Akustisches Phänomen, Orgel, Kirche

Hallo zusammen!

Ich bin letztens auf ein interessantes Phänomen gestoßen, das ich mir nicht erklären kann: In einer Kirche mit einer sehr langen Nachhallzeit (gefühlsmäßig 3-4 Sekunden) ist gegen Ende des Nachhalls die Tonhöhe (Frequenz) besonders der sehr tiefen Töne abgesunken. Konkret: Der Organist spielt den Schlussakkord, am Ende der Nachhallzeit saufen die tiefen Töne ab. Dabei ist besonders interessant, dass das nur die Bässe höhrbar betrifft, so dass ein harmonischer Schlussakkord am Schluss in die Disharmonie abdriftet.

Noch einige Infos zu den akutischen Gegebenheiten in dieser Kirche: Große Kirche, sehr kahl (kein Schmuck, Bilder, etc.), verputztes Mauerwerk, sehr hohe holzverkleidete Decke (kein Gewölbe).

Meine erste Idee dazu: Der Schall wird in dieser kahlen Kirche nicht absobiert, deswegen die lange Nachhallzeit. Trotzdem verliert der Schall Energie, Folge: Erniedrigung der Frequenz. Stimmt diese Theorie? Und warum betrifft dies nur die Bässe?

Grüße,
Bernhard

Hallo Bernhard,

Ich bin letztens auf ein interessantes Phänomen gestoßen, das
ich mir nicht erklären kann: In einer Kirche mit einer sehr
langen Nachhallzeit (gefühlsmäßig 3-4 Sekunden) ist gegen Ende
des Nachhalls die Tonhöhe (Frequenz) besonders der sehr tiefen
Töne abgesunken. Konkret: Der Organist spielt den
Schlussakkord, am Ende der Nachhallzeit saufen die tiefen Töne
ab. Dabei ist besonders interessant, dass das nur die Bässe
höhrbar betrifft, so dass ein harmonischer Schlussakkord am
Schluss in die Disharmonie abdriftet.

möglicherweise ändert sich die Tonhöhe überhaupt nicht. Tatsache ist, daß tiefe Töne am schwächsten gedämpft werden und damit am längsten nachhallen. Weiterhin werden leise Töne von lauteren übertönt und sind unhörbar. Womöglich waren die falschen Töne (z.B. unerwünschte Resonanzen) schon vorher da und wurden erst hörbar, nachdem die richtigen leiser wurden.

Noch einige Infos zu den akutischen Gegebenheiten in dieser
Kirche: Große Kirche, sehr kahl (kein Schmuck, Bilder, etc.),
verputztes Mauerwerk, sehr hohe holzverkleidete Decke (kein
Gewölbe).

kahler Raum = geringe Dämpfung hoher Frequenzen
großer Raum = langer Nachhall und wenig Resonanzen bei hohen Frequenzen
viel mehr läßt sich daraus nicht schließen

Meine erste Idee dazu: Der Schall wird in dieser kahlen Kirche
nicht absobiert, deswegen die lange Nachhallzeit. Trotzdem
verliert der Schall Energie, Folge: Erniedrigung der Frequenz.
Stimmt diese Theorie?

Nein, wenn Schallwellen Energie verlieren, werde sie einfach nur leiser, aber bleiben in der Frequenz konstant. Die Eigenschaften von Photonen lassen sich nicht auf Schallwellen übertragen. Frequenzänderungen sind nur durch Doppler-Effekte möglich und dazu bedarf es sich bewegender Wände oder Schallquellen.

Jörg

Hallo,
also konket wird niemand eine Antwort haben, nur vermuten
kann man.
Es ist wahrscheinlich so, daß 2 Effekte eine Rollen
spielen können.

  1. Tatsächlich werden an kahlen Stein-/Betonwänden die
    Schallqellen fast optimal reflektiert. Dabei ist es sicher
    auch so, daß höhere Frequenzen stärker absorbiert werden,
    als niedrigere Frequenzen. Mit dem Aushallen des Tones
    kann es also schon deswegen zu einem Filtereffekt kommen.
    Die niederfrequenten Teile bleiben also länger im Raum.

  2. Es ist auch möglich, daß Resonanzen im Raum auftreten.
    Das würde also eine Hervorhebung bestimmter Frequenzen
    bewirken.

Ich denke aber, eher der 1. Effekt ist primär.
Gruß Uwi

Ich bin letztens auf ein interessantes Phänomen gestoßen, das
ich mir nicht erklären kann: In einer Kirche mit einer sehr
langen Nachhallzeit (gefühlsmäßig 3-4 Sekunden) ist gegen Ende
des Nachhalls die Tonhöhe (Frequenz) besonders der sehr tiefen
Töne abgesunken. Konkret: Der Organist spielt den
Schlussakkord, am Ende der Nachhallzeit saufen die tiefen Töne
ab. Dabei ist besonders interessant, dass das nur die Bässe
höhrbar betrifft, so dass ein harmonischer Schlussakkord am
Schluss in die Disharmonie abdriftet.

Noch einige Infos zu den akutischen Gegebenheiten in dieser
Kirche: Große Kirche, sehr kahl (kein Schmuck, Bilder, etc.),
verputztes Mauerwerk, sehr hohe holzverkleidete Decke (kein
Gewölbe).

Meine erste Idee dazu: Der Schall wird in dieser kahlen Kirche
nicht absobiert, deswegen die lange Nachhallzeit. Trotzdem
verliert der Schall Energie, Folge: Erniedrigung der Frequenz.
Stimmt diese Theorie? Und warum betrifft dies nur die Bässe?

Grüße,
Bernhard