Alkoholverbot für Jugendliche?

Liebe WWWler,

mich würde vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Debatte um ein Alkoholverbot für Jugendliche mal interessieren, wie Ihr mit Alkohol in Eurer Erziehung umgeht.

Ich selbst bin in einer Gegend in Hessen aufgewachsen, in der sich Apfelweinkelterei an Apfelweinkelterei reihte und es praktisch normal war, bereits mit 14 Jahren ab und an Apfelwein (zumindest als Schorle) zu trinken. Meine Eltern (ein Pfarrer und eine Lehrerin) gaben mir zu meiner Konfirmation das erste Mal Alkohol zu trinken und fortan gehörte zumindest am Wochenende ein Glas Wein zu gemeinsamen Mittagstisch. Ich habe dadurch aus meiner Sicht einen sehr gelassenen Umgang mit Alkohol erlernt, gerade weil er bei uns ein Thema war. Ich habe mich nie besoffen, ein einziges Mal war ich mit 18 volltrunken, weil ich die Folgen von Wodka und Fruchtsaft damals nicht abschätzen konnte. Dagegen habe ich die Erfahrung gemacht, dass besonders solche Jugendliche, denen man Alkohol völlig vorenthält, sich hemmungslos besaufen, wenn sie endlich 18 Jahre alt geworden sind. Insofern sehe ich es sehr skeptisch, wenn gegenwärtig darüber diskutiert wird, Alkohol für Jugendlich unter 18 Jahren völlig zu verbieten. Richtig finde ich das eigentlich nur bei den so genannten Alkopops, da die ja gerade so angelegt sind, dass man den Alkohol nicht schmeckt und deshalb zum Saufen verleiten. Alles in allem halte ich aber eine verantwortungsvolle Alkoholerziehung für absolut entscheidend. Nun ist meine Tochter mit ihren 19 Monaten natürlich noch etwas jung dafür :smile: und so interessiert mich in diesem Forum erstens wie Eltern ihren Kindern den richtigen Umgang mit Alkohol beigebracht haben und zweitens wie die Meinungen zu einem Alkoholverbot für Minderjährige gelagert sind.

Danke und Gruß,

Matt

Hallo,

ich teile sowohl deine Erfahrungen als auch deine Ideen in Bezug auf Kinder und Jugendliche. Nichts ist interessanter als die verbotene Frucht, und der vorgelebte verantwortungsvolle Umgang ist ja nicht nur beim Alkohol, sondern grundsätzlich immer der beste Erziehungsstil. Zudem erscheint mir die ganze Verbotsgeschichte mal wieder von einer nahezu kindlichen Naivität geprägt. Alkohol ist Teil unserer täglichen Lebenswirklichkeit und nichts Außergewöhnliches, Kriminelles, was so weit von uns weg wäre, als dass man wirklich mit einer Befolgung eines Verbotes rechnen könnte.

Leider offenbart die aktuelle Diskussion aber mal wieder erneut, dass wir in unserer Gesellschaft eben zunehmend ein generelles Problem dahingehend haben, dass der Erziehungsstil des verantwortungsvollen Vorlebens eben nicht mehr gepflegt wird, bzw. es anscheinend immer weniger gibt, was man überhaupt noch als Erziehung bezeichnen könnte. Viele Kinder und Jugendliche sind anscheinend in ihren Familien mehr und mehr nur noch geduldete Störenfriede und Problemquellen, die sich nur zu gerne selbst überlassen werden, und über deren so von schlechten Vorbildern übernommenes Verhalten man sich dann aufregt und dann nach drastischen Maßnahmen schreit.

Ich habe es damals ähnlich erlebt wie Du. Mein Vater stammte aus einer Bergbaufamilie und hatte in einer Weinbaugegend studiert, und war es gewohnt zum Feierabend ein Bier oder ein Glas Wein zu trinken. Betrunken habe ich meinen Vater in den ganzen Jahren nie erlebt. Es ging nicht um den Alkohol, sondern um das Bier oder den Wein als Genussmittel. Wir Kinder wurden damit groß, nippten jedes Jahr mal aus Neugierde ein Tröpfchen, das natürlich nicht schmeckte, und damit war das Thema dann erledigt. Irgendwann änderte sich dies dann, es gab zu den Geburtstagen mal ein Schlückchen eines guten Sekts, dann schmeckte auch mal ein Glas Bier oder Wein, und als die lieben Mitschüler sich ganz toll vorkamen als sie erstmals aus dubiosen Quellen irgendwelchen Fusel hatten, den sie dann hinter einem Spielplatz hektisch in sich hineinschütteten und die entsprechenden Folgen zu tragen hatten, da hatte die Sache für mich schon längst keinen besonderen Reiz mehr. Im Freundeskreis lief es ähnlich. Wir konnten uns jederzeit bei dem ein oder anderen treffen, tranken ein Bierchen oder auch mal eins mehr, aber Abstürze habe ich selbst nie erlebt, und auch bei den engen Freunden war dies höchstens mal ein einmaliger Ausrutscher, der ganz sicher nicht „cool“ war, sondern eher für Mitleid sorgte. Schädelknacker mit Katergarantie haben mich schon damals nicht interessiert, und tun es heute auch noch nicht. Und Papas Auto durfte ich auch immer problemlos mitnehmen wenn es los ging, denn das Vertrauen und die Gewissheit waren immer da, dass es da keine Probleme geben würde.

Ich trinke heute zum Abendessen während der Woche mein Bierchen, und am Wochenende gerne auch mal einen ordentlichen Wein, wir sitzen im Sommer gerne am Teich mit einem Champus oder Prosecco, aber mit Alkohol und dessen Wirkung hat das alles nichts zu tun. Und wenn es irgendwo Dinge gibt, die ich nicht mag, dann bleibe ich eben beim Wasser, und das ist auch OK.

Auch unser Sohnemann (knapp 1 Jahr) hat noch einige Jahre vor sich, bevor die Sache akut wird, aber wir sind uns einig, dass es bei ihm genau so laufen soll, wie es in unserer Familie Tradition hat, und Verbot hin oder her, wann es bei uns im Haus mal ein Glas Sekt für ihn geben wird, dass werden wir selbst festlegen.

Gruß vom Wiz

Liebe WWWler,

Danke und Gruß,

Matt

Hallo,
wie schon gesagt wurde,
ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol wird heute nicht mehr vorgelebt. Ich denke ein Verbot für Jugendliche unter 16 ist so ähnlich wie den Teufel mit dem Belzebub austreiben.

Im Prinzip geht es ja auch nur um diese Kampfsaufparties. Ein Mal Eintritt und dann bechern bis zum abwinken. Hier ist der eigentliche Punkt der verboten werden sollte. Es ist nicht nur für Jugendliche hirnverbrannt, sondern auch für Erwachsene. Wer auf solche Klöpse kommt, sollte dazu verpflichtet werden auf dem Oktoberfest mal die Ausnüchterungszellen der Polizei sauber zu machen. (jm2c)

Ich denke, jeder hat sich schon mal (bewusst oder unbewusst) die Kante gegeben, mit Filmriss und allem. Und ich denke, die meisten haben daraus auch gelernt. Aber mit „Fördermitteln“ durch solche Parties…, das Verständnis dafür geht mir irgendwie ab.

Gruß
kleineklara

hi

Was uns Alkoholverbote bringen hat uns doch die Prohibition gezeigt, da wurde nicht nur Alk geschmuggelt, sondern da ging das mit den Drogen erstmal richtig los.

So ein Verbot bringt gar nix, wenn es ignoriert wird. Unter 14jährige dürfen heute schon keinen Alk und trotzdem gibts 12 jährige in der Ausnüchterungszelle…

Solange Barkeeper nicht nach dem Ausweis fragen und überhaupt (ob Erwachsen oder nicht) jemanden in einer halben Stunde 35 Klare hinstellen wirds immer ärger geben. Ich kann echt nicht nachvollziehen wie man sowas machen kann…

Ich durfte mit 12 schonmal an Sachen nippen und hab da auch an Silveste rdas erste ganze Glas Sekt bekommen.
Mit 14 bekam ich auch auf Geburtstagen schonmal einen Likör oder etwas Wein. Ich mag eher süße Sachen, also meistens Liköre.
Später habe ich meine Leidenschaft für Cocktails gefunden, die liebe ich über alles und bin mit Freundinnen gerne ins Fusion in D-Dorf gegangen, was die besten Cocktails hatte und heute leider nicht mehr existiert.
Nach nem Ausweis hat mich keiner gefragt, allerdings sah ich auch schon älter aus und war mit älteren Unterwegs. Das finde ich noch verständlicher als wenn ne Bande Rotzgören ankommt und Alk will oO meine Güte.

Ich mag viele alkoholische Sachen - süße Liköre, Cocktails, Amaretto im Kakao und ganz besonders liebe ich Tequila.
Mit 16 hab ich angefangen meine Minibar zu befüllen und mit 18 durfte ich auch offiziell sagen dass man mir zum Geburtstag eine Flasche Tequila schenken darf.

Ich war allerdings noch NIE in meinem Leben betrunken, ich glaube auch nicht dass mir das passieren könnte. Ich trinke je nach Tagesverfassung ein glas, zwei, drei, vier wenns ein sehr sehr langer Abend war. Aber dann ist auch gut. ich bin weder auf ein Rauschgefühl noch auf ein Trunkenheitsgefühl scharf. Meine Erbanlagen haben mir eine gute Trinkfestigkeit mitgegeben aber ich hatte nie das Bedürfnis meine Grenzen auszutesten.

ALkohol ist für mich Genuss und ich habe gerne Kontrolle über mich, Drogen würde ich nie konsumieren um „berauscht“ zu sein.
Zur Geschichte:
Mein Vater trinkt max. ein Bierchen und früher hat er mal ein Glas Sangria getrunken, meine Mutter trinkt überhaupt nicht und hat auch nie.

lg
Kate

Hallo,

mein Kind ist schon eine ganze Ecke älter. Probleme mit Alc gab es eher weniger, dafür mehr mit anderen „verbotenen Substanzen“.

Ich frage mich bei diesen Diskussionen immer wieder, wieso es nötig ist, neue Gesetze zu verabschieden, wenn nicht einmal die bestehenden eingehalten werden. Spirituosen dürfen - soweit ich weiss - nur an Erwachsene abgegeben werden, Bier und Wein ab 16. Laut Gesetz sind Menschen ab 18 erwachsen. Wenn dann trotzdem Kinder ab 12 in der Ausnüchterungszelle landen, scheinen die Gesetze da nicht besonders zu greifen?

So, wie das in den vorherigen posts beschrieben wurde, trinken die Jugendlichen nicht. Da gehts es um „Ex-Saufen“ … so schnell wie möglich den Alc „vernichten“.

Die Frage ist vielleicht eher, warum die Jugendlichen meinen, sich so zudröhnen zu müssen?

Liebe Grüße
usch

Hallo Matt

Ich hab selbst keine Kinder, kann Dir aber nur erzählen, dass ich ähnliche Erfahrungen mit Alkohol gemacht habe wie Du und Dir deshalb zustimmen kann:

Mein Vater trank ungefähr 2x die Woche ein Glas Wein beim Essen. Als wir Kinder auch wollten, wurden wir immer dazu eingeladen auch einen kräftigen Schluck zu nehmen. Auch bei Bier oder anderen alkoholhaltigen Getränken verhielt sich das so. Alkohol war für uns nie „tabu“ und so ging z.B. auch niemals eines von uns hinter den Alkoholschrank. Wir fanden es eher eklig. Noch heute mag ich Wein nicht besonders (aber ob das wohl damit zusammenhängt…?) und trinke auch sonst nur sehr selten. Mein Bruder nimmt sich schon gern mal ein Bier, aber saufen tut also wirklich keiner von uns beiden auch nur annähernd.

Dasselbe tat mein Vater mit den Zigaretten. Beide Eltern sind strikte Nichtraucher, aber um uns „im Vorherein zu therapieren“ ging mein Vater mit uns manchmal ans See- und Flussufer um Nielen (Waldreben) zu rauchen bis uns dermassen schlecht wurde, dass wir nicht wirklich wieder gross Lust hatten zu rauchen. Mein Bruder rauchte eine Zeit lang mit Kollegen mit, ich hab in meinem ganzen Leben lang noch nie mehr als 2 Züge an einer Zigarette geraucht.

Dennoch muss man vorsichtig sein: die beste „Prävention“ wird natürlich wirkungslos, wenn das Umfeld nicht stimmt und das Kind sich leicht beeinflussen lässt. Ein Säufer wird sein Kind mit oben beschriebener „Methode“ wahrscheinlich nicht davon abhalten, ebenfalls irgendeine Sucht zu entwickeln. Raucht oder säuft der ganze Freundeskreis und gilt es als „cool“, ist alle „Erziehung“ dahin. Die Hände einfach in den Schoss zu legen und zu sagen „so, jetz hab ich meinem Kind einen kräftigen Schluck Wein angeboten und es fand es eklig, jetzt hab ich meine Pflicht getan“ ist natürlich auch nicht die richtige Lösung.

Indem das Kind ja auch sieht, dass DU das Glas Wein trinkst und DU vielleicht auch mitrauchst, zeigst Du ihm ja gerade auch, dass Du das auch tut, es aber nur noch zu klein ist dafür. Die Vorbildfunktion darf man also nicht unterschätzen. Der Schuss kann nach hinten losgehen, wenn das Kind denkt „ich will auch so gross sein wie Papa“ und sich eben doch heimlich an dem Zeugs vergreift.

Insofern kannst Du nur eine gewisse Basis legen. Alkohol zu tabuisieren ist bestimmt nicht der richtige Weg. Es muss aber nicht unbedingt an Dir und an Deiner schlechten Erziehung liegen, wenn Dein Kind plötzlich säuft oder raucht. Meist spielen da ja noch ganz andere Faktoren wie Freunde, Probleme etc. mit.

Gruss,

Semiramis

Hallo Matt,

mich würde vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Debatte um
ein Alkoholverbot für Jugendliche mal interessieren, wie Ihr
mit Alkohol in Eurer Erziehung umgeht.

meine Tochter durfte immer probieren, wenn sie wollte. Allerdings mit Einschränkungen, wie sie auch für Erwachsene gelten sollten:

  • Erst mal was Gescheites essen (auch wenn es nur um ein Schlückchen ging).
  • Wir wollen noch mit dem Rad wohin, also bitte keinen Alkohol (da konnte sie eh nicht bei mir probieren, aber hat evtl. bei anderen gebeten.

Alles in allem halte ich aber eine
verantwortungsvolle Alkoholerziehung für absolut entscheidend.

Noch viel entscheidender ist, dass Kinder und Jugendliche sich als Menschen angenommen fühlen sollen, so dass die Notwendigkeit nicht so groß ist, „Stärke“ durch solchen Schmarrn wie Sauferei zu „beweisen“.

Suchtverhalten ist ja nicht primär die körperliche Sucht, die dann später voll zum tragen kommt, sondern oft eine psychische Geneigtheit, aus der bösen Welt in eine künstlich durch Drogen aller Art erzeugte Scheinwelt abzudriften.

Nun ist meine Tochter mit ihren 19 Monaten natürlich noch
etwas jung dafür :smile: und so interessiert mich in diesem Forum
erstens wie Eltern ihren Kindern den richtigen Umgang mit
Alkohol beigebracht haben und zweitens wie die Meinungen zu
einem Alkoholverbot für Minderjährige gelagert sind.

Was Alkoholverbot bringen sollte, und dass die bestehenden Gesetze erst mal vollständig angewandt werden sollten, wurde ja schon von anderen gesagt.

Gruß, Karin

Hallo Wiz,

ich versuche es schlicht mit ‚Aufklärung‘ und Information.

Meinem Sohn sage ich, dass Alkohol zwar legal ist, in meinen Augen sich von anderen Drogen allerdings generell nicht unterscheidet.

Alkohol birgt Gefahren besonders dadurch, dass die gesellschaftliche Akzeptanz sehr groß ist und er legal ist, und genau dadurch auch ein gewisser Gruppendruck entsteht. (Stell dich nicht so an, das kleine Schlückchen). Schließlich gibt es genug Alkoholkranke, die trotz Legalität für die Gesellschaft nicht förderlich sind.

Ich versuche zu vermitteln, dass körperliche und geistige Abhängigkeit grundsätzlich mein Leben einschränkt. Die Ausgrenzung, die man erfahren kann, wenn einem der Alkohol kank und abhängig gemacht hat. Alle diese Seiten versuche ich eben, meinem Kind zu vermitteln, und ihm klar zu machen, dass es besonders viel Stärke bedarf, genau diesem Druck von Außen stand zu halten. (Dafür nehme ich allerdings nicht nur den Alkohol als Beispiel.

Wie ja eigentlich bei allem im Leben, zählt der maßvolle und verantwortungsvolle Umgang damit. Sei es Fernsehen, Computerspiele, Spielekonsolen…

Ohne Verbote in dem Sinne kam ich in meiner Erziehung bisher nicht aus.
Wohl aber fast ohne Strafen.
Es kommt meines Erachtens auch daruaf an, wie man diese Verbote ‚verkauft‘.
Jedes vernünftige Kind wird verstehen, wenn man ihm den Sinn von Verboten klar macht, und dass hinter jedem Verbot ja auch ein Gebot steckt.
Nämlich der, dass sie das Zusammenleben in einer Gemeinschaft einfacher machen und auch einen gewissen Schutz darstellen. Mal ganz abgesehen von den moralischen Inhalten von einigen ‚Verboten‘.

Zum Abschluss noch eine Anmerkung zu diesem ewigen ‚ich muss es meinem Kind vorleben‘.
Da weiche ich von der allgemeinen Meinung stark ab. Der Stellenwert, der diesem Vorleben beigemessen wird ist mir zu extrem. (Auch wenn ich den ‚Nachahungstrieb‘ unbestritten lasse)

Es gibt viele redliche Eltern, die ihren Kindern sicherlich eine ‚gute und anständige Lebensweise‘ vorgelebt haben. Aber ist das ein Garant, dass das Kind ebenso handeln wird? Ein klares Nein von mir.
Es kommt ‚in den besten Familien‘ vor, dass 2 von 3 Kindern ‚gut‘ geraten sind , aber eines weicht ab und kommt auf die schiefe Bahn, trotz gleichen Elternhauses.

Man kann hoffen, dass die Werte, die man dem Kind vermittelt hat, dauerhaft von ihm übernommen werden. Aber ich denke es kommt eine Zeit, da entgleitet einem das. Nämlich dann, wenn die Kinder heranreifen, und man eigentlich keinen Einfluss mehr hat. Wenn sie sich plötzlich mit ganz anderen Dingen/Menschen/Gesinungen identifizieren , oder z. B. von ihrem Wesen und Charakter her ’ zu schwach’ sind und nicht für ‚ihre‘ Ansichten einstehen können, auch wenn sie damit alleine stehen.

NG Marion

aus der Sicht eines Jugendlichen

Die Frage ist vielleicht eher, warum die Jugendlichen meinen,
sich so zudröhnen zu müssen?

Hallo erstmal,
also vielleicht ist hier auch die Meinung eines Jugendlichen ganz interessant.
Somit werde ich jetzt, stellvertretend für meine Altersgenossen, versuchen dieses Phänomen zu erläutern…

Also, was hier ja schon zur Sprache kam ist der „Gruppenzwang“. Leider ist es wahr das dieser immer stärker wird. Und leider ziehen auch immer mehr jüngere Jugendliche mit.
Trinken, auch sogenanntes „Koma-Saufen“ ist aber denk ich nicht mehr nur auf „Dorfpartys“ angesagt, sondern eben auch in Großraum-Diskotheken, wo nun einmal viele Menschen Zugang zum Alkohol erhalten.

Nun ja, was man auch bedenken sollte ist die Tatsache, dass Künstler wie 50Cent in seinen Videos von nackten Frauen und Champagner umgeben ist und man jede Woche in der Bravo lesen kann, was die Stars doch für tolle Partys feiern.

Aber ich denke auch, dass Aussagen wie oben von Uschi „die Jugendlichen“ zu allgemein sind. Ich kenne Gott sei Dank genug vernünftige junge Leute die sich nicht jeden Freitag und Samstag sinnlos betrinken.

Also denkt in eurer Diskussion auch an die Vernünftigen unter uns und stellt „die Jugend“ BITTE nicht immer so schlecht dar. In Wirklichkeit sind wir nämlich gar nicht so, wie uns „die Erwachsenen“ immer sehen…

Liebe Grüße, Christine (süße 19 Jahre jung)

2 „Gefällt mir“

Hi Christine,

Also denkt in eurer Diskussion auch an die Vernünftigen unter
uns und stellt „die Jugend“ BITTE nicht immer so schlecht dar.
In Wirklichkeit sind wir nämlich gar nicht so, wie uns „die
Erwachsenen“ immer sehen…

genau so ist es. Und das schon seit Generationen :wink:

Marion zarte 43 (kalendermäßig)

Hallo Christine.
Genauso ist es.
Es gibt ja auch nicht nur böse Ausländer,
asoziale Hartz IV- Empfänger,
etc., etc.
In allen Gesellschaftlichen Stufen und Alters- Klassen gibt es diese und jene.
Leider werden die Verfehlungen einfach immer krasser und sind an einem bestimmten Ort gehäuft. Wie z. B. die Rütli- Schule in Berlin. Und so heisst es gleich, daß alle auf der Schule aggressiv und gewalttätig sind.
Das ist leider ein gesellschaftliches Problem, daß immer sofort verallgemeinert wird.
Aber ich denke auch, daß man ohne eine entsprechende Dramatisierung das eigentliche Problem nicht diskutiert bekommt. Da ist der deutsche Staat leider ein wenig schwerhörig. Ohne einen großen Knall kommt der nicht in die Hufe.
Daß dann diejenigen, die korrekt sind unter Sanktionen leiden müssen, die nur die extremen betreffen sollten, liegt vielleicht aber auch an mangelnder Zivilcourage der heutigen Generation.
Man lässt sich viel zu sehr unter dem Gruppenzwang ins Joch nehmen. Würden alle korrekten die einzelnen Chaoten ins Gespräch nehmen, hätten sie eine Menge Einfluss und das Ruder würde sich drehen. Dann wäre der Koma-Säufer dem Gruppenzwang unterlegen. „Hör’ auf mit dem Scheiß, oder wir nehmen dich einfach nicht mehr mit!“ Basta.
Leider werden solche Personen noch immer als besonders cool, oder wie man heute sagt ‚porno‘ angesehen.
Das ist der Unterschied deiner und meiner Generation. Und die liegen ja wirklich nicht weit auseinander.
Gruß Anja

Hallo Anja,

Es gibt ja auch nicht nur böse Ausländer,
asoziale Hartz IV- Empfänger,
etc., etc.

Ja das ist genau das was ich meine. Sicherlich ist es leichter bei Problemen dieser Art die angesprochene Geschellschaftsschicht in eine Schublade zu stecken, aber es ist immer doch ein bisschen traurig zu lesen, das „die Anderen“, hiermit meine ich die „Guten“ (hach, ich hoffe du weißt was ich meine) immer mit angesprochen werden und, meiner Meinung nach, auch etwas vernachlässigt werden…

Das ist leider ein gesellschaftliches Problem, daß immer
sofort verallgemeinert wird.

Aber ich denke durch offene und ernst gemeinte Diskussionen kann man diesem Problem ein wenig entgegentreten, wenn auch keine krasse Veränderung zu erwarten ist (leider…)

Wie schön, dass du die mangelnde Zivilcourage ansprichst, denn das ist wirklich ein Phänomen was ich auch schon beobachtet habe. Wenn mal einer den Mund aufmacht „Hey lass den Sch…“ dann bist du gleich ein „Spießer“ und sollst dich „mal lockermachen“. Wer dann nicht den Mut hat seiner Clique zu widersprechen, wird leicht zum Mitläufer… Und schwupps, gibt´s einen jugendlichen Trinker mehr (auch wenn das jetzt schon sehr hart formuliert ist…)

Leider werden solche Personen noch immer als besonders cool,
oder wie man heute sagt ‚porno‘ angesehen.

Aber hoffentlich ist das auch nur ein Trend, der wieder vorbei geht. Ich musste auch schon feststellen, dass sich meine Einstellung geändert hat.
Hier muss ich auch ehrlich dazu sagen, dass die ersten Partys ohne elterliche Aufsicht doch ein bisschen aus dem Ruder gelaufen sind. Aber mit der Zeit wird man vernünftig, und hoffentlich werden auch noch viele andere Jugendliche ihre Einstellung ändern…

LG, Christine

2 „Gefällt mir“