Alison Moyet

Hallo zusammen,

hat jemand ne Ahnung ob und wann es eine neue CD von Alison Moyet geben soll?
Ich hab da was „läuten“ gehört.

Danke schonmal für die Info

Gruß

Jörg

Hallo Jörg,

ist nicht erst vor einem halben Jahr eine rausgekommen?

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B00006FM9R/qid…

Gruß,

Myriam

Danke
Hupps die hab ich wohl übersehen bei meiner Suche

dankeschön

Hallo Jörg,

ist nicht erst vor einem halben Jahr eine rausgekommen?

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B00006FM9R/qid…

Gruß,

Myriam

Ergänzung: Alison Moyet - ‚Hometime‘ (Meinung)
Hallo, Jörg!

Jetzt weißt Du von Myriam ja schon, wie das „gute Stück“ heißt. Vielleicht ist es für Dich auch noch interessant, zu erfahren, was - meines Erachtens - von der Neuerscheinung zu halten ist. Natürlich rein subjektiv …

_Wer auf das Cover schaut und dabei die Titelfotos von Alben wie „Alf“ oder „Raindancing“ in Erinnerung hat, wird sich nicht allzusehr erschrecken. Aber wer Alison Moyet hier zum ersten Mal erblickt, der dürfte sich an die ältere nordische Dame erinnert fühlen, die einst in der Wackelpudding-Werbung dem Industrie-Erzeugnis gegenüber ähnlich herb schmollte. Ist Alison Moyet also nur älter geworden oder auch reifer?

Doch der Reihe der Titel nach:
1) "Yesterday’s flame"
Die Anastacia ähnlich verzerrten Klänge am Anfang lassen auf eine wirkliche Weiterentwicklung hoffen, doch wohin? Immerhin hat Alison Moyet das Potenzial in der Soul-Liga auf den vorderen Plätzen zu spielen. Schon nach dreißig Sekunden stellt sich die Frage: Warum nur eröffnet sie dann ihre CD mit einer so wenig überzeugenden Nummer? Zum Mitsingen ohnehin nichts, gibt es Stücke auf dieser CD, die ihre unbestreitbaren stimmlichen Qualitäten besser zum Vorschein treten lassen. „Yesterday’s flame“ ist sie zweifellos, aber ist sie auch „Today’s darling“?

2) "Should I feel that it’s over"
Dies ist der Radio-Song auf der CD - mit entsprechender Länge (wie die meisten anderen Titel auch), einer brauchbaren Hookline und einem angenehmen Schluss. Die Gitarrenklänge wecken „Singer/Songwriter“-Assoziationen und dies nicht einmal zur Täuschung: Alison Moyet ist tatsächlich an der Komposition und den Texten aller Songs beteiligt. Dass in diesem Song ihre Stimmgewalt auch weniger gefordert wird, ist verzeihlich. Der Refrain entschädigt in Maßen, und ihre Stimme - vor allem am Anfang - mal ganz unangestrengt zu hören, empfand ich als sehr angenehm. Ich werde mich jedenfalls nicht in die Reihe derer stellen, die einen Song nur wegen seiner Tauglichkeit für ein breiteres Publikum verdammen.

3) "More"
Zyniker könnten an dieser Stelle von einem vorzeitigen Resümee der gesamten CD sprechen. „And it should have been more“? „More“ ist mein persönlicher Lieblingssong dieser CD. Moyet wirkt hier nicht entspannt, sondern ungewöhnlich gespannt, und damit adäquat „ausgestattet“ für dieses Lied. Die Streicher-Klänge schaffen in Kombination mit den eindeutig elektronischen Klängen eine gewollt pseudo-relaxte Atmosphäre, in der Alison Moyet die Geigen von Himmel regnen lässt, die bis vor kurzem dort noch gehangen zu haben scheinen.

4) "Hometime"
Der Titelsong des Albums ist nicht gerade ein Highlight. Er fängt völlig ohne Intro an, in ähnlich verzerrter Weise wie „Yesterday’s flame“. Und hier wirkt Moyet erneut gespannt, als ob sie sich zur Entspannung zwingen wollte - für wen auch immer. „Hometime“ mag bei vielen warme Ofenbank-Assoziationen wecken; hier fällt darunter leider ein Stück ohne Linie und Struktur, in dem Alison Moyet gelegentlich etwas brüllt. Offenbar hat für sie nach acht Jahren Familienpause dieses Wort einen eher negativen Beigeschmack …

5) „Mary, don’t keep me waiting“ …
… hat mir gut gefallen. Leicht, aufgeweckt und trotz der etwas ängstlichen Aufforderung im Titel empfinde ich Alison Moyets Stimme hier als passend und glaubwürdig. Es ist wahrlich keine Bombast-Nummer, sondern eher ein an Titel 2 erinnernder einfach gestrickter Song. Je weniger üppig das Arrangement ist, desto besser kommt Alison Moyet heraus, die neben einer imposanten auch eine - wie ich finde - sehr schön klare Stimme hat. Und dieser Aspekt tritt nur dann hervor, wenn die Streicher und der Synthesizer einen Moment lang Ruhe halten …

6) "Say it"
In diesem Song entfaltet Alison Moyet, was ihre Stimmorgane zu bieten haben. Keineswegs 80er-reminiszent, sondern nach vorne gerichtet. Anfangs dominieren leise elektronischen Klänge, am Ende ist die ganze Palette der Instrumente gefragt, die Moyet aber mühelos dominiert. Einer der wirklich starken Songs auf dieser CD! Ohne eine wirklich bedeutende Aussage, aber mit dem Mut, dem Hörer entgegen zu rufen: „Hear me when I call …“ - machen wir …

7) "Ski"
Alison Moyet hat, wie sich hier erneut hören lässt, ihre Art von Lieblings-Intro gefunden. Einen Hauch verzerrt, deutlicher leiser als der Rest des Songs und offenbar so etwas wie Eindringlichkeit transportieren sollend. Die aber trifft den Hörer während des gesamten Songs nicht wirklich. Gut, vielleicht mussten es 13 Titel sein, aber warum dieser Song ausgewählt wurde, wird mir schleierhaft bleiben. Belanglos, langweilig, ideenlos - mir ist keine einzige Stelle untergekommen, an der ich etwas entdeckte, was ich noch aus keinem der vorigen Songs kannte und mich erstaunen ließ. Schade.

8) "If you don’t come back to me"
Ein bisschen schmalzig, ein bisschen traurig, so mutet dieser Titel an. Doch passend zur Aussage trifft Moyet damit den richtigen Ton. Das Lied steigert sich, man könnte auch sagen: Kippt in den Schmalztiegel mit zunehmender Dominanz der Streicher. Hier versinkt die schöne Stimme leider auch teilweise in den instrumentalen Arrangements, was mich - man konnte es schon zuvor rauslesen - stets besonders schmerzt. Wer gnädig die letzten anderthalb Minuten übersieht, dem wird der Song trotzdem gefallen. Was ich auch vermisse, ist das, was man meiner Meinung nach als das Krönchen auf jedem Song bezeichnen könnte: Ein toller Schluss! Doch irgendwie, irgendwo versuppen nach viereinhalb Minuten die Streicher im Nirwana. Auch gut …

9) "Do you ever wonder?"
Zumindest ein Stück weit ist dieser Song einfach kitschig - das kann man kritisieren oder einfach gefällig und nett finden. Ich entscheide mich bewusst wie unbewusst für Letzteres. Ein kurzer Song, fröhlich, modern und stimmlich recht stark. Kein Highlight der CD, aber durchaus ein Titel, auf den man sich als Singleauskopplung für die etwas anspruchsvolleren Radiosender einigen könnte. Erneut beobachte ich, dass der Song leise anfängt und der Elektronik-Teppich folgt, nachdem sich das synthetische Schlagzeug ganz kurz gemeldet hat. Wer die Songs aber nicht auf den Seziertisch eines Audiobearbeitungsprogramms legt, dem wird diese Ähnlichkeit weniger auffallen.

10) "The train I ride"
Der Song erinnert mich ein wenig an „Say it“. Hier beherrscht die Stimme wieder die Instrumente und sowohl die Fans ihrer klaren, entspannten Passagen wie die Power-Enthusiasten werden bedient. Der Song ist recht schematisch aufgebaut: Langsamer Strophenteil mit eintöniger Synthi-Begleitung, Ansteigen der Instrumentenzahl wie der „Dramatik“ und mit einem Schlag endet der Spuk nach dem Refrain - um genau so erneut zu beginnen. Nach der ersten Wiederholung plätschert der Song langsam aus, was mich als großen Freund der ausgeklügelten „Cut-Ends“ (so nennt man das Ende eines Lieds, bei dem nicht ausgeblendet wird, sondern mit einem Schlag das Lied endet) wieder etwas enttäuscht. Der Song kommt zwar nicht an „Say it“ heran, gehört für mich aber zu den besseren der CD.

11) "You don’t have to go"
Noch einmal Alison Moyet ganz klar und ganz kraftvoll in gut vier Minuten. Die Melodie ist nicht gerade mitreißend und ohrwurmverdächtig, aber inzwischen hat man sich an diese Tatsache durch die meisten Songs dieser CD gewöhnt. Hier endet der englische Teil der CD und ich würde den Titel dieses Songs durchaus als Fazit ihrer fünften Solo-CD akzeptieren. Doch dazu mehr nach zwei weiteren Titeln, diese aber in französischer Sprache …

12) "Bilan"
Dieser Titel ist die französische Version von „More“ und hier nun tatsächlich als das betitelt, was er ist: Eine Bilanz. Die passt hier am Ende natürlich besser als auf Position 3. Alison Moyet kann übrigens Französisch - das beweist sie und zerschlägt alle Befürchtungen, dass ähnlich Gruseliges herauskommt wie in den 60ern und 70ern, als die Beatles und Cliff Richard Deutsch sangen oder als sich unlängst Patricia Kaas mit nur sehr bescheidenen Kenntnissen der englischen Aussprache an „Piano Bar“-Klassiker wagte. Der Franzose kann einhalten und muss nicht „Pitié!“ schreien, was auf Deutsch so viel hieße wie „Um Himmels Willen, aufhören!“

13) "Si tu ne me reviens pas"
Siehe 8 und 12 - Alison Moyet auf Französisch, in einer zweiten Version von „If you don’t come back to me“.

Fazit:
Alison Moyet kann es noch und braucht sich nicht zu verstecken. Sie hat sich gediegeneren Klängen, manchmal an Chanson, fast an Jazz angelehnten Arrangements zugewendet und scheut auch nicht die Gefilde des profanen Pop. Mit ihren 80er-Hits wie „All cried out“ oder „Invisible“ ist diese Scheibe kaum zu vergleichen. Dazwischen sind nunmal zwanzig Jahre vergangen und es hat sich einiges getan. Dass bei Alison Moyet die Weiterentwicklung einen Hauch langsamer und behutsamer läuft, dabei eher auf vorsichtige Klänge gesetzt wird, sollte man ihr nicht verübeln. Im Gegenteil rechne ich es ihr hoch an, sich nicht so billig wie beispielsweise Tom Jones zu verkaufen, der mit seinem letzten Album seinem Status als lebende Legende geschadet hat. Für mehr oder weniger gute Coverversionen muss sie nicht selbst sorgen - darum bemühen sich Gruppen wie die „No Angels“, beispielsweise im Mäntelchen des Swing. In meinem CD-Player ist Alison Moyet trotz mancher Längen und Schwächen auf ihrem „Opus“ regelmäßig willkommen. Oder um es mit Sheryl Crow zu sagen: Nach wie vor - „You’re an original baby“ …_

Liebe Grüße!
Christopher

Für Christopher
Vielen Dank für die Mühe die Du Dir gemacht hast.
Hat mir sehr geholfen

(mal wieder) ein dickes Sternchen

Grüße
Jörg

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