeitliche Vertiefung in Fachliteratur. Höchst kompliziert.Du kannst sie nicht auf die Funktionen des Vegetativums beschränken. Die Steuerungsverflechtungen reichen bis ins Gehirn.
S.I.