[Alg] Vorteile/Nachteile der Steuerberater?

…sind alles abzocker - oder nicht ?

damit hier mal in jedem fred die potentielle diskussion aufhört, ob man nun zum steuerberater gehen soll, oder lieber den konz abbonieren soll, denke ich dass sich hier mal jeder auslassen kann, ohne dass es offtopic wird und unter die gürtellinie geht

manchmal bin ich ja nah an unserem verlorenen und wieder heimgekehrten sohn denis dran, aber andererseits ist das auch teilweise gefährlich, was losgelassen wird

eine lockerung des steuerberatungsgesetzes sollte durchaus auch positive auswirkungen haben

in anderen branchen tut sich ja auch was - die lobby weiss aber ihre pfründe auch gut zu schützen

also jetzt hier pro und contra

@mods: hier dürfen wir doch jetzt, oder?

gruß vom inder, der kein steuerberater ist

Hallo Inder,

ein Beispiel aus meiner nebenberuflichen Selbständigkeit:

in anderen branchen tut sich ja auch was - die lobby weiss
aber ihre pfründe auch gut zu schützen

Ich habe eine Kundin, der ich die Buchhaltung mache( natürlich streng im Rahmen der steuerlichen Vorschriften und Gesetze). Der StB, der bis jetzt die Buchhaltung gemacht hat, hat sie mehr oder weniger larifari (kennt jemand diesen Begriff?) gemacht. Als ich mich jetzt in die Buchhaltung gehängt habe, sind die Herren sehr schnell wach geworden. Da ich keine Abschlussbuchungen vornehmen darf, muss der StB weiterhin die USt-Voranmeldungen machen. Nachdem ich dreimal nachgefragt habe, ob denn die Buchungen in Ordnung wären und ich endlich die Belege abholen kann, kam die Antwort, dass alles schon längst geprüft wäre und ich schon letzte Woche die Belege abholen könnte (was nicht stimmt).
Ich habe meine Kundin jetzt dahingehend informiert, dass ich das Gefühl habe, dass der StB. mir Steine in den Weg legt.

Die ganzen „Schuhkastenbuchhaltungen“, die sonst beim StB nur Kosten verursacht haben, sind jetzt plötzlich bares Geld wert?! Ich habe bis jetzt in meiner Tätigkeit als nebenberufliche Buchhalterin die Erfahrung gemacht, dass die StB. sehr wohl ihre Pfründe zu schützen wissen, einfach weil die Luft auch für Steuerberater dünner wird.

Viele Grüße

Gesine, die auch keine Steuerberaterin ist

Hallo Inder,

…sind alles abzocker - oder nicht ?

keine Ahnung, ich weiss nur, dass es solche und solche gibt. Ich kenn z.B. einen StB, der ist wirklich gut, er weiss verdammt viel, leider hat er Mandantschaft von einer Kollegin übernommen, die das mehr als Lieberhaberei gemacht hat und fast immer nur die Mindestgebühr verlangt hat (teilweise sogar weniger, aber Psst nicht verraten). Jetzt hat er einige Fälle von diesen, bei denen wichtige steuerliche Sachverhalte geklärt werden müssen und kann für den wahnsinnigen Zeitaufwand fast keine Gebühr abrechnen, weil die Mandanten dann schreien.

Ein anderer Fall: Ein StB hat in meinen Augen nichts drauf. Der frägt mich ständig die einfachsten Sachen, rechnet aber Umsummen an die Mandantschaft ab. Irgendeine Mischung wäre doch besser, oder?

Neulich hab ich einen Mandanten da gehabt der wollte natürlich wissen was das kostet. Als ich dann meinte die Buchhaltung würde schon 50-100 € netto monatlich kosten hat er gemeint „so viel“ Da frag ich mich ernsthaft, was er denn erwartet? Ist das zuviel? Die Leute bringen doch auch ihre Autos in die Werkstatt und ein Stundenlohn zwischen 50 und 100 € ist völlig in Ordnung. Das wird ohne murren bezahlt, ist ja schließlich das Auto… Beim StB kann man ja nicht wirklich sehen, was der da eigentlich gemacht hat. Und an so einer Buchhaltung (um die es oben ging) sitzt man ruck-zuck 1-2 Stunden, das ist dann ein ganz normaler Sundenlohn wie bei der Autorep. auch.

Ich finde es verdammt schwierig den Mandanten klar zu machen, was denn der StB wirklich macht.

Sonnige Grüße von Soni (die seit kurzem StB ist)

Hallo Gesine,

finde ich toll, dass Du damit Geld verdienst. Bei mir hat es damals irgendwie nicht geklappt. Wahrscheinlich war ich nicht hartnäckig genug dabei um Kunden zu gewinnen.

Während meiner beruflichen Laufbahn habe ich auch schon viele Jahresabschlüsse aus Buchhaltungen gefertigt, die von freien Buchhaltern gebucht wurden. Leider hab ich da so manche graussige Buchungen entdeckt (z.B. Versicherung mit VorSt) Ahh, da schüttelt´s mich schon beim schreiben. Gerade im bereich der USt läuft manchmal schon einiges schief. Ich muss allerdings auch sagen (schreiben), dass ich auch schon von Astreine Buchhaltungen Jahresabschlüsse gemacht habe.

Also auch bei den Buchhaltern gibt es solche und solche.

Übrigens habe von einem Gesetzesvorschlag gehört, da soll das StBG geändert werden. Es sollen wohl bald auch die freien Buchhalter die USt-Voranmeldung machen dürfen. Aber nur, wenn eine entsprechnde Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen wurde. Na mal schauen was dabei rauskommt. Schlecht fände ich es ehrlich gesagt nicht. Dann kann der StB sich auf das wesentliche konzentrieren, nämlich steuerlich beraten.

Schöne sonnige Grüße von Soni

hallo

Dann kann der StB sich auf das

wesentliche konzentrieren, nämlich steuerlich beraten.

Mir hat mal vor zig Jahren jemand gesagt: 95% sind nur Steuerausrechner und nix Berater. Die letzten 13 Jahre hab ich alles immer selber gemacht, wenns Unklarheiten gab, hatte ich mit FA nie Probleme.

Schöne sonnige Grüße von Soni

LG
Mikesch

Mir hat mal vor zig Jahren jemand gesagt: 95% sind nur
Steuerausrechner und nix Berater.

…manchmal gibts auch nix zu beraten - vor allem bei den einkommensteuergeschichten

es gibt aber auch leute, die nehmen eben nur die dienstleistung in anspruch, weil sie in der zeit, in der sie selbst über den formularen brüten würden, mehr geld verdienen, als der steuerberater kostet

Die letzten 13 Jahre hab ich
alles immer selber gemacht, wenns Unklarheiten gab, hatte ich
mit FA nie Probleme.

das kann sein, aber man kann nie sicher sein, vllt. trotzdem zuviel steurn gezahlt zu haben - ob das die gebühren beim berater aufwiegt, sei dahingestellt

hatte schon einige fälle, in denen nachher das gejammer groß war wenn man sich die alten jahre angesehen hat und feststellen musste, dass ordentlich kohle verschnekt wurde - waren so banale dinge wie z.b. der vergleich zwischen getrennter und zusammenveranlgung

gruß inder

Jetzt hat er einige Fälle
von diesen, bei denen wichtige steuerliche Sachverhalte
geklärt werden müssen und kann für den wahnsinnigen
Zeitaufwand fast keine Gebühr abrechnen, weil die Mandanten
dann schreien.

-wenn man klar machen kann, um wieviel kohle es dabei geht, dann sollte idr auch das honorar akzeptiert werden

Ein anderer Fall: Ein StB hat in meinen Augen nichts drauf.
Der frägt mich ständig die einfachsten Sachen, rechnet aber
Umsummen an die Mandantschaft ab. Irgendeine Mischung wäre
doch besser, oder?

das problem ist der vergleich - steuerberater werden so oft gewechselt wie der frauenarzt - so gut wie nie…

Neulich hab ich einen Mandanten da gehabt der wollte natürlich
wissen was das kostet. Als ich dann meinte die Buchhaltung
würde schon 50-100 € netto monatlich kosten hat er gemeint „so
viel“ Da frag ich mich ernsthaft, was er denn erwartet? Ist
das zuviel? Die Leute bringen doch auch ihre Autos in die
Werkstatt und ein Stundenlohn zwischen 50 und 100 € ist völlig
in Ordnung.

… den vergleich bringe ich auch gerne…

gruß inder

Als ich mich jetzt in die Buchhaltung gehängt habe,
sind die Herren sehr schnell wach geworden. Da ich keine
Abschlussbuchungen vornehmen darf, muss der StB weiterhin die
USt-Voranmeldungen machen. Nachdem ich dreimal nachgefragt
habe, ob denn die Buchungen in Ordnung wären und ich endlich
die Belege abholen kann, kam die Antwort, dass alles schon
längst geprüft wäre und ich schon letzte Woche die Belege
abholen könnte (was nicht stimmt).
Ich habe meine Kundin jetzt dahingehend informiert, dass ich
das Gefühl habe, dass der StB. mir Steine in den Weg legt.

hallo,

wenn der kunde zuerst bei dir war sitzt du doch am längeren hebel - rate deinem kunden mit einem andren berater zusammenzuarbeiten und schon bewegt sich was…

Die ganzen „Schuhkastenbuchhaltungen“, die sonst beim StB nur
Kosten verursacht haben, sind jetzt plötzlich bares Geld
wert?!

jep, es wird wieder „alles“ an land gezogen - die arbeit wird weniger durch selbstbucher, kontierungsbüros und die ganzen einkommensteuerprogramme sowie elster…

Ich habe bis jetzt in meiner Tätigkeit als
nebenberufliche Buchhalterin die Erfahrung gemacht, dass die
StB. sehr wohl ihre Pfründe zu schützen wissen, einfach weil
die Luft auch für Steuerberater dünner wird.

naja, die müssen ja nicht selbst schützen - das übernehmen die kammern

m.e. ist das beratungsgesetz nicht mehr zeitgemäß und wird irgendwann zerbröseln

warum sollte jemand, der mehrjährige berufserfahrung hat nicht auch steuererklärungen im rahmen gewisser grenzen machen können/ dürfen - so wie die lohnsteuerhilfevereine - da sitzen auch nur fachangestellte rum…

das einzige problem wäre die haftung - aber wenn es gesetzlich erlaubt wäre würden sich auch die versicherer einklinken - alles eine frage des risikos

gruß inder

Ich habe meine Kundin jetzt dahingehend informiert, dass ich
das Gefühl habe, dass der StB. mir Steine in den Weg legt.

Die ganzen „Schuhkastenbuchhaltungen“, die sonst beim StB nur
Kosten verursacht haben, sind jetzt plötzlich bares Geld
wert?! Ich habe bis jetzt in meiner Tätigkeit als
nebenberufliche Buchhalterin die Erfahrung gemacht, dass die
StB. sehr wohl ihre Pfründe zu schützen wissen, einfach weil
die Luft auch für Steuerberater dünner wird.

Hallo Gesine,
klar geht es nur um wirtschaftliche Interessen, schlimm ist nur, dass es nicht zugegeben wird, sondern die Konkurrenten schlecht gemacht werden, indem behauptet wird dass die das nicht richtig können und man vor Schäden nur geschützt ist, wenn der „erleuchtete“ Steuerberater alles macht. Was noch nicht genannt wurde ist die Tatsache, dass oft unnötig Formulare ausgefüllt werden, nur um die Arbeit dem Kunden in Rechnung stellen zu können. Beispiel: Gewerbesteuererklärung wird ausgefüllt, obwohl der Gewinn unter 24000€ liegt und somit klar ist das keine GewSt anfällt. Ich habe noch nie gehört, dass das Finanzamt in so einem Fall auf das ausgefüllte Formular besteht. Oder das neue Formular EÜR für Selbständige. Wer keine Ausgaben hat die in einen abziehbaren und nichtabziehbaren Betrag (z.B. Schuldzinsen, Geschenke, Bewirtung) aufgeteilt werden müssen, kann einfach wie bisher seine selbst erstellte Einnahme/-Überschussrechung abgeben ohne dass das Finanzamt auf die Anlage EÜR besteht.

Gruß
Denis

…sind alles abzocker - oder nicht ?

so ganz sicher scheinst du dir selbst nicht zu sein.

manchmal bin ich ja nah an unserem verlorenen und wieder
heimgekehrten sohn denis dran, aber andererseits ist das auch
teilweise gefährlich, was losgelassen wird

Was war denn so gefährlich? Ist es etwa auch schon verboten Steuerberaterhonorare öffentlich zu nennen, wie etwa dass ein kleiner Schreibwarenhändler 1.100€ für seine Steuererklärung berappen mußte. Sorry, aber diesen Fall hab ich noch so gut im Gedächtnis, weil der arme Kerl Tränen in den Augen hatte als er es mir erzählt hat.

eine lockerung des steuerberatungsgesetzes sollte durchaus
auch positive auswirkungen haben

das wird die Steuerberaterkammer schon zu verhindern wissen.

Gruß
Denis

…sind alles abzocker - oder nicht ?

so ganz sicher scheinst du dir selbst nicht zu sein.

nö, war auch ernst gemeint

manchmal bin ich ja nah an unserem verlorenen und wieder
heimgekehrten sohn denis dran, aber andererseits ist das auch
teilweise gefährlich, was losgelassen wird

Was war denn so gefährlich?

die pauschalisierung, dass steuerberater faktisch überflüssig sind

ich nenne dir mal ein beispiel:

ich habe schon oft erlebt, dass gemischt genutzte immobilien (vermietung/eigennutzung) erworben werden ohne v o r h e r eine steuerberater aufzusuchen

die kohle für den makler (verhandelbar) und den notar (diese gebührenordnung finde ich erhlich gesagt erst richtig lustig) wird ohne wimpernzucken hingeblättert - aber mal ne stunde (länger dauert es oft nicht) beim steuerberater die rahmendaten abzuklopfen wird nicht in erwägung gezogen, obwohl hier einiges schief laufen kann

Ist es etwa auch schon verboten
Steuerberaterhonorare öffentlich zu nennen, wie etwa dass ein
kleiner Schreibwarenhändler 1.100€ für seine Steuererklärung
berappen mußte.

klingt hart, aber ich hatte mal einen lottoladen - da hast du jeden tag zig buchungen für die lottoabwicklung und auch nicht ganz so einfach - die haben einfach keinen berater gefunden, der das im rahmen erldigen konnte (ca. 8 h pro monat fibu)

sind da die berater schuld, oder der gesetzgeber, der sich dieses system ausgedacht hat ?

eine lockerung des steuerberatungsgesetzes sollte durchaus
auch positive auswirkungen haben

das wird die Steuerberaterkammer schon zu verhindern wissen.

fragt sich nur, wie lange noch -> stichwort EU

das problem ist aber auch, dass die bilanzbuchhalterverbände und lohivereine keine lobby haben - und sowas wie ein verband für fachangestellte gibbet auch nicht

hatte früher mal das problem gehaltstabellen für steuerfachangestellte finden zu müssen - die einzigen hatten die kammern, wie die aussahen kann man sich vorstellen…

gruß inder

Hallo Gesine,
finde ich toll, dass Du damit Geld verdienst. Bei mir hat es
damals irgendwie nicht geklappt. Wahrscheinlich war ich nicht
hartnäckig genug dabei um Kunden zu gewinnen.

Wenn Du etwas Werbung machst (Anderen oft weitererzählen, was Du tust, auch z. B. beim Friseur) und guckst/rumhörst, wer gerade ein Gewerbe eröffnet, wirst Du recht bald Kunden haben.

Manche kleineren Firmen suchen auch dringend ert mal aeine Schwangerschaftsvertretung u. ä. (Stellenanzeigen lesen).
Sie kommen oft gar nicht selbst auf die Idee, dass es einfacher sein könnte Deine Arbeitsleistung einzukaufen, statt jemanden einzustellen.

Du kannst auch Deine Freunde bitten, ein bisschen rumzuerzählen und die Augen aufzuhalten.
Ich erzähle immer wieder mal Andern von unseren beiden Bekannte, die selbstständige Buchhalter geworden sind.
Beide sind (aus unterschiedlichen Gründen) nicht sehr agil mit Werbung und haben genügend Kunden.

Guck auch mal nach keinen Werkstätten (und Geschäften, Fahrschulen, Hausmeisterservices, …)
und auf die Werbung, die auf Autos spazieren gefahren wird.
Alles potentielle Kunden.

Manche lassen sich auch erst mal eine Visitenkarte oder einen Handzettel geben und „brüten“ dann noch ein Jahr darüber.

Manche Ärzte haben uch noch Nebengewerbe, die sie nicht „über die Praxis“ abrechnen können und dürfen.

Und dann gibt es noch die vielen Vereine und (freikirchlichen) Gemeinden, wo den Ehrenamtlichen die Buchhaltung über den Kopf wächst.

Gruß JoKu

Hallo!

die wichtigsten Argumenta kamen eigentlich schon. Schwarz/Weiß-Betrachtung kann man nicht an den Tag bringen. Es gibt viele Gründe einen Steuerberater zu haben oder nicht, genauso gibt es viele Gründe pro / contra Steuerberater und „Monopol“.

Das wichtigste m.E. bisher unbenannte bleibt aber die Haftungsfrage. Ein StB oder RA muss zwingend eine Vermögenschadenhaftpflichtversicherung abschließen. Die Deckungssummen decken nahezu den ganzen KMU-Stand ab. Das ist m.E. durchaus ein „pro“, da man - wie gesagt - solche und solche StB oder auch BiBus erwischen kann.

Was ist mir nun lieber, eine fehlerhafte Buchhaltung nebst UStVA durch den StB oder Bibu, wenn FA keine Änderung mehr möglich macht? m.E. der StB, weil der wenigstens (wenn bei StB / BiBu Konto leer) die Versicherung bieten kann.

Wollte man die Bindungen des StBerG / RBerG lockern, müsste man auch jeden anderen selbständigen „Berater“ oder „Buchhalter“ m.E. eine solche Versicherungspflicht aufzwingen, dann würden ganz fix die Versicherungen - ähnlich einem peer review - dafü sorgen dass sich nur noch fortgebildete und am Markt bewährte eine solche Versicherung leisten können.

Qualität ist und bleibt eben das beste Argument.

Gruß vom

showbee