Alkoholmissbrauch am Arbeitsplatz

Hallo,

folgende Problematik:

In einer Abteilung (30 Mann ca. Layouterstellung, Druck, Druckweiterverarbeitung) wird regelmäßig Alkohol getrunken. Alkohol in für Arbeitsbedingungen nicht unerheblichgen Maße. Der Konsum beträt zwischen 3 - 6 Bier und ein oder zwei Schnäpse am Tag. Dieser Konsum beschränkt sich auf 3 - 5 Kollegen.

Nun ist die Frage, was hiergegen unternommen werden kann. Der Gruppenleiter verschliesst sich gegenüber dieser Probleme und erkennt die daraus resultierenden Folgen nicht (trinkt selber mal gerne eins). Die angetrunkenen Kollegen sind nach ihrer Mittagspause nicht mehr sehr arbeitswillig, es wird des öfteren noch ein Nachbrenner genommen und der Aufenthalt im Pausenraum mit einer Flasche Bier weitet sich bis zum Feierabend aus. Von der Leitung ist ein Mittag zum Bier genehmigt. Die Arbeiten und Termine müssen dann von anderen, nüchternen Kollegen übernommen werden, zusätzlich zu den eigenen Aufgaben.

Aber selbst das finden viele Kollegen als zuviel, bzw bedenklich, da ja mit Maschinen gearbeitet wird (Schneidemaschinen, Bohrer etc.)

Auch fahren die betreffenden Kollegen alle selbst mit dem Auto nach Hause, egal mit welchem Alkoholpegel.

Welche Handhabe kann man hief finden?

Gruss

Hallo,

Welche Handhabe kann man hief finden?

Was spricht dagegen, damit zur Geschäftsleitung zu gehen (am besten nicht nur 1 Kollege, damit sich die anderen nicht hinter ihm verstecken können, die das auch nicht in Ordnung finden)?

MfG

Hallo, da offenbar mit rotierenden MAschinen gearbeitet wird, ist evtl auch die Berufsgenossenschaft daran interessiert. Die könnten auf einen Hinweis mal eine Betriebsbegehung machen und ich denke, dass da einiges entgegen Unfallverhütungsvorschriften läuft.
Sinnigerweise bieten die auch gleich Suchthilfeprogramme an
Gruß
Susanne

Hi,

sagen wir mal so, das der Gruppenleiter die Sache mit deckt erschwert das ganze etwas.

Durch die Unternehmensgrösse (Standort > 10.000 Ma) das nicht so einfach gestaltet, und man eventuell einige Vorgesetzte übergehen müsste.

Grundsätzlich gibt es aber einen harten Kern der dies auch gemeinsam vortragen würde. Betriebsrat ist vorhanden, allerdings ist Gruppenleiter auch Mitglied im BR. Somit auch wieder gewisse Problematik vorhanden.

Kann man das ganze nicht irgendwie in Form von Entdeckung ins Rollen bringen?

Gruss

Kann man das ganze nicht irgendwie in Form von Entdeckung ins
Rollen bringen?

Versteh ich nicht. Was meinst du mit ‚‚Entdeckung‘‘ bzw. was stellst du dir darunter vor?

Hallo,

Wenn man gar keinen offiziellen Ausweg findet, könnte man einen anonymen Tipp and die Verkehrspolizei geben, mit regulärer Uhrezeit und Kennzeichen der alkoholisierten Kollegen.
Angenommen einer dieser Kollegen fährt eines Tages alkoholisiert eine Person um (Kind sogar?). Dann kann man sich den Rest des Lebens Vorwürfe machen und zwar deswegen : http://redders.files.wordpress.com/2008/08/affen.jpg

LG
Jasmin

Auch der Gruppenleiter wird einen Vorgesetzten haben…

Hallo Nils,
wenn der Weg aus welchen Gründen auch immer über Vorgesetzte/BR nicht möglich erscheint, wäre dringend der Gang zur Berufsgenossenschaft angeraten.
Im Falle eines Unfalls wäre vermutlich der Versicherungsschutz hinfällig, unabhängig davon, ob der sogenannte Vorgesetzte etwas erlaubt oder nicht.
Es gibt dazu ganz klare Unfallverhütungsvorschriften, die kein Chef ignorieren darf/sollte.

MfG BM

PS: Wie sieht es denn mit der Personalabteilung aus? Vielleicht kann die bereits organisierend/helfend eingreifen?

Hallo,

Wenn man gar keinen offiziellen Ausweg findet, könnte man
einen anonymen Tipp and die Verkehrspolizei geben, mit
regulärer Uhrezeit und Kennzeichen der alkoholisierten
Kollegen.

Das würde dann im Ernstfall evtl. zum Entzug der Fahrerlaubnis führen. Eine Auswirkung auf das Arbeitsverhältnis hätte das aber nicht, solange es sich nicht um eine eine Fahrtätigkeit handelt.

Angenommen einer dieser Kollegen fährt eines Tages
alkoholisiert eine Person um (Kind sogar?). Dann kann man sich
den Rest des Lebens Vorwürfe machen

Ist sicher ein Argument … und ich will hier auch nicht abraten davon (nähme die Polizei eine anonyme Anzeige überhaupt ernst???), aber es ging ja in der Frage ursprünglich um die bestehenden arbeitsrechtlichen Möglichkeiten.

Hallo,

Sicher hast Du da Recht. Aber - wie in Betrieben oft, sind diese Umstände eher offene Geheimnisse. Soll heißen, solange alles gut geht sagt niemand was und nichts wird sich ändern. Wenn z.B. 3 oder 4 Personen innerhalb 1 oder 2 Monaten den Führerschein wegen Alkohol verlieren, kann ich mir schon vorstellen, dass dies auch anderweitig Konsequenzen hat. Über den ein oder anderen Weg wird dies auch dem Chef bekannt werden (ich meine nicht den Abteilungsleiter). Mit Sicherheit hat der Chef auch bereits das eine oder andere (vielleicht weniger Ernst genommene) Kommentar bezüglich des Alkoholkonsums gehört…

Sicherlich hat all dies nichts mit Arbeitsrecht zu tun.

Aber wie es in der guten (alten) Welt eben immer so spielt … die Wahrheit hat eine sehr mysteriöse Art immer ihren Weg zum Licht zu finden. Der Fragesteller bat um Hilfe.
Oft werden drastische Änderungen auf Grund von ganz banalen Zufällen (die einiges ans Licht gebracht haben) beschlossen. Denken wir mal an Geschichten von Politikern (Privatflüge, oder Prostituierte usw.) war aller mehr oder weniger bekannt, nur als das durch Zufall offiziell wurde, da wurde ganz schnell was geändert, sonst wäre es noch Jahre lang so weiter gegangen und alle die es wussten, hätten weiterhin den Mund gehalten (War nur mal ein Beispiel dazu)

LG

Hallo,

Aber - wie in Betrieben oft, sind
diese Umstände eher offene Geheimnisse.

Mir schon klar. Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass es ein Geheimnis bleiben soll.

Soll heißen, solange
alles gut geht sagt niemand was und nichts wird sich ändern.

Mir wäre nicht nur bei dem Gedanken an einen Verkehrsunfall unwohl, sondern auch bei dem Gedanken an einen Arbeitsunfall.

Über
den ein oder anderen Weg wird dies auch dem Chef bekannt
werden (ich meine nicht den Abteilungsleiter). Mit Sicherheit
hat der Chef auch bereits das eine oder andere (vielleicht
weniger Ernst genommene) Kommentar bezüglich des
Alkoholkonsums gehört…

In einer sehr großen Firma muss das nicht zwangsläufig der Fall sein. Manchmal macht man sichs auch zu bequem und kneift alle Augen zu, so lange nichts passiert. Wenn dann was passiert ist das Geschreie groß … und alle haben es schon immer gewusst, dass das nicht lange gut gehen konnte.

Sicherlich hat all dies nichts mit Arbeitsrecht zu tun.

Das sollte von mir, dir gegenüber kein Vorwurf sein. :wink:

Stell dir vor, du kommst als neuer Mitarbeiter in so ne Abteilung. Kein Schwein sagt (offiziell) was zu den Zuständen. Du bist verunsichert und genervt und hast ein ganz schlechtes Gewissen. Fragst dich, ob da und wie weit Leute unter einer Decke stecken und wer wen alles deckt. Andere sind auch genervt und sagen dir ‚‚Reg dich nicht auf. Hat eh keinen Zweck.‘‘. Es gibt natürlich ganz große Helden, die sagen ‚‚Ist mir egal, ob ich Schwierigkeiten auf der Arbeit bekomme. Ich mach das jetzt zur großen Storry, ohne Rücksicht auf Verluste.‘‘. Aber so mutig ist halt nicht jeder.