Alkohol und Nervenschaden

Hallo,
können durch jahrelangen Alkoholmißbrauch die z.B. Fußnerven derart geschädigt werden, daß der Fuß abstirbt, wie bei Diabetikern?
Gruß
Micha

Hallo Micha
Wenn gleichzeitig geraucht wurde (soll ja häufiger gemeinsam getan werden), kann es sich eher um ein Raucherbein handeln. Bei Alkoholmissbrauch sind weniger an den Fußnerven, als direkt im Gehirn Schäden zu erwarten (soll nicht heissen, dass ich das andere ausschliessen würde). Die extremste Form ist dann das Korsakow-Syndrom. Google bei Interesse mal danach.
Susanne

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hi micha,

ja, Alkoholismus kann eine Polyneuropathie auslösen.

http://www.m-ww.de/krankheiten/schmerz/pnp_schmerzen…

Der Entstehungsmechanismus ist etwas anders wie beim „Raucherbein“ oder arterielle Verschlußkrankheit.

  1. Eng - und Weiterstellung jedes Blutgefäßes wird durch Nerven gesteuert.
    Werden diese Nerven zerstört kommt es zu einer Fehlregulation und damit zu Durchblutungsstörungen.
  2. Auch die sensiblen (Tast, Wärme, Kältegefühl) Nerven sind betroffen, Kälte, Wärme und Schmerz werden nicht mehr richtig wahrgenommen. Dadurch wird das Gewebe zusätzlich geschädigt. Es besteht auch ein erhöhtes Risiko für Infektionen in diesem Bereich, die Wundheilung ist verzögert.

Erste Maßnahme bei Symptomen einer Polyneuropathie muß sein, dass sofort der Alkoholkonsum eingestellt wird…bei einem Abhängigen der nicht in Therapie gehen will eine Illusion.
Unterstützend kann man hochdosiert Vitamin B1 einnehmen. Die Füße müssen penibel gepflegt werden, falls Fußpilz besteht muß er behandelt werden.

Grüße - Sue

Hi Micha,

Ergänzend zu Sue’s Darstellung noch ein paar Informationen:

Die Nervenschädigungen (durch Alkoholgenuß) hatte ich auch.

Symptome waren: Schädigungen der Beinnerven in dem Maße, daß ich die Füße und die Beine ab dem Knie nicht mehr bewegen konnte. Wenn ich auf einem Stuhl saß konnte ich also das Bein nicht mehr strecken (von irgendeiner Bewegung der Füße ganz abgesehen).
Die Empfindungen der betroffenen Bereiche waren teilweise nicht vorhanden, teilweise gestört. So empfand ich unter anderem metallische medizinische Instrumente, die kalt waren als unerträglich heiß. Teilweise habe ich einen Druck mit den Fingern des Arztes nicht gespürt, teilweise sehr schmerzhaft wahrgenommen.
Die Hände waren anfangs so stark betroffen, daß ich kaum in der Lage war, Socken hochzuziehen, Knöpfe zu schließen oder so etwas feinmotrisches wie einen Reißverschluß zu bedienen. Essen mit Messer und Gabel waren auch unmöglich. In den Händen kamen die Empfindungen (nach Beendigung jeglichen Alkoholgenusses) freundlicherweise bald wieder.
Allerdings fuhr ich ein Jahr Rollstuhl und ein Jahr konnte ich nur an Krücken gehen.

Hätte ich zu jenem Zeitpunkt nicht aufgehört zu trinken wären da an möglichen Folgen noch gewesen: der Verlust der Potenz und letztlich die Einstellung der Atmung (bei vollem Bewußtsein).

Viele Grüße
HylTox