Alkohol/Drogen Psychosenproblem?

Hi @ all,

folgendes, mein bruder hat seit einiger zeit ein alkohol und drogen problem. Er hat vor einiger zeit durchs kiffen den führerschein abgenomen bekommen was ihn dazu brachte mit dem kiffen aufzuhören. Mit dem alkohol hat er allerdings weiter gemacht.
Nun ist vor ein paar wochen unser Vater gestorben und es ist für alle ziemlich schwer aber für ihn scheint das jetzt ein grund zu sein sich volkommen gehen zu lassen. Er trinkt viel und sagt frei raus das er alkoholiker ist und einen grund dazu hat und er kifft wieder sehr viel. kurzum er rennt meines erachtens vor seinen problemen davon. das problem ist das er keine therapie machen will/kann oder irgent jemand sonst zu ihm durchdringt. Weder ich noch seine freundin. Er hört mitlerweile nichtmal mehr die hilferufe seiner freundin, sie selbst sagt das sie sich von ihm nicht mehr verstanden und gelibt fühlt und wenn sie ihm sagt das etwas mit ihm falschläuft wird er sofort agresiv und keift sie an. Sie ist selbst zu labil um ihm da raus zu helfen und ich kann ihr das nicht abnehmen da ich keinen zugang zu meinem bruder habe.
ich weiss momentan nicht was ich machen soll, schlieslich kann ich ihn ja nicht zu einer therapie zwingen. Und selbst wenn, wenn der wille nicht da ist hilft selbst die beste therapie nichts. Er blockt im moment alles ab. Ich habe das gefühl das da unbedingt was passieren muss, am besten schon morgen aber das geht warscheinlich nicht. Ich habe das gefühl als würde er nicht mehr sehen was um ihn herum passiert.
Habt ihr einen rat für mich? wie kann ich ihn dazu bekommen eine therapie zu machen? wie kann ich ihm helfen?

danke
benny

Doppelposting: Brett Sucht und Prävention
Hallo Benny,

wie lange bist du jetzt dabei bei w-w-w? Da solltest du doch eigentlich wissen dass man so was nicht machen soll…

Gruß Ivo

Hi Benny

Abhängigkeit führt zu Veränderungen, nicht nur beim Betroffenen, sondern in seinem gesamten sozialen Umfeld - Familie, Arbeitskollegen, Freunde.

Beim Abhängigen hat sich die Suchtmitteleinnahme von dem möglicherweise vorhandenen Problem, das als Trinkursache diente, gelöst. Sie hat eine Eigendynamik entfaltet, sie ist übermäßig wichtig im Erleben und wird als einzige Möglichkeit der Lebensbewältigung erlebt. Das Denken und die Wege der Problemlösung werden eindimensional, und ein “circulus vitiosus“ beginnt.

Wichtig ist ME, dass das Problem nicht innerhalb der Familie bleibt, sondern das jemand den Mut hat, damit nach außen zu gehen.
Das hast Du mit Deinem Artikel hier in gewisser Weise schon getan.

Sucht ist eine Systemerkrankung und wenn die Familie ein System darstellt, übernehmen die einzelnen Familienmitglieder verschiedene typische Rollen innerhalb der Familie, die teilweise dazu führen können, dass der Suchtkranke in seinem Verhalten bestärkt wird und noch mehr Gründe für sein Handeln erhält.

Systeme (denken wir an ein Mobile) sind immer in Bewegung.
Wenn wir dieses Mobile jetzt einmal auf menschliche Systeme - ein wichtiges System dabei ist die Familie - übertragen, dann heißt das z.B., daß das Verhalten von X immer Auswirkungen auch auf das System als Ganzes hat, alle sind in irgendeiner Weise mitbetroffen. Umgekehrt beeinflußt das System oder das Verhalten eines Teils des Systems, auch das Verhalten von X. Da Systeme immer in Bewegung sind, ist es folglich Unsinn, wer dafür verantwortlich ist, daß eine Person in der Familie sich so oder so verhält. ES IST EIN PROZESS GEGENSEITIGER BEEINFLUSSUNG: ES GIBT KEINE SCHULDFRAGE!!

Alle Versuche Deinen Bruder vom Suchtmittelkonsum abzubringen werden scheitern. Auf das Drängen der Familie, oder einzelner Personen des Systems, reagiert Dein Bruder immerwieder mit dem selben Verhalten- ein Teufelskreis.
Eine der wenigen Methoden die scheinbar manchmal helfen ist der berühmte Satz, den ich hier schon 250mal und öfter formuliert habe:

Ich kann keine anderen Menschen ändern und bin auch gar nicht auf dieser Welt, um dies zu tun. Ich kann nur etwas bei anderen bewirken, wenn ich mein eigenes Verhalten ändere, d.h. es ist alles erlaubt, was vom bisherigen Verhalten abweicht- alles was ANDERS ist, ist erlaubt. Du könntest ihn beispielsweise gar nicht beachten, sich gar nicht um ihn kümmern, ihn wegen illegalen Drogen anzeigen, ihm besonders viel Zuneigung und Verständnis entgegenbringen- irgendetwas wird sich dann bei ihm bewegen- in welche Richtung ist erst mal egal- hauptsache Bewegung. Das wäre ein Schritt vielleicht in Richtung Therapie.

Eine weitere Methode könnte sein, die KONZENTRATION von Deinem Bruder zu nehmen. Damit ist gemeint, dass die ganze Familie einzig und allein damit beschäftigt ist Deinen Bruder auf Schritt und Tritt zu beobachten, ja manchmal bis hin zur ÜBERWACHUNG. Schade, haben sie doch ein eigenes Leben, das dann oftmals nicht mehr gelebt wird.

Noch ein ganz kleiner Wink: Ratschläge sind vor allem SCHLÄGE und was andere Familien mit Suchtkranken erleben, muss noch lange nicht auf Deine Familie zutreffen. Nicht RAT holen bei anderen- SELBER ANDERS machen, ausprobieren, experimentieren!!

Ein lieber Gruß für Deinen Mut diese Problematik hier zu schildern

Frank

Hallo Ivo,

vorweg: wenn jemand auf die Idee kommt zu löschen: Ich möchte meinen Antwort Artikel NICHT im Suchtbrett haben.

Hier geht es vor allem um die wechselseitige Beeinflussung von Familienmitgliedern. Diese Verhaltensweisen treffen auch auf Systeme zu in denen Sucht keine Rolle spielt, insofern ist der Artikel hier nicht fehl am Platze.

Gruß
Frank

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Also erstmal sorry für das doppelposting, war mir nicht so recht sicher und irgentwie hat es für mich halt in beide sparten gepast.
Und dann natürlich noch danke für die antworten. Wies jetzt weiter geht weiss ich erstmal nicht, ist auch für mich alles etwas viel geworden seit diesem monat, ich denke wenn noch etwas zeit vergeht werde ich wieder eienen klaren kopf haben um etwas zu unternehmen oder soviel kraft und vertrauen in meinen bruder haben das er wohl alt genug ist und verantwortung für sein leben übernhemen kann.
mal sehen was die zeit bringt…

danke
benny